Endlich eine neue Brille

Dienstag, den April 22, 2008 von Sonja

“Ich freue mich so. Endlich kann ich wieder lesen was an der Tafel steht.”, sagt Meryssl15937 Endlich eine neue Brille nachdem sie ihre neue Brille in den Händen hält.

Ich treffe mich am Freitag Nachmittag mit Mery, 10 Jahre alt, ihrer Mutter und ihrer großen Schwester am “Plaza de Armas” in Arequipa. Wir machen uns gemeinsam auf den Weg in die “Brillenstraße”, eigentlich Calle de Peru, jedoch gibt es hier ausschließlich Brillengeschäfte und Optiker. Mery’s Patin hat uns die finanzielle Unterstützung zukommen lassen, damit ihre Patentochter die lange benötigte Brille endlich erhält. So müssen wir zunächst einen Arzt konsultieren, der die Augen auf ihre jetzige Sehstärke hin kontrolliert. Ihre Mutter sagt mir nach der Untersuchung, dass ihre Augen viel schlechter geworden sind und sie mit dem rechten Auge ganz besonders schlecht sieht. “Das es so schlimm ist, ssl15939 Endlich eine neue Brillehätte ich nicht gedacht.”, sagt ihre Mutter. Mit dem Ergebnis in der Hand gehen wir zur Optikerin. Da steht dann auch schon das nächste “Problem” vor der Tür. Mädchen in Mery’s Alter haben auch schon ihre eigenen Vorstellungen und da ihre Beraterinnen alle Frauen sind, kann man sich denken, dass es etwas länger gedauert hat. Am Schluss wurde es dann ein violett, metallenes Gestell und das wichtige, die Gläser sind mit UV-Schutz. Das hat den Preis zwar etwas herauf getrieben, aber in Villa Cerillos, in dem Stadtteil in dem sie lebt und wo sie auch die Schule San Juan Apostol besucht, ist dies eine Notwendigkeit, die sich kaum Jemand leisten kann. Ungeschützt sind die Menschen der Sonne unterlegen und der weiße Gestein, Sillar, reflektiert die Sonnenstrahlen so stark, dass oft über Sehbeschwerden geklagt wird. Doch nicht nur die Brille ist eine notwendige Schutzmaßnahme, um Mery’s junge Augen zu schützen. Einfache Vitamine, wie Vitamin A und B, können Mangelerscheinungen vorbeugen. Da jedoch Vitamine in Form von Früchten und Eiweißen, wie Milch und Eiern teures Gut sind, ist diese (für Deutschland selbstverständliche) Ernährung, in Peru schwer umzusetzen.

Anm. viSozial:
Der Brillenkauf konnte deshalb so schnell und unbürokratisch von uns realsiert werden, weil wir extra auf einem Vermerk im Verwendungszweck, diese als zweckgerichtete Sonderspende verzeichnet haben. Denn Sonderspenden erweisen sich als höchst schwierig. Überweist ihr beispielsweise einen Betrag von 15€ und gebt im Verwendungszweck “Geschenk, Brille, Sonderspende etc.” für euer Patenkind an, so ist dieses in der Buchhaltung exakt vermerkt. Wir müssen nun für exakt 15€ und nicht für 13,50€ oder 14,99€ einkaufen (belegt durch Quittung). Hinzu kommt noch die Umrechnung in die Landeswährung, die zur Zeit sehr krumm ist (so wären 15€=64,0925 Soles wert). Nun könnt ihr euch vorstellen, dass es sehr schwer ist für genau diesen Wert einzukaufen. Wir können nicht immer so effektiv und schnell handeln wie wir es gerne möchten. Bei offenen Spenden (Verwendungszweck “Projektname”) können wir sehr viel unbürokratischer die Spenden einsetzen und schneller handeln. Wir bitten noch einmal alle Spender dies zu berücksichtigen!

Natürlich freuen sich eure Patenkinder über Briefe und Päckchen aus Deutschland, die ganz unbürokratisch übergeben werden können. Die Kinder, die zur Zeit nicht das Glück haben, einen Paten zu haben, profitieren natürlich von den Spenden die direkt an das Projekt gehen.

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