Wenig Tourismus in Taboquinhas
Im Abril besuchte ich das Gemeindeentwicklungsprojekt Taboquinhas und bei einer großen Versammlung am Flußufer wurde die bisherige Arbeit bewertet.
In verschiedenen Kursen wurden die Bewohner des Städtchens auf den nachhaltigen Tourismus vorbereitet. Es gab Recyclinkurse, Englischkurse, Erste Hilfe Kurse und auch einen Kurs über die Verarbeitung von Kakaoprodukten.
Diese Kurse sollten einige Bewohner des Ortes auf den Kontakt zu in-und ausländischen Touristen vorbereiten und ihnen eine weitere Einnahmemöglichkeit schaffen.
Einige kleine Gruppen aus São Paulo und Deutschland haben schon die Gemeine besucht und die verschiedenen Tätigkeiten der Kleinbauern und Fischer kennengelernt. Alle waren total begeistert von dieser Art Tourismus mit den Einheimischen.
Leider kamen aber insgesammt viel weniger Touristen wie erwartet. Durch die Stärkung der brasilianischen Währung und den schwachen Dollar sind viele Brasilianer lieber in das Ausland geflogen und immer weniger Ausländer kamen in diese Gegend.
Das grösste Problem ist aber wohl der Zustand der Straße, welche vom Touristenort Itacaré nach Taboquinhas führt. Trotz jahrelangen Versprechens ist diese Straße von 28km noch immer in einem unzumutbaren Zustand und bei Regen ist der Ort nur mit Allradfahrzeugen zu erreichen. Das Projekt hat natürlich kein entsprechendes Fahrzeug und so können die Touristen bei schlechtem Wetter nicht in den Ort gebracht werden oder nur mit sehr hohen Kosten. Dies macht eine Planung extrem schwierig und viele Touristen wollen natürlich nicht riskieren, im Matsch zu stehen und bleiben deshalb dem Ort fern.
Die Versprechungen gehen weiter und es bleibt eine kleine Hoffnung, da nun ein Wahljahr ist. Da wollen die Politiker noch Stimmen einfangen und richten vielleicht die Strasse noch her.
Einige der Gemeindemitglieder sind schon in die Städte abgewandert, um dort irgendwo eine Handlangerarbeit zu finden. Aber die meißten harren noch in der Gemeinde aus, ernten kranken Kakao und hoffen auf bessere Zeiten.
Wir werden deshalb mit einigen Kursen fortführen und hoffen auf eine langsame Besserung des Tourismusmarktes.
Ansonsten werden wir die Arbeit auf die akuten Notfälle konzentrieren. Es gibt Schulen ohne Schulmaterial und teilweise fehlen sogar Bänke. Einige Familien haben kaum Kleider und im Juni beginnt der brasilianische Winter. In Bahia fallen die Temperaturen allerdings nicht so sehr, aber für die wärmegewöhnten Bahianas sind 15 grad schon extrem kalt.
Deshalb sammeln wir diese Tage im reicheren Südbrasilien Kleider und Bücher und wollen noch diesen Monat einige Kisten mit der Spedition nach Bahia schicken. Dort soll es dann unter den Ärmsten verteilt werden.
Wer uns gerne hierbei unterstützen möchte, der kann folgendes Spendenformular ausfüllen. Vielen Dank!





