Weihnachtsüberraschung für Heimatlose

Am letzten Freitag verpackten wir in unserem Büro Geschenke für fünfzig Opfer der Erdrutsche und Überschwemmungen unseres Nachbarortes. Spielsachen für die 12 Kinder und Süssigkeiten für 38 Erwachsene. Diese Menschen leben in Benedito Novo und können nun nach einem Monat noch immer nicht in ihre Häuser zurückkehren. Die meissten werden auch Weihnachten in den Notunterkünften in Schulen und Sporthallen verbringen und einige werden nie mehr ihr Haus vorfinden, welches unter den Erdmassen vergraben ist. Dank der Spende einiger viventura-Kunden und Angestellten war es uns möglich, diese kleine Freude zu den Obdachlosen zu bringen.
Am 22. November begann die grösste Umweltkathastophe, welche der Staat Santa Catarina im Süden Brasiliens jemals erlebt hat. Besonders das Itajaítal, wo auch unser viventura-Büro ist, war am schlimmsten betroffen. Nach 60 Tagen unaufhörlichen Regens wurden die Niederungen überschwemmt und die Berghänge rutschten herunter und nahmen alles mit, was sich in den Weg stellte. Die Zerstörung ist rießig und es wird Jahre dauern, bis die Aufbauarbeiten abgeschlossen sind. Über 150 Menschen mussten ihr Leben lassen und mehr als 50.000 sind ohne Heim.
Aber die Hilfsflut war auch überwältigend. Aus dem ganzen Land und auch dem Ausland kamen Lkws mit Lebensmittel, Decken, Kleidern und Möbel. Auch Rosane aus unserem Büro hat in unserem Ort 12 tonnen Hilfsgüter zusammenbekommen. Unser Städtchen Doutor Pedrinho liegt auf dem Berg und die Erdrutsche und Überschwemmungen haben uns nicht erreicht, aber bereits 10km vom Ortskern entfernt beginnt schon das Caos.
Nachdem die Obdachlosen nun mit dem Lebensnotwendigen versorgt sind, konnten wir mit den Spenden Süssigkeiten und Spielsachen kaufen, welche zwar nicht so notwendig sind, aber auf jeden Fall eine rießen Freude bei den Menschen ausgelöst hat und ein bisschen Weihnachtsgefühl verbreitet hat.
Unser Nachbar Rubens hat sich als Nikolaus verkleidet und Rosanes kleiner Sohn Lucas war sein Helfer. Mit den Geschenken auf der Ladefläche unseres Wagens fuhren wir am Abend des 19. Dezember in den Nachbarort Benedito Novo und haben alle Landflüchtigen, welche noch in den verschiedenen Notunterkünften leben, eine kleine Bescherung gebracht. Rießig war die Freude der Menschen und wir hörten die traurigen Geschichten aus dem Munde der Betroffenen, sahen aber auch die Beweise der vielen, welche sich für diese Menschen einsetzen und helfen, wo es nur geht. Auch wer nicht mehr in sein Haus zurückkehren kann, hat viele Freunde gefunden, die beim hoffentlichen baldigen Aufbau wieder helfen werden.





