Das Leben der Patenkinder in Quilotoa
Es ist eine lange Reise nach Quilotoa. Von Quito aus braucht man etwa 4 Stunden. Auf der Fahrt kommt an Landschaften vorbei, die unberührt sind – und man ist teilweise wirklich mitten im Nichts. Quilotoa ist eine kleine Gemeinde von Indigenas mitten in den Anden auf einer Höhe von etwa 3900 Metern über dem Meeresspiegel. Die Menschen hier leben in großen Familien mit vielen Kindern zusammen – in der Umgebung von Quilotoa gibt es etwa 400 Kinder. Die Muttersprache der Bewohner ist die alte Sprache Quichua, deshalb ist bereits Spanisch für die Kinder eine neue Sprache, die sie in der Schule lernen. Es wird ein wenig Landwirtschaft betrieben, da es aufgrund der Höhe keinen sehr fruchtbaren Boden gibt, aber vor allem leben die Menschen vom Tourismus. Denn das Dorf verfügt über einen ganz besonderen Schatz der Natur: die Laguna Quilotoa. In einem Vulkankrater hat sich eine grünblaue Lagune gebildet und so einen anziehenden, etwas mystischen Ort geschaffen. Deshalb kommen viele Touristen in das kleine Dorf. Es gibt erst seit wenigen Jahren Strom, bis heute jedoch noch kein fließendes Wasser. Daher wird mit dem wenigen Wasser, das die Bevölkerung in Tanks aufbewahrt sparsam umgegangen. Es gibt im Dorf keine Bäder wie wir sie kennen.
Einige Hostals haben Toiletten mit Spülung und Duschen mit heissem Wasser. In den Wohnhäusern der Familien ist dies jedoch eine Ausnahme. Die Kälte bestimmt in der auf 3900m liegenden Gemeinde einen grossen Teil des Alltages.
José, der Koordinator des viSocial Patenprojektes vor Ort, wohnt mit seiner Frau und seinen 7 Kindern plus Hund in Quilotoa. Sein Grundstück besteht aus einem Touristenbungalow mit 3 Gästezimmern, Toilette/Dusche, immerhin gibt’s warmes Wasser und ein Schlafhaus für die Familie. Das gemeinsame Wohnhaus mit Küche, Wohnzimmer und dem Gemeinderaum ist Mittelpunkt des Familienlebens. Ab 17 Uhr wenn es zu kalt wird, wird der Ofen angemacht, und die Anwesenden sitzen im Kreis und wärmen sich. Das Frühstück besteht aus Brötchen, Rührei, Kaffee, Tee, Milch, Kakao etc. Und zum Mittagsgibt es eine einfache Suppe mit Kartoffeln. Abends das Gleiche, ein kleines Stück zähes Fleisch mit Reis und ein paar Krümel Gemüse. Abwechslung hat man selten, es schmeckt aber. Etwas warmes zu trinken gegen die Kälte gibt es immer, heißes Wasser steht entweder auf dem Gasherd in der Küche oder auf dem Holzofen.
In Quilotoa gibt es 4 Grundschulen und 4 Altersklassen. Eine der Schulen der Gemeinde, die Julio Cabascango, liegt 5 Minuten zu Fuß von Joses Haus entfernt. Eine weitere ist die Schule in Ponce wo auch die neue Bibliothek gebaut wurde. Die Schule liegt ca 30-40 Minuten Fussweg von Quilotoa entfernt und neben der Bibliothek gibt es einen recht modernen Computerraum mit Internet. Zu der am weitesten entfernten Schule benötigt man 30 Minuten mit dem Auto. Das Niveau der Schüler ist allgemein sehr unterschiedlich, die Kinder lernen eher langsam und es herrscht sehr viel Unruhe in den Klassen. Der zu vermittelnde Stoff ist sehr grundlegend und die Kinder brauchen lange, selbst einfache Sachen zu verstehen. Viel viel wiederholen, immer jeden einen neuen Satz sprechen lassen, auch mehrmals und nicht zuviel neuen Stoff. Weniger ist hier mehr, da die Kinder das Gelernte zu Hause nicht wiederholen. Im Nachmittagsunterricht in den AG´s wird mit ca 5-15 Kids je nach Tag ein wenig Geographie, Mathe oder Sachkunde gemacht, ansonsten noch ein wenig Vokabelarbeit in Englisch, wobei aber der Computerunterricht meist am beliebtesten ist. Lernen wollen alle Kids und mit den Voluntären zu arbeiten macht ihnen generell viel Spaß, trotz der steten Unruhe.
Neben dem Unterricht kann man Wanderungen um den Krater oder hinunter zur Lagune machen. Weitere Wanderungen bieten sich an in dieser einmaligen Natur. Samstag morgens ist ein traditioneller Markt in Zumbahua, ausserdem in Sasklili. Generell ist am Wochenende alles von Quito bis Banos erreichbar. An langen Wochenende lohnt sich Banos was nicht zu weit weg ist. Es bleibt jedoch viel Zeit zum Spanisch lernen und um einen wirklichen Einblick in das Leben der Quichuas zu bekommen.
Bei Interesse an einem Voluntariat in Quilotoa wendet euch einfach an Rene







