Ein ganz normaler Nachmittag im Projekt “Luz de Esperanza”
Am Donnerstag besuchte ich mit einer Kollegin aus unserem Partnerbüro in Peru das vom viSozial e.V. unterstützte Sozialprojekt “Luz de Esperanza” in Alto, nahe La Paz. In dem Projekt finden zur Zeit 18 Straßenjungs zwischen dreizehn und zweiundzwanzig Jahren ein Zuhause und organisieren sich zum großen Teil selber.
Ein paar wenige Formalitäten mussten geklärt werden, weshalb ich unseren Besuch bei der Leiterin des Projektes, Doris Huerta Quino, ankündigte.
Solche Projektbesuche sind oft besonders schön, denn es bleibt Zeit an dem Alltag der Jungs teilzunehmen. Nach einer 1,3 stündigen Microbusfahrt holte uns Doris zusammen mit Victor ab. Victor, ein ehmaliges Straßenkind, hat selbst viele Jahre im Projekt gewohnt und seinen persönlichen Weg in die Selbstständigkeit gefunden. Er verdient Geld durch den Verkauf seiner Kunsthandwerke und an einigen Tagen unterrichtet er die Jungs im Projekt in der Holz- un Textilwerkstatt.
Im Projekt angekommen werden wir von Musikklängen und Hundegebell empfangen. Die Jungs haben Musikunterricht und während drei Jungs draußen auf der Gitarre Akkorde üben, erklärt im Klassenraum der Musiklehrer den anderen die Noten eines neuen Stückes.
Stolz erzählen uns die Jungs, dass eine Hündin letzte Woche geworfen hatt. Sie zeigen uns die kleinen Welpen und erneut fällt mir auf wie verantwortungsbewusst und liebevoll die Jungs mit den Tieren im Projekt umgehen. Auf dem Gelände leben neben den Hunden noch 3 Schweine, Schafe, Lamas, Hasen, Meerschweinchen und Hühner. Teil der Philosophie des Projektes ist es, dass jeder Bewohner Verantwort trägt und sich für die Gruppe einsetzt.
Therapie und Kostenersparnis werden in dem Projekt verbunden. Die Jungs bauen Lebensmitteln (zum Beispiel: Kartoffeln, Gewürze, Erdbeeren…) an und kümmern sich liebevoll um die Nutztiere. Beides dient dem Eigenbedarf und manchmal können sie sogar etwas verkaufen. Wie zum Beispiel den Salat, der im saftigen grün im Gewächshaus gedeiht. Doris erklärt, dass die Köpfe bereits verkauft sind und in einer Woche abgeholt werden.
Schweine gibt es nur noch 3 im Projekt. Durch die Kälte in El Alto benötigen sie zuviel Futter und bleiben trotzdem mager. Bei allen anderen Tieren verläuft die Zucht sehr gut. Die Lamas und Schafe dienen in erster Linie therapeutischen Zwecken und während unserem Besuchs zupft das Baby-Lama vergnügt an unseren Jacken…
Beeindruckt sind wir wiedermal von den handwerklichen Fähigkeiten der Jungs. Stolz zeigen sie uns ihre neuen Holz und Textilarbeiten, die sie zum Teil sogar im Ausland verkaufen.
Die Einheit der Jungs im Projekt ist immer deutlich zu spüren. Gerade vor einer Woche ist Doris von ihrem vierwöchigen Perubesuch zurückgekehrt. Einmal im Jahr besucht die peruanische Ordensschwester und Projektleiterin ihre Familie in ihrer Heimatstadt Lima. In dieser Zeit organisieren sich die Jungs selber – das klappte bisher immer ohne Probleme und die Jungs sind spürbar stolz auf ihr eigenes, zum großen Teil selbsterbautes Zuhause.
Mehr Informationen zu Luz de Esperanza findet ihr auf unserer viSozial Homepage, oder in Spanisch auf der Homepage von Luz de Esperanza und dem Blog der Jungs.
Foto: Musikunterricht, der allen sichtbar Freude bereitet:





