Ostern in Peru – aus Kindersicht
Was bedeutet Ostern eigentlich in Peru? Wie feiern die Peruaner das wichtigste aller christlichen Feste? Gibt es in Peru auch westliche Bräuche, wie die Ostereiersuche oder gar Begegnungen mit dem Osterhasen?
Ich hatte die Ehre, diesen Fragen in der Schule San Juan Apostol in Villa Cerillos auf den Grund zu gehen. Nancy, die aufgeschlossene Lehrerin der 8. Klasse, war so nett, mir eine ihrer Religionsstunden zur Verfügung zu stellen, um dieses Thema mit den mich neugierig anschauenden Jugendlichen zu erörtern.
Nach anfänglicher Scheu und Unsicherheit, tauten die Schüler mehr und mehr auf und standen mir letztlich einzeln Rede und Antwort. Überraschend war, dass ausnahmslos alle Kinder (obwohl sie nicht alle von Hause aus christlichen Glaubens sind) Ostern im Sinne des Katholizismus sehr detailliert zu beschreiben wussten. Einige Jugendliche konnten mir die Geschichte von der Kreuzigung Jesu bis hin zu seiner Auferstehung ganz genau erklären.
Auf meine Frage nach bunt bemalten Ostereiern und dem Osterhasen, saßen mir plötzlich 40 verwirrt drein schauende Teenager gegenüber. Keine Antwort ist auch eine: Der Osterhase und seine Eier waren demnach in Peru noch nicht gesehen! Ostern bedeutet hier einzig und allein Glaube und Religion.
Alle Jugendlichen verbinden mit der Semana Santa, wie die Osterwoche hier genannt wird, friedliche, besinnliche und ruhige Tage im Kreise ihrer Familien. Einige gehen zur Kirche, andere wiederum schauen sich die Geschichte Jesu im Fernsehen oder auf DVD an. Keiner der Jugendlichen berichtet jedoch von der Teilnahme an den bunten Osterprozessionen, wie sie beispielsweise im Zentrum Arequipas oder auch in Ayacucho oder Cuzco gefeiert werden. Dafür fehlt leider das nötige Kleingeld.
Viele der Kids freuen sich besonders auf das leckere Essen, welches sie mit ihren Familien in diesen Tagen zubereiten. Anstatt des deutschen Osterlammes wird in Peru “arroz con leche” (Milchreis), “chupe de camaron” (Schrimpsuppe) oder “caldo de mariscos” (Eintopf mit Meeresfrüchten) verzehrt.
Aber trotz der kulturellen Unterschiede und Bräuche, beispielsweise zwischen Deutschland und Peru, haben alle eines gemeinsam: Die Vorfreude auf das Fest!




