Capachica, Peru – Mary Isabel
Mary Isabel, die von allen Isabel genannt wird, ist die Ernährungsberaterin in unseren Projekten auf Capachica in Peru. Obwohl ihre Berufsbezeichnung nicht einmal annähernd erahnen lässt, was sie eigentlich alles leistet. Sie betreut die Kinder der Schulen bzw. Kindergärten in Llachon, Santa Maria, Chifron und Hilata. Durch den Überfluss an Kartoffeln nehmen die Kinder auf Capachica überwiegend Kohlenhydrate zu sich, so dass man ihnen die Fehl- und Mangelerährung nicht direkt ansieht. Ihnen fehlen Vitamine, Fette und vor allem Proteine, die für das Wachstum der Kinder sehr wichtig sind.
Isabel versorgt jeden Tag 249 Kinder mit einer ausgewogenen Mahlzeit und klärt sie über die essentiellen Regeln der Ernährung auf. Während der Schulzeit arbeitet Isabel von Montags bis Sonntags durchgängig. Sie kümmert sich um Buchhaltung, Beratung und Verpflegung sowie Logistik und Transport der vier verschiedenen Projekte auf der Halbinsel Capachica am Titikakasee.
Beratung & Verpflegung: Jeden Tag bekommen die Kinder der Schulen in Hilata, Chifron, Llachon und Santa Maria einen nährreichen Imbiss, bestehend aus Vitaminen, Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen. Dieser Imbiss muss jede Woche für insgesamt 249 Kinder gekauft und vorbereitet werden.
In Zahlen ausgedrückt sind das jede Woche:
- 498 Äpfel
- 249 Orangen
- 249 Bananen
- 249 Limonen
- 498 Eier
- 747 Brötchen
- 7 kg Käse
- 30 Avocados
- 7 1/2 kg Butter
Transprot & Logistik: Jeden Samstag geht Isabel auf den Markt, um alle Nahrungsmittel für die kommende Woche zu kaufen. Alleine! Jeden Montag bringt sie die Nahrungsmittel nach Capachica. Capachica liegt etwa 2-3 Autostunden und etwa 40 km ungepflasterte Straße von ihrem Wohnort Puno entfernt.
Wer jetzt glaubt, sie hat ihr eigenes Auto, irrt sich. Sie nutzt die öffentlichen Vans, die erst dann abfahren, wenn der Bus voll ist. Manchmal wartet sie eine Stunde bis sie einen Bus findet, der sie mit ihrem ganzen Gepäck überhaupt mitnimmt. Wenn Isabel Glück hat, fährt der Bus sie bis nach Llachon, der am weitesten entfernten Gemeinde. Wenn nicht, schleppt sie die Lebensmittel ganz alleine die restlichen 20 Gehminuten von der Haltestelle aus bis zur Schule.
Jedes der 249 Kinder muss drei mal im Jahr gewogen und gemessen werden. Innerhalb des letzten Jahres hat Isabel eine Normalisierung des Gewichtes und der Größe von durchschnittlich 30 % der Kinder erreicht.
Zusätzlich zu ihrer Arbeit hilft sie mir, so oft wie sie kann, mit der Vorbereitung der Schulkampagne auf Capachica und ist auch sonst jederzeit für mich da wenn ich Fragen habe oder Hilfe brauche.
Liebe Isabel, mit diesem Artikel möchte ich mich bei Dir für Dein Engagement und Deine Hilfe bedanken. Du bist eine große Bereicherung für unser Team.
Muchas Gracias!







Hi Melitta,
auch hier in der Sierra von Ecuador haben wir das gleiche Problem mit der Mangelernährung der Kinder, denn Kartoffeln – und am besten gleichzeitig noch Reis – stehen täglich auf dem Essensplan. Entdecke in Deinem Artikel einige Gemeinsamkeiten ;o)
Antje
Hallo Melitta,
freu mich, dass du so einen schönen Artikel über Isabel geschrieben hast. Das hat sie für die große Leistung, die sie tagtäglich erbringt, auch wirklich verdient.
Liebe Grüße,
Denise