Das Sozialprojekt Abeac und die “Dachlosen”.

Dachlose_small-150x150 Das Sozialprojekt Abeac und die Dachlosen.Bei unserem letzten Besuch von Abeac in Salvador  lernten wir drei weitere Projekte kennen, welche als Außenstellen von Abeac unterstützt werden.

Es sind drei Gemeinschaften, welche sich in verlassenen Fabrik- und Hausruinen niedergelassen haben. Diese Menschen hatten vorher auf der Straße gelebt und sich zur Bewegung der „Dachlosen“ zusammengeschlossen. Diese Bewegung besetzt leerstehende Häuser und Fabriken oder deren Ruinen und die Familien zimmern sich aus Abfallmaterial kleine Zimmer im Schutz der Wände und Dächer. Dies brachte bereits eine Verbesserung der in bisher unmenschlichen Situationen lebenden Menschen, aber es brachte auch neue Probleme. Der Zusammenschluss von vielen Menschen auf engem Raum führte natürlich zu zwischenmenschlichen Problemen und durch die unzureichenden sanitären Einrichtungen lebten die Menschen nun im eigenen Abfall und Schmutz.

haben den Strom von der öffentlichen Leitung angezapft und mit der Zeit gab es auch an einer Stelle dieser Ruinen Wasser und Toiletten, allerdings viel zu wenig für die Anzahl der Bewohner.

Abeac hatte sich dann dieser Probleme angenommen und die Kommunen organisiert. So gibt es heute die Vorsteher der Gemeinschaften und eine Art Hausrat mit regelmäßigen Versammlungen. Es wurden Normen erlassen, welche das Zusammenleben organisieren und bei Verstößen werden Strafen erlassen. Mittlerweile gibt es auch Tanz- und Capoeira-Gruppen, damit die Kinder und Jugendlichen nicht nur auf der Straße betteln.

In der größten Komune dieser Dachlosen leben 150 Menschen auf drei Etagen im Betongerüst eines unvollendeten Wohnblocks. Nur unten am Eingang gibt es Wasser und zwei Toiletten, welche von allen geteilt werden.

Fernanda, die Leiterin von Abeac, einige Helfer und Frauen aus der Komune haben es geschafft, diese Menschen zu organisieren und konnten mir nun zeigen, dass Armut nicht unbedingt Schmutz und Dreck bedeutet.

Der ganze Wohnblock ist absolut sauber, alles an seinem Platz und auch die ärmlichen Behausungen sind mit Liebe dekoriert und aufgeräumt. In jedem Stockwerk gibt es eine kleine Bar und ein Minigeschäft mit dem Nötigsten. Sogar einen kleinen Raum für den Gottesdienst gibt es. Ich war erstaunt und überrascht und sehr froh, dass sich diese Menschen so gut organisieren konnten.

Nun soll ein kleiner Raum gebaut werden, um den Capoeira- und Tanzunterricht abzuhalten. Bisher wurde dies im Freien gemacht, aber es gibt keinen Platz, wo das Material aufbewahrt werden kann und bei Regen musste es immer ausfallen. Mit einem mitgebrachten Kocher wird dann auch immer eine Suppe für die Teilnehmer gekocht.

viSozial wird helfen, damit zwei Wände und ein Dach gebaut werden können. Die anderen beiden Wände existieren schon von der Bauruine. Aber es fehlt natürlich noch viel mehr – Fenster und Türen, Regale und einen glatten Boden. Für Spenden (http://visozial.org/spenden/) ist das Sozialprojekt natürlich auch sehr dankbar.

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