Kampf gegen die Giganten im ecuadorianischen Nebelwald
Vor kurzem ging es für das viSozial-Team aus Quito nach Junín, einem kleinen Dörfchen in der Nähe von El Chontal, im Nebelwald und etwa 120km von Quito entfernt, dessen Mittelpunkt aus einer winzigen Kirche und einem kleinen „Tante-Emma“-Laden besteht. In El Chontal und auf seinen vielen zugehörigen Haciendas, die weit im umliegenden Wald verstreut sind, konnten bereits einige Volontäre ihren Einsatz zeigen und die Gemeinde mit verschiedensten Aktivitäten unterstützen. Dieses Programm möchten wir auf die Gegend um Junin ausweiten. Am frühen Samstag Morgen ging es in Quito los. Nach etwa vier Stunden Fahrt kamen wir in Junin an. Aus der Gegend um Junin stammt der bekannte Intag-Kaffee, der in Ecuador und auch über seine Grenzen hinaus gern genossen wird.
Junín ist ein sehr abgeschiedes Dörfchen inmitten einiger der letzten gesunden Primärnebelwälder Ecuadors, das ständig gegen eine große Gefahr zu kämpfen hat: Aufgrund von großen Kupfervorkommen in diesem Gebiet versuchen seit Jahrzehnten verschiedene internationale Bergbaukonzerne, die Kupfervorkommen der Region auszubeuten.
Bisher hat die lokale Bevölkerung erfolgreichen Wiederstand geleistet; der Versuch einer japanischen Bergbaufirma, an die Kupfervorkommen zu gelangen, wurde im Jahr 1997 erfolgreich abgewehrt. Derzeit wird die Region erneut durch eine kanadische Firma bedroht. Die Ausbeutung der Kupfervorkommen hätte desaströse Folgen für die Region: Tausende Hektar primären Nebelwaldes würden zerstört, womit auch der Lebensraum für unzählige, teils bereits bedrohte, Tierarten verschwinden würde.
Die Menschen, die sehr nachhaltig im Einklang mit ihrer Umgebung leben, würden ihre Lebensgrundlage verlieren. Eine weitere Folge wäre die Verschmutzung der vielen kleinen Flüsse, aus denen man das Wasser derzeit noch trinken kann.
Um der ständigen Gefahr durch die internationalen Bergbaukonzerne entgegenzuwirken, arbeiten die Menschen aus der Umgebung daran, ihre Region im Hinblick auf andere Aspekte attraktiver zu machen: So wird der Ökotourismus stark gefördert und der Anbau ökologischen Intag-Kaffees verstärkt. Auch ist die Region ein Magnetpunkt für Biologen aus aller Welt, die herkommen, um die extreme Vielfalt an – teils sehr seltenen – Pflanzen und Tieren zu studieren.
Um Junin und seine Wälder im Kampf gegen die drohende Zerstörung zu unterstützen, wird viSozial die Region in naher Zukunft in sein Freiwilligenprogramm aufnehmen. Wer bereits Interesse an der Mitarbeit dort hat, melde sich bitte bei quito@mundo-visozial.org . Wir hoffen auf tatkräftige Unterstützung für Junin, seine Einwohner und seine Wälder, damit dieser unberührte Fleck Erde noch lange in seiner ursprünglichen Form existieren kann!





Hallo Michaela, deinen Artikel fand ich wirklich sehr interessant und ich hoffe für euch und das Projekt das die Gegend um Junin weiterhin geschützt werden kann und die Bergbaukonzerne sich nicht durchsetzen werden. Ich finde es sehr wichtig eine noch solch unberührte Natur, aber auch die Lebensgrundlage der dort lebenden Menschen weiterhin zu garantieren.
Liebe Grüße Lisa
Das ist ein tolles, neues Vorhaben, das ihr habt! Hoffentlich finden sich schnell viele Voluntäre, die euch dabei unterstützen! Denn grade der Nebelwald, in dem es immer weniger Primärwald gibt, braucht die Hilfe! Ich wünsche euch und der Bevölkerung vor Ort weiterhin viel Durchsetzungsvermögen und Erfolg beim Schutz des Gebietes!
Liebe Grüße nach Quito von Nicole