Unser Kochtag mit den Jungs von „Luz de Esperanza“

Sozialtag in Luz de EsperanzaZum ersten Mal fuhr ich letzten Freitag zusammen mit Tomás, Rita und Manuela in unser  Sozialprojekt „Luz de Esperanza“ und ich war schon richtig gespannt das Projekt und die Jungs endlich kennenzulernen. In „Luz de Esperanza“ unterstützen wir ein Straßenkinderprojekt bei dem Kinder, die früher auf der Straße lebten ein neues Zuhause fanden. Die „chicos de la calle“ waren früher schwer drogen- oder alkoholabhängig, schnüffelten Klebstoff oder verdienten sich ihren Lebensunterhalt mit Diebstahl, Prostitution oder als Schuhputzer. Durch das Projekt bekamen sie eine neue Lebensperspektive, indem sie weg von der Straße, ihren Alltag zum Teil selbst organisieren und in ihrem Leben wieder einen Sinn sehen.

Früh morgens fuhren wir los bis wir nach ca einer halben Stunde “El Alto” erreichten. Als wir ankamen kauften wir vorher noch einige Lebensmittel auf dem Markt in El Alto ein, denn für den heutigen Tag war ein gemeinsames Kochen geplant.

Es war gar nicht so leicht die Menge einzuplanen, denn für ca. 18 Personen zu kochen braucht eine etwas größere Anzahl an Zutaten wie ich es normalerweise gewohnt war. Also kauften wir riesige Mengen an Nudeln verpackt in großen Tüten, Fleisch, Salat, Gemüse, Obst und Eis für den Nachtisch ein.

Danach ging es weiter Richtung Projekt, wo uns Daniel einer der Jungs sofort super freundlich begrüßte und uns die geplanten Neuerungen im Projekt zeigte. Daniel ist schon einige Jahre im Projekt, studiert mittlerweile Betriebswirtschaftslehre und hat einen Teil der Organisation des Projektalltages übernommen, welches von der Ordensschwester „Doris“ koordiniert wird. Ziel des Projektes ist das die Jungs sich irgendwann selbst organisieren können und somit lernen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Sozialtag in Luz de Esperanza

Beim Rundgang über das Grundstück zeigte uns Daniel die eigene Backstube, einige Gewächshäuser, in denen die Jungs Salat, Kartoffeln oder andere Gemüsearten anbauen und die Ställe in denen sie Tiere, wie Hühner, Hasen oder Schafe halten.

Sozialtag in Luz de Esperanza

Richtig stolz präsentierten uns zwei der Jungs die süssen Babyhasen und ich musste natürlich sofort eines davon selbst halten. Neben ihren Zimmern, die sie sich meist zu viert teilen, gibt es eine Bibliothek, einen Computerraum, einen Sportplatz und verschiedene Werkstätte, die ihnen zur Verfügung stehen und die sie zum Teil auch selbst mitgebaut haben.

Sozialtag in Luz de Esperanza

Nachdem wir uns alles angeschaut hatten, fingen wir an zu kochen. Manuela und ich waren für die Zubereitung des Obstsalates zuständig, also schnitten wir zahlreiche Papayas, Äpfel, Orangen und Bananen. Die anderen bereiteten solange den Nudelauflauf vor. Als alles fertig war und wir uns zusammen an den Tisch setzten um zu essen, konnte ich in einige zufrieden Gesichter blicken. Wir quatschten noch ein bischen mit den Jungs, die auf mich sehr offen und aufgeschlossen wirkten und dann mussten wir auch schon wieder los um die Rückfahrt anzutreten. Ich verließ das Projekt mit einem sehr guten Gefühl, denn ich hatte den Eindruck, das hier etwas voran geht und es sich lohnt dieses Projekt weiterhin zu unterstützen.

Sozialtag in Luz de Esperanza

Momentan ist eine neue Werkstatt für Fotoentwicklung sowie eine Waschküche in Bau. Die Jungs packen jeden Tag fleissig mit an, um mit den kommenden Einrichtungen fertig zu werden und sie auch nutzen zu können.

Aber damit ihre Planungen auch weiterhin durchgesetzt werden können, ist das Projekt auf Spenden angewiesen, denn von staatlicher Seite ist in Bolivien leider nicht viel zu erwarten. Also wenn ihr Lust habt dieses Projekt zu unterstützen, geht einfach auf die Homepage unter dem Link: http://visozial.org/bolivien/strassenkinderprojekt-luz-de-esperanza/ und füllt ein Spendenformular aus.

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3 Kommentare» zu „Unser Kochtag mit den Jungs von „Luz de Esperanza““

  • Michaela:

    Wow, ein super Projekt! Schön, dass es sowas gibt! Weiter so!
    Gruss aus Ecuador

  • Nicole:

    Hi Lisa,
    das ist ja wirklich richtig schön zu lesen, wie erfolgreich das Projekt ist, und dass es so viele Fortschritte gibt!
    Eine tolle Idee mit den Jungs so einen Kochtag zu veranstalten. Jetzt habe ich auch Hunger auf Nudelauflauf :-)
    Liebe Grüße nach La Paz

  • Das Projekt hat mich bei meinem Besuch vor 1,5 Jahren schon sehr beeindruckt und immer wenn ich etwas darüber lese, bekomme ich eine Gänsehaut. Diese Jungs sind wirklich unglaublich! Ich bewundere sie sehr und bin froh, dass ihr vor Ort das Projekt unterstützt.

    Ganz liebe Grüße
    Nicole

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