Neue Bücher für die Bibliothek in Medellin
Endlich wieder in Medellin! Mein zweiter Besuch bei Don Luis und seiner Bibliothek steht an. Morgens um neun Uhr treffe ich mich mit Nicole und weiteren fünf Gästen, welche interessiert sind die Bibliothek im Barrio Pablo Escobar kennenzulernen. Im Gepäck haben Nicole und ich neue Bücher für die Bibliothek. Von einem Medizinbuch über Comics bis hin zu einem Buch mit Erfindungen von A-Z, alles ist dabei. Da Bücher in Kolumbien genauso teuer sind wie in Deutschland, sind wir besonders stolz darauf Don Luis unsere neuen Errungenschaften präsentieren zu können.
Mit dem Taxi fahren wir hoch in die Berge Medellins zur Bibliothek. Dieses Mal müssen wir nicht aussteigen und das Taxi schieben, weil die Steigung der Strasse so steil ist, im Gegenteil, alles klappt wie am Schnürchen und unsere Taxen erreichen ohne Zwischenfälle das kleine türkise Häuschen in den Höhen Medellins. Als wir aussteigen und gemeinsam die Bibliothek betreten, werden wir schon von Don Luis erwartet. Sitzend auf seiner Matratze in der Ecke des Raumes begrüßt er uns einen nach dem anderen. Abgenommen hat er und seine Beweglichkeit in den Armen und Fingern hat auch nachgelassen, wie ich bei der Begrüßung gleich feststelle. “Sie brauchen einen Physiotherapeuten, Don Luis.”, er schüttelt den Kopf, das will er nicht hören.
Wir setzen uns neben ihn und Nicole beginnt ein Buch nach dem anderen aus der Tasche zu ziehen, während Don Luis einem älteren Jungen zunickt. Zwei Minuten später erhalten wir alle ein landestypisches Malzgetränk aus der Flasche, was eingen von uns, aufgrund der frühen Uhrzeit etwas auf den Magen schlägt. Wir zeigen Don Luis stolz unsere mitgebrachten Bücher und versehen sie sofort mit dem Stempel der Bibliothek. Sicher ist sicher.
Da Taxis in dieser Gegend nicht sonderlich oft gesehen werden, hat sich rumgesprochen, dass “Fremde” im Barrio sind und so füllt sich die Bibliothek von Don Luis schnell mit neugierigen Kindern, die wissen wollen, was wir machen. Schnell erkennen sie uns wieder, greifen nach den neuen Büchern und beginnen sie voller Eifer durchzustöbern, während Don Luis geduldig die Fragen der Gäste beantwortet. Nachdem der Wissensdurst der Touristen gestillt ist, spazieren wir noch eine Runde durch das Barrio in Begleitung der Kinder und in Begleitung von Roberto, dem kleinen grünen Papagei von Don Luis. Die Kinder führen uns die steilen weitläufigen Treppen des Barrios hinauf und zeigen uns voller Stolz in dem ein oder anderen Fenster die großen Geschwister von Roberto sowie ebenso ihr eigenes Zuhause. Schwer atmend kommen wir wieder unten an, wo uns schon wieder die Taxis erwarten. -”Danke und bis zum nächsten Mal. Wir freuen uns schon!” Wild winkend verabschieden wir uns von den Kindern.
Wenn ihr noch mehr über die Bibliothek von Don Luis erfahren wollt: www.visozial.org/kolumbien/bibliothek-luis-angel/




