Klassenausflug zur Inkamumie “Juanita” in Arequipa
Heute Morgen ging es für einige aus dem Büro in Arequipa los in Richtung des Stadtviertels Villa Cerillos. Dort haben wir die 8. Klasse der Schule San Juan Apostol abgeholt, um mit ihnen in das „Museo Santuarios Andinos de la Universidad Católica de Santa Maria“ zu fahren und die Mumie des Inkamädchens „Juanita“ anzuschauen.
Die Kinder behandeln dieses Thema zurzeit im Geschichtsunterricht. „Juanita“ wurde 1995 von dem amerikanischen Archäologen Dr. Johan Reinhard auf dem Gipfel des Vulkans Ampato auf über 5000m gefunden. Die über 500 Jahre alte Mumie des ca. 13-14 Jahre alten Mädchens wird heute in einer -19Grad kalten Glasvitrine aufbewahrt und kann sehr gut betrachtet werden. Juanita diente als Menschenopfer der Inkas zugunsten des Vulkans Ampato. Neben diesem Highlight werden auch andere Fundstücke wie Figuren, Stoffe und Töpferwaren sowie Dokumentationen und Fotos ausgestellt.
Wie immer waren die Kinder extrem aufgeregt, als wir mit dem Bus vor gefahren sind, um sie abzuholen. Da sie sehr selten aus ihrem Viertel rauskommen, war schon der Weg das erste Highlight. Obwohl die Anweisungen der Lehrerin Disziplin und Ruhe waren, konnte während der Fahrt keines der Kinder die Aufregung und Vorfreude verbergen. Angekommen im Museum gab es für die Konzentration erst einmal einen Apfelsaft und eine Banane. Bei der Gelegenheit haben wir ein kleines Informationsblatt verteilt, welches schon gleich fleißig gelesen wurde.
Der Museumsbesuch begann mit einem kleinen Dokumentationsfilm mit den wichtigsten Hintergrundinformationen über die Opferung und den Fund Juanitas. Schlagartig kehrte Ruhe ein und die Kinder saßen mit großen Augen und offenem Mund in dem Filmraum und verfolgten aufmerksam die Dokumentation. Nach dem Film begann der Rundgang in dem Museum. Ein Guide erzählte uns hier noch mehr über die Inkas, Berge und die Kinderopfer in den Bergen. Auch hier ließ die Aufmerksamkeit nicht nach, alle hörten konzentriert zu und einige haben sogar die ganze Zeit fleißig mit geschrieben. Jede Anweisung des Guides, sich umzudrehen oder zu einer anderen Vitrine zu gehen, wurde sofort eifrig und schnell befolgt. Obwohl wir über dreißig Personen waren, haben es die kleinen Museumsbesucher geschafft, ohne Chaos und Gerangel, sich immer schnell zu ordnen, so dass alle gut sehen und hören konnten. Kompliment!
Bei der Begutachtung der Ausstellungsstücke und Fotos wurden die Augen dann immer größer, die Münder, kann man sagen, sind erst nach dem Museumsbesuch wieder zugegangen. Dann kam der Höhepunkt – Juanita. Als wir den Raum betraten, bemerkten die Kinder die Glasvitrine zuerst gar nicht, da es etwas dunkel war und der Guide noch andere Fundstücke zeigte und erklärte. Als er dann sagte: „Und hier seht ihr die Juanita!“ ging eine Welle von „Oooooooohhhh“-Ausrufen durch den Raum und alle versammelten sich schnell ringsherum um den Glaskasten, die Gesichter ganz nah an den Glasscheiben. So verweilten die Sprachlosen eine ganze Weile… Wieder aus dem Museum raus, haben sich erst einmal alle angeregt ausgetauscht, nachdem so lange Stille und Konzentration gefordert wurde.
Nach einem kurzen Spaziergang über den Plaza de Armas, haben alle wieder im Bus Platz genommen und wir haben uns wieder auf den Weg, raus aus dem Zentrum, nach Villa Cerillos gemacht.





