Ecuador: Kinder von “Para dar Esperanza” entdecken den Nebelwald

Kinder mit einem "Paraguas del Pobre"Letzte Woche hatte viSozial eine große Überraschung für die Kinder der Nachmittagsbetreuung parat. Das Team von viSozial hatte einen großen Bus organisiert und mit der Hilfe vom Naturguide Javier ging es für die Kinder des Projektes in den Nebelwald des Naturschutzgebietes Guajalito. Javier ist Koordintor dieser Naturschutzzone und bot uns seine Hilfe an, um den Kindern aus dem Armenviertel Santa Maria der Stadt Quito die Natur und ihre Besonderheiten etwas näherzubringen. Viele der Kinder hatten noch nie ihr Viertel verlassen und waren deshalb schon tagelang zuvor sehr aufgeregt und erzählten im Projekt von nichts anderem. Am Samstag morgen war es dann soweit und die Kinder trafen nacheinander bei Sonnenaufgang im Projekt ein. Unerwartet war hier nichts von der Müdigkeit zu spüren, sondern ganz im Gegenteil, alle Kinder strahlten und waren hellwach. Als der Bus angerollt kam, war die Freude groß. Innerhalb kürzester Zeit hatten die Kinder den Reisebus erobert. Jetzt konnte die Reise für die Kinder, die Betreuer aus dem Projekt und das viSozial-Team losgehen.

Schon nach kurzer Zeit änderte sich die Vegetation vollständig, es ging durch den Nebel, und die Natur erstrahlte plötzlich in saftigem Grün. Nach einer längeren Fahrt erreichten wir das Projekt “Rio Guajalito” mitten im Grünen. Ein paar Kinder, die bereits im Jahr zuvor an dem Ausflug teilgenommen hatten, entdeckten gleich alles wieder. So schnell wie die Kinder in den Bus eingestiegen waren, so schnell waren sie auch wieder draußen.

Javier und die Kinder Als das viSozial-Team aus dem Bus stieg, um nach den Kindern zu sehen, hatten einige bereits ihre Betten bezogen, andere spielten mit den Hunden und die ersten Kinder entdeckten den Fluss in der Nähe. Nun konnte das Abenteuer beginnen. Javier, der Reiseführer, stellte sich den Kindern vor und erklärte erstmal, was es mit dem Ausflug genau auf sich hatte. Zuerst gab es für die Kinder und auch die Erwachsenen ein paar Spiele, um die Natur etwas näher kennenzulernen und sich mit ihr vertraut zu machen. Beim Mittagessen stärkten sich alle für die große Wanderung durch den Nebelwald. Mit neuer Kraft und mit Gummistiefeln bepackt ging es auf ins Abenteuer. Schon nach wenigen hundert Metern zeigte uns Javier die ersten bunten Vögel, verschiedene Pflanzen und erzählte uns dazu spannende Geschichten.

Wanderung im NebelwaldUmso tiefer wir im Nebelwald waren, umso stärker wurde der Regen, doch die Kinder sprühten vor Ideen und machten dem Namen der Pflanze “paraguas del pobre – Regenschirm für Arme” – einer Pflanze mit riesigen Blättern – alle Ehre. Sie benutzten die Blätter als Regenschirm und so wanderten wir mit grünen Regenschirmen weiter. Es ging durch viele Schlammpfützen, Flüsse und auf engen Wegen durch den Wald. Um das alles gut meistern zu können, waren alle auf gegenseitige Hilfe angewiesen, was zu einem großen Zusammenhalt führte. Durch den Regen gab es so einige Tiere, wie zum Beispiel Frösche und Würmer, zu entdecken. Einige Kinder entdeckten die Lianen an den Bäumen und versuchten sich als Tarzan, was ihnen auch sehr gut gelang. Gegen Ende der Wanderung gab es nochmal einen großen Fluss zu überqueren. Zuerst versuchten alle, diesen vorsichtig und langsam zu überqueren, doch schon waren die ersten nass und kurze Zeit später gab es für alle eine große Wasserschlacht, an der sich Kinder sowie Erwachsene beteiligten. So badeten alle fröhlich im Fluss und der ganze Schlamm aus dem Wald war nun auch von Schuhen und Kleidung verschwunden.

WasserschlachtSchnell ging es zurück ins Haus, wo die Kinder die Erlebnisse des Tages beim Abendessen Revue passieren lassen konnten und dann ging es in die kuscheligen Betten. Doch von Schlafen war nicht die Rede. Die Kinder lagen in kleinen Gruppen in den Stockbetten und erzählten sich alle bis spät in die Nacht viele Geschichten.
Am nächsten Morgen waren die Kinder wieder püntlich zum Sonnenaufgang um kurz nach 6 Uhr auf den Beinen. Die ersten Kinder badeten im Fluss, manche spielten mit den Hunden und wieder anderen saßen ganz ruhig auf den Holzbänken, um die verschiedenen Arten der Kolibris auf den Bäumen zu bestaunen. Nach dem Frühstück gab es heute eine große Tagesaufgabe zu bewältigen. Es sollten an einer kahlen Stelle im Wald einige Bäume gepflanzt werden, um diesen Teil des Waldes wieder aufzuforsten. Jedes Kind bekam einen oder mehrere Setzlinge, die mit viel Eifer gepflanzt wurden.

Kinder beim Pflanzen der BäumeIm Anschluss durften die Kinder wieder im Fluss baden. Zum Abschluss des Ausflugs gab es für alle eine Stärkung und wir mussten uns schweren Herzens wieder vom Nebelwald, Javier und den vielen Tieren verabschieden. Für alle war der Ausflug eine sehr schöne Erfahrung, die uns sehr viel über die Natur gelehrt hat. Wir danken allen Spendern für die Unterstützung des Ausflugs. Ein ganz besonderer Dank geht an die Voluntärin Claudia aus Österreich, die in einer österreichischen Zeitung einen Spendenaufruf gestartet hat. Wir danken allen Spendern dafür, dass Sie den Kindern dieses Erlebnis ermöglicht haben!

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