Patenschaften für Santiago de Okola: ein Beginn

Kinder in Santiago de OkolaMit Santiago de Okola, dem kleinen Dorf am Titikakasee, verbindet uns seit 2006 eine schöne Freundschaft. Die tolle Landschaft und die freundlichen Menschen dort luden uns ein, zunächst dort touristisch aktiv zu werden und unseren Gästen das Leben auf dem bolivianischen Hochland zu zeigen. Mit den Jahren hat sich nun ein Verhältnis entwickelt der über das touristische hinausgeht: Seit Anfang 2010 unterstützen wir über viSozial mit einem Patenschaftsprogramm die dortige Schulische Ausbildung.

Zur Schule in Okola gehören die kleinen, etwas abgelegenen Dorfschulen Kerihuati und Omacuyo, es handelt sich hier um nicht mehr als zwei bis drei Klassenräume in denen die hiesigen Kinder die Grundschule besuchen. Abitur bietet nur die größere Schule in Okola an.

Leoncio Arpita, der Direktor der Schule in Okola, ist auch für Kerihuati und Omacuyo zuständig, neulich war er bei uns im Büro und er erzählte mir dabei, dass sich Lehrer, Eltern und Schüler, grosse Hoffnungen auf das Patenschaftsprogramm machen. Es soll helfen, die Bedingungen, vor allem in den kleinen Schulen zu verbessern, denn sie verfügen kaum über ordentliche Stühle und Tische, geschweige denn über Lehr- und Lernmaterial. Auch die Hygiene lässt zu wünschen übrig, denn keine der Schulen besitzt brauchbare Toiletten. Für die zirka 130 Kinder und 10 Lehrer ist das ein richtiges Problem!

Wie ist aber das Patenschaftsprogramm aufgebaut und wie hilft es diese Probleme zu beheben?

Zusammen mit dem Schuldirektor und die Eltern der Schule haben wir Anfang 2009 beschlossen, das Patenschaftsprogramm aufzubauen, damit sollten wir Spenden erhalten die es uns ermoeglichen zunaechst im Jahr 2010, ganz konkrete Probleme anzugehen:

Alle drei Schulen sollen Toiletten und Waschgelegenheiten erhalten, die kleinen Grundschulen Kerihuati und Omacuyo sollen darüber hinaus ordentliche Tafeln und  Schulbänke bekommen und Glasscheiben in die kaputten Fenster. Lehrbücher sind auch für alle drei Schulen nötig.

Kerihuati hat ausserdem das Problem, dass der Lehrer aus dem 50 Km. entfernten Achacachi täglich heranreisen muss und somit kaum richtig bei den Kindern ist! Da der Lehrer nicht am Dorfleben teilnimmt und nicht als Mitglied der Gemeinde wahrgenommen wird leidet hier die Ausbildungsqualitaet sehr.

Ab 2011 soll die Schulausbildung so verbessert werden, dass die Schüler nach dem Abitur in der Lage sind mit Stadkindern in den Aufnahmeprüfungen der Universitäten und Berufschulen mitzuhalten und sich so über gelernte Handwerke und  Berufe die Armut in ihrer Region nicht fortpflanzt.

IMG_1483 Patenschaften für Santiago de Okola: ein BeginnEin guter Teil des letzten Jahres wurde damit verbracht, ein Abkommen zwischen der Schuldirektion und viSozial zu treffen, von den Eltern die schriftliche Zustimmung zu bekommen, damit die Kinder Teil des Patenschaftprogrammes werden, und schließlich die Fotos und Informationen über die Kinder in Interviews und Besuche in den Orten zusammenzustellen.

Im Patenschaftsabkommen ist nun festgeschrieben, dass die Spenden der Patenschaften in die Beseitigung der obengenannten Probleme fließen und nicht an das einzelne Kind oder seine Familie, denn dies würde zu Ungleichheiten in der Dorfgemeinschaft führen. Es ist auch festgelegt, dass die Ausgabe der Spendengelder von der Direktion der Schule und viSozial entschieden wird, und zwar aufgrund von Projektvorschlägen, die von der Lehrerschaft, den Eltern und den Schülern selber eingereicht werden sollen.

Seit Ende Januar ist unser Patenschaftsprogramm in Santiago de Okola nun mit über 30 eingeschriebenen Kindern “online”, sieben davon haben bereits Paten!

Zwar ist es noch sehr früh im Jahr um mit konkreten Schritten in der Schule anzufangen, trotzdem sehen wir, dass das Programm akzeptiert wird und dass es Interesse daran gibt, der Schule unter die Arme zu greifen.

Don Leoncio, der Direktor, erzählte mir auch, dass in seiner Kindheit die Schulen in den Bergwerken viel besser aufgestellt waren als die in den Bauerndörfer, auch hatten damals die Bauer, anders als die Bergleute oder Stadtmenschen, kein Geld und deswegen auch kaum Bücher, Hefte oder Schuluniformen.

Heute sind diese Unterschiede überwunden, trotzdem ist die Schulabbrecherquote sehr hoch und nur wenige Kinder erreichen das Abitur.

Wir denken, dass unser Patenschaftsprogramm ein Schritt in die richtige Richtung ist, den Kindern am Titicacasee eine bessere Schulausbildung zu ermöglichen und so ihre Chancen zu erhöhen, aus der heute noch weit verbreiteten Armut zu entfliehen.

Lucia Berrios

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1 Kommentar zu „Patenschaften für Santiago de Okola: ein Beginn“

  • Beatriz Bauer:

    Gratuliere für diese Initiative!!
    Warhaft, Bildung ist ein groser Schatz das relativ leicht weiter geben kann.
    Hier in Konsulat haben auch 3 entliche Projekte, die uns eine grose Freude bereitet.
    Danke für Iher Arbeit in Bolivien

    Beatriz Bauer
    Consulado de Bolivia en Viena Austria

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