Zukunftspläne für die Bibliothek in Medellin mit deiner Hilfe als Volontär!

P1000112_small-150x150 Zukunftspläne für die Bibliothek in Medellin mit deiner Hilfe als Volontär!Ca. 1 Jahr ist es her, dass ich Don Luis und seine Bibliothek kennengelernt habe. Bislang haben wir Bücher gekauft, ein paar Wände gestrichen und ein großes Schild mit dem Namen der Bibliothek aufgehängt. Aber reicht das? Ist das etwas, was viSozial mit seinen Projekten erreichen möchte?  – könnte man sich fragen. Und die Antwort ist ganz klar: NEIN! Das reicht uns nicht.

Wir mussten uns langsam herantasten, an Luis, an das Projekt und an das Viertel. In den letzten Monaten haben sich uns viele Fragen gestellt z.B. möchte Luis eine Veränderung in seinem Haus, sprich in der Bibliothek, ist das Projekt so durchsetzbar, wie wir es uns vorstellen?

Um diesen Fragen weiter auf den Grund zu gehen, flog ich letzte Woche nach Medellin. Luis und die Bibliothek zu sehen ist immer wieder eine Freude, weil ich dort eine schöne Zukunft sehe – aber sieht Luis die auch?

Ich frage ihn, wie er sich diesen Ort in 5 Jahren vorstellt, was seine Träume sind, bezogen auf die Bibliothek. Zunächst muss er nachdenken, denn niemand in diesem Viertel denkt 5 Jahre im Voraus. Jeder überlegt, wie er das Geld für das Mittagessen am nächsten Tag zusammen bekommt, aber nicht, was in 5 Jahren sein könnte.

Erst als ein Junge, der zu Besuch ist, anfängt: „Ein neuer Boden, wäre schön….“, fängt Luis auch ein wenig zu träumen an. Einen größeren Ort für die Kinder, besser ausgestattet – dies sind Dinge, die er sich wünscht. Ich frage Luis, ob ich ihm meine Vision für die Bibliothek erzählen darf und er willigt ein.

„Ich träume von einem Ort, der immer deinen Namen tragen wird, eine Bibliothek, die auch für die Kinder da sein wird, wenn du einmal bei den Engeln bist. Eine Bibliothek, die Nachfolger unter den Kindern fördert. Einen hellen, freundlichen Ort, in dem du dich mit einem Rollstuhl frei bewegen und den Kindern so bei den Hausaufgaben helfen kannst. Eine Bibliothek mit neuen Büchern und einem Computer…“

Luis schaut mich mit großen Augen an und bestätigt mir, dass das auch sein Traum wäre, dass er sich freuen würde, wenn die Bibliothek immer seinen Namen tragen würde.

Sicher ist es für mich, die in einer „heilen“ Welt aufgewachsen ist, schwer nachzuvollziehen, wie sich Luis fühlt und was er wirklich denkt. Ich schätze ihn als eine Person ein, die die Realität dieses Viertels sieht und eher pessimistisch eingestellt ist – wahrscheinlich durch seine Erfahrungen. Er hat ein großes Herz, denn das, was ihm am Wichtigsten ist, ist die Bibliothek für die Kinder zu verbessern. Alle Wünsche die er hat, hat er für die Kinder – nicht für sich.

Luz Marina ist bei dem Gespräch dabei – die Freundin von Luis, die ihn vor 18 Jahren dazu ermutigt hat, aus seinem Haus eine Bibliothek zu machen. Sie erzählt mir von den Leuten im Viertel und dass Luis kaum Hilfe aus der Gemeinde bekommt. Wenn um 12 Uhr die Tür der Bibliothek immer noch geschlossen ist, weiß jeder, dass die Jungs noch nicht da waren, um Luis beim Aufstehen zu helfen, aber niemand kümmert sich.“ Ich hake weiter nach, weil mir das Verhalten unschlüssig ist: Gehen nicht die Kinder der Eltern dieses Viertels in die Bibliothek, haben sie deshalb nicht eine Verantwortung gegenüber Luis, der sich seit Jahren nicht mehr bewegen kann?“ Wenn ihm nicht eine Nachbarin das Mittagessen bringen würde, so würde niemand bemerken, wenn er hungert.

 Zukunftspläne für die Bibliothek in Medellin mit deiner Hilfe als Volontär!

Beim Gespräch mit Luis und Luz Marina

Langsam wird mir klar, was wir benötigen – wie wir vorgehen müssen, um dieses Projekt zu dem zu machen, was unsere große Vision ist: Wir müssen die Gemeinde einbinden! Wir müssen es schaffen, dass sich die Menschen im Viertel verantwortlich fühlen.

Tische und Stühle kaufen, renovieren etc. das kann jeder. Aber ist das nachhaltig? Nein!

Deshalb ist unsere Aufgabe – die nicht leicht sein wird und auch langfristig angelegt sein muss – mit der Gemeinde zu arbeiten.

Und dazu brauchen wir Hilfe! Gesucht wird also ein Volontär, der bereit ist, mindestens ein halbes Jahr in Medellin zu leben und uns in der Arbeit mit der Gemeinde zu unterstützen.

Weitere Anforderungen:

  • sehr gute Spansich-Kenntnisse
  • Aufgeschlossenheit und Verständnis gegenüber anderen Kulturen
  • mindestens 25 Jahre alt
  • Ausbildung im Bereich Ethnologie oder sozialen Berufen
  • selbständiges Arbeiten

Die Aufgaben des Volontärs werden sein:

  • „Einleben“ im Viertel (bedeutet nicht, dass derjenige dort leben muss), Vertrauen der Gemeinde gewinnen
  • Arbeit mit Luis in der Bibliothek
  • Sprechen mit der Gemeinde: „Klinkenputzen“ und Versammlungen organisieren
  • Organisation von Aktionen wie z.B. Renovieren der Bibliothek mit der Gemeinde (dann wäre das große Ziel erreicht ;-) )

Hast du Lust zu helfen! Dann bewirb dich unter: info(at)mundo-visozial.org

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2 Kommentare» zu „Zukunftspläne für die Bibliothek in Medellin mit deiner Hilfe als Volontär!“

  • Evelyn:

    Hallo Nicole,

    ein sehr schöner Artikel, und eine tolle Vision. Ich habe Don Luis ja auch kennengelernt und fände es wunderbar, wenn für “sein” Projekt solch eine Integration und ein nachhaltiger Aufbau gelingen könnten. Ich drück die Daumen!

    Evelyn

  • Hey Evelyn,

    danke für deinen Kommentar. Ich wünsche mir sehr, dass wir bald jemanden finden, der uns als Volontär unterstützen kann!

    Ich glaube, dass die Bibliothek ein sehr großes Potenzial für ein nachhaltiges Projekt hat und ich glaube an Luis!

    Kommt doch bald mal wieder vorbei – wir würden uns freuen!

    LG
    Nicole

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