Peru – Schlechte Entwicklung durch Hunger – viSozial hilft!

Mädchen am TiticacaseeZu wenig oder gar kein Essen auf dem Teller zu haben, kannst du dir nur schwer vorstellen? Für viele Menschen in Peru, und vor allem für Kinder, ist dies leider immer noch an der Tagesordnung. Mangel- und Unterernährung ist in vielen Ländern Südamerikas auch heute noch ein gravierendes soziales Problem. In Peru leiden nach Angaben der Regierung derzeit 25% der Bevölkerung an chronischer Mangelernährung, wobei Frauen und Kinder von diesem Problem am stärksten betroffen sind.

Das liegt hauptsächlich daran, dass Frauen meist schlechter gebildet sind und deshalb weniger Möglichkeiten haben, Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen. Diese Bedingungen werden vor allem während der Schwangerschaft und Stillzeit zur Gefahr, wenn Frauen einen erhöhten Nährstoffbedarf haben und bei unzureichender Ernährung folglich bereits untergewichtige Babys zur Welt bringen. Laut Statistiken sind ein Viertel aller Kinder unter 5 Jahren chronisch mangelernährt.

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Dies ist oft nicht auf den ersten Blick sichtbar, da viele Menschen zwar dünn, aber nicht unbedingt abgemagert sind. Die Auswirkungen sind dennoch schwerwiegend, da der Körper unzureichende Ernährung durch eingeschränkte körperliche und geistige Aktivität ausgleicht. Besonders für Kleinkinder ist dies dramatisch, weil ihre körperliche und geistige Entwicklung unumkehrbar verzögert wird. Hunger raubt den Kindern ihre Initiative und Konzentrationsfähigkeit und lässt sie apathisch werden. Dadurch werden sie später Lernprobleme in der Schule haben und sind somit schon von Beginn ihres Lebens an benachteiligt. Statistiken belegen, dass mangelernährte Kinder später mit der Schule beginnen und diese früher wieder abbrechen. So wird, auf lange Zeit gesehen, die Armut von einer Generation an die Nächste weitergegeben.

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Die Ursachen von Mangelernährung sind vielfältig und liegen in verschiedenen Bereichen. Mangelernährung ist direkt auf die Armut zurück zu führen, weil dadurch viele Menschen ihren Lebensmittelbedarf nicht decken können (in Peru leben derzeit ca. 3,6 Mio. Menschen in extremer Armut). Indirekte Ursachen sind schlechte Schulbildung, ein mangelhaftes Transportsystem, sowie fehlender Zugang zu fließendem Wasser. Mangelernährung ist nur eines der vielen Symptome von Armut, gleichzeitig ist sie aber auch eine ihrer Ursachen. Denn dadurch ergeben sich auch volkswirtschaftliche Konsequenzen. Da die körperliche und geistige Leistung und Entwicklung eingeschränkt wird, verringert sich die Produktivität und Arbeitsfähigkeit der Menschen. Zudem fallen hohe medizinische Kosten durch vermehrte Krankheiten an.

Isabel auf Capachica

Eine Gesellschaft, die von Mangelernährung und Hunger geprägt ist, kann sich sozial und wirtschaftlich nicht entwickeln. Um das Problem von Grund auf zu unterbinden, hat viSozial eine Ernährungskampagne auf Capachica, einer Halbinsel im Titicacasee gestartet. Das Gebiet liegt auf knapp 3.800m Höhe, wodurch die Lebensbedingungen sehr hart sind. Capachica ist eine wirtschaftlich unterentwickelte Gegend und viele der Kinder leiden an Mangelernährung, da die Hauptnahrungsquellen Kartoffeln und Mais sind. Unsere Ernährungsberaterin Isabel hat für die Kinder der Schulen und Kindergärten in Llachón, Chifrón, Hilata und Santa María einen Ernährungsplan aufgestellt und versorgt sie täglich mit einer ausgewogenen Mahlzeit. Darüber hinaus klärt sie die Einheimischen über die essentiellen Regeln der Ernährung und Hygiene auf. Alle ca. 240 Kinder werden dreimal im Jahr gewogen und gemessen, um ihre Entwicklung zu kontrollieren. Es konnten erfreuliche Ergebnisse festgestellt werden. Innerhalb des letzten Jahres erreichten wir mit unserer Ernährungskampagne eine Normalisierung des Gewichtes und der Größe von durchschnittlich 30% der Kinder. Bei unserem letzten Besuch auf Capachica konnten wir uns selbst davon überzeugen, dass die Kleinen viel mehr Energie haben und vor Tatendrang sprühen!

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Mehr über die Arbeit von unserer Ernährungsberaterin Isabel, dem “Engel von Capachica”, und den Projekten auf Capachica findest du auf der Homepage und im Blog von viSozial. Du erfährst dort zum Beispiel, wie wir den Frauen Capachicas eine neue Perspektive geben.

Kennst du ähnliche Projekte, die sich zum Ziel setzen, Frauen eine berufliche Perspektive zu geben? Hast du vielleicht sogar schon in einem dieser Projekte mitgearbeitet? Erzähl uns von deinen Erfahrungen!

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