Bolivien: Neues von unseren Patenkindern
Das Patenschaftsprogramm von viSozial in Santiago de Okola ist endlich dieses Jahr gestartet. Zunächst gab es ein paar Anlaufschwierigkeiten, da innerhalb kurzer Zeit der Direktor an der Schule wechselten und wir so fast wieder von Vorne mit unserer Arbeit begonnen.
Nun haben wir aber eine gute Beziehung zum neuen Direktor aufbauen können. Er kam auch vor einer Woche in unser Büro in La Paz und berichtete uns über die Schulfeier zum Muttertag, am 27. Mai. Da organisierte die Schule eine große Feier und die Kinder machten mit. Hier die Erzählung, was alles an dem Tag in Okola geschah:
Die drei Schulen in Santiago de Okola, Kerihuati und Omacuyo haben verschiedenen Aktivitäten veranstaltet. Die Kinder luden ihre Mütter in die Schule ein, um ihnen etwas zu schenken. In diesem Falle Tänze, Lieder und Gedichte.
An diesem Morgen standen alle Klassen in Reihen auf dem Schulhof und sangen die bolivianische Hymne, das ist landesweit in jeder Schule Brauch. Natürlich sangen die Mütter auch mit. Dann ging das Programm los. Zuerst führten die Kinder verschiedene Theaterstücke vor – die Kostüme haben sie mit Hilfe der Lehrer selber gemacht – die Kleinsten verkleideten sich mit Papphütchen und Wollzopf als Chinesen und trugen ein kleines Stück vor. Danach tanzten die Klassen verschiedene traditionelle bolivianische Tänze, es wurden auch kleine Lieder vorgesungen. Um den Kindern eine kleine Pause zu geben wurden verschiedene Spiele gespielt: Himmel und Erde, Verstecken und andere.
In Bolivien ist ein großer Anteil der Bevölkerung katholisch, und da die Jungfrau Maria als Mutter verehrt wird, hat sie auch heute ihren Platz bei der Feier: Die Kinder haben in verschiedenen Klassenräumen kleine Altäre mit einem Bild oder einer Statue Marias gebaut. Ein Priester gab eine kleine Messe für alle Mütter und bat um Gesundheit, Weisheit und Geduld beim aufziehen ihrer Kleinen. Alle Personen beteten mit sehr viel Inbrunst der Mutter Gottes zu. Dazu muss gesagt werden, dass in den Anden die Jungfrau Maria mit der Mutter Erde, der Pachamama, gleichgesetzt wird. Für die einheimischen Kulturen ist die Mutter Erde als Lebensspenderin sehr wichtig ist, schließlich ist sie für das Gedeihen der Pflanzen, Tiere und Menschen verantwortlich.

Es wurde sogar ein kleiner Wettbewerb veranstaltet: Welche Klasse baut den schönsten Altar? Besonders hübsch war der Altar der Grundstufe in Okola, er hatte nämlich viele Blumen und Pflanzen.
Wir sind nun froh dass die Schuldirektion uns aus eigenem Antrieb erzählt was in der Schule geschieht und uns auch gleich die Bilder dazu mitbringt. Das zeigt uns, dass ein reelles Interesse seitens der Schule besteht das Patenschaftsprogramm zu unterstützen und gibt uns die Chance unseren Paten auch ein bisschen was vom Alltag auf dem bolivianischen Hochland erzählen.
Wir werden euch weiterhin über unsere viSozial-Homepage auf dem laufenden halten!
Schöne Grüße aus Bolivien!

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