Zusammenfassung des Erdbebenprojekts der Fundación Visocial Chile

Auswirkungen Erdbeben ChileNach dem schweren Erdbeben der Stärke 8,8 in Chile am 27.02.2010 und dem darauf folgenden Tsunami mit insgesamt über 700 Toten, beschlossen wir, die Fundación Visocial Chile und das Casa de los Pinos unsere Kräfte für die Opfer dieser verheerenden Naturkatastrophe der Region um Concepción zur Verfügung zu stellen. Nachdem die zuerst geplante Zusammenarbeit mit einem Waisenhaus in Pelarco fehlschlug, entschlossen wir uns zur Kooperation mit RedViva, einer in Miami ansässigen Hilfsorganisation für lateinamerikanische Staaten in Krisenzeiten. Mit dieser Organisation haben wir über vier Monate hinweg ein Hilfsprogramm aufgebaut, um den kleinen Fischerdörfern Caleta Tumbes und Dichato zu helfen. Dort fehlte es an allem, an Kleidung, sauberem Trinkwasser, Nahrung und Behausungen, denn der Tsunami hat die vorwiegend aus Fischerhütten bestehenden Dörfer komplett zerstört.

Hilfe Erdbeben Chile viSozialInsgesamt schickte RedViva drei Container mit Hilfsgütern wie Windeln, Babynahrung, Decken, Kleider oder Zeltplanen von Miami nach San Antonio, einem Hafen in der Nähe von Valparaíso. Diese wurden von uns dort abgeholt um sie mit Hilfe von Volontären den Bedürfnissen entsprechend zu sortieren und dann per LKW in die besagte Region zu fahren und dort zu verteilen.

Nachdem die Fundación schon eine Fahrt nach Concepción, Dichato und Tumbes unternommen hatte, um die aktuelle Lage aufzuklären, und auch gleich Hilfsgüter wie Babynahrung, Windeln und Decken mitzunehmen, traf am 08. April 2010 der erste von drei Hilfscontainern in San Antonio ein. Dieser enthielt Hilfsgüter von 7,7 Tonnen und sollte nach Concepción und Dichato gebracht werden. Zunächst jedoch wurde er per LKW nach Santiago transportiert, damit die Güter den Bedürfnissen entsprechend sortiert werden konnten. Pablo, der Schwager von Luis, der für den Transport verantwortlich war, sowie die Fundación Viscocial Chile halfen bei der Sortierung und Umladung der Hilfsgüter. Der Container enthielt vor allem Kleidung und Windeln, sowie zehn Matratzen, 130 starke (Zelt) Planen gegen Regen und Stühle. Kleidung und Planen waren unbedingt notwendig, da Chile nun auf den Herbst zusteuerte, es kalt wurde und im Süden auch schon der erste heftige Regen eingesetzt hatte.
Inklusive Transportkosten, Versicherung des Containers und administrativen Kosten wurden 876.090 CLP (1270 €) ausgegeben.

Verwuestung Erdbeben ChileEine Woche später, am 15. April 2010 traf der zweite Container in San Antonio ein, der insgesamt 13 Tonnen Kleidung, Planen, Stühle und Gehhilfen enthielt. Diese wurden bereits in San Antonio den Bedürfnissen entsprechend sortiert und ohne den Umweg Santiago direkt in den Süden gebracht. Ziel war diesmal neben Concepción und Dichato auch das kleine Fischerdorf Caleta Tumbes, welches auf einer Halbinsel liegt und vom Tsunami komplett überrollt wurde. Der Schwerpunkt dieses Containers lag vor allem auf Kleidung, die unbedingt von Nöten war, da viele vorherige Kleiderspenden Flöhe und Läuse enthalten hatten. Diese hatten dann nur noch zum Feuermachen hergehalten, nicht aber zum Anziehen. Die Leute in Caleta Tumbes und Dichato hatten schließlich ihr eigenes System, die Kledungsstücke zu verteilen. Sie sortierten diese und bauten eine Art Boutique auf, in der die Einwohner sich die Kleidung selbständig aussuchen konnten. So wurde verhindert, dass unpassende oder zu kleine oder zu große Kleidung an die Betroffenen verteilt wird.
Die Gesamtkosten des zweiten Containers inklusive Transport, Versicherung und administrativen Kosten beliefen sich auf insgesamt 647.190 CLP (940 €).

Der dritte und letzte Hilfscontainer kam am 01. Juni 2010 in San Antonio an, stand jedoch wegen einigen Komplikationen mit der Versicherung und den Papieren sieben Tage in San Antonio. Nachdem auch die Probleme bei der Abladung des Containers behoben wurden, konnten die 15,2 Tonnen Kleidung, Windeln, Zelte, Decken, Planen und Schlafsäcke sortiert werden. Bei diesem Transport ging jedoch nicht alles in die Krisenregionen – diesmal Concepción, Dichato, Tirua und Constitución – ein kleiner Teil der Planen und Kleidung wurde per LKW nach Santiago ins Casa de los Pinos transportiert und dort an die Kinder des Los Pinos sowie an einige Bedürftige verteilt.
Der Container enthielt auch eine Funkantenne, die auf die Insel Juan Fernández verschifft wurde. Da diese Insel vom Tsunami komplett zerstört wurde, konnte dort zumindest wieder Funkverbindungen hergestellt werden.
Die Kosten des Containers inklusive Transport, Versicherung und administrativen Kosten beliefen sich auf 918.631 CLP (1331 €). Zusätzlich fielen für die Lagerung in San Antonio (sieben Tage) Kosten in Höhe von 246758 CLP (358 €) an.

Erdbebenhilfe Chile viSozialInsgesamt trafen 35,9 Tonnen Hilfsgüter von RedViva ein, die die Fundación mit Hilfe von Privatpersonen in den Städten Concepción und Constitución, sowie in den Dörfern Caleta Tumbes, Dichato und Tirua verteilt wurden. Vielen Dank an RedViva und deren Spender für die zahlreichen Hilfsgüter, die die Betroffenen im Süden sehr gut brauchen konnten.
Für den Transport, die Versicherungen und die administrativen Kosten fielen für die Fundación Visocial Chile Gesamtkosten in Höhe von 2.688.669 CLP (3896 €) an. Ein großes Dankeschön an unsere Spender, mit deren Hilfe wir einen Teil dieser Transportkosten abdecken konnten.
Auch vielen Dank an die Volontäre des Casa de los Pinos, die bei der Sortierung der Container halfen und mit der Blutspendeaktion kurz nach dem Erdbeben viel für die Opfer dieser Naturkatastrophe getan haben.

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