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Der Nikolaus im Casa de los Pinos
Heute war der Nikolaus zu Besuch im Casa de los Pinos. Ist ja klar, dass er verspätet ankam – die Reise im Schiff aus Deutschland bis hierher nach Chile ist ja auch wirklich kein Katzensprung.
Der „San Nicolas“ brachte die leckersten Äpfel, Nüsse und Gummibärchen. Die Schokoladenmännlein sind zwar lecker aber bei 30 Grad Außentemperatur gibt es für sie keine Überlebenschance. Angefangen haben wir den speziellen Tag mit ein paar Erklärungen über die Adventszeit. Die Schuhe, die wir die letzte Woche gebastelt hatten waren nun unserer eigener Adventskalender. An diesem Tag durfte ein Junge den Schuh Nr. 9 öffnen. Dieser enthielt zwei Briefe – von ehemaligen Volontären und Pateneltern geschickt, die die Bräuche der Vorweihnachtlichen Zeit in Deutschland beschrieben. An dieser Stelle ein Dank an die Autoren!
Als besondere Überraschung hatten wir für die Kinder ein Theaterstück geschrieben.
Auch in Chile erwarten wir nun den Nikolaus.
Da nun in Deutschland die Adventzeit in vollem Gang ist haben wir in Chile damit begonnen, einige der Bräuche den Kindern im Casa de los Pinos näherzubringen. Die Tradition geputzte Schuhe am Nikolaustag mit kleinen Geschenken gefüllt vor der Haustüre vorzufinden ist doch etwas Besonderes. Das sollen die Kinder in Chile dieses Jahr auch erleben.
Im Rahmen unserer Nikolausaktion haben wir uns am Mittwoch daran gemacht, Winterstiefel zu basteln. Gemeinsam mit unsere zwei neu eingetroffenen Voluntären aus Österreich Vera und Eva bereitete ich die Bastelaktion vor. Mit Karton, grünem Krepppapier, und bunten Schleifen ausgerüstet wollten wir uns an die Arbeit machen, kleine Schühchen zu basteln.
Plötzlich ein leichter Dämpfer: Nach Analyse des Kunststudenten Leo, der jeden Mittwoch mit den Kindern arbeitet, ist die Form der Schuhe zu kompliziert für die Kleinen. Wir werfen noch ein, dass die Größeren sich doch daran versuchen könnten, aber da kommt schon die Alternative: Wir schneiden aus roter Pappe 2 Winterstiefel aus und nähen diese dann mit goldener Schnur zusammen. Nicht exakt das, was wir geplant gehabt hatten, aber hier ist Flexibilität gefragt. Die Kinder starten mit vollem Elan und lassen sich auch von anfänglichen Schwierigkeiten beim Nähen nicht aus der Ruhe bringen. Geduldig und mit Begeisterung werden die Stiefel noch mit Pailetten und Glitzerstaub verziert. Mit weißer Watte verziert sehen diese roten Stiefel noch schöner aus.
Die Kinderaugen leuchten und ein ganz besonderer Nachmittag geht zu Ende. Was die Kinder noch nicht wissen ist, dass am nächsten Dienstag der Nikolaus zu Besuch kommt (am 06.12. ist das Casa de los Pinos leider nicht geöffnet). Aber auch ein verspäteter Nikolaus kann Freude bereiten. Dann erhalten die Kinder die Schuhe zurück und es gibt rote Äpfel mit Walnüssen.
Mit Spannung dürft ihr den nächsten Artikel erwarten, wenn wir von unserem ganz besonderen Nikolaustag (Theater und Briefe aus Deutschland) berichten.
Bis dann!
Wir bekommen Besuch!
Beim Besuch der letzten Reisegruppe erfuhren die Kinder vom Casa de los Pinos, dass man mit Perlen nicht nur Ketten, sondern auch wunderschöne Blumen machen kann. „Ich zeig euch wie das geht.“, sagte einer der deutschen Gäste, und setzte sich neben die Kinder.
Auch die Kinder haben etwas für die Gruppe vorbereitet, was diese noch nicht kannte. Der chilenische Tranditionaltanz Cueca istder für jung und alt ist und in Chile bei jedem Fest aufgeführt wird. „Wie wissen die Schritte, es ist ganz leicht“, riefen sie, und tanzten den Besuchern was vor.
Die Tage, an denen Besuch von Reisegruppen im Casa de los Pinos eintreffen sind für alle Beteiligten immer etwas besonders. Dann kann man sein Wissen und sein Können austauschen. Es wird von- und miteinander gelernt. Es werden viel Fragen gestellt und viele Fragen beantwortet. Dabei sind der Neugier und der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Sprachbarrieren werden überwunden. Und wenn beim Auffädeln der Perlen einmal welche zu Boden fallen, helfen alle beim Einsammeln mit!
Als deutsche Praktikantin arbeite ich jetzt seit über zwei Monaten mit den Kindern zusammen. Für mich war es schön zu erleben, wie eifrig und interessiert die Kinder, vom Kleinsten bis zum Ältesten, bei der Sache waren. Gut zwei Stunden lang fädelten sie konzentriert Perlen auf. Die fertige Ware kam auf den selbstgebastelten Verkaufstisch. Hier und dort hing man sich die Ketten und Armbänder um den Hals. Man verschenkte sein Produkt weiter. So blieben auch die Besucher nicht unbeschmückt.
Und auch ich bekam eine Kette um den Hals gehängt.
Dieses Geschenk kam von einem Mädchen, das sich mir bisher nur mit Vorsicht genähert hat. Ich denke, dass durch die kreativen Aktivitäten wie Kunst und Tanz am Nachmittag Barrieren überwunden, Ängste vergessen und das Selbstvertrauen der Kinder geweckt werden.
Meiner Meinung nach helfen die Besuche immer beiden Seiten.
Für die Reisegruppe ist es eine gute Erfahrung, denn durch die Sozialprojekte gewinnen sie einen Einblick in soziale Strukturen des Landes, das sie bereisen. Man kommt in Kontakt mir den Bewohnern und taucht ein in deren Alltagswelt. Die erstaunten Gesichter beim Zuschauen der Tanzaufführung sprachen Bände. Wie ist es möglich, dass die Kinder in so kurzer Zeit eine solche Performance zustande bringen? Wie ist es möglich, dass die auch das hyperaktivste der Kinder eine zwei Meter lange Kette vollendet, wo dieses doch normalerweise keine zwei Minuten still sitzen kann?
Wer schon mal mit Kindern gearbeitet hat weiß, dass jedem Kind grosses Talent und Potenzial innewohnt. Es liegt an der Aufgabe der Eltern und Erziehungsverantwortlichen dieses Potenzial hervorzurufen und zu steigern. Ich bin froh, dass sich das „Casa de los Pinos“ diese Aufgabe zu Herzen nimmt. In vielen Familien der Kinder herrschen größte Armut und andere Missstände.
Die Besuche entsprechen immer dem Motto: Nicht nur nehmen, sondern auch geben.
So kamen die Reisegruppen nicht ohne leere Hände. Als Spenden aus Deutschland brachten sie von Kuscheltieren, Schulmaterialien über Zahnputzzeug bis hin zu Fussbällen für die Kinder mit. Diese freuten sich riesig und in den Folgetagen konnte ich mich vor der Frage „Können wir mit dem Ball spielen?“ kaum retten.
Als die Kinder alles aufgeräumt hatten, die Perlen verstaut und die Stühle geordnet waren erhielten alle eine deutsche Süssigkeit. Mmhh, das schmeckt gut.
Nach dem täglichen Abendbrot zeigte ich den Kindern, wo sich Deutschland befindet. „Kommt man da mit dem Boot hin?“, fragten sie.
Bald werde ich mich mit ihnen auf eine Paddelreise nach Deutschland aufbrechen, doch zuvor müssen wir noch ein paar deutsche Sätze lernen. Wir wollen uns doch unterhalten können, wenn wir dort ankommen.
Danke an alle Besucher, die sich eingebracht haben. Danke für die Geschenke und Spenden, die den Alltag der Kinder bereichern. Und danke, dass die Kinder durch euren Besuch eine bessere Vorstellung davon bekommen können, dass es eine Welt außerhalb Casa Viejas gibt.
Bis bald,
Asja.
In Chile bringt die Jahreszeit den Frühling für das „Casa de los Pinos“
Dieses Jahr bringt der Frühling in Chile einige Veränderungen für das „Casa de los Pinos“ mit sich. So konntet ihr im letzten Artikel darüber lesen, wie sich das Arbeitsteam verändert hat. Zu alten Aufgaben sind neue hinzugekommen. Mit kreativen Ideen und viel Engagement haben sich die neuen Mitarbeiter des „Casa de los Pinos“ eingebracht.
Durch Mithilfe von Freiwilligen wurde aus zwei kleineren und dunkleren Zimmern ein einzelner Raum. Der neurenovierte und neu gestrichene Saal ist hell und bietet Platz für Tanzkurse und Tischtennis Tuniere.
Immer wieder wird am Nachmittag mit den Kindern fleißig gebastelt und gemalt. Alte Wandplakate und Bilder werden durch neue ersetzt. Dabei kostet die Umgestaltung kaum etwas. “Mobiles” werden aus Fundstücken im Garten gebastelt. Aus angemaltem Zeitungspapier entstehen bunte Wandmasken, aus Altpapier ein Blumenstrauß…
Im „Casa de los Pinos“ gibt es neue Nachmittagsaktivitäten. Der Zirkus am Montag macht allen Kindern Spaß. Da kann man mich sich nach Lust und Laune ausleben und es gibt viel zu lachen. Am Donnerstag wird neben Fußball auch „Deutsch“ und „Englisch“ gelernt. Die Kinder sind begeistert von der Idee sich mit den Besuchern aus anderen Ländern unterhalten zu können.
Doch nicht nur im Zentrum selbst hat alles sommerliche Farbe bekommen. Jüngst wurde eine Website in spanischer Sprache eingerichtet. Für die Ausarbeitung eines langfristigen Konzepthaushaltes ist dies einer von vielen Schritten.
Hier kännt ihr diese Seite besuchen. Ein Blick lohnt sich auch ohne Spanischkenntnisse.
http://centroabierto-lospinos.blogspot.com/
Viel Spaß!
Neubeginn im „Casa de los Pinos“
Dem Projekt “Casa de los Pinos” in Chile droht das Aus!“ Diese niederschmetternde Nachricht erhielten die Mitarbeiter des Kinder und Jugendzentrums vor einigen Wochen, da der Staat die Fördermittel von 6000 Euro monatlich gestrichen hat.
Der Spendenaufruf von viSozial hat unglaubliche Kräfte mobilisiert, mit denen wir selber kaum gerechnet haben. Auch Dank eurer Hilfe wird das „Casa de los Pinos“ fortbestehen können und alle Kinder weiterhin am Nachmittag ihre Zeit dort verbringen.
Die aktuelle Spendensumme beträgt 1700 Euro und sichert das Fortbestehen in den nächsten Monaten.
An dieser Stelle sei allen Spendern ganz herzlich gedankt!
Täglich treffen neue Spenden ein und es wird viel mit den Spendern und Paten kommuniziert und Lösungsansätze diskutiert. Bei der Arbeit das „Casa de los Pinos“ im nächsten Jahr zu retten helfen alle mit. Dank der Spenden, konnte verhindert werden, dass das „Casa de los Pinos“ von einen Tag auf den anderen seine Pforten schließen muss. Das ist für die Kinder des Armenviertels Casas Viejas sehr wichtig. Diese brauchen das „Casa de los Pinos“ und es ist ein großes Glück, dass wir ihnen nun weiterhin Schutz geben können.
Leider fordern die Einsparungen auch Opfer. Die Mitarbeiter und Betreuer Juan, Patty, Magda, Mari, und Susanne müssen leider das Projekt verlassen. viSozial wird jedoch die Kursleiter bezahlen und somit die täglichen Aktivitäten in gleichem Rahmen am Leben erhalten. Magda und Patty können in der angrenzenden Schule als Hilfskr{fte arbeiten. Die anderen sind nun auf Jobsuche. Wir bemühen uns sie dabei zu begleiten und zu unterstützen. Volontäre haben sich gemeldet und werden ehrenamtlich die Kinder betreuen – diese aktive Unterstützung ist für das Projekt sehr wichtig. Zusammen mit Luis dem Leiter von „Los Pinos“ arbeiten wir an einem Projekthaushalt, um das fortbestehen des Projekts zu sichern. Für weitere Spenden und Paten sind wir sehr dankbar.
Für die ehemaligen Mitarbeiter, die viele Jahre im „Casa de los Pinos“ mitgeholfen haben wir von visocial Chile und Luis, der Leiter, am 01. Oktober ein Abschiedsfest organisiert. Von den Kindern haben sich die Mitarbeiter am Tag zuvor bei Kuchen und Kakao und einem letzten Fußballspiel verabschiedet. Das Arbeitsteam vom „Casa de los Pinos“ ist über die Jahre zu einer „Familie“ zusammen gewachsen, welche Freiwillige und Kursleiter integrierte.
Beim Abschiedsfest hielt der Ehemann der Köchin eine Rede, die alle zu Tränen rührte. Er dankte Luis für seinen langjährigen Einsatz und sein ausdauerndes Engagement, und für all die Unterstützung, die er den Bewohnern des Viertels „Casa Viejas“ zukam. Luis seinerseits dankte den Mitarbeitern, mit deren Hilfe das Kinder –und Jugendzentrum zu einem wichtigen Anlaufpunkt für viele Kinder geworden ist.
Bei einem leckeren „Asado“ (Barbecue), mit chilenischen „Salchichas“ (Würstchen), Kartoffelsalat und Maisreis, plauderten und lachten wir noch lange gemeinsam. Zum Abschied versprachen die Betreuer weiterhin den Kontakt zu pflegen und im Zentrum vorbeizuschauen.
Im Moment arbeiten wir zusammen mit Luis an einer langfristigen Lösung für die Aufrechterhaltung des „Casa de los Pinos“. Es ist uns wichtig, dass das „Casa de los Pinos“ weiterhin bestehen bleibt, damit die Kinder am Nachmittag einen sicheren Ort zum Spielen haben.
In Zukunft möchten wir die Einnahmen in den drei Bereichen, aus denen wir unsere aktuelle finanzielle Unterstützung beziehen (Online Spenden, Patenschaften und Touren) erhöhen. Auch wollen wir im folgenden Semester Projektpatenschaften organisieren, sowie Fördergelder und Spenden in Deutschland und in Chile sammeln, um im März 2009 einen gesicherten Projekthaushalt vorlegen zu können.
Dank der hohen Rückmeldung und eurer Hilfe werden wir das „Casa de los Pinos“ am Leben erhalten.






