Autorenarchiv
San Juan Apóstol – Ein Erlebnisbericht aus Arequipa / Peru
Für 2 Wochen bin ich jetzt hier in Arequipa, um Kathrin, die von nun an leider nicht mehr bei viSozial in Arequipa arbeiten wird, zu ersetzen. Während meines Aufenthalts in Peru hat sie mich in ihre Aufgaben eingearbeitet und mir unter anderem auch das soziale Projekt in Arequipa vorgestellt.
Am letzten Montag fand eine Sozialtour statt, auf der ich Kathrin begleitet habe. Morgens 10 Uhr haben wir die Touristen vom Hotel abgeholt und sind anschließend nach Villa Cerillos gefahren, dem Stadtteil wo sich die Schule San Juan Apostol befindet. Wenn man Villa Cerillos betritt, kommt man in eine Steinwüste hinein. Hier lebt die ärmere Bevölkerung der Stadt, welche sich aus dem Hochland angesiedelt hat in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Lebensstandards sind hier sehr niedrig, seit ein paar Jahren gibt es erst fließend Wasser und Strom und noch längst nicht alle Menschen können sich das leisten. Der Staub der unbepflasterten Straßen steigt in die Luft und versperrt die Sicht auf die Straßen. Die Menschen hier leben noch in ganz einfachen Steinhäusern. Die Schule wurde 2002 gebaut und ermöglichte damals den Familien, ihre Kinder in die Schule zu schicken, was zuvor nie denkbar gewesen wäre. Mittlerweile gibt es über 500 Kinder im Projekt, welche in den Genuss eines täglichen Mittagessens, einer Gesundheitsecke, einer Leseecke und einer großen Aula für beispielsweise Theateraufführungen kommen dürfen. All dies wurde von Spendengeldern finanziert und zusätzlich unternimmt das Büro Ausflüge mit den Kindern.
Spendenaktion für die Betroffenen des Erdrutsches in Bolivien
Als das Unwetter im Februar 2011 in La Paz begann und viele Häuser und Strassen durch Erdrutsche verschüttet wurden, flohen die Bewohner der betroffenen Viertel in Notunterkünfte. Freiwillige Helfer und Voluntäre halfen beim Aufbau der zertrümmerten Gebiete. Organisationen beschafften Lebensmittel, Decken und Matratzen für die Erdrutschopfer. Im März startete viSozial eine Spendenaktion für die Betroffenen. Gemeinsam mit Eurer Hilfe war es uns möglich, die Menschen vor Ort zu unterstützen.
Letzte Woche fuhren wir zum Mercado, um von dem gespendetem Geld Lebensmittel für eine Herberge in Alto Obrajes zu beschaffen. Auf dem Markt erfuhren wir, dass das Erlebnis noch tief in den Knochen der Einheimischen sitzt. So war die Casera Martha Lucia sehr glücklich über unseren Einkauf an ihrem Stand. Mehrere Säcke Reis, Nudeln, Trigo, Quinoa, Öl, Salz , Kakao, Tee und sogar etwas Pudding standen schlussendlich vor unseren Füssen. Zum Abschied umarmte uns Martha Lucia und gab uns die Hand mit den Worten: „¡Muchas gracias, señoritas! ¡Muchas Gracias!“
Als wir dann in der Herberge ankamen, wurden wir freundlich von Ofelia Kory, einer Mitarbeiterin der Stadtverwaltung (Alcaldía), begrüsst. Sofort wurden alle Bewohner herbei gerufen. Strahlend standen sie um uns herum, als kundgegeben wurde, dass wir neue Lebensmittel für die nächsten Wochen gebracht hätten. Nach und nach wurden uns ihre Hände gereicht. Ihre Dankbarkeit war grenzenlos und so begleiteten sie uns zum Abschied bis vor die Tür.
Gedrückte Stimmung zur Karnevalszeit in Bolivien

Man spricht hier in Bolivien von dem «größten geologischen Desaster» in der Geschichte von La Paz. Durch schwere Regenfälle und dem seit 2 Monaten anhaltenden Unwetter, kam es zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Dabei sind um die 50 Menschen ums Leben gekommen und insgesamt werden 13700 Menschen in neun Provinzen des Landes als obdachlos gemeldet. Es wird zusätzlich davor gewarnt, dass die Regenzeit noch bis Mitte April und damit viel länger als sonst anhalten werde.
Es grenzt wohl an ein Wunder, dass bei dem Erdrutsch am Sonntag, dem 27.02.2011 in den Armenvierteln in La Paz, kein Mensch ums Leben gekommen ist. Risse in der Erde und monatelange Regengüsse kündigten eine Katastrophe an – und so konnten die Bewohner schon vorher evakuiert werden. Knapp einen Tag vor dem Unglück wurden die letzten Menschen aus dem gefährdeten Gebiet gebracht. 4 Stadtviertel mit ca 1500 Häuser sind zerstört worden, mehr als 6000 Menschen verloren dabei ihr ganzes Hab und Gut und konnten sich nur mit ihren Kleidern am Leib retten
Im weiteren Bericht rufen wir für eine Spendenaktion auf, um die betroffenen Menschen mit Lebensmitteln, Matratzen und Decken zu unterstützen. Unser Spendenformular findet Ihr hier!, beachtet dabei bitte den Verwendungszweck: Hilfe für Erdrutschopfer in La Paz – Bolivien
Vor einigen Tagen bin ich in eines der sieben betroffen Stadtteile gefahren.»
Strassenkinderprojekt in Bolivien sucht Freiwilligenhelfer
Niemand von Ihnen hatte einen guten Start ins Leben und doch schauen sie voll Zuversicht nach Vorne – die Jugendlichen von Luz de Esperanza.
Werde für eine Zeit Teil dieser bemerkenswerten Gemeinschaft von jungen Männern, die im Strassenkinderprojekt im bolivianischen El Alto ihr Leben in die Hand nehmen, um sich eine bessere Zukunft zu schaffen!
Zusammen mit ihnen wirst du auf dem weitläufigen Grundstück am Stadtrand Gemüse pflanzen, Tiere pflegen, handwerken, kochen, putzen, an ihren Therapiestunden, Ausflügen und Versammlungen teilnehmen.
Weihnachtsschokolade am Titicacasee
Frühmorgens luden wir, das Team aus dem Büro in La Paz – Bolivien», bei Nieselregen kistenweise Schokolade und Paneton in den Bus. Ein wenig besorgt wegen des unfreundlichen Wetters, machten wir uns auf den Weg in das höher gelegene El Alto. Dort erwartete uns bereits die gesammte Mannschaft der Jungen aus dem Projekt Luz de Esperanza». Zu unserer großen Freude hatten alle Zeit gefunden, uns nach Santiago de Okola» am Titikakasee zu begleiten. Auch an Unterhaltung hatten die Jugendlichen gedacht und so wurden Trommeln, Gitarren und Panflöten an Bord gebracht und mit Sorgfalt verstaut.
Mit roten Weihnachtsmützen auf dem Kopf stimmte das visozial-Team den “burrito savanero” an – ein typisches Weihnachtslied. Eifrig und unter viel Gelächter reichten die Jungs das Mikrophon weiter bis wir den Text in und auswendig konnten.




