Autorenarchiv
Auf Wiedersehen, Los Pinos!
„Por qué te vas, tío Tim (Warum gehst du, Onkel Tim)?” – eine Frage, die ich in den letzten Tagen vor meiner Abreise immer wieder zu hören bekam, bezog sich auf den Hintergrund, warum ich denn nun gehen würde. Tja, gute Frage habe ich mir so manches Mal gedacht. Selbstverständlich kann ich sachlich darauf antworten und sagen, dass mein Praktikum nun vorbei ist und ich zu Hause in Hamburg mein Studium beenden muss und möchte. In einer so emotionalen Phase des Abschieds blieb für entsprechende Sachlichkeit allerdings wenig Platz und so habe ich den Kindern und Jugendlichen des Casa de los Pinos» oft nur Sprachlosigkeit bieten können…
Tims Rückblick auf sechs Monate Praktikum im Sozialprojekt »
Zeltlager in den Sommerferien – ein Reisebericht
Sommer, Sonne, Schwimmbad, Zelten…vier Begriffe, die den Kindern und Jugendlichen des Casa de los Pinos» im Januar ganz besonders wichtig sind. Denn der Jahresbeginn ist immer mit der Hoffnung verbunden, wieder ins jährlich stattfindende Zeltlager fahren zu können. Dieser Auftakt ist für viele der kleinen Besucherinnen und Besucher des offenen Zentrums gleichzeitig Highlight und oft der einzige mehrtägige Ausflug im ganzen Jahr. Umso glücklicher macht es uns, dass wir den Traum auch dieses Jahr für rund 40 Kinder und Jugendliche wahr werden lassen konnten. Schon an dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei allen Spenderinnen und den fleißigen Unterstützern des Projekts bedanken.
Dienstagmorgen, 09.00 Uhr im Casa de Los Pinos – die Reise beginnt»
Weihnachtskartenmalen im Los Pinos
Wie stellen sich wohl die Kinder und Jugendlichen aus Puente Alto in Santiago de Chile Weihnachten vor? Dieser Frage sind wir bei einem Malwettbewerb im Casa de los Pinos». nachgegangen. Herausgekommen sind verschiedenste Werke, die allerdings alle den gleichen Ansatz haben: Zu zeigen, wie das ideale Weihnachten für jeden Einzelnen aussieht. Neben dem obligatorischen Weihnachtsbaum und Geschenken taucht oft die versammelte und zum Fest vereinte Familie auf den Bildern auf – eine Wunschvorstellung, die sich auch dieses Jahr nicht bei allen erfüllen wird oder kann. Für mich besonders außergewöhnlich war, dass auf fast jedem Bild als erstes eine große Sonne und dann ein paar Berge gemalt wurden. Folgende Fotoreihe gewährt Einblicke, wie fleißig die kleinen Künstler waren.
Kleiderbasar zur Adventszeit im Casa de los Pinos
Advent, Advent… die Sonne brennt mir auf der Haut! Während die Temperaturen in Santiago fleißig das Thermometer heraufklettern und Deutschland im Schnee versinkt, gilt es in Chile die Sommerkleider aus dem Schrank zu holen. Und da wir im wahrsten Sinne des Wortes einen solchen Schrank im Casa de los Pinos».» haben, gab es vor einiger Zeit einen vorweihnachtlichen Kleiderbasar im Sozialprojekt. Dank zahlreicher Sachspenden von Patinnen und Paten sowie Touristenbesuchen konnten wir über die letzten Monate eine Vielzahl an Kleidung sammeln. Von Badeanzügen und –hosen, über Jeans und T-Shirts bis hin zu Schuhen war für jeden etwas dabei. Ob sieben Jahre alt oder 15, ob 1,49 Meter groß oder 1,78 Meter, keiner musste leer ausgehen. Die Kinder und Jugendlichen hat es sichtlich gefreut und es wurde kein einziges Kleidungsstück abgelehnt. An dieser Stelle sei im Namen aller ein großen Dankeschön an die großzügigen Spenderinnen und Spender gesagt. Mit folgender Fotoreihe gibt es einen kleinen Eindruck von dem Kleiderbasar.
Zum ersten Mal am Meer
Einmal das Meer sehen und einen Tag am Strand verbringen – das bleibt für viele Menschen aus Casas Viejas, dem Bezirk im Stadtteil Puente Alto, wo das Casa de los Pinos» liegt, bis ins hohe Alter ein Traum. Als WesteuropäerIn ist dies fast undenkbar, schließlich ist Chile durchschnittlich nur 180 km breit und das Meer vom Projekt aus über gängige Straßen sogar nicht mehr als 130 km entfernt. In Chile, könnte ich sagen, befinde ich mich fast immer am Pazifik. Für die Kinder und Jugendlichen des Casa de Los Pinos stellt sich die Frage nach der Entfernung allerdings eher vor einem finanziellen Hintergrund und scheint eine kaum überwindbare Hürde. So war es umso schöner, dass wir Ende November das erste Mal nach gut vier Jahren diesen Ausflug an einen Strand südlich von Valparaíso realisieren konnten.




