Straßenkinderprojekt: Curumim in Rio de Janeiro

Das Sozialprojekt befindet sich in der Favela Julio Otoni, an einem Bergrücken zwischen Corcovado und demDie Favela Julio Otoni in Rio Stadtzentrum. Es ist eine kleine Favela mit etwa 500 Familien und aus diesem Grunde auch von den großen Humanitären Organisationen scheinbar vergessen.

Favelas sind Armensiedlungen an den Berghängen Rios. In der Regel sind die Häuser aus Stein gebaut, da das steile Gelände es nicht anders zulässt. Jedoch leben in diesen einfachen, dicht an dicht gebauten Häusern die Familien auf engstem Raum, meist mit einem Schlafraum für alle Familienangehörigen. Die Bewohner der Favelas machen das Leben der Reichen in der Stadt erst möglich. Denn kaum jemand verdient mehr als ein Mindestlohn (etwa 150 Euro), um für die Reichen als Hausangestellte, Kindermädchen, Portier oder Verkäuferin zu arbeiten. Favelabewohner haben so gut wie keine Zukunftsaussichten und kaum jemand schafft den Sprung zu einem besseren Verdienst und dadurch auch in ein besseres Viertel.

Die Drogenscene spielt sich fast ausschlieslich in den Favelas ab, da sich die Polizei kaum in die engen Gassen wagt, die auch nicht mit Fahrzeugen befahren werden können. Bei den armen Favelabewohnern finden die Drogenhändler ihre Handlanger und viele Jugendliche bevorzugen das leichtverdiente Geld. Lieber im Untergrund mehr Geld verdienen als auf eine fast unmögliche Changse zu warten, in der Stadt ein besseres Leben zu führen. Doch dadurch ist der Weg gezeichnet und für die meißten gibt es kein Zurück mehr. Das Leben ist nichts mehr wert und es ist erschreckend, wie viele noch unter 20 Jahren das Leben verlieren.

Wie alles begann:

Bei einem längeren Aufenthalt der Schweizerin Rahel Zweig in Rio lernte sie die Favela Julio Otoni kennen und organisierte bereits verschiedene Kurse für die Bewohner.

Der Verein wurde dann 2005 in der Schweiz gegründet und hatte sich zum Ziel gesetzt, den Bewohnern und Kindern der kleinen Favela Alternativen zu vermitteln, die eine bessere Lebensqualität ermöglichen sollen.

Projektbeschreibung

Das Projekt beherbergt zum einen einen Vorschulkindergarten, um schon die Kleinsten zu betreuen und ein positives Umfeld zu schaffen. Für Schulpflichtige Kinder und Jugendliche bietet das Zentrum ein breites Angebot an Nachhilfe, um lernschwache Kinder zu unterstützen, um so für eine solide Grundausbildung zu sorgen. Neben der schulischen Förderung haben die Jugendlichen auch die Gelegenheit, außerschulisch aktiv zu werden. In der Arbeitsgemeinschaft “Galera Ativa” können die Jugendlichen an Kursen für Musik und Tanz teilnehmen, wo sie Samba, Capoeira und brasilianische Musik erlernen können. Einige Jugendliche bringen diese Aktivitäten anderen Menschen und auch neuerdings Touristen bei, um Samba im Sozialprojektsich ein eigenes Taschengeld zu verdienen.

Das besondere an der Förderung der musischen und sportlichen Aktivitäten ist, dass das Zusammenleben und die Teamarbeit dadurch gefördert wird und Jugendliche zusammen kommen, die vielleicht vorher durch den Zusammenschluss in unterschiedlichen Banden verstritten waren.

Darüber hinaus versucht Curumim besonders Frauen anzusprechen, um die oft alleinerziehenden Mütter zu unterstützen. In den sogenannten Frauengruppen finden regelmäßige Treffen statt, um sich über Kindererziehung, Hygiene, Nahrung, Gesundheit und vieles mehr zu beschäftigen.

Unsere Unterstützung fürs Projekt:

viSozial unterstützt das Projekt seit Januar 2007 mit Aktionen zur Selbsthilfe. Die Gruppe “Galera Ativa” soll die persönlichen Fähigkeiten für Musik und Tanz ausweiten und diese so typische Kultur von Rio auch den Touristen beibringen. Aber auch unsere finanzielle Unterstützung motiviert die Jugendlichen, ihre Fähigkeiten zu verbessern und vor allem kontinuierlich ins Projekt zu kommen. Im Projekt lernen die Kinder durch ihre Aktivitäten, Verantwortung für sich selbst aber auch für Andere zu übernehmen und sie entwickeln auch Ehrgeiz und eine Motivation, weiter zu machen. Aber besonders das Miteinander im Sport und in der Musik ist der erste Ansatz, das Zusammenleben der Favelabewohner zu verbessern, wo häufig Auseinandersetzungen nicht selten mit Gewalt unter den einzelnen Bewohnern bestehen.

Erste Erfolge:

Verschiedene Reisegruppen von viventura haben bereits das Projekt besucht, was jedesmal ein Fest wurde. Die Jugendlichen brachten in einem Workshop den Teilnehmern den Samba bei und konnten somit auch ihr eigenes Geld verdienen. Man konnte jedesmal einen gewissen Stolz bei den Kindern und Jugendlichen sehen, denn schließlich kamen die Touristen von weit hergereist, um sich die Show anzusehen. Für viele Kinder und Jugendliche entsteht zum ersten Mal in ihrem Leben ein Gefühl der Anerkennung und der Wertschätzung für ihre Anstrengungen. Dies bringt nicht nur Hoffnung sondern durch die Zeit im Projekt verringert sich die Möglichkeit, in die Drogen- und Gewaltszene einzusteigen. Die Motivation ist seitdem groß weiter zu machen und ihr Können weiter unter Beweis zu stellen. Ein weiterer Erfolg ist, dass die Musik- und Tanzgruppe bereits auch innerhalb Rios kleine Auftritte hat und dort Einnahmen haben, so dass sie erfahren, dass sie mit ihren individuellen Fähigkeiten auch Geld verdienen können.

Was wird in naher Zukunft geplant:

- Die volle Ausstattung der Musikgruppe - es wurde schon ein Verstärker gekauft und es fehlt noch ein Banjo und eine Gitarre

- Profissionalisierung durch einen Tanzlehrer

- Organisation von Ausflügen für die Kinder

Bis 2004 wurde der Verein auch mit regelmäßigen Zuschüssen von der Stadt Rio gefördert, was zusammen mit den Geldern aus der Schweiz das Überleben des Clubes ermöglichte. Dann aber entschied sich die Stadt, den regelmäßigen Zuschuss einzustellen, weshalb das Projekt bis heute um das Überleben kämpft. Der Verein in der Schweiz ist sehr klein und hat wenig Möglichkeiten, das Projekt alleine zu tragen. Einige Firmen spenden Lebensmittel und sporadisch kommt auch noch etwas Geld von der Stadt. Dies reicht aber bei weitem nicht, um die Struktur des Projektes aufrechtzuerhalten.

Unterstützung durch Spenden:

Wer unser Vorhaben im Projekt Curumim unterstützen möchte, den bitten wir das folgende Spendenformular auszufüllen.

Gerne kann man aber auch Kontakt zu unserem Ansprechpartner Otto in Brasilien aufnehmen

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