Der Weihnachtsmann in Quilotoa
In der letzten Woche war es endlich soweit und unser Büro schaltete für zwei Tage die Computer aus um vollbepackt mit den Weihnachtsgeschenken der Paten nach Quilotoa zu fahren. Dazu kamen noch mehrere Kisten mit Süssigkeiten, Autos und Puppen. Ganz klassische Rollenverteilung eben. Im Haus von Jose angekommen bekamen wir erst etwas zu essen bevor wir uns an das Organisieren machten. Tische rücken, Geschenke sortieren und die Listen durchgehen und ordnen. Doch bevor die Kinder aus den Colegios kamen, gingen die viventura Mitarbeiter, samt einigen Kinder und dem Weihnachtsmann an die Lagune Quilotoa um einige Fotos zu machen. Der Weihnachtsmann schüttelte viele Hände und stand bereitwillig für Fotos bereit. Zurück im Haus von Jose kamen auch schon die ersten Kinder. Doch was wäre eine Geschenkübergabe ohne vorher singen, oder ein Gedicht aufsagen zu müssen.
hier mehr von unserer Kampagne
Sozialtag in Quilotoa
Am letzten Donnerstag haben wir wieder einmal für eineinhalb Tage unsere Bürotüren zugemacht und sind zusammen zu unserem Sommer-Sozialtag nach Quilotoa gefahren.
Es gab dieses Mal viel zu tun! Auf unserem vollgepacken Programm stand die Verteilung von Zahnbürsten und Zahnpasta, neuen Schuhen für unsere Patenkinder und der Päckchen, die im Laufe der letzten Monate für die Kinder bei uns im Büro eingetrudelt sind. Schon in den Tagen vor unserer Fahrt glich unser Büro eher einem Lager – es stapelten sich Kartons mit Schuhen, Zahnbürsten und Zahnpasta für etwa 200 Kinder!
Als wir am Donnerstag abend ankamen, gab es gleich eine schöne Überraschung. Am gleichen Tag wie wir war eine französische Viventura-Reisegruppe in Quilotoa angekommen, die ebenfalls im Haus von unserem Mitarbeiter José untergebracht war. José hatte für seine Gäste eine Folkloreband aus dem Dorf engagiert, und die Stimmund war schon sehr ausgelassen, als wir eintrafen. Kaum unsere Sachen abgelegt, wurden wir auf die Tanzfläche gezogen und erst wieder weggelassen, als die Band das Haus verließ, sodass wir ganz schnell die Kälte Quilotoas vergessen haben
Am nächsten Morgen wachten wir zwar noch etwas müde, aber voller Tatendrang auf. Unser erstes Ziel war
die Schule Mora Ruiz, die sehr abgelegen liegt und die ein kleiner Teil unserer Patenkinder besucht. Die Kinder warteten schon gespannt auf uns, und wir wurden mit einem kleinen Ständchen auf Quichua begrüßt, bevor wir uns mit Hilfe der
frazösischen Viventura-Gruppe, die uns begleitet hat, an die Verteilung der Zahnbürsten, Schuhe und Päckchen machten. Auch übergaben wir dieses Mal der Schule Mora Ruiz das Spendenmaterial wie Blöcke und Schreibsachen. So freuten sich Schüler und Lehrer sehr über unseren Besuch! Wir bekamen noch einen kleinen „Anden-Snack“ zur Stärkung, der aus Saubohnen, selbstgemachten Käse und heisser Milch besteht, bevor wir zu den Kindern der Schule Francisco Daquilema in Ponce weiterfuhren.
In Ponce trafen wir die Kinder im Haus des Schuldirektors, das direkt neben der Schule liegt, weil dort die Ferien schon angefangen hatten. Auch dort trudelten nach und nach alle Kinder ein, die sich sehr über Schuhe, Zahnbürsten und besonders die Patengeschenke freuten!
Am Nachmittag kamen alle Kinder der Schule Julio Cabascango, die auch schon Ferien hatten, und die Kinder der Colegios in Zumbahua und
Latacunga in das Haus von José. Da einige Kinder der Colegios arbeiten mussten, kamen stattdessen ihre Eltern oder Geschwister, und auch einige Lehrer fanden sich ein. Wir sortierten Schuhe und Zahnbürsten auf den großen Tischen, auf denen wir am Abend vorher Meerschweinchen verspeist haben, die eine ganz besondere lokale Spezialität aus Quilotoa sind. Der Raum platzte aus allen Nähten, und so konnten wir den Überblick über das Gewusel von Kindern, Eltern und Lehrern behalten.
Als dann am Abend alle Kinder gut versorgt und mit strahlenen Gesichtern nach Hause gingen, fuhren auch wir müde aber sehr zufrieden mit einem leeren Auto zurück nach Quito. Es war ein sehr schöner, erfolgreicher Sozialtag, und wir freuen uns schon auf unsere nächste Fahrt nach Quilotoa!
Kinderfüsse messen in Quilotoa!
Für die diesjährige Sommeraktion haben wir uns überlegt, dass es wieder an der Zeit ist, unsere Patenkinder in Quilotoa mit neuen Schuhen zu versorgen. Mit diesem Ziel vor Augen haben wir viSozial-Praktikantinnen aus Quito uns in der letzten Woche auf den Weg dorthin gemacht. Dort hieß es dann, einen Tag lang die Schuhgrößen der Kinder messen - nicht ganz einfach zu organisieren, da die Patenkinder in einem weit verbreiteten Gebiet wohnen, und sich auch die Schulen teils weit weg vom Dorf Quilotoa befinden.
Glücklicherweise hatten wir vor Ort die Unterstützung von Fausto, dem Sohn unseres Ansprechpartners José in Quilotoa. In Josés Haus durften wir die Schuhmessaktion auch durchführen. Er informierte im Vorhinein die Schulen, sodass schon früh am Vormittag fast alle Kinder der nahegelegenen Schule Julio Cabascango bei uns eintrudelten. Sie waren sehr neugierig über das, was wir dort machen – vielen Kindern war ein Gerät zum Messen der Schuhgröße gänzlich unbekannt! So war es kein Wunder, dass viele von ihnen etwas schüchtern waren und sich erst zeigenlassen mussten, was wir damit machen. Über den Tag verteilt kamen immer mehr Kinder, auch aus den Schulen Niña Rumi, Ponce, Sinacunga und den Colegios in Zumbahua und Latacunga zu uns.
Beim Messen der Schuhgrößen der Kinder haben wir festgestellt, dass sehr viele Kinder löchrige Strümpfe, oder auch gar keine anhatten. So beschlossen wir, nicht nur Schuhe, sondern auch Strümpfe für die Kinder zu kaufen, sodass wir ihnen während unserer Sommeraktion zum Schuljahresende beides überreichen können.
Weihnachten in Quilotoa
Direkt vor den Feiertagen ist das viSozial-Team in Ecuador nach Quilotoa gefahren, um den Patenkindern im Rahmen der Weihnachtsaktion Geschenke zu überbringen.
Hier möchte ich euch nun über Weihnachten im andinen Hochland von Ecuador erzählen. Wir haben wieder fleißig Fotos für euch gemacht und sogar ein kleines Video gedreht:
Die meisten Einwohner Südamerikas gehören dem katholischen Glauben an und so ist Weihnachten auch in Ecuador ein bedeutender Feiertag. In großen Städten wird das wichtigste christliche Fest recht ähnlich wie in Deutschland gefeiert, mit einem guten Essen an Heiligabend, Kirchbesuchen, Familienzusammenkünften am Weihnachtsfeiertag, Geschenken, Plätzchen und geschmückten Plastikbäumen. In abgelegenen indigenen Gemeinden in den Anden sind die Bräuche hingegen etwas anders…
Am Wochenende vor Weihnachten fuhr das Team von viSocial Ecuador nach Quilotoa, einem kleinen Dorf auf 3800 Meter Höhe in den Anden. Dort befindet sich das Hauptprojekt von viSocial, das in der Unterstützung der Schüler der Gemeinde mit ihren fünf Grundschulen und ein paar Oberschülern besteht.
Schon auf dem Weg nach Quilotoa konnten wir einen Brauch hautnah erleben: kleine „Wegelagerer“ blockierten die Straße und ließen uns erst nach einer Bestechung mit Süßigkeiten passieren! Glücklicherweise war unser Fahrer vorbereitet und wir konnten den Kinder entlang der Route mit Schokolade und Keksen eine Freude machen.
Als wir einige Straßenblockaden später in Quilotoa am Haus unseres lokalen viSozial-Koordinators José ankamen, war es dunkel und ordentlich kalt. Josés Frau hatte uns aber bereits einen Canzelazo zubereitet, die hiesige Variante von Glühwein aus Naranjilla-Früchten, einem andinen Nachtschattengewächs, dem man selbst einen Schuß Rum nach Belieben beifügt.
In gemütlicher Runde mit José, seiner Frau Delfina und sechs seiner acht Kinder erzählte uns die Familie von Weihnachten in den ecuadorianischen Anden. Neben den auch uns bekannten Bräuchen, wie einem gemeinsamen Essen im Kreis der Familie, stehen in Quilotoa nicht die Geschenke, ein Besuch in der Kirche oder die Zusammenkunft der Familie im Vordergrund. An Weihnachten fahren die Familien von Quilotoa abends in den nächstgroßen Ort Zumbahua, wo auf dem Marktplatz ein reges Treiben herrscht. Von mehreren umliegenden Dörfern und Weilern kommen die Menschen hierher, um zu feiern. Sie bringen holzgeschnitzte Masken mit, die während des Jahres teilweise als Schmuck an den Wänden der Wohnungen hängen. In Gruppen tanzen die Maskierten auf dem Platz, wobei jede Person eine individuelle Rolle tanzt. Es handelt sich also nicht um einen einstudierten Gemeinschaftstanz, sondern um ein improvisiertes gemeinschaftliches Tanzen. Erst spät am Abend finden die Tänze ein Ende und die Teilnehmer machen sich zu Fuß oder auf einfachen Pritschenwagen auf den Heimweg.
Auch wir kuschelten uns tief in unsere Schlafsäcke, nachdem das Feuer in dem kleinen Holzofen in Josés Wohnzimmer erlöscht war. Am nächsten Morgen schon während wir früstückten, versammelten sich immer mehr Kinder teilweise mit ihren Eltern auf der Wiese vor Josés Haus. Um zehn Uhr war die Wiese dicht belagert und mehrere Schulklassen sowie eine Kindergartengruppe sangen der Reihe nach ein Weihnachtslied auf Quechua, Spanisch und sogar Englisch. Fleißig klatschten wir mit den Kindern mit, zum einen, um die kleinen Sänger anzufeuern, zum anderen, um unsere kalten Hände zu wärmen.
Nachdem jedes Kind eine Tüte mit Süßigkeiten erhalten hatte, blieben nur noch die Kinder des Patenprogramms von viSocial da. Nach Schulen wurden sie einzeln aufgerufen und holten sich ihr Weihnachtsgeschenk ab. Jedes Kind bekam von viSocial ein altersgerechtes Puzzle geschenkt, und die Kinder mit persönlichen Patenpäckchen erhielten auch diese. Als wir die Kinder mit ihren Geschenken fotografieren wollten, waren fast alle so aufgeregt, dass sie gar nicht in die Kamera lächeln konnten, aber Tom fand das Zauberwort heraus: „Asi!“ Das heißt „Lächeln“ auf Quichua.
Nach über fünf Stunden und mit eiskalten Füßen war der Spuk vorbei und nur einige Nachzügler, die nicht früher ins Dorf kommen konnten, mussten noch versorgt werden. Die Kinder hatten sich fröhlich auf den Heimweg gemacht, und wir wärmten uns mit heißer Suppe auf, bevor wir den Rückweg durch die weihnachtlichen Straßensperren der Kinder nach Quito antraten.
Auch dieses Jahr konnten wir so durch die Unterstützung von Paten, viventura-Reiseteilnehmern und Spendern den Kindern von Quilotoa wieder eine kleine Weihnachtsfreude bereiten.
Vielen Dank im Namen der Kinder von Quilotoa an alle Unterstützer von viSocial Ecuador!!!
