Weihnachten steht vor der Tür!

eingetragen von Esther, 1.Dez.2008

p1020673-150x150 Weihnachten steht vor der Tür!Letzten Freitag hat das viventura-Team für unseren Sozialtag wieder einmal die Bürotüren hinter sich zu gezogen und ist in die Schule San Juan Apostol in Villa Cerrillos gefahren. Voll bepackt mit Brot und Obst ging´s um 9:00 Uhr los.
Als wir ankamen, verteilten wir uns auf die 12 Klassen, um den Schülern und Lehrern ein wenig zu helfen. Die Kinder bekamen von uns viSozial-Kärtchen, auf die sie ein bisschen Weihnachtsstimmung bringen sollten. Das war für manche Kinder schwieriger als gedacht. Einige saßen 15 Minuten ratlos vor ihren Karten und starrten in der Gegend rum, während ihre Tischnachbarn fleißig Weihnachtsglocken und Krippen malten. Mit etwas Hilfe fingen aber auch die unkreativsten an die Buntstifte zu schwingen.
Obwohl die Schüler im fast immer sonnigen und warmen Arequipa noch nie Schnee, geschweigedenn einen Schneemann gesehen hatten, war dieser einer der beliebtesten Motive auf den Karten - auch wenn er nicht weiß, sondern oftmals blau oder sogar gelb war ;-)
Am häufigsten sah man jedoch das Jesuskind in der Krippe mit Maria und Josef, ein paar lila Schafe und Kühe. Als ich einen Jungen fragte, warum denn die Schafe lila seien, meinte er: “In Peru sind die Schafe so!” Achso, das war mir noch gar nicht aufgefallen, aber vielleicht seh ich ja mit etwas Glück noch einmal ein lilanes Schaf auf meiner Reise ;-)
Als nach über einer Stunde dann alle Kinder fertig waren, bekamen sie noch eine kleine vitaminreiche Stärkung und schon war auch dieser Sozialtag wieder vorbei. Der Abschied von den kleinen viel uns wie immer schwer. Aber wir sehen sie ja schon bald wieder bei der Weihnachtskampagne am 11. Dezember! seht hier mehr Bilder

 

Umweltbewusstsein für Arequipa

eingetragen von Esther, 31.Okt.2008

An unserem heutigen Sozialtag ist unser Büro mit den Kindern der 5. Klasse der Schule San Juan Apostol in einen Ökologiepark gefahren, um sie ein bisschen für ihre Umwelt zu sensibilisieren. Als wir um kurz nach neun in der Schule ankamen, sprangen die Kinder gleich von ihren Stühlen auf und liefen uns entgegen. Sie freuten sich riesig auf diesen Vormittag.

p1020079klein Umweltbewusstsein für Arequipa

Wir fuhren mit zwei Bussen und 35 Kindern zum Park. Auf dem Weg dorthin wurde kräftig gesungen. Bei unserer Ankunft begrüßten uns die Mitarbeitern des Parkes, Elio und Gonzalo, herzlich. Zunächst gingen wir zu den Tiergehegen, wo uns Gonzalo über die verschiedenen Kamelarten Perus aufklärte. Natürlich durften wir die Tiere auch streicheln. Das Fell der Alpakas war so schön weich, dass jeder einmal anfassen wollte.

Danach bat uns Elio in die Aula des Parkes, wo er die Kinder über die Umweltprobleme Arequipas aufklärte. Wir lernten, dass die Abgase der Autos dafür verantwortlich sind, dass der Schnee auf den Gipfeln der Vulkane Misti und Chachani schmilzt und dass sich das Klima in Arequipa in den letzten Jahren ständig erwärmt hat. In kleinen Gruppen erarbeiteten wir mit den Kindern die Ursachen für die Umweltverschmutzung und einige Lösungsvorschläge. Danach waren wir uns alle einig, dass wir sparsam mit Wasser umgehen und keine Bäume fällen sollten, weil Bäume lebensnotwendig für uns sind.

dia-social-parque-ecologico-klein Umweltbewusstsein für Arequipa

Nach dieser anstrengenden Denkarbeit hatten sich die Kinder eine Erfrischung verdient. Draußen im Garten aßen wir Orangen und Bananen und erfrischten uns mit etwas Saft, bevor es weiter ging zum aktiven Teil unserer Umweltaufklärung. Wir  bildeten mit den Schülern kleine Kreise und jeder bekam eine Rolle in einem kleinen Ökosystem. Nun wurde ein Wollknäuel von Person zu Person geworfen und jeder musste erklären, weshalb er auf die anderen angewiesen ist und nicht ohne sie weiterleben könnte. Die Kinder verstanden die Funktion des Ökosystems sehr gut und keiner von ihnen fand es akzeptabel, dass ein kleiner Fisch sterben soll, nur weil eine Fabrik seinen Müll in den Fluss kippt.

Zu guter Letzt erklärte uns Elio noch, wie sie mit ihrem Park für saubere Luft in Arequipa sorgen wollen. Dazu zeigte er uns alle Bäume, die sie in ihrem Park pflanzen und erklärte ihre Funktion. Etwas erschöpft aber glücklich über unseren erfolgreichen Vormittag, verabschiedeten wir uns von Elio und Gonzalo und fuhren - umweltbewusst wie wir nun waren - mit einem Bus zurück ins Büro. Wir hoffen nun, dass die Kleinen das Gelernte auch in Zukunft umsetzen werden, für ein sauberes Arequipa und eine saubere Welt!

 

Ein Tag in Copacabana - Geburtstagsausflug der besonderen Art

eingetragen von Angelika, 30.Okt.2008

Nachfolgender Artikel stammt von Birgit, unserer derzeitigen Voluntaerin im Blindenzentrum.

Happy Birthday! Das Blindenzentrum “Institución Educativa de Nuestra Señora de Copacabana” am Titicacasee hatte Geburtstag. Seit 20 Jahren werden dort blinde, sehbehinderte und geistig behinderte Kinder und Jugendliche unterrichtet.Im katholischen Peru sollte der Dank für diese 20 Jahre vor allem der Schutzpatronin von Schule und Titicacasee, der Señora de Copacabana, gelten. Darum beschloss das Kollegium, mit den Schülern nach Bolivien zu fahren, in den kleinen Wallfahrtsort Copacabana, um der Jungfrau die Ehre zu erweisen. Nach mehreren Terminverschiebungen sollte der Ausflug schließlich an einem Donnerstag stattfinden. Ich wurde eingeladen, mit sieben weiteren Erwachsenen und ca. 12 Schülern die vierstündige Fahrt im “Schulbus” anzutreten.
Um spätestens sieben Uhr sollte es losgehen. Bei meiner Ankunft im Blindenzentrum um kurz vor sieben musste ich jedoch schnell feststellen, dass der Zeitplan wohl nicht aufgehen würde. Die Schüler saßen noch beim Frühstück, der Bus war noch nicht da und auch kein einziger Lehrer in Sicht. Als gegen halb 9 schließlich der Direktor mit dem Schulbus (der sich als Kombi mit ca. 12 Sitzen entpuppte) ankam, stellten wir fest, dass der linke Hinterreifen Luft verlor. Also wurde mit vereinten Kräften das Auto angeschoben, sprang schließlich auch an und zwei Lehrer fuhren Richtung Werkstatt. Für die Schüler und die größtenteils mittlerweile eingetroffenen Lehrer hieß es also erneut warten.
Nach ca. 45 Minuten kam das Auto mit neuem Reifen zurück und endlich konnte es losgehen. Nachdem Essen und Trinken verstaut waren, nahmen die Schüler und schließlich auch die Lehrer Platz. Da der Bus aber leider nicht groß genug war, musste “gestapelt” werden. So saß schließlich die meiste Fahrtzeit über ein Kind auf meinem Schoß. Schön kuschelig fuhren wir los und bereits nach wenigen Metern wurden die ersten Lieder angestimmt und so sangen und lachten wir bis zur bolivianischen Grenze.Copacabana liegt auf der gleichnamigen Halbinsel am Titicacasee und ist vor allem für Peruaner und Bolivianer ein beliebter Pilgerort. Im Dorf angekommen, machten wir uns zunächst auf den Weg Richtung Kathedrale. Die innen komplett vergoldete Kirche nutzten Schüler und Lehrer für zahlreiche Dankgebete. Es wurden Kerzen angezündet für die Señora de Copacabana und für die Schule.
Nach einem kurzen Marktbesuch fuhren wir Richtung Strand, um dort das mitgebrachte Mittagessen mit Blick auf den See zu genießen. Vor der Heimfahrt blieb noch etwas Zeit, um die Umgebung zu erkunden. Diese nutzte ich mit vier stark sehbehinderten Schülern zu einer Tretbootfahrt auf dem See. Nach anfänglicher Angst vor Boot und Wasser genossen die Jugendlichen die Fahrt sehr, wechselten sich ab mit dem Treten und wollten schließlich kaum ans Ufer zurück.
Die Heimfahrt nach Puno verlief dann sehr ruhig. Spät abends erreichten wir mit den glücklich schlafenden Kindern das Zentrum.

 

Wie funktioniert ein peruanischer Kindergarten?

eingetragen von Esther, 23.Okt.2008

Als ich mir Gedanken über ein Thema für meinen Artikel machte, dachte ich mir: “Warum nicht einfach mal für einen halben Tag in einem Kindergarten mit anpacken und später über meine Eindrücke schreiben?” Gedacht, getan. Mittwoch Morgen wurde ich im Zentrum Arequipas von der Kindergärtnerin Lusia des Kindergartens Santa Rosita de Lima abgeholt, weil sie meinte alleine würde ich ihren Kindergarten in Miguel Grau, einem Stadtteil Arequipas,  nicht mehr finden. Außerdem wäre die Gegend für mich viel zu gefährlich. Nun gut, auf so einen Rat hört man besser. Um neun Uhr fuhren wir in einem Colectivo (kleiner Bus mit lauter Cumbia-Musik und mitgrölenden Fahrern) ca. eine halbe Stunde lang bis wir an dem Kindergarten ankamen. Neben dem Kindergarten befindet sich noch eine Vorschule und eine Suppenküche für Senioren, die dort täglich mit warmem Essen versorgt werden.

p1010830klein Wie funktioniert ein peruanischer Kindergarten?

Als ich in den Kindergarten kam, wurde ich mit einem herzlichen “HOOOOLAAAA!!!” von 16 kleinen Kindern begrüßt, die zwischen 8 Monaten und 4 Jahren alt sind. Ich kam gerade rechtzeitig zum Refresco, einer Zwischenmalzeit zwischen Frühstück und Mittagessen. Es gab Milchreis, sogar für mich;-)
Gleich am Anfang fiel mir ein kleines Mädchen auf. Sie ist mit 8 Monaten zurzeit die Jüngste. Die Kindergärtnerinnen erzählten mir, dass sie eine Erkältung hat, da sich ihre 18-jährige Mutter nicht ausreichend um sie kümmert. Als ich sie mir genauer ansah, bemerkte ich, dass sie kaum noch durch die Nase atmen konnte und ihre Augen voll mit Schlaf waren. Sie sah sehr dreckig aus und hatte vefilzte Haare.  Also ging´s erstmal ab zum Haarewaschen. Dazu wurde Wasser aufgekocht, mit kaltem gemischt  und in einen Krug geschüttet. Die Kinder mussten sich über eine Schüssel beugen und bekamen eine Plastiktüte um den Hals, damit die Kleidung nicht nass wird. Insgesamt 5 Kindern haben wir so die Haare gewaschen.

p1010833klein Wie funktioniert ein peruanischer Kindergarten?

Das kleine Mädchen wurde danach mit einer Mütze auf dem Kopf in ihrem Wagen in die Sonne geschoben. Als ich fragte, was das Kind denn in der Sonne macht, bekam ich als Antwort: “trocknen.”  Aha.

Nachdem alle wieder glänzten, wurden sie in 2 Gruppen aufgeteilt. Die Größeren bekamen nun von der Erzieherin die Aufgabe eine Ananas, die sie zuvor zeichnete, auszumalen. Die andere Gruppe spielte querbet mit allem, was in dem kleinen Raum zu finden war.

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Um mir mal eine Kinderpause zu gönnen, ging ich in die daneben liegende Küche, wo zwei Frauen schon fleißig am Bohnenpellen waren. Ich half ihnen ein bisschen und lernte nebenbei Quechua, was ich natürlich sofort wieder vergaß. Die Köchin erzählte mir, dass sie jeden Tag für ca 30-50 Senioren kochen würde. Das fand ich sehr lobenswert. Heute gab es Eintopf in einem gigantischen Hexenkessel. Ein paar Senioren warteten schon hungrig auf den Bänken.

Zurück bei meinen Kindern wurde gerade gebetet, da sie nun auch ihr Mittagessen bekamen. Da ich auch Hunger bekam, machte ich mich auf den Rückweg. Natürlich wurde ich wieder von Lusia zum Bus begleitet. Es war ein sehr schöner aber auch anstrengender Vormittag und ich bewundere die beiden Kindergärtnerinnen für ihre Geduld. Die Kinder sind bei Lusia und ihrer Kollegin wirklich in sehr guten Händen.

Mehr Bilder könnt ihr hier sehen.

 

Mit ein bisschen Fantasie geht alles!

eingetragen von Esther, 30.Sep.2008

Letzten Donnerstag hat sich das viventura- Team in Arequipa für den Sozialtag auf den Weg zum Kindergarten Nuestra Señora de Solidaridad gemacht, um mit den Kindern der drei Klassen einen Malwettbewerb zu machen. Vorher kauften wir Papierbögen, Kleber und Krepppapier und packten die Preise ein. Um keine Klasse zu bevorzugen bereiteten wir pro Klasse eine Kiste mit Mal- und Bastelmaterialien vor, die uns von Reisegruppen gespendet wurden. Vielen Dank an dieser Stelle an alle fleißigen Spender!

Um 9:30Uhr kamen wir im Kindergarten an und verteilten uns auf die Klassen, um den Kindern ein bisschen unter die Arme zu greifen. Es wurden Tische und Stühle zur Seite geschoben, damit sich die kleinen Künstler auf dem Boden um die Blätter verteilen konnten.

Die+Kuenstler+bei+der+Arbeit_abcd-480-68296 Mit ein bisschen Fantasie geht alles!Eigentlich hatten wir uns vorher das Thema “Zoo” überlegt aber es sollte anders kommen… Für die 3-Jährigen brachten wir Tierschablonen mit, die sie einfach nur auszumalen brauchten. Dabei entstanden grüne Tiger, bunte Nilpferde und halb bemalte Pelikane, die wild auf den von uns liebevoll vorbereiteten Hintergrund geklebt wurden.

In den älteren Klassen sah es nicht anders aus. Die Kinder ließen ihrer Fantasie freien Lauf und malten Hunde ohne Augen, Esel, die aussahen wie Hasen und Fische, die vom Meer verdeckt wurden. Natürlich blieb die Farbe dabei nicht nur auf dem Papier, sondern landete an Tischen, Stühlen und im Gesicht des Nachbarn. Als die Kunstwerke fertig waren, schickten wir die Künstler für eine kreative Verschnaufpause in den Garten zum Spielen und verzierten die Ränder der Bilder mit Krepppapier.

Anschließend wollten wir die Meisterwerke an den Zaun des Kindergartens hängen, damit man sie Gruppenbild_abcd-480-68298 Mit ein bisschen Fantasie geht alles!begutachten kann aber die Natur spielte nicht ganz mit und schickte ein paar heftige Windstöße in Richtung Kunstewerke. Es reichte gerade noch für ein Gruppenfoto (siehe Bild). Zum Schluss übergaben wir die Geschenke an die Klassen und verabschiedeten uns von den Künstlern. Und wer weiß, mit den gespendeten Malutensilien werden sie vielleicht doch eines Tages mal zu wahren Künstlern;-)

Alle Fotos könnt ihr hier sehen.

 

„Eigentlich müsste man länger bleiben,2 1/2 Monate sind gar nichts“

eingetragen von Esther, 16.Sep.2008

Katrin ist seit drei Monaten zum dritten Mal in Peru. Das erste Mal ist sie vor zwei Jahren, im Oktober 2006 als Touristin auf der viventura Peru- Bolivien- Reise gekommen. Damals hatte sie auf der Sozialtour mit der damaligen viSozial- Praktikantin Daniela die Schule San Juan Apostol im Elendsviertel Villa Cerillos, etwas außerhalb von Arequipa, kennen gelernt. Die Schule mit ihren meist aus dem Hochland kommenden Kindern hat es der Peru- Begeisterten so sehr angetan, dass sie gleich nachfragte, wie sie sich dort sozial engagieren könne.

Zurück in Deutschland bewarb sie sich dann sofort über das Internet als Freiwillige und flog im September 2007 zurück nach Arequipa. Da sie zu der Zeit noch kein Spanisch sprach, buchte sie über viventura einen Sprachkurs, um sich mit den Kindern und Lehrerinnen verständigen zu können. Damals betreute sie die 5-Jährigen. Sie half ihnen bei Hausaufgaben und Schwierigkeiten im Unterricht, spielte mit ihnen oder nahm sie einfach nur in den Arm.

Aber auch diese 10 Wochen gingen viel zu schnell rum und Katrin musste zurück nach Deutschland. DiesesKatrin mit ihren Schülern Jahr kam sie wieder und entschied diesmal länger zu bleiben: „…zweieinhalb Monate sind gar nichts“. Bis Januar 2009 wird sie in Peru bleiben und bis Ende Oktober wird sie sich um Ihre Kinder, die jetzt in der Primaria sind kümmern. Sie freute sich riesig diese wieder zu sehen und auch die Kinder erkannten sie wieder und begrüßten sie herzlich. Zu Katrins Aufgaben gehört nun neben der Unterstützung der Lehrerin auch den Unterrichtsstoff zu erklären, bei Problemen zu helfen und die Examen zu korrigieren. Ihr gefällt es sehr, den Kindern etwas beibringen zu können und ihnen so vielleicht eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Manchmal ist das aber auch nicht so einfach, weil die Kinder unterschiedlich schnell verstehen, oft fehlt es an der nötigen Ruhe im Klassenraum, vielen Schülern fehlt die Konzentration, so dass sie enorme Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben. Selbst die spanische Sprache ist für einige 6- Jährige noch schwierig. Katrin hält den Englisch- und Computerunterricht deshalb noch für etwas zu früh, da viele damit überfordert sind. Besser wäre es ihrer Meinung nach diesen fakultativ in die Primaria einzuführen,wo die Kinder schon etwas älter sind.

Ein großes Problem in Villa Cerrillos ist die mangelnde Hygiene in den Familien der Kinder. So gibt es beispielsweise nicht genügend Möglichkeiten für eine ausreichende Zahnpflege. Viele der Kinder haben teilweise schon kaputte Zähne. In der Schule wird deshalb auf das Zähneputzen großen Wert gelegt. Katrin möchte auch die Eltern in diesen Sachen etwas besser aufklären.

Was die Freiwillige jedoch immer wieder freut und motiviert ist die Mentalität der Kinder „Sie sind so aufgeschlossen und interessiert und schenken einem Vertrauen und Zuneigung. Sie haben so viel Lebensfreude, auch wenn Ihre Lebensbedingungen sehr schwierig sind. Man bekommt viel mehr zurück als man geben kann.”

Zum Schluss möchte sie den zukünftigen Freiwilligen noch etwas mit auf den Weg geben: „Wichtig ist eine gute Vorbereitung. Man muss sich im klaren sein, dass Peru ein Entwicklungsland ist, d.h. dass die Menschen hier teilweise sehr arm und mangelernährt sind. Hier läuft auch nicht alles so schnell, wie man sich das manchmal wünschen würde. Man sollte mit eigenen Ideen nach Peru kommen, jedoch seine Ziele nicht zu hoch stecken, vieles ist nicht so leicht zu realisieren und braucht seine Zeit. Man kann den Menschen hier allein durch seine Hilfe und Zuneigung sehr viel geben.“

 

2. Teil unserer Gesundheitskampagne in Arequipa

eingetragen von esther koppelberg, 8.Sep.2008

Unsere Gesundheitskampagne ging diese Woche in die zweite Runde. Bei den Untersuchungen der Kinder im September 2007 hatte sich herausgestellt, dass 99,3% der Kinder von Parasiten im Magen- und Darmtrakt befallen sind, 50% eine starke Sehschwäche haben und 30% Mangel- bzw. Unterernährung aufweisen. Mit Hilfe von Spendengeldern konnten nun endlich die passenden Medikamente für die Kinder gekauft werden.

BeratungsgesprächAm Donnerstag sind wir mit einer Ärztin nach Villa Cerillos gefahren, um mit der Direktorin der Schule San Juan Apostol den weiteren Verlauf zu planen. Daraufhin haben wir die Medikamente verpackt und nach Jahrgangsstufen sortiert, um ein zu großes Durcheinander zu vermeiden. Außerdem haben wir Listen mit den Namen der Kinder erstellt, auf denen das Krankheitsbild des jeweiligen Kindes vermerkt wurde. Auf diesen Listen sollten die Eltern der Kinder später mit einer Unterschrift bestätigen, dass sie das entsprechende Medikament bekommen haben.

Als wir am Freitag Mittag in der Schule eintrafen, stand schon eine lange Schlange von wartenden Eltern vor dem Sekretariat. Sie wurden zuvor bereits von der Schuldirektorin über den Verlauf der Medikamentenübergabe aufgeklärt.gespr%C3%A4ch_schlange 2. Teil unserer Gesundheitskampagne in Arequipa

Dann wurden sie einzeln aufgerufen und die Ärztin erklärte ihnen geduldig das Krankheitsbild ihres KindesMedizinübergabe sowie die Anwendung des Medikaments. Zudem machte sie darauf aufmerksam, dass man durch die Achtung auf Hygiene solche Krankheiten zukünftig vermeiden kann. Im Großen und Ganzen war es ein sehr erfolgreicher zweiter Teil der Kampagne. Es sind beinahe alle Eltern erschienen und haben dankbar den Rat der Ärztin angenommen.

Die Kampagne soll nun mit einer erneuten Untersuchung der Kinder abgeschlossen werden. Dabei soll überprüft werden, ob die Medikamente richtig eingesetzt wurden und gewirkt haben. Zudem werden die Kinder erneut auf Mangelernährung untersucht.

Außerdem wird die Küche der Schule ab jetzt regelmäßig mit Obst und Gemüse versorgt.

 

Wichtiger Hinweis

eingetragen von Sonja, 28.Aug.2008

Liebe Paten,

die Postadresse für die Patenpost nach Peru hat sich geändert. Bitte schickt ab sofort die Post für Arequipa und Titicaca an folgende Adresse:

Sonia Ramos Medina UND Zaida Huamani Ramos

Malaga Grenet 314,

Umacollo, Arequipa

Peru

 

So kommt die Maus nach Peru…

eingetragen von Sonja, 20.Aug.2008

cimg2321_klein-300x225 So kommt die Maus nach Peru...Am heutigen Mittwoch durfte unser Büro wieder die PC’s ausschalten und in den Kindergarten fahren. Diesmal ging es nach Santa María, einem Kindergarten weit außerhalb vom Stadtzentrum Arequipa’s von wo aus man eine wunderschöne Aussicht auf die drei Hausvulkane Chachani, Misti und Picchu Picchu hat. In drei Taxis ging es vollgeladen mit Büroarbeitern und Früchten, Bastelmaterial, Handtüchern, eigens gebastelten Mobile’s, Gardinen, Hammer und Nägeln zu den Kindern.cimg2340_klein-225x300 So kommt die Maus nach Peru...

Die fleißigen männlichen Mitarbeitern und unsere französische Kollegin haben die Nägel an den Fenstern befestigt, bis es den ersten Zwischenfall gab. Das typische Daumen-Hammer-Schicksal hat Oskar getroffen, der sich dann daraufhin erst einmal als Schachmatt gesetzt sehen durfte ;-) In dem kleinen Schlafsaal der Kinder wurden Gardinen befestigt, Kuscheltiere ausgepackt und ein Mobile befestigt.

Im Aufenthaltsraum durften neue Gardinen, ein Alfabet, Bastelmaterialien und neue Holzspielsachen, natürlich auch nicht fehlen. Das Highlight des Tages war dann das Geburtstagsständchen für unsere Mitarbeiterin mit anschließender Umarmung aller Kinder.

Achja und wie kam die Maus nun nach Peru? Nach tagelanger Vorbereitung habe ich mit viel Spaß an der Freude, die Maus auf ein Plakat bekommen, das nun das Schlafzimmer der Kinder schmückt und ein wenig Farbe in den Kindergarten bringen soll.

Alle Fotos vom Sozialtag findet ihr hier.

cimg2355_klein-300x225 So kommt die Maus nach Peru...

 

…aller Anfang ist schwer…..und doch genauso spannend…

eingetragen von Sonja, 4.Aug.2008

p5300016-300x225 ...aller Anfang ist schwer.....und doch genauso spannend...Es war Mitte April, als ich das erste Mal die Schule San Juan Apostol betreten habe. Und schon gleich auch herzlichst von den Kindern empfangen wurde, die einen von der ersten Minute an mit einem Lachen, einer Offenheit und Neugier begegnen.

Die anderen Freiwilligen haben mir gleich die Räumlichkeiten gezeigt und erzählt und erklärt, wie es hier so abläuft. Anfangs erschien mir schon alles ziemlich chaotisch und ich hatte nicht so wirklich Ahnung, wie und wo ich anfangen soll

Allerdings legte sich dieses Gefühl schnell und nach einer Woche habe ich bereits 4 Klassen in Englisch übernommen und mich entschlossen, die verbleibende Zeit fest in einer Klasse, der Klasse 2A zu verbringen und dabei die Lehrerin Claudia bei ihrer Arbeit zu unterstützen und den Kindern bei ihren Aufgaben und Problemen zu helfen.

So entstand eine festere Bindung zu den Kindern und ich konnte auch besser ihre Entwicklung mitbekommen und den täglichen Ablauf.

Ausserdem gibt es natürlich auch immer wieder Feste, die vorbereitet werden müssen und somit viele Hände und Ideen benötigen, wie z.B. der Muttertag. Dieser Tag wird hier viel größer gefeiert als bei uns.

Neben zahlreichen selbst gebastelten Geschenken werden die Mütter von ihren Kindern mit Gesang und Theatereinlagen in der Aula gefeiert. Alle Klassen haben sich wahnsinnig viel Mühe gegeben und es ist einfach schön zu sehen, mit welchem Stolz und Eifer die Kinder ihre Darbietungen präsentieren.

Mit der Zeit kommen auch die vielen Ideen……

…und man hat gar nicht die Zeit alles zu realisieren ….

Aufgrund des Bedarfs an Lernmaterialien habe ich mich dazu entschlossen, selbst einige Lernspiele für den Englisch- und Mathematikunterricht (Memory, Domino, Puzzles usw.) zu kreieren. Die Schüler nahmen diese mit reger

Abschiedsfest

Begeisterung an und v.a. halfen sie mir, die schnelleren Schüler motivierend zu beschäftigen und gleichzeitig zusätzlich zu fördern. Die Idee war, weitere Lernspiele nach meinen Modellen noch zusammen mit den Schülern herzustellen, wie z.B. ein riesiges Tiermemory in Englisch, doch leider fehlte dazu am Ende die nötige Zeit. Ich hoffe, dass vielleicht die nächsten Freiwilligen dieses Projekt weiterführen, denn so könnte über eine gewisse Zeit ein großer Pool an Lernmaterialien für die Schüler zusammengestellt und von allen jederzeit genutzt werden.

Sehr viel Neugier und Interesse zeigten die Schüler auch bei einer Stunde, die ich über die Welt, Europa und Deutschland gehalten habe. Mit Karten und Bildern, konnte ich die Fragen über Fragen, wo Deutschland liegt, wie es dort aussieht, was es dort alles gibt beantworten.

Es ist wirklich toll, wie offen die Schüler und Lehrer gegenüber jeglichen eigenen Ideen sind und so hat man wirklich absolute Freiheit, sich da einzubringen, wo man es gerne möchte. Es liegt immer in der eigenen Hand, wie viel Zeit man in das Projekt hineinsteckt, doch wenn man wieder einmal mehr die leuchtenden Augen der Kinder sieht, dann steckt man gerne viel Zeit hinein .

Die Lehrer sind alle absolut aufgeschlossen und leisten hier eine respektvolle Arbeit in dem Projekt, denn es ist zugegeben nicht immer einfach. Des öfteren braucht man schon starke Nerven. Doch der Dank der Schüler ist einem garantiert!

Zum Abschied hat meine Klasse für mich noch ein kleines, unvergessliches Fest vorbereitet, welches es mir allerdings nicht gerade einfach gemacht hat, mich zu verabschieden.

Zum Schluss möchte ich noch einmal allen Danken, den Betreuern, den Lehrern und den Schülern, die 2 Monate Arbeit in Arequipa für mich zu einem unvergesslichen Abenteuer gemacht haben !!!

Erfahrungsbericht von Angelika Schläfer (April- Mai 2008 im Sozialprojekt San Juan Apostól in Arequipa/Peru tätig)

 

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