2. Teil unserer Gesundheitskampagne in Arequipa
Unsere Gesundheitskampagne ging diese Woche in die zweite Runde. Bei den Untersuchungen der Kinder im September 2007 hatte sich herausgestellt, dass 99,3% der Kinder von Parasiten im Magen- und Darmtrakt befallen sind, 50% eine starke Sehschwäche haben und 30% Mangel- bzw. Unterernährung aufweisen. Mit Hilfe von Spendengeldern konnten nun endlich die passenden Medikamente für die Kinder gekauft werden.
Am Donnerstag sind wir mit einer Ärztin nach Villa Cerillos gefahren, um mit der Direktorin der Schule San Juan Apostol den weiteren Verlauf zu planen. Daraufhin haben wir die Medikamente verpackt und nach Jahrgangsstufen sortiert, um ein zu großes Durcheinander zu vermeiden. Außerdem haben wir Listen mit den Namen der Kinder erstellt, auf denen das Krankheitsbild des jeweiligen Kindes vermerkt wurde. Auf diesen Listen sollten die Eltern der Kinder später mit einer Unterschrift bestätigen, dass sie das entsprechende Medikament bekommen haben.
Als wir am Freitag Mittag in der Schule eintrafen, stand schon eine lange Schlange von wartenden Eltern vor dem Sekretariat. Sie wurden zuvor bereits von der Schuldirektorin über den Verlauf der Medikamentenübergabe aufgeklärt.
Dann wurden sie einzeln aufgerufen und die Ärztin erklärte ihnen geduldig das Krankheitsbild ihres Kindes
sowie die Anwendung des Medikaments. Zudem machte sie darauf aufmerksam, dass man durch die Achtung auf Hygiene solche Krankheiten zukünftig vermeiden kann. Im Großen und Ganzen war es ein sehr erfolgreicher zweiter Teil der Kampagne. Es sind beinahe alle Eltern erschienen und haben dankbar den Rat der Ärztin angenommen.
Die Kampagne soll nun mit einer erneuten Untersuchung der Kinder abgeschlossen werden. Dabei soll überprüft werden, ob die Medikamente richtig eingesetzt wurden und gewirkt haben. Zudem werden die Kinder erneut auf Mangelernährung untersucht.
Außerdem wird die Küche der Schule ab jetzt regelmäßig mit Obst und Gemüse versorgt.
Wichtiger Hinweis
Liebe Paten,
die Postadresse für die Patenpost nach Peru hat sich geändert. Bitte schickt ab sofort die Post für Arequipa und Titicaca an folgende Adresse:
Sonia Ramos Medina UND Zaida Huamani Ramos
Malaga Grenet 314,
Umacollo, Arequipa
Peru
So kommt die Maus nach Peru…
Am heutigen Mittwoch durfte unser Büro wieder die PC’s ausschalten und in den Kindergarten fahren. Diesmal ging es nach Santa María, einem Kindergarten weit außerhalb vom Stadtzentrum Arequipa’s von wo aus man eine wunderschöne Aussicht auf die drei Hausvulkane Chachani, Misti und Picchu Picchu hat. In drei Taxis ging es vollgeladen mit Büroarbeitern und Früchten, Bastelmaterial, Handtüchern, eigens gebastelten Mobile’s, Gardinen, Hammer und Nägeln zu den Kindern.
Die fleißigen männlichen Mitarbeitern und unsere französische Kollegin haben die Nägel an den Fenstern befestigt, bis es den ersten Zwischenfall gab. Das typische Daumen-Hammer-Schicksal hat Oskar getroffen, der sich dann daraufhin erst einmal als Schachmatt gesetzt sehen durfte
In dem kleinen Schlafsaal der Kinder wurden Gardinen befestigt, Kuscheltiere ausgepackt und ein Mobile befestigt.
Im Aufenthaltsraum durften neue Gardinen, ein Alfabet, Bastelmaterialien und neue Holzspielsachen, natürlich auch nicht fehlen. Das Highlight des Tages war dann das Geburtstagsständchen für unsere Mitarbeiterin mit anschließender Umarmung aller Kinder.
Achja und wie kam die Maus nun nach Peru? Nach tagelanger Vorbereitung habe ich mit viel Spaß an der Freude, die Maus auf ein Plakat bekommen, das nun das Schlafzimmer der Kinder schmückt und ein wenig Farbe in den Kindergarten bringen soll.
Alle Fotos vom Sozialtag findet ihr hier.
…aller Anfang ist schwer…..und doch genauso spannend…
Es war Mitte April, als ich das erste Mal die Schule San Juan Apostol betreten habe. Und schon gleich auch herzlichst von den Kindern empfangen wurde, die einen von der ersten Minute an mit einem Lachen, einer Offenheit und Neugier begegnen.
Die anderen Freiwilligen haben mir gleich die Räumlichkeiten gezeigt und erzählt und erklärt, wie es hier so abläuft. Anfangs erschien mir schon alles ziemlich chaotisch und ich hatte nicht so wirklich Ahnung, wie und wo ich anfangen soll
Allerdings legte sich dieses Gefühl schnell und nach einer Woche habe ich bereits 4 Klassen in Englisch übernommen und mich entschlossen, die verbleibende Zeit fest in einer Klasse, der Klasse 2A zu verbringen und dabei die Lehrerin Claudia bei ihrer Arbeit zu unterstützen und den Kindern bei ihren Aufgaben und Problemen zu helfen.
So entstand eine festere Bindung zu den Kindern und ich konnte auch besser ihre Entwicklung mitbekommen und den täglichen Ablauf.
Ausserdem gibt es natürlich auch immer wieder Feste, die vorbereitet werden müssen und somit viele Hände und Ideen benötigen, wie z.B. der Muttertag. Dieser Tag wird hier viel größer gefeiert als bei uns.
Neben zahlreichen selbst gebastelten Geschenken werden die Mütter von ihren Kindern mit Gesang und Theatereinlagen in der Aula gefeiert. Alle Klassen haben sich wahnsinnig viel Mühe gegeben und es ist einfach schön zu sehen, mit welchem Stolz und Eifer die Kinder ihre Darbietungen präsentieren.
Mit der Zeit kommen auch die vielen Ideen……
…und man hat gar nicht die Zeit alles zu realisieren ….
Aufgrund des Bedarfs an Lernmaterialien habe ich mich dazu entschlossen, selbst einige Lernspiele für den Englisch- und Mathematikunterricht (Memory, Domino, Puzzles usw.) zu kreieren. Die Schüler nahmen diese mit reger
Begeisterung an und v.a. halfen sie mir, die schnelleren Schüler motivierend zu beschäftigen und gleichzeitig zusätzlich zu fördern. Die Idee war, weitere Lernspiele nach meinen Modellen noch zusammen mit den Schülern herzustellen, wie z.B. ein riesiges Tiermemory in Englisch, doch leider fehlte dazu am Ende die nötige Zeit. Ich hoffe, dass vielleicht die nächsten Freiwilligen dieses Projekt weiterführen, denn so könnte über eine gewisse Zeit ein großer Pool an Lernmaterialien für die Schüler zusammengestellt und von allen jederzeit genutzt werden.
Sehr viel Neugier und Interesse zeigten die Schüler auch bei einer Stunde, die ich über die Welt, Europa und Deutschland gehalten habe. Mit Karten und Bildern, konnte ich die Fragen über Fragen, wo Deutschland liegt, wie es dort aussieht, was es dort alles gibt beantworten.
Es ist wirklich toll, wie offen die Schüler und Lehrer gegenüber jeglichen eigenen Ideen sind und so hat man wirklich absolute Freiheit, sich da einzubringen, wo man es gerne möchte. Es liegt immer in der eigenen Hand, wie viel Zeit man in das Projekt hineinsteckt, doch wenn man wieder einmal mehr die leuchtenden Augen der Kinder sieht, dann steckt man gerne viel Zeit hinein .
Die Lehrer sind alle absolut aufgeschlossen und leisten hier eine respektvolle Arbeit in dem Projekt, denn es ist zugegeben nicht immer einfach. Des öfteren braucht man schon starke Nerven. Doch der Dank der Schüler ist einem garantiert!
Zum Abschied hat meine Klasse für mich noch ein kleines, unvergessliches Fest vorbereitet, welches es mir allerdings nicht gerade einfach gemacht hat, mich zu verabschieden.
Zum Schluss möchte ich noch einmal allen Danken, den Betreuern, den Lehrern und den Schülern, die 2 Monate Arbeit in Arequipa für mich zu einem unvergesslichen Abenteuer gemacht haben !!!
Erfahrungsbericht von Angelika Schläfer (April- Mai 2008 im Sozialprojekt San Juan Apostól in Arequipa/Peru tätig)
1.Teil Gesundheitskampagne San Juan Apostol
Vom 15. bis 18. Juli war es nun soweit und wir konnten mit unserem ersten Teil der Kampagne in San Juan Apostol, Arequipa beginnen. Das Team des Gesundheitsministeriums bestand aus drei Doktoren, drei Biologen, zuständig für die Laboruntersuchungen und einige Freiwillige, die ehrenamtlich mithalfen. Am ersten und zweiten Tag wurden Blutproben der Kinder entnommen, um ihren Hämoglobinwert zu ermitteln (reduzierte Hämoglobinwerte führen zu Anämie, die auf Eisenmangel zurückzuführen ist). In den beiden folgenden Tagen wurde die übliche ärztliche Kontrolle der Kinder durchgeführt, wobei sie gewogen wurden, ihre Lungen abgehört wurden und das übliche “Ahhh” mit Zunge rausstrecken auch nicht fehlen durfte.
Die Laborwerte erwarten wir noch und hoffen diese schnellstmöglich zu erhalten, um unsere weiteren Schritte planen zu können. Für viele Kinder war dies ihre erste Untersuchung und der erste Kontakt mit Ärzten (da blieben leider keine Tränen aus und der ein oder andere Patient musste auch getröstet werden).
Die Kinder haben sich aber auch schon an das Warten gewöhnt und haben sich die Zeit im Lehrerzimmer mit Comicheften vertrieben und für die Kleinen gab es auch mal einen netten Freiwilligen der ihnen vorlas.
Auch für die weiteren Aktionen und Kampagnen sind wir stark auf Spenden angewiesen. Schon dafür möchte sich viSozial e.V. bedanken und auch an dieser Stelle ein Dankeschön an unsere treuen Paten, die uns dies ermöglichen.
Eindrücke einer Sozialtour
Um unseren Gruppen von viventura auch unser soziales Engagement
näher zu bringen, gehört auf ihren Reiseplan natürlich auch eine Sozialtour, bei der wir mindestens ein Projekt besuchen. Denn auch mit einer viventura Reise wird Gutes getan und pro Teilnehmer 25 Euro an soziale Projekte gespendet.
So hieß es für unsere heutige Gruppe, Abfahrt um 10 Uhr vom Hotel in Richtung Paucarparta. Paucarparta ist der größte Stadtteil von Arequipa mit ca. 200.000 Einwohnern, die überwiegend aus Puno oder Cusco hierher gezogen sind, weil sie sich in einer Großstadt bessere Chancen erhoffen. Das dies aber oft nicht der Fall ist sieht man auch hier ganz gut. Die Infrastruktur hört auf, Strom wird auf illegalem Wege angezapft und die Häuser verfügen über kein fließend Wasser.
Wir kommen dann doch, auch über einige Umwege in einem unserer sechs Kindergärten “Nuestra Señora de Nueva Alborada” an und die 24 Kinder staunen nicht schlecht, als auf einmal 13 groß gewachsene Herren und Damen aus Deutschland vor Ihnen stehen. Nach kurzen Annäherungsversuchen, war das Eis auch schon gebrochen und als dann die von den Reisenden mitgebrachten Luftballons
ausgepackt wurden, war an still sitzen nicht mehr zu denken. Während ich mit den einen die kleinen Rücksäcke der Kinder mit Zahnpasta und Zahnbürsten füllte, sind die anderen fleißg mit aufblasen beschäftigt, sodass auch jedes Kind einen Luftballon erhält. Nach einigem Toben, einer kurzen Konversation zwischen 30ig und dreijährigen, hieß es zurück auf die Plätze, denn das Mittagessen wurde “serviert”. Das war gar nicht so leicht, die Kleinen wieder auf ihren Platz zu bekommen. Irgendwie schafften wir es dann aber doch und dann wurden die Löffel gefasst und wer ihn noch nicht so ganz feste
halten konnte, bekam Unterstützung von unserer Gruppe (das Essen der Kinder wird von einer Gruppe Senioren, die nach Vorgabe einer Ernährungswissenschaftlerin zubereitet). Danach haben sich unsere aktiven Reisenden auch noch beim Spülen ausgetobt,
wofür ich mich auch noch mal bedanken möchte
Unsere Gruppe konnte sich nur sehr schwer trennen und daher ging es dann direkt in unser Büro in Arequipa, wo ein leckeres Mittagessen unserer Carmencita auf uns wartete!
Auch ein herzliches Dankeschön an die Klasse von Nina N. aus Schneverdingen, die uns freundlicherweise u.a. die Zahnbürsten und Zahnpasta zugeschickt haben.
Gesundheitskampagne San Juan Apostol
Liebe Paten, Interessierte und Freunde von viSozial!
Nach der erfolgreichen Schulkampagne am Titicacasee, möchten wir auch eine Kampagne in Arequipa, in der Schule San Juan Apostol durchführen. Diese Kampagne besteht aus drei Teilkampagnen, die bis zum Ende des Jahres 2008 abgeschlossen sein sollen.
1. Kampagne (Ende Juli 2008): Untersuchung der Kinder auf ihren momentanen Gesundheitszustand (vor allem Feststellung Unter-, Fehl- oder Mangelernährung).
2. Kampagne (September/Oktober 2008): in akuten Fällen Verabreichung von Medikamenten (besonders bei Magen-Darmkrankheiten); Ernährungsworkshops für Eltern
3. Kampagne (November 2008): Kontrolle (Gewicht, Größe, etc.) der Kinder, weitere Ernährungsschulungen für Eltern und Kindern.
Der Stadtteil Villa Cerillos, indem die Schule San Juan Apostol beheimatet ist, verfügt über kein fließend Wasser, Müllabfuhr oder Zugang zu Elektrizität. Das mangelnde Wissen der Eltern über eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann oft zu Mangelerscheinungen bei ihren Kindern führen. Wir möchten nicht nur die Kinder untersuchen und ihnen Medikamente verabreichen. Wir möchten, dass die Eltern ihren Beitrag zu einer gesunden Ernährung beitragen und dies in Ernährungsschulungen lernen. Wir werden bei diesen Kampagnen mit dem Gesundheitsministerium zusammenarbeiten, sind aber sehr auf die Hilfe von Außen angewiesen.
Für Unterstützung, sei es durch eine Spende oder eine Übernahme einer Patenschaft, wären die Kinder aus San Juan Apostol sehr dankbar!
Picknick mit Affen, Pelikanen und Jaguar
Für die Kinder des Kindergartens in Paucarparta hieß es diesmal gelbes T-Shirt anziehen und ab in den Bus. Gelbes T-Shirt, damit wir die Racker auch alle wiederfinden und mit dem Bus ging es in den nahegelegenen Zoo. Das Büro aus Arequipa hat sich den Vormittag frei genommen und begleitet die Kleinen, im Alter von 15 Monaten bis 3 Jahren, am Sozialtag bei ihrem ersten Zoobesuch. Vorbei geht es an Affen, Pelikanen, einem Kondor, einem Jaguar, hin zu den Pinguinen und auf den Spielplatz, mit seinen Rutschen, Karussels und Schaukeln. Obwohl wir 13 Erwachsene sind und “nur” 21 Kinder, halten diese uns ganz schön auf Trab und den Überblick behalten kann schon mal schwer fallen.
Eine kleine Pause muss dann auch mal sein und so packen wir unsere Mandarinen und Bananen aus und helfen beim Schälen. Lange hält es die Kinder aber nicht auf ihren Plätzen und so ist die Verschnaufpause für die “Großen” auch schon wieder vorbei. Um halb eins verlassen wir den Zoo mit erschöpften Kindern und noch erschöpfteren viventura-Mitarbeitern.
Schulkampagne im Blindenzentrum in Puno
Am 09. Mai 2008 wurde die diesjährige Schulkampagne im Blindenzentrum „Nuestra Señora de Copacabana“ in Puno erfolgreich durchgeführt. Das Blindenzentrum wird zur Zeit von 15 blinden oder sehbeeinträchtigten Kindern besucht.
Wir aktualisierten Klassenlisten, machten neue Fotos und übergaben den anwesenden Kindern Schulmaterial wie Arbeitshefte und Schreibetuis. Zudem konnten einzelne Kinder freudig ihre Patengeschenke in Empfang nehmen. Der Schulleitung wurden diverse Arbeitsmaterialien zur Unterstützung des Unterrichts sowie Pflegeprodukte für die Kinder überreicht. Das Blindenzentrum ist Schule und Internat zugleich, indem die Kinder jeweils zwei Wochen verbringen. Nach den ausgeführten Aktionen wurden im Schulhof allen Schülern und Schülerinnen und dem Lehrpersonal Kekse und Getränke verteilt.
Anschliessend fand eine Veranstaltung zum Muttertag statt, an der jedes Kind einen Vortrag zum Besten geben konnte. Zudem hielten der Direktor und einige LehrerInnen ihre Gedanken zu Ehren der Mutter fest. Wir waren von den Darbietungen sehr beeindruckt und genossen mit den Kindern einige fröhliche Stunden.
Fotos zur Schulkampagne im Blindenzentrum 2008 findet Ihr hier:
http://www.galerie.viventura.de/Sozialtage/Peru/Schulkampagne_Mai_2008/
Schulkampagne auf Capachica
Am 07. und 08. Mai 2008 wurde die diesjährige Schulkampagne in den Sozialprojekten auf der Capachica-Halbinsel erfolgreich durchgeführt. Zuvor besuchten wir alle Projekte und sprachen uns mit den Verantwortlichen ab, was dieses Jahr am dringendsten benötigt wird und von viSozial unterstützt werden kann. Danach hieß es, die Kampagne in vielen arbeitsintensiven Stunden vorzubereiten. Dazu gehörte unter anderem Kostenvoranschläge für die Projekte einzuholen, Klassenlisten zu aktualisieren, diverses Material zu besorgen, Rechnungen zu bezahlen und die Geschenke für die ca. 350 Kinder einzupacken.
In der Nacht vor der Kampagne reisten einige MitarbeiterInnen aus dem Büro in Arequipa auf den Altiplano nach Puno, um die Aktionen tatkräftig zu unterstützen. Nach einer kurzen Nacht und einem guten Frühstück konnten wir um 07.30 Uhr mit dem vollbeladenen Bus zum ersten Sozialprojekt der Grundschule in Llachón aufbrechen. Ein Teil der Materialien wie Holz, Zement und Gips musste separat mit einem Lastwagen herbeigeführt werden. Dies wird zur Renovierung des Klassenzimmers für den Musik- und Computerunterricht in Llachón verwendet. Zudem wird dieses Jahr der Lohn des Musikprofessors bezahlt.
In Llachón angekommen, teilten wir uns in Gruppen ein und besuchten die einzelnen Klassen, die zur Zeit von insgesamt 160 Kindern besucht werden. Wir aktualisierten Klassenlisten, machten viele neue Fotos und übergaben den anwesenden Kindern Schulmaterial wie Lektürebücher und Arbeitshefte, die wir zuvor in Stoffbeutel eingepackt hatten. Zudem konnten einzelne Kinder freudig ihre Patengeschenke in Empfang nehmen. Nach den ausgeführten Aktionen wurden allen Schülern und Schülerinnen Kekse und Getränke verteilt.
Unsere Gruppe wurde zusätzlich von zwei Ernährungsberaterinnen begleitet, da mit der Schulkampagne auch eine Ernährungskampagne gestartet wurde. Die Spezialistinnen nahmen dafür von den Kindern der 1. und 2. Klasse Daten wie Körpergröße, Gewicht und Gesundheitszustand auf. In der Ernährungskampagne wird eine Zusammenarbeit mit den Eltern angestrebt. Diese erhalten von den Spezialistinnen Informationen und Unterstützung, eine ausgewogene Mahlzeit mit den zur Verfügung stehenden Grundnahrungsmitteln für ihre Kinder herstellen zu können. Da die meisten Kinder auf dem Land wohnen und deshalb einen langen Schulweg haben, nehmen sie das Mittagessen in der Schule ein. Hierfür konnten diese Kinder ein kleines Tuppergeschirr mit Trinkflasche in Empfang nehmen, die sie täglich mit der vorbereiteten Mahlzeit in die Schule mitnehmen werden.
Am frühen Nachmittag ging es weiter nach Santa Maria, wo wir mit einer wunderschönen Landschaft und einer grandiosen Aussicht auf den Titicacasee und die Insel Taquile belohnt wurden. Nach dem köstlichen Mittagessen besuchten wir den Kindergarten. Die 29 Kinder sowie ihre Eltern erwarteten uns bereits sehnlichst. Wir malten in Gruppen mit den Kindern, nahmen ihre Körperdaten auf und überreichten ihnen im Anschluss das Tuppergeschirr mit Trinkflasche für die Ernährungskampagne und ein Hygieneset bestehend aus Zahnbürste, Zahnpaste, Becher, Seife und einem kleinen Waschtuch. Gemeinsam wurden mit den Kleinen die Hände gewaschen, damit sie danach beim Verteilen der Kekse und Getränke kräftig zugreifen konnten.
Müde, aber mit vielen neuen Eindrücken machten wir uns auf den Weg in unsere Unterkünfte bei einheimischen Quechua-Familien. Eingekleidet in traditionelle Trachten trafen wir uns später zum gemeinsamen Nachtessen. Der erste Tag war anstrengend und sehr eindrücklich. Die Begegnung mit den vielen fröhlichen Kindern, die aus ärmsten Verhältnissen stammen, hinterließ bei uns allen nachhaltige Spuren.
Nach einer ruhigen Nacht und einem reichhaltigen Frühstück führte uns der Weg weiter nach Hilata, wo wir die Grundschule mit 39 Kindern und das wawawasi (Kindergartenklasse) mit insgesamt 30 Kindern besuchten. Aufgrund starken Nachwuchses gibt es in der Schule Hilata neu zwei Kindergartenklassen. Hierfür wurden drei Schultische angefertigt und anlässlich der Schulkampagne überbracht. Wiederum führten wir mit den Kindern die selben Aktivitäten durch wie in den Projekten zuvor. Ein Highlight für die Kinder der 1. bis 6. Klasse war das Fußballturnier, das von einem Paten gesponsert wurde. Jede Klasse bildete eine Mannschaft und trug das Trikot in den Nationalfarben der Länder Brasilien, Argentinien, Peru, Deutschland, Frankreich oder Italien. Jeweils zwei Klassen spielten gegeneinander, und der Sieger erhielt einen Pokal. Die Spieler wurden von den Schulkameraden lauthals angefeuert.
In der Zwischenzeit bereiteten einige Eltern für unser Team eine kleine Mahlzeit vor. Nach den erfolgreich beendeten Aktivitäten haben wir die Kartoffeln, Süßkartoffeln und den Frischkäse sehr genossen.
Nach dem Mittag fuhren wir weiter nach Chifrón, von wo aus wir eine grandiose Aussicht auf den herrlich blauen Titicacasee genossen. Einige Mitarbeiter nutzten die Zeit bis zum Mittagessen dafür, einen Spaziergang in der eindrücklichen Landschaft zu unternehmen.
Nach dem Mittagessen trafen bereits die ersten Kinder mit ihren Eltern ein. Während dem wir uns in drei Gruppen aufteilten und die Daten der 70 Kinder aufnahmen, führten die Beraterinnen einen Ernährungsworkshop mit den Eltern durch. Dafür hatten sie aus Kartoffeln, Milch und Zucker eine süße Creme hergestellt, um aufzuzeigen, was aus den vorhandenen Lebensmitteln herzustellen möglich ist. Die Eltern wurden informiert, dass monatlich Workshops zu Themen der Ernährung veranstaltet werden. Den Kleinen wurden Hygienesets und den größeren Kindern Schulmaterial wie Arbeitshefte und Schreibetuis überreicht. Nach vollbrachter Arbeit stürzten sich alle Anwesenden freudig auf die feinen Kekse und Getränke.
Die zwei Tage der Schulkampagne waren für das ganze Team ein einzigartiges Erlebnis. Die Aktivitäten mit den Kindern in dieser herrlichen Landschaft forderten uns, bereiteten uns jedoch große Freude und hinterließen einen nachhaltigen positiven Eindruck. Zufrieden und erschöpft freuten wir uns auf die Heimkehr nach Puno bzw. Arequipa.
In den nächsten Tagen geht es nun an die Nachbearbeitung der neu gewonnenen Daten, und es werden ebenfalls die Patenkinder-Logbucheinträge aktualisiert. Wir bitten hierbei um ein wenig Geduld – Herzlichen Dank!
Fotos zur Schulkampagne 2008 findet Ihr hier:
http://www.galerie.viventura.de/Sozialtage/Peru/Schulkampagne_Capachica_Mai_2008/
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