Weihnachtskampagne am Titicacasee
In der diesjaehrigen Weihnachtskampagne am Titicacasee wurden an zwei Tagen (15./16.12.) alle vier Projekte auf Capachica (Grundschule und Kindergarten Hilata, Gemeinde Chifron, Kindergarten Santa Maria, Grundschule Llachon) sowie das Blindenzentrum in Puno besucht. Eine gewisse logistische Herausforderung, zumal am Vortag der fuer diese Reise reservierte Bus wegen technischen Defekts ausfiel -:) , doch die entscheidende Frage dieses Jahr lautete: “Haelt das Wetter ?” In der vorhergehenden Woche hatte es fast ununterbrochen geregnet, doch fuer Capachica brauchten wir unbedingt trockenes Wetter. Die Kampagnen auf Capachica sind immer so etwas wie ein kulturelles Ereignis, zu dem auch die Familien der Kinder erscheinen. Und die Schulen / Kindergaerten / Gemeinden verfuegen ueber keine Raeumlichkeit, die gross genug waere, alle aufzunehmen. Um es vorweg zu nehmen, der Weihnachtsmann und/oder das Christkind war(en) mit uns, es blieb die ganzen zwei Tage trocken. Der Regen setzte erst puenktlich am Abend zur Abreise der zu dieser Kampagne aus Arequipa angereisten Kollegen wieder ein.
Der Startschuss fiel am Montag morgen in Hilata. Dank eines grosszuegigen Paten ist es hier schon zur Tradition geworden, ein Fussballturnier auszurichten. Hierbei spielen die verschiedenen Schulklassen gegeneinander. Doch was tun mit den Kindergartengruppen ? Ich hatte im Vorfeld die beiden Erzieherinnen gefragt, ob es moeglich ware, dass die Kinder in den Spielpausen etwas tanzen koennten - mit dem nachfolgenden Ergebnis haette ich im Traum nicht gerechnet.
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Ein Tag in Copacabana - Geburtstagsausflug der besonderen Art
Nachfolgender Artikel stammt von Birgit, unserer derzeitigen Voluntaerin im Blindenzentrum.
Happy Birthday! Das Blindenzentrum “Institución Educativa de Nuestra Señora de Copacabana” am Titicacasee hatte Geburtstag. Seit 20 Jahren werden dort blinde, sehbehinderte und geistig behinderte Kinder und Jugendliche unterrichtet.Im katholischen Peru sollte der Dank für diese 20 Jahre vor allem der Schutzpatronin von Schule und Titicacasee, der Señora de Copacabana, gelten. Darum beschloss das Kollegium, mit den Schülern nach Bolivien zu fahren, in den kleinen Wallfahrtsort Copacabana, um der Jungfrau die Ehre zu erweisen. Nach mehreren Terminverschiebungen sollte der Ausflug schließlich an einem Donnerstag stattfinden. Ich wurde eingeladen, mit sieben weiteren Erwachsenen und ca. 12 Schülern die vierstündige Fahrt im “Schulbus” anzutreten.
Um spätestens sieben Uhr sollte es losgehen. Bei meiner Ankunft im Blindenzentrum um kurz vor sieben musste ich jedoch schnell feststellen, dass der Zeitplan wohl nicht aufgehen würde. Die Schüler saßen noch beim Frühstück, der Bus war noch nicht da und auch kein einziger Lehrer in Sicht. Als gegen halb 9 schließlich der Direktor mit dem Schulbus (der sich als Kombi mit ca. 12 Sitzen entpuppte) ankam, stellten wir fest, dass der linke Hinterreifen Luft verlor. Also wurde mit vereinten Kräften das Auto angeschoben, sprang schließlich auch an und zwei Lehrer fuhren Richtung Werkstatt. Für die Schüler und die größtenteils mittlerweile eingetroffenen Lehrer hieß es also erneut warten.Nach ca. 45 Minuten kam das Auto mit neuem Reifen zurück und endlich konnte es losgehen. Nachdem Essen und Trinken verstaut waren, nahmen die Schüler und schließlich auch die Lehrer Platz. Da der Bus aber leider nicht groß genug war, musste “gestapelt” werden. So saß schließlich die meiste Fahrtzeit über ein Kind auf meinem Schoß. Schön kuschelig fuhren wir los und bereits nach wenigen Metern wurden die ersten Lieder angestimmt und so sangen und lachten wir bis zur bolivianischen Grenze.Copacabana liegt auf der gleichnamigen Halbinsel am Titicacasee und ist vor allem für Peruaner und Bolivianer ein beliebter Pilgerort. Im Dorf angekommen, machten wir uns zunächst auf den Weg Richtung Kathedrale. Die innen komplett vergoldete Kirche nutzten Schüler und Lehrer für zahlreiche Dankgebete. Es wurden Kerzen angezündet für die Señora de Copacabana und für die Schule.
Nach einem kurzen Marktbesuch fuhren wir Richtung Strand, um dort das mitgebrachte Mittagessen mit Blick auf den See zu genießen. Vor der Heimfahrt blieb noch etwas Zeit, um die Umgebung zu erkunden. Diese nutzte ich mit vier stark sehbehinderten Schülern zu einer Tretbootfahrt auf dem See. Nach anfänglicher Angst vor Boot und Wasser genossen die Jugendlichen die Fahrt sehr, wechselten sich ab mit dem Treten und wollten schließlich kaum ans Ufer zurück.
Die Heimfahrt nach Puno verlief dann sehr ruhig. Spät abends erreichten wir mit den glücklich schlafenden Kindern das Zentrum.
Schulkampagne im Blindenzentrum in Puno
Am 09. Mai 2008 wurde die diesjährige Schulkampagne im Blindenzentrum „Nuestra Señora de Copacabana“ in Puno erfolgreich durchgeführt. Das Blindenzentrum wird zur Zeit von 15 blinden oder sehbeeinträchtigten Kindern besucht.
Wir aktualisierten Klassenlisten, machten neue Fotos und übergaben den anwesenden Kindern Schulmaterial wie Arbeitshefte und Schreibetuis. Zudem konnten einzelne Kinder freudig ihre Patengeschenke in Empfang nehmen. Der Schulleitung wurden diverse Arbeitsmaterialien zur Unterstützung des Unterrichts sowie Pflegeprodukte für die Kinder überreicht. Das Blindenzentrum ist Schule und Internat zugleich, indem die Kinder jeweils zwei Wochen verbringen. Nach den ausgeführten Aktionen wurden im Schulhof allen Schülern und Schülerinnen und dem Lehrpersonal Kekse und Getränke verteilt.
Anschliessend fand eine Veranstaltung zum Muttertag statt, an der jedes Kind einen Vortrag zum Besten geben konnte. Zudem hielten der Direktor und einige LehrerInnen ihre Gedanken zu Ehren der Mutter fest. Wir waren von den Darbietungen sehr beeindruckt und genossen mit den Kindern einige fröhliche Stunden.
Fotos zur Schulkampagne im Blindenzentrum 2008 findet Ihr hier:
http://www.galerie.viventura.de/Sozialtage/Peru/Schulkampagne_Mai_2008/
Erste Eindrücke im Blindenzentrum in Puno
Neben mir auf der niedrigen Mauer des Blindenzentrums sitzt Christina, eine weitere Volontärin aus Deutschland. Voller Neugier und Enthusiasmus erwarten wir das uns noch unbekannte Morgenritual. Mit uns im Innenhof der Blindenschule befinden sich die ersten fünf Kinder, deren Angehörige, Direktor Henry Pino Diaz und die Lehrerin Gladys. Die Kinder, alles Jungen, werden aufgefordert, sich in Reih und Glied aufzustellen und den Anweisungen der Lehrerschaft zuzuhören. Nach der Begrüssung wird gemeinsam gebetet und für den heutigen schönen Tag gedankt. Dann hält Direktor Henry eine Rede, benennt die Änderungen der Schule, erklärt, welche Lehrerin welche Klasse übernimmt und stellt uns Volontäre vor. Danach stehen alle auf und singen aus voller Brust die peruanische Nationalhymne. Dann löst sich die bunt gemischte Runde auf, und die Kinder werden in ihre Klassenräume geführt.
Es ist Montag Morgen, 24. März um 09.00 Uhr, und mein Einsatz als Freiwilligenarbeiterin im Blindenzentrum „Nuestra Señora de Copacabana“ im Stadtteil Chejoña in Puno beginnt. Heute ist der erste offizielle Schultag, obwohl von den erwarteten 30 Kindern mit einer Sehbeeinträchtigung im Alter zwischen 5 und 18 Jahren erst einmal acht erschienen sind. Der Rhythmus und die Organisation hier in Peru laufen anders, gemächlich und mit eigener Logik, für uns Europäer im ersten Moment schwierig nachzuvollziehen.
Mein erster vereinbarter Arbeitstag liegt bereits drei Wochen zurück. Damals erschien ich voller Elan im Zentrum, fand jedoch nur leere und halb zu Ende gemalte Räume vor. Man erklärte mir, dass die blinden und sehbeeinträchtigten Kinder vor allem aus armen Campesinosfamilien stammen, die teilweise Dutzende von Kilometern entfernt in abgelegenen Gegenden wohnen. Deshalb dauere es einige Wochen, bis sich alle Kinder wieder in der Blindenschule einfänden. Zudem erschwere sich die Situation, da vor allem auf dem Lande blinden Kindern wenig Leistungsfähigkeit zugesprochen wird, und sie somit zu Hause bleiben und auf dem Hof mithelfen müssen.
Inzwischen befinden sich im Schulzimmer von Lehrerin Mirjam die vier jüngsten Jungen, die neu eingetreten sind. In der Unterrichtsstunde werden geometrische Figuren wie Dreieck, Viereck und Kreis behandelt. Nebenan unterrichtet Lehrerin Gladys die 3. bis 4. Klasse. Zurzeit versuchen Edison und Pedro, beide mit einer Sehbeeinträchtigung, ihre Gedanken zur vergangenen Osterwoche, der „semana santa“, in unterschiedlicher Schriftgrösse auf Papier zu bringen.
Seit Mai 2006 erhält das Blindenzentrum Unterstützung durch viSozial. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, den blinden, sehbeeinträchtigten und benachteiligten Kindern in der Region Puno am Titicacasee gezielt zu helfen. In vielen kleinen Schritten wird versucht, die Lebenssituation der Betroffenen dort zu verbessern und ihnen eine Perspektive zu bieten. ViSozial versucht, durch Patenschaftsbeiträge, Spendengelder und Freiwilligenarbeit Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Die Kinder erlernen, vor allem durch das unermüdliche Engagement der LehrerInnen, handwerkliche Fähigkeiten und werden so auf ein späteres Berufs- und Alltagsleben vorbereitet.
Mittlerweile ist es 12.45 Uhr, der Unterricht ist beendet, und die Kinder gehen in den oberen Stock, um im Speisesaal ihr Mittagessen einzunehmen. Für uns Volontäre ist unser erster Arbeitstag beendet. Wir haben bereits mit der Lehrerschaft und den anwesenden Kindern Bekanntschaft geschlossen und erste eindrückliche Erfahrungen gesammelt. Nun freuen wir uns darauf, wenn der „normale“ Schulbetrieb so richtig angelaufen ist und wir bald möglichst tatkräftig Unterstützung leisten können.
Erste Eindrücke von Jeannine Gasperina, Volontärin im Blindenzentrum
Weihnachten 2007 in Peru
Leise rieselt der Schnee…
Leider nicht im Zentrum Arequipas, doch auf den hohen Gipfeln unserer Hausvulkane Misti und Chachani sehr wohl. Dies lies wenigstens ein wenig Weihnachtsgefühl im Süden Perus aufkommen, denn die blinkenden Lichterketten der Häuser und die doch eher salsa-rhythmisch klingenden Weihnachtslieder in den Straßen ließen nicht gerade an ein wohlig gemütliches Weihnachtsfest erinnern. Denn das Fest der Liebe im Inkastaat unterscheidet sich doch in einigen festlichen Aktivitäten sehr stark von unserem Weihnachtsfest in Deutschland:
Ich war auf 21 Uhr an Heilig Abend (Noche Buena) zu Gast bei einer befreundeten Familie eingeladen. Kurz vor halb zehn fiel dem Gastvater ein, den Truthahn in der Stadt abzuholen, bevor wir endlich wie verabredet zu einem Cocktail bei Verwandten eintrafen. Ich hatte den ganzen Tag nichts gegessen, denn ich freute mich wahnsinnig auf den saftigen Vogel, doch nichts da… es gab Alkohol in rauen Mengen, bis wir um 23 Uhr zu weitern Verwandten aufbrachen. Dort wurden wir an einer festlich gedeckte Tafel empfangen und plötzlich, kurz vor Mitternacht, gab es einen Aufruhr: ‚Es ist gleich 12’ und alle wurden recht nervös. Ich fragte naiv in die Runde: ’Und was passiert um 12?’ ‚Na, dann ist Weihnachten!’. Mh, so hatte ich das allerdings noch nie gesehen, denn Weihnachten war für mich bisher immer Heilig Abend und die Feier endete in Deutschland meist schon um 22h, wenn alle müde ins Bett.
- Wir versammelten uns alle draußen, wo es ein großes Feuerwerk gab, so wie bei uns zu Silvester. Es wurde mit Sekt angestoßen und das Christuskind in der Krippe aufgedeckt (denn nun war es erst geboren). Danach durften die Kinder endlich ihre Geschenke auspacken, aber längst nicht in den rauen Mengen, die wir von zu Hause kennen. Gerade die ärmeren Familien in Peru können sich oft gar keine Aufmerksamkeiten für ihre Kinder leisten. Auch Weihnachtsbeleuchtung oder einen Truthahn sucht man z.B. auf Capachica vergeblich. Um aber dennoch das Fest der Freude mit unseren Patenkindern zu teilen, haben wir auch dieses Jahr wieder in all unseren Patenschaftprojekten eine kleine Weihnachtsfeier veranstaltet.
Dieses Jahr überraschten wir die Kinder mit dunkelblauen, warmen Fleecejacken, denn hier kann es vor allem im Winter nachts ziemlich kalt werden. Insgesamt wurden 694 Jacken in allen Größen bestellt und pro Projekt verpackt. Durch diese enorme Menge konnten wir einen Sonderpreis für die Jacken aushandeln und bezahlten schlussendlich 20 Soles (5€) pro Stück. viSozial streckte dabei das Geld vor und konnte dank großzügiger Spenden fast die gesamten Kosten decken.

Die Kampagne in Puno und Capachica wurde am 2. und 3. Dezember 2007 durchgeführt und waren ein voller Erfolg! Nach tagelanger Vorbereitung bis in die langen Abendstunden war endlich alles organisiert. Über 300 Jacken wurden verpackt, Panetón und heiße Schokolade für die Kinder eingekauft. Das gesamte viventura Team und 2 freiwillige Helfer reisten nach Capachica, um dort die Geschenke zu überreichen und ein paar schöne Stunden mit den Kindern und ihren Familien zu verbringen. Die Kinder bastelten, malten und füllten eifrig ihre Fichas aus (Datenblätter) und im Blindenzentrum überraschte man uns mit eigens einstudierten Tänzen und Liedern. Zur gleichen Zeit wurde das lang ersehnte Wasserprojekt für die Gemeinden Chifrón und Hilata eingeweiht. Welch ein Fortschritt! Endlich verfügt jeder Haushalt über einen Brunnen vor dem Haus und erspart den Familien somit die schwierige Arbeit des Wasserholens aus dem See. Dies wurde natürlich gebührend mit Tänzen, Bier und gebratener Forelle gefeiert.

Eine Woche später veranstalteten wir auch ein großes Weihnachtsfest in Arequipa für unsere Schüler in Villa Cerillos. Das viSozial und viventura-Büro schloss daher einen Vormittag seine Pforten und fuhr voll bepackt mit schönen Sachen zu den Kindern. Auch hier wurden im Vorfeld 309 Kinder warme Fleecejacken bestellt, Pantetón und heisse Schokolade eingekauft und ein Clown engagiert, der zur Unterhaltung beitragen sollte.

Mit der Schulglocke endeten die letzten Prüfungen um 9.20h und das Programm konnte beginnen: der Clown, ein Weihnachtsmann (Papa Noel) und Scoopy Doo brachten die Kinder in der grossen Aula zum toben, sie sangen aus voller Kehle moderne spanische Rocklieder und trugen selbst kleine Ständchen auf der Bühne vor, wofür sie dann Luftballons erhielten. Danach wurden die gespendeten Jacken und die geschickten Patengeschenke an die Kinder verteilt. Von jedem Kind wurde natürlich auch ein Foto geschossen. Diese wurden nun nach und nach an die Paten per Email verschickt.
Ein runder Abschluss bot schließlich der Ausschank von duftender heißer Schokolade und Biscochos, kleine süße Brötchen mit getrockneten Früchten, bevor die Schüler in ihre wohlverdienten 3-monatigen Schulferien entlassen wurden.
Alles in allem war dies eine sehr gelungene Weihnachtskampagne und wir möchten allen Paten für die tolle Unterstützung, die vielen Briefe und Geschenke und die Spenden im Namen der Schulkinder in Peru recht herzlich danken.
Bilder von den Kampagnen an Weihnachten 2007 findet ihr in unserer viGalerie:
- Für Arequipa klickt bitte hier
- Für Puno und Capachica klickt bitte hier
Euer viSozialteam aus Peru


