Weihnachtskampagne am Titicacasee
In der diesjaehrigen Weihnachtskampagne am Titicacasee wurden an zwei Tagen (15./16.12.) alle vier Projekte auf Capachica (Grundschule und Kindergarten Hilata, Gemeinde Chifron, Kindergarten Santa Maria, Grundschule Llachon) sowie das Blindenzentrum in Puno besucht. Eine gewisse logistische Herausforderung, zumal am Vortag der fuer diese Reise reservierte Bus wegen technischen Defekts ausfiel -:) , doch die entscheidende Frage dieses Jahr lautete: “Haelt das Wetter ?” In der vorhergehenden Woche hatte es fast ununterbrochen geregnet, doch fuer Capachica brauchten wir unbedingt trockenes Wetter. Die Kampagnen auf Capachica sind immer so etwas wie ein kulturelles Ereignis, zu dem auch die Familien der Kinder erscheinen. Und die Schulen / Kindergaerten / Gemeinden verfuegen ueber keine Raeumlichkeit, die gross genug waere, alle aufzunehmen. Um es vorweg zu nehmen, der Weihnachtsmann und/oder das Christkind war(en) mit uns, es blieb die ganzen zwei Tage trocken. Der Regen setzte erst puenktlich am Abend zur Abreise der zu dieser Kampagne aus Arequipa angereisten Kollegen wieder ein.
Der Startschuss fiel am Montag morgen in Hilata. Dank eines grosszuegigen Paten ist es hier schon zur Tradition geworden, ein Fussballturnier auszurichten. Hierbei spielen die verschiedenen Schulklassen gegeneinander. Doch was tun mit den Kindergartengruppen ? Ich hatte im Vorfeld die beiden Erzieherinnen gefragt, ob es moeglich ware, dass die Kinder in den Spielpausen etwas tanzen koennten - mit dem nachfolgenden Ergebnis haette ich im Traum nicht gerechnet.
Hier seht ihr Bilder und lest weiter
Schulkampagne auf Capachica
Am 07. und 08. Mai 2008 wurde die diesjährige Schulkampagne in den Sozialprojekten auf der Capachica-Halbinsel erfolgreich durchgeführt. Zuvor besuchten wir alle Projekte und sprachen uns mit den Verantwortlichen ab, was dieses Jahr am dringendsten benötigt wird und von viSozial unterstützt werden kann. Danach hieß es, die Kampagne in vielen arbeitsintensiven Stunden vorzubereiten. Dazu gehörte unter anderem Kostenvoranschläge für die Projekte einzuholen, Klassenlisten zu aktualisieren, diverses Material zu besorgen, Rechnungen zu bezahlen und die Geschenke für die ca. 350 Kinder einzupacken.
In der Nacht vor der Kampagne reisten einige MitarbeiterInnen aus dem Büro in Arequipa auf den Altiplano nach Puno, um die Aktionen tatkräftig zu unterstützen. Nach einer kurzen Nacht und einem guten Frühstück konnten wir um 07.30 Uhr mit dem vollbeladenen Bus zum ersten Sozialprojekt der Grundschule in Llachón aufbrechen. Ein Teil der Materialien wie Holz, Zement und Gips musste separat mit einem Lastwagen herbeigeführt werden. Dies wird zur Renovierung des Klassenzimmers für den Musik- und Computerunterricht in Llachón verwendet. Zudem wird dieses Jahr der Lohn des Musikprofessors bezahlt.
In Llachón angekommen, teilten wir uns in Gruppen ein und besuchten die einzelnen Klassen, die zur Zeit von insgesamt 160 Kindern besucht werden. Wir aktualisierten Klassenlisten, machten viele neue Fotos und übergaben den anwesenden Kindern Schulmaterial wie Lektürebücher und Arbeitshefte, die wir zuvor in Stoffbeutel eingepackt hatten. Zudem konnten einzelne Kinder freudig ihre Patengeschenke in Empfang nehmen. Nach den ausgeführten Aktionen wurden allen Schülern und Schülerinnen Kekse und Getränke verteilt.
Unsere Gruppe wurde zusätzlich von zwei Ernährungsberaterinnen begleitet, da mit der Schulkampagne auch eine Ernährungskampagne gestartet wurde. Die Spezialistinnen nahmen dafür von den Kindern der 1. und 2. Klasse Daten wie Körpergröße, Gewicht und Gesundheitszustand auf. In der Ernährungskampagne wird eine Zusammenarbeit mit den Eltern angestrebt. Diese erhalten von den Spezialistinnen Informationen und Unterstützung, eine ausgewogene Mahlzeit mit den zur Verfügung stehenden Grundnahrungsmitteln für ihre Kinder herstellen zu können. Da die meisten Kinder auf dem Land wohnen und deshalb einen langen Schulweg haben, nehmen sie das Mittagessen in der Schule ein. Hierfür konnten diese Kinder ein kleines Tuppergeschirr mit Trinkflasche in Empfang nehmen, die sie täglich mit der vorbereiteten Mahlzeit in die Schule mitnehmen werden.
Am frühen Nachmittag ging es weiter nach Santa Maria, wo wir mit einer wunderschönen Landschaft und einer grandiosen Aussicht auf den Titicacasee und die Insel Taquile belohnt wurden. Nach dem köstlichen Mittagessen besuchten wir den Kindergarten. Die 29 Kinder sowie ihre Eltern erwarteten uns bereits sehnlichst. Wir malten in Gruppen mit den Kindern, nahmen ihre Körperdaten auf und überreichten ihnen im Anschluss das Tuppergeschirr mit Trinkflasche für die Ernährungskampagne und ein Hygieneset bestehend aus Zahnbürste, Zahnpaste, Becher, Seife und einem kleinen Waschtuch. Gemeinsam wurden mit den Kleinen die Hände gewaschen, damit sie danach beim Verteilen der Kekse und Getränke kräftig zugreifen konnten.
Müde, aber mit vielen neuen Eindrücken machten wir uns auf den Weg in unsere Unterkünfte bei einheimischen Quechua-Familien. Eingekleidet in traditionelle Trachten trafen wir uns später zum gemeinsamen Nachtessen. Der erste Tag war anstrengend und sehr eindrücklich. Die Begegnung mit den vielen fröhlichen Kindern, die aus ärmsten Verhältnissen stammen, hinterließ bei uns allen nachhaltige Spuren.
Nach einer ruhigen Nacht und einem reichhaltigen Frühstück führte uns der Weg weiter nach Hilata, wo wir die Grundschule mit 39 Kindern und das wawawasi (Kindergartenklasse) mit insgesamt 30 Kindern besuchten. Aufgrund starken Nachwuchses gibt es in der Schule Hilata neu zwei Kindergartenklassen. Hierfür wurden drei Schultische angefertigt und anlässlich der Schulkampagne überbracht. Wiederum führten wir mit den Kindern die selben Aktivitäten durch wie in den Projekten zuvor. Ein Highlight für die Kinder der 1. bis 6. Klasse war das Fußballturnier, das von einem Paten gesponsert wurde. Jede Klasse bildete eine Mannschaft und trug das Trikot in den Nationalfarben der Länder Brasilien, Argentinien, Peru, Deutschland, Frankreich oder Italien. Jeweils zwei Klassen spielten gegeneinander, und der Sieger erhielt einen Pokal. Die Spieler wurden von den Schulkameraden lauthals angefeuert.
In der Zwischenzeit bereiteten einige Eltern für unser Team eine kleine Mahlzeit vor. Nach den erfolgreich beendeten Aktivitäten haben wir die Kartoffeln, Süßkartoffeln und den Frischkäse sehr genossen.
Nach dem Mittag fuhren wir weiter nach Chifrón, von wo aus wir eine grandiose Aussicht auf den herrlich blauen Titicacasee genossen. Einige Mitarbeiter nutzten die Zeit bis zum Mittagessen dafür, einen Spaziergang in der eindrücklichen Landschaft zu unternehmen.
Nach dem Mittagessen trafen bereits die ersten Kinder mit ihren Eltern ein. Während dem wir uns in drei Gruppen aufteilten und die Daten der 70 Kinder aufnahmen, führten die Beraterinnen einen Ernährungsworkshop mit den Eltern durch. Dafür hatten sie aus Kartoffeln, Milch und Zucker eine süße Creme hergestellt, um aufzuzeigen, was aus den vorhandenen Lebensmitteln herzustellen möglich ist. Die Eltern wurden informiert, dass monatlich Workshops zu Themen der Ernährung veranstaltet werden. Den Kleinen wurden Hygienesets und den größeren Kindern Schulmaterial wie Arbeitshefte und Schreibetuis überreicht. Nach vollbrachter Arbeit stürzten sich alle Anwesenden freudig auf die feinen Kekse und Getränke.
Die zwei Tage der Schulkampagne waren für das ganze Team ein einzigartiges Erlebnis. Die Aktivitäten mit den Kindern in dieser herrlichen Landschaft forderten uns, bereiteten uns jedoch große Freude und hinterließen einen nachhaltigen positiven Eindruck. Zufrieden und erschöpft freuten wir uns auf die Heimkehr nach Puno bzw. Arequipa.
In den nächsten Tagen geht es nun an die Nachbearbeitung der neu gewonnenen Daten, und es werden ebenfalls die Patenkinder-Logbucheinträge aktualisiert. Wir bitten hierbei um ein wenig Geduld – Herzlichen Dank!
Fotos zur Schulkampagne 2008 findet Ihr hier:
http://www.galerie.viventura.de/Sozialtage/Peru/Schulkampagne_Capachica_Mai_2008/
Weihnachten 2007 in Peru
Leise rieselt der Schnee…
Leider nicht im Zentrum Arequipas, doch auf den hohen Gipfeln unserer Hausvulkane Misti und Chachani sehr wohl. Dies lies wenigstens ein wenig Weihnachtsgefühl im Süden Perus aufkommen, denn die blinkenden Lichterketten der Häuser und die doch eher salsa-rhythmisch klingenden Weihnachtslieder in den Straßen ließen nicht gerade an ein wohlig gemütliches Weihnachtsfest erinnern. Denn das Fest der Liebe im Inkastaat unterscheidet sich doch in einigen festlichen Aktivitäten sehr stark von unserem Weihnachtsfest in Deutschland:
Ich war auf 21 Uhr an Heilig Abend (Noche Buena) zu Gast bei einer befreundeten Familie eingeladen. Kurz vor halb zehn fiel dem Gastvater ein, den Truthahn in der Stadt abzuholen, bevor wir endlich wie verabredet zu einem Cocktail bei Verwandten eintrafen. Ich hatte den ganzen Tag nichts gegessen, denn ich freute mich wahnsinnig auf den saftigen Vogel, doch nichts da… es gab Alkohol in rauen Mengen, bis wir um 23 Uhr zu weitern Verwandten aufbrachen. Dort wurden wir an einer festlich gedeckte Tafel empfangen und plötzlich, kurz vor Mitternacht, gab es einen Aufruhr: ‚Es ist gleich 12’ und alle wurden recht nervös. Ich fragte naiv in die Runde: ’Und was passiert um 12?’ ‚Na, dann ist Weihnachten!’. Mh, so hatte ich das allerdings noch nie gesehen, denn Weihnachten war für mich bisher immer Heilig Abend und die Feier endete in Deutschland meist schon um 22h, wenn alle müde ins Bett.
- Wir versammelten uns alle draußen, wo es ein großes Feuerwerk gab, so wie bei uns zu Silvester. Es wurde mit Sekt angestoßen und das Christuskind in der Krippe aufgedeckt (denn nun war es erst geboren). Danach durften die Kinder endlich ihre Geschenke auspacken, aber längst nicht in den rauen Mengen, die wir von zu Hause kennen. Gerade die ärmeren Familien in Peru können sich oft gar keine Aufmerksamkeiten für ihre Kinder leisten. Auch Weihnachtsbeleuchtung oder einen Truthahn sucht man z.B. auf Capachica vergeblich. Um aber dennoch das Fest der Freude mit unseren Patenkindern zu teilen, haben wir auch dieses Jahr wieder in all unseren Patenschaftprojekten eine kleine Weihnachtsfeier veranstaltet.
Dieses Jahr überraschten wir die Kinder mit dunkelblauen, warmen Fleecejacken, denn hier kann es vor allem im Winter nachts ziemlich kalt werden. Insgesamt wurden 694 Jacken in allen Größen bestellt und pro Projekt verpackt. Durch diese enorme Menge konnten wir einen Sonderpreis für die Jacken aushandeln und bezahlten schlussendlich 20 Soles (5€) pro Stück. viSozial streckte dabei das Geld vor und konnte dank großzügiger Spenden fast die gesamten Kosten decken.

Die Kampagne in Puno und Capachica wurde am 2. und 3. Dezember 2007 durchgeführt und waren ein voller Erfolg! Nach tagelanger Vorbereitung bis in die langen Abendstunden war endlich alles organisiert. Über 300 Jacken wurden verpackt, Panetón und heiße Schokolade für die Kinder eingekauft. Das gesamte viventura Team und 2 freiwillige Helfer reisten nach Capachica, um dort die Geschenke zu überreichen und ein paar schöne Stunden mit den Kindern und ihren Familien zu verbringen. Die Kinder bastelten, malten und füllten eifrig ihre Fichas aus (Datenblätter) und im Blindenzentrum überraschte man uns mit eigens einstudierten Tänzen und Liedern. Zur gleichen Zeit wurde das lang ersehnte Wasserprojekt für die Gemeinden Chifrón und Hilata eingeweiht. Welch ein Fortschritt! Endlich verfügt jeder Haushalt über einen Brunnen vor dem Haus und erspart den Familien somit die schwierige Arbeit des Wasserholens aus dem See. Dies wurde natürlich gebührend mit Tänzen, Bier und gebratener Forelle gefeiert.

Eine Woche später veranstalteten wir auch ein großes Weihnachtsfest in Arequipa für unsere Schüler in Villa Cerillos. Das viSozial und viventura-Büro schloss daher einen Vormittag seine Pforten und fuhr voll bepackt mit schönen Sachen zu den Kindern. Auch hier wurden im Vorfeld 309 Kinder warme Fleecejacken bestellt, Pantetón und heisse Schokolade eingekauft und ein Clown engagiert, der zur Unterhaltung beitragen sollte.

Mit der Schulglocke endeten die letzten Prüfungen um 9.20h und das Programm konnte beginnen: der Clown, ein Weihnachtsmann (Papa Noel) und Scoopy Doo brachten die Kinder in der grossen Aula zum toben, sie sangen aus voller Kehle moderne spanische Rocklieder und trugen selbst kleine Ständchen auf der Bühne vor, wofür sie dann Luftballons erhielten. Danach wurden die gespendeten Jacken und die geschickten Patengeschenke an die Kinder verteilt. Von jedem Kind wurde natürlich auch ein Foto geschossen. Diese wurden nun nach und nach an die Paten per Email verschickt.
Ein runder Abschluss bot schließlich der Ausschank von duftender heißer Schokolade und Biscochos, kleine süße Brötchen mit getrockneten Früchten, bevor die Schüler in ihre wohlverdienten 3-monatigen Schulferien entlassen wurden.
Alles in allem war dies eine sehr gelungene Weihnachtskampagne und wir möchten allen Paten für die tolle Unterstützung, die vielen Briefe und Geschenke und die Spenden im Namen der Schulkinder in Peru recht herzlich danken.
Bilder von den Kampagnen an Weihnachten 2007 findet ihr in unserer viGalerie:
- Für Arequipa klickt bitte hier
- Für Puno und Capachica klickt bitte hier
Euer viSozialteam aus Peru



