Wie funktioniert ein peruanischer Kindergarten?

eingetragen von Esther, 23.Okt.2008

Als ich mir Gedanken über ein Thema für meinen Artikel machte, dachte ich mir: “Warum nicht einfach mal für einen halben Tag in einem Kindergarten mit anpacken und später über meine Eindrücke schreiben?” Gedacht, getan. Mittwoch Morgen wurde ich im Zentrum Arequipas von der Kindergärtnerin Lusia des Kindergartens Santa Rosita de Lima abgeholt, weil sie meinte alleine würde ich ihren Kindergarten in Miguel Grau, einem Stadtteil Arequipas,  nicht mehr finden. Außerdem wäre die Gegend für mich viel zu gefährlich. Nun gut, auf so einen Rat hört man besser. Um neun Uhr fuhren wir in einem Colectivo (kleiner Bus mit lauter Cumbia-Musik und mitgrölenden Fahrern) ca. eine halbe Stunde lang bis wir an dem Kindergarten ankamen. Neben dem Kindergarten befindet sich noch eine Vorschule und eine Suppenküche für Senioren, die dort täglich mit warmem Essen versorgt werden.

p1010830klein Wie funktioniert ein peruanischer Kindergarten?

Als ich in den Kindergarten kam, wurde ich mit einem herzlichen “HOOOOLAAAA!!!” von 16 kleinen Kindern begrüßt, die zwischen 8 Monaten und 4 Jahren alt sind. Ich kam gerade rechtzeitig zum Refresco, einer Zwischenmalzeit zwischen Frühstück und Mittagessen. Es gab Milchreis, sogar für mich;-)
Gleich am Anfang fiel mir ein kleines Mädchen auf. Sie ist mit 8 Monaten zurzeit die Jüngste. Die Kindergärtnerinnen erzählten mir, dass sie eine Erkältung hat, da sich ihre 18-jährige Mutter nicht ausreichend um sie kümmert. Als ich sie mir genauer ansah, bemerkte ich, dass sie kaum noch durch die Nase atmen konnte und ihre Augen voll mit Schlaf waren. Sie sah sehr dreckig aus und hatte vefilzte Haare.  Also ging´s erstmal ab zum Haarewaschen. Dazu wurde Wasser aufgekocht, mit kaltem gemischt  und in einen Krug geschüttet. Die Kinder mussten sich über eine Schüssel beugen und bekamen eine Plastiktüte um den Hals, damit die Kleidung nicht nass wird. Insgesamt 5 Kindern haben wir so die Haare gewaschen.

p1010833klein Wie funktioniert ein peruanischer Kindergarten?

Das kleine Mädchen wurde danach mit einer Mütze auf dem Kopf in ihrem Wagen in die Sonne geschoben. Als ich fragte, was das Kind denn in der Sonne macht, bekam ich als Antwort: “trocknen.”  Aha.

Nachdem alle wieder glänzten, wurden sie in 2 Gruppen aufgeteilt. Die Größeren bekamen nun von der Erzieherin die Aufgabe eine Ananas, die sie zuvor zeichnete, auszumalen. Die andere Gruppe spielte querbet mit allem, was in dem kleinen Raum zu finden war.

p1010852klein Wie funktioniert ein peruanischer Kindergarten?

Um mir mal eine Kinderpause zu gönnen, ging ich in die daneben liegende Küche, wo zwei Frauen schon fleißig am Bohnenpellen waren. Ich half ihnen ein bisschen und lernte nebenbei Quechua, was ich natürlich sofort wieder vergaß. Die Köchin erzählte mir, dass sie jeden Tag für ca 30-50 Senioren kochen würde. Das fand ich sehr lobenswert. Heute gab es Eintopf in einem gigantischen Hexenkessel. Ein paar Senioren warteten schon hungrig auf den Bänken.

Zurück bei meinen Kindern wurde gerade gebetet, da sie nun auch ihr Mittagessen bekamen. Da ich auch Hunger bekam, machte ich mich auf den Rückweg. Natürlich wurde ich wieder von Lusia zum Bus begleitet. Es war ein sehr schöner aber auch anstrengender Vormittag und ich bewundere die beiden Kindergärtnerinnen für ihre Geduld. Die Kinder sind bei Lusia und ihrer Kollegin wirklich in sehr guten Händen.

Mehr Bilder könnt ihr hier sehen.

 

Mit ein bisschen Fantasie geht alles!

eingetragen von Esther, 30.Sep.2008

Letzten Donnerstag hat sich das viventura- Team in Arequipa für den Sozialtag auf den Weg zum Kindergarten Nuestra Señora de Solidaridad gemacht, um mit den Kindern der drei Klassen einen Malwettbewerb zu machen. Vorher kauften wir Papierbögen, Kleber und Krepppapier und packten die Preise ein. Um keine Klasse zu bevorzugen bereiteten wir pro Klasse eine Kiste mit Mal- und Bastelmaterialien vor, die uns von Reisegruppen gespendet wurden. Vielen Dank an dieser Stelle an alle fleißigen Spender!

Um 9:30Uhr kamen wir im Kindergarten an und verteilten uns auf die Klassen, um den Kindern ein bisschen unter die Arme zu greifen. Es wurden Tische und Stühle zur Seite geschoben, damit sich die kleinen Künstler auf dem Boden um die Blätter verteilen konnten.

Die+Kuenstler+bei+der+Arbeit_abcd-480-68296 Mit ein bisschen Fantasie geht alles!Eigentlich hatten wir uns vorher das Thema “Zoo” überlegt aber es sollte anders kommen… Für die 3-Jährigen brachten wir Tierschablonen mit, die sie einfach nur auszumalen brauchten. Dabei entstanden grüne Tiger, bunte Nilpferde und halb bemalte Pelikane, die wild auf den von uns liebevoll vorbereiteten Hintergrund geklebt wurden.

In den älteren Klassen sah es nicht anders aus. Die Kinder ließen ihrer Fantasie freien Lauf und malten Hunde ohne Augen, Esel, die aussahen wie Hasen und Fische, die vom Meer verdeckt wurden. Natürlich blieb die Farbe dabei nicht nur auf dem Papier, sondern landete an Tischen, Stühlen und im Gesicht des Nachbarn. Als die Kunstwerke fertig waren, schickten wir die Künstler für eine kreative Verschnaufpause in den Garten zum Spielen und verzierten die Ränder der Bilder mit Krepppapier.

Anschließend wollten wir die Meisterwerke an den Zaun des Kindergartens hängen, damit man sie Gruppenbild_abcd-480-68298 Mit ein bisschen Fantasie geht alles!begutachten kann aber die Natur spielte nicht ganz mit und schickte ein paar heftige Windstöße in Richtung Kunstewerke. Es reichte gerade noch für ein Gruppenfoto (siehe Bild). Zum Schluss übergaben wir die Geschenke an die Klassen und verabschiedeten uns von den Künstlern. Und wer weiß, mit den gespendeten Malutensilien werden sie vielleicht doch eines Tages mal zu wahren Künstlern;-)

Alle Fotos könnt ihr hier sehen.

 

So kommt die Maus nach Peru…

eingetragen von Sonja, 20.Aug.2008

cimg2321_klein-300x225 So kommt die Maus nach Peru...Am heutigen Mittwoch durfte unser Büro wieder die PC’s ausschalten und in den Kindergarten fahren. Diesmal ging es nach Santa María, einem Kindergarten weit außerhalb vom Stadtzentrum Arequipa’s von wo aus man eine wunderschöne Aussicht auf die drei Hausvulkane Chachani, Misti und Picchu Picchu hat. In drei Taxis ging es vollgeladen mit Büroarbeitern und Früchten, Bastelmaterial, Handtüchern, eigens gebastelten Mobile’s, Gardinen, Hammer und Nägeln zu den Kindern.cimg2340_klein-225x300 So kommt die Maus nach Peru...

Die fleißigen männlichen Mitarbeitern und unsere französische Kollegin haben die Nägel an den Fenstern befestigt, bis es den ersten Zwischenfall gab. Das typische Daumen-Hammer-Schicksal hat Oskar getroffen, der sich dann daraufhin erst einmal als Schachmatt gesetzt sehen durfte ;-) In dem kleinen Schlafsaal der Kinder wurden Gardinen befestigt, Kuscheltiere ausgepackt und ein Mobile befestigt.

Im Aufenthaltsraum durften neue Gardinen, ein Alfabet, Bastelmaterialien und neue Holzspielsachen, natürlich auch nicht fehlen. Das Highlight des Tages war dann das Geburtstagsständchen für unsere Mitarbeiterin mit anschließender Umarmung aller Kinder.

Achja und wie kam die Maus nun nach Peru? Nach tagelanger Vorbereitung habe ich mit viel Spaß an der Freude, die Maus auf ein Plakat bekommen, das nun das Schlafzimmer der Kinder schmückt und ein wenig Farbe in den Kindergarten bringen soll.

Alle Fotos vom Sozialtag findet ihr hier.

cimg2355_klein-300x225 So kommt die Maus nach Peru...

 

Eindrücke einer Sozialtour

eingetragen von Sonja, 18.Jul.2008

Um unseren Gruppen von viventura auch unser soziales Engagement sany0115_klein-225x300 Eindrücke einer Sozialtournäher zu bringen, gehört auf ihren Reiseplan natürlich auch eine Sozialtour, bei der wir mindestens ein Projekt besuchen. Denn auch mit einer viventura Reise wird Gutes getan und pro Teilnehmer 25 Euro an soziale Projekte gespendet.

So hieß es für unsere heutige Gruppe, Abfahrt um 10 Uhr vom Hotel in Richtung Paucarparta. Paucarparta ist der größte Stadtteil von Arequipa mit ca. 200.000 Einwohnern, die überwiegend aus Puno oder Cusco hierher gezogen sind, weil sie sich in einer Großstadt bessere Chancen erhoffen. Das dies aber oft nicht der Fall ist sieht man auch hier ganz gut. Die Infrastruktur hört auf, Strom wird auf illegalem Wege angezapft und die Häuser verfügen über kein fließend Wasser.

Wir kommen dann doch, auch über einige Umwege in einem unserer sechs Kindergärten “Nuestra Señora de Nueva Alborada” an und die 24 Kinder staunen nicht schlecht, als auf einmal 13 groß gewachsene Herren und Damen aus Deutschland vor Ihnen stehen. Nach kurzen Annäherungsversuchen, war das Eis auch schon gebrochen und als dann die von den Reisenden mitgebrachten Luftballonssany0118_klein-300x225 Eindrücke einer Sozialtour ausgepackt wurden, war an still sitzen nicht mehr zu denken. Während ich mit den einen die kleinen Rücksäcke der Kinder mit Zahnpasta und Zahnbürsten füllte, sind die anderen fleißg mit aufblasen beschäftigt, sodass auch jedes Kind einen Luftballon erhält. Nach einigem Toben, einer kurzen Konversation zwischen 30ig und dreijährigen, hieß es zurück auf die Plätze, denn das Mittagessen wurde “serviert”. Das war gar nicht so leicht, die Kleinen wieder auf ihren Platz zu bekommen. Irgendwie schafften wir es dann aber doch und dann wurden die Löffel gefasst und wer ihn noch nicht so ganz feste sany0125_klein-300x225 Eindrücke einer Sozialtourhalten konnte, bekam Unterstützung von unserer Gruppe (das Essen der Kinder wird von einer Gruppe Senioren, die nach Vorgabe einer Ernährungswissenschaftlerin zubereitet). Danach haben sich unsere aktiven Reisenden auch noch beim Spülen ausgetobt,sany0128_klein-225x300 Eindrücke einer Sozialtour wofür ich mich auch noch mal bedanken möchte ;-)

Unsere Gruppe konnte sich nur sehr schwer trennen und daher ging es dann direkt in unser Büro in Arequipa, wo ein leckeres Mittagessen unserer Carmencita auf uns wartete!

Auch ein herzliches Dankeschön an die Klasse von Nina N. aus Schneverdingen, die uns freundlicherweise u.a. die Zahnbürsten und Zahnpasta zugeschickt haben.sany0135_klein-300x225 Eindrücke einer Sozialtour

 

Picknick mit Affen, Pelikanen und Jaguar

eingetragen von Sonja, 1.Jul.2008

Auf+der+Schaukel_abcd-480-65502 Picknick mit Affen, Pelikanen und JaguarFür die Kinder des Kindergartens in Paucarparta hieß es diesmal gelbes T-Shirt anziehen und ab in den Bus. Gelbes T-Shirt, damit wir die Racker auch alle wiederfinden und mit dem Bus ging es in den nahegelegenen Zoo. Das Büro aus Arequipa hat sich den Vormittag frei genommen und begleitet die Kleinen, im Alter von 15 Monaten bis 3 Jahren, am Sozialtag bei ihrem ersten Zoobesuch. Vorbei geht es an Affen, Pelikanen, einem Kondor, einem Jaguar, hin zu den Pinguinen und auf den Spielplatz, mit seinen Rutschen, Karussels und Schaukeln. Obwohl wir 13 Erwachsene sind und “nur” 21 Kinder, halten diese uns ganz schön auf Trab und den Überblick behalten kann schon mal schwer fallen.

Eine kleine Pause muss dann auch mal sein und so packen wir unsere Mandarinen und Bananen aus und helfen beim Schälen. Lange hält es die Kinder aber nicht auf ihren Plätzen und so ist die Verschnaufpause für die “Großen” auch schon wieder vorbei. Um halb eins verlassen wir den Zoo mit erschöpften Kindern und noch erschöpfteren viventura-Mitarbeitern.

Fotos vom Sozialtag

Am Affenkäfig

 

Sozialtag Cuna Nueva Alborada

eingetragen von Sonja, 29.Feb.2008

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Heute war es nun wieder soweit. Das Büro von viventura und viSozial in Arequipa hat heute Vormittag seine Pforten geschlossen, um sich auf den Weg zum Kindergarten Nueva Alborada im Stadtteil Paucapata zu machen. Dort haben uns 20 Kinder im Alter von 1 bis 5 Jahre freudig erwartet. Für diesen Tag haben wir uns etwas Besonderes überlegt. Jedes Kind sollte seinen eigenen Untersetzer für die Mahlzeiten basteln. Das Team brachte abwaschbare Untersetzer in grün und gelb mit und hat diese nach den Wünschen der Kinder mit Figuren aus Schaumgummi beklebt. So entstanden individuelle Platzsetzer für die lebensfrohen Kinder. Danach wurden noch mit Fingerfarben auf schwarzen Karton, die Handabdrücke der Kleinen und ihre Namen verewigt. Besonders die männlichen Teammitglieder wurden in Beschlag genommen und spielten mit den Kindern Reiter und Pferd.

Fotos

 

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