…aller Anfang ist schwer…..und doch genauso spannend…

Montag, den August 4, 2008 von Sonja Schreibe hier dein Feedback zum Artikel! »

p5300016-300x225 ...aller Anfang ist schwer.....und doch genauso spannend...Es war Mitte April, als ich das erste Mal die Schule San Juan Apostol betreten habe. Und schon gleich auch herzlichst von den Kindern empfangen wurde, die einen von der ersten Minute an mit einem Lachen, einer Offenheit und Neugier begegnen.

Die anderen Freiwilligen haben mir gleich die Räumlichkeiten gezeigt und erzählt und erklärt, wie es hier so abläuft. Anfangs erschien mir schon alles ziemlich chaotisch und ich hatte nicht so wirklich Ahnung, wie und wo ich anfangen soll

Allerdings legte sich dieses Gefühl schnell und nach einer Woche habe ich bereits 4 Klassen in Englisch übernommen und mich entschlossen, die verbleibende Zeit fest in einer Klasse, der Klasse 2A zu verbringen und dabei die Lehrerin Claudia bei ihrer Arbeit zu unterstützen und den Kindern bei ihren Aufgaben und Problemen zu helfen.

So entstand eine festere Bindung zu den Kindern und ich konnte auch besser ihre Entwicklung mitbekommen und den täglichen Ablauf.

Ausserdem gibt es natürlich auch immer wieder Feste, die vorbereitet werden müssen und somit viele Hände und Ideen benötigen, wie z.B. der Muttertag. Dieser Tag wird hier viel größer gefeiert als bei uns.

Neben zahlreichen selbst gebastelten Geschenken werden die Mütter von ihren Kindern mit Gesang und Theatereinlagen in der Aula gefeiert. Alle Klassen haben sich wahnsinnig viel Mühe gegeben und es ist einfach schön zu sehen, mit welchem Stolz und Eifer die Kinder ihre Darbietungen präsentieren.

Mit der Zeit kommen auch die vielen Ideen……

…und man hat gar nicht die Zeit alles zu realisieren ….

Aufgrund des Bedarfs an Lernmaterialien habe ich mich dazu entschlossen, selbst einige Lernspiele für den Englisch- und Mathematikunterricht (Memory, Domino, Puzzles usw.) zu kreieren. Die Schüler nahmen diese mit reger

Abschiedsfest

Begeisterung an und v.a. halfen sie mir, die schnelleren Schüler motivierend zu beschäftigen und gleichzeitig zusätzlich zu fördern. Die Idee war, weitere Lernspiele nach meinen Modellen noch zusammen mit den Schülern herzustellen, wie z.B. ein riesiges Tiermemory in Englisch, doch leider fehlte dazu am Ende die nötige Zeit. Ich hoffe, dass vielleicht die nächsten Freiwilligen dieses Projekt weiterführen, denn so könnte über eine gewisse Zeit ein großer Pool an Lernmaterialien für die Schüler zusammengestellt und von allen jederzeit genutzt werden.

Sehr viel Neugier und Interesse zeigten die Schüler auch bei einer Stunde, die ich über die Welt, Europa und Deutschland gehalten habe. Mit Karten und Bildern, konnte ich die Fragen über Fragen, wo Deutschland liegt, wie es dort aussieht, was es dort alles gibt beantworten.

Es ist wirklich toll, wie offen die Schüler und Lehrer gegenüber jeglichen eigenen Ideen sind und so hat man wirklich absolute Freiheit, sich da einzubringen, wo man es gerne möchte. Es liegt immer in der eigenen Hand, wie viel Zeit man in das Projekt hineinsteckt, doch wenn man wieder einmal mehr die leuchtenden Augen der Kinder sieht, dann steckt man gerne viel Zeit hinein .

Die Lehrer sind alle absolut aufgeschlossen und leisten hier eine respektvolle Arbeit in dem Projekt, denn es ist zugegeben nicht immer einfach. Des öfteren braucht man schon starke Nerven. Doch der Dank der Schüler ist einem garantiert!

Zum Abschied hat meine Klasse für mich noch ein kleines, unvergessliches Fest vorbereitet, welches es mir allerdings nicht gerade einfach gemacht hat, mich zu verabschieden.

Zum Schluss möchte ich noch einmal allen Danken, den Betreuern, den Lehrern und den Schülern, die 2 Monate Arbeit in Arequipa für mich zu einem unvergesslichen Abenteuer gemacht haben !!!

Erfahrungsbericht von Angelika Schläfer (April- Mai 2008 im Sozialprojekt San Juan Apostól in Arequipa/Peru tätig)

 

1.Teil Gesundheitskampagne San Juan Apostol

Donnerstag, den Juli 24, 2008 von Sonja 2 Kommentare »

sany0102-225x300 1.Teil Gesundheitskampagne San Juan ApostolVom 15. bis 18. Juli war es nun soweit und wir konnten mit unserem ersten Teil der Kampagne in San Juan Apostol, Arequipa beginnen. Das Team des Gesundheitsministeriums bestand aus drei Doktoren, drei Biologen, zuständig für die Laboruntersuchungen und einige Freiwillige, die ehrenamtlich mithalfen. Am ersten und zweiten Tag wurden Blutproben der Kinder entnommen, um ihren Hämoglobinwert zu ermitteln (reduzierte Hämoglobinwerte führen zu Anämie, die auf Eisenmangel zurückzuführen ist). In den beiden folgenden Tagen wurde die übliche ärztliche Kontrolle der Kinder durchgeführt, wobei sie gewogen wurden, ihre Lungen abgehört wurden und das übliche “Ahhh” mit Zunge rausstrecken auch nicht fehlen durfte.

sany0103-300x225 1.Teil Gesundheitskampagne San Juan ApostolDie Laborwerte erwarten wir noch und hoffen diese schnellstmöglich zu erhalten, um unsere weiteren Schritte planen zu können. Für viele Kinder war dies ihre erste Untersuchung und der erste Kontakt mit Ärzten (da blieben leider keine Tränen aus und der ein oder andere Patient musste auch getröstet werden).

Die Kinder haben sich aber auch schon an das Warten gewöhnt und haben sich die Zeit im Lehrerzimmer mit Comicheften vertrieben und für die Kleinen gab es auch mal einen netten Freiwilligen der ihnen vorlas.

Auch für die weiteren Aktionen und Kampagnen sind wir stark auf Spenden angewiesen. Schon dafür möchte sich viSozial e.V. bedanken und auch an dieser Stelle ein Dankeschön an unsere treuen Paten, die uns dies ermöglichen.

 

Eindrücke einer Sozialtour

Freitag, den Juli 18, 2008 von Sonja Schreibe hier dein Feedback zum Artikel! »

Um unseren Gruppen von viventura auch unser soziales Engagement sany0115_klein-225x300 Eindrücke einer Sozialtournäher zu bringen, gehört auf ihren Reiseplan natürlich auch eine Sozialtour, bei der wir mindestens ein Projekt besuchen. Denn auch mit einer viventura Reise wird Gutes getan und pro Teilnehmer 25 Euro an soziale Projekte gespendet.

So hieß es für unsere heutige Gruppe, Abfahrt um 10 Uhr vom Hotel in Richtung Paucarparta. Paucarparta ist der größte Stadtteil von Arequipa mit ca. 200.000 Einwohnern, die überwiegend aus Puno oder Cusco hierher gezogen sind, weil sie sich in einer Großstadt bessere Chancen erhoffen. Das dies aber oft nicht der Fall ist sieht man auch hier ganz gut. Die Infrastruktur hört auf, Strom wird auf illegalem Wege angezapft und die Häuser verfügen über kein fließend Wasser.

Wir kommen dann doch, auch über einige Umwege in einem unserer sechs Kindergärten “Nuestra Señora de Nueva Alborada” an und die 24 Kinder staunen nicht schlecht, als auf einmal 13 groß gewachsene Herren und Damen aus Deutschland vor Ihnen stehen. Nach kurzen Annäherungsversuchen, war das Eis auch schon gebrochen und als dann die von den Reisenden mitgebrachten Luftballonssany0118_klein-300x225 Eindrücke einer Sozialtour ausgepackt wurden, war an still sitzen nicht mehr zu denken. Während ich mit den einen die kleinen Rücksäcke der Kinder mit Zahnpasta und Zahnbürsten füllte, sind die anderen fleißg mit aufblasen beschäftigt, sodass auch jedes Kind einen Luftballon erhält. Nach einigem Toben, einer kurzen Konversation zwischen 30ig und dreijährigen, hieß es zurück auf die Plätze, denn das Mittagessen wurde “serviert”. Das war gar nicht so leicht, die Kleinen wieder auf ihren Platz zu bekommen. Irgendwie schafften wir es dann aber doch und dann wurden die Löffel gefasst und wer ihn noch nicht so ganz feste sany0125_klein-300x225 Eindrücke einer Sozialtourhalten konnte, bekam Unterstützung von unserer Gruppe (das Essen der Kinder wird von einer Gruppe Senioren, die nach Vorgabe einer Ernährungswissenschaftlerin zubereitet). Danach haben sich unsere aktiven Reisenden auch noch beim Spülen ausgetobt,sany0128_klein-225x300 Eindrücke einer Sozialtour wofür ich mich auch noch mal bedanken möchte ;-)

Unsere Gruppe konnte sich nur sehr schwer trennen und daher ging es dann direkt in unser Büro in Arequipa, wo ein leckeres Mittagessen unserer Carmencita auf uns wartete!

Auch ein herzliches Dankeschön an die Klasse von Nina N. aus Schneverdingen, die uns freundlicherweise u.a. die Zahnbürsten und Zahnpasta zugeschickt haben.sany0135_klein-300x225 Eindrücke einer Sozialtour

 

Gesundheitskampagne San Juan Apostol

Dienstag, den Juli 1, 2008 von Sonja Schreibe hier dein Feedback zum Artikel! »

San+Juan+Apostol_abcd-480-65504 Gesundheitskampagne San Juan ApostolLiebe Paten, Interessierte und Freunde von viSozial!

Nach der erfolgreichen Schulkampagne am Titicacasee, möchten wir auch eine Kampagne in Arequipa, in der Schule San Juan Apostol durchführen. Diese Kampagne besteht aus drei Teilkampagnen, die bis zum Ende des Jahres 2008 abgeschlossen sein sollen.

1. Kampagne (Ende Juli 2008): Untersuchung der Kinder auf ihren momentanen Gesundheitszustand (vor allem Feststellung Unter-, Fehl- oder Mangelernährung).

2. Kampagne (September/Oktober 2008):  in akuten Fällen Verabreichung von Medikamenten (besonders bei Magen-Darmkrankheiten); Ernährungsworkshops für Eltern

3. Kampagne (November 2008): Kontrolle (Gewicht, Größe, etc.) der Kinder, weitere Ernährungsschulungen für Eltern und Kindern.

Der Stadtteil Villa Cerillos, indem die Schule San Juan Apostol beheimatet ist, verfügt über kein fließend Wasser, Müllabfuhr oder Zugang zu Elektrizität. Das mangelnde Wissen der Eltern über eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann oft zu Mangelerscheinungen bei ihren Kindern führen. Wir möchten nicht nur die Kinder untersuchen und ihnen Medikamente verabreichen. Wir möchten, dass die Eltern ihren Beitrag zu einer gesunden Ernährung beitragen und dies in Ernährungsschulungen lernen. Wir werden bei diesen Kampagnen mit dem Gesundheitsministerium zusammenarbeiten, sind aber sehr auf die Hilfe von Außen angewiesen.Vorschule+SJA_abcd-480-65506 Gesundheitskampagne San Juan Apostol

Für Unterstützung, sei es durch eine Spende oder eine Übernahme einer Patenschaft, wären die Kinder aus San Juan Apostol sehr dankbar!

 

Picknick mit Affen, Pelikanen und Jaguar

Dienstag, den Juli 1, 2008 von Sonja Schreibe hier dein Feedback zum Artikel! »

Auf+der+Schaukel_abcd-480-65502 Picknick mit Affen, Pelikanen und JaguarFür die Kinder des Kindergartens in Paucarparta hieß es diesmal gelbes T-Shirt anziehen und ab in den Bus. Gelbes T-Shirt, damit wir die Racker auch alle wiederfinden und mit dem Bus ging es in den nahegelegenen Zoo. Das Büro aus Arequipa hat sich den Vormittag frei genommen und begleitet die Kleinen, im Alter von 15 Monaten bis 3 Jahren, am Sozialtag bei ihrem ersten Zoobesuch. Vorbei geht es an Affen, Pelikanen, einem Kondor, einem Jaguar, hin zu den Pinguinen und auf den Spielplatz, mit seinen Rutschen, Karussels und Schaukeln. Obwohl wir 13 Erwachsene sind und “nur” 21 Kinder, halten diese uns ganz schön auf Trab und den Überblick behalten kann schon mal schwer fallen.

Eine kleine Pause muss dann auch mal sein und so packen wir unsere Mandarinen und Bananen aus und helfen beim Schälen. Lange hält es die Kinder aber nicht auf ihren Plätzen und so ist die Verschnaufpause für die “Großen” auch schon wieder vorbei. Um halb eins verlassen wir den Zoo mit erschöpften Kindern und noch erschöpfteren viventura-Mitarbeitern.

Fotos vom Sozialtag

Am Affenkäfig

 

Endlich eine neue Brille

Dienstag, den April 22, 2008 von Sonja Schreibe hier dein Feedback zum Artikel! »

“Ich freue mich so. Endlich kann ich wieder lesen was an der Tafel steht.”, sagt Meryssl15937 Endlich eine neue Brille nachdem sie ihre neue Brille in den Händen hält.

Ich treffe mich am Freitag Nachmittag mit Mery, 10 Jahre alt, ihrer Mutter und ihrer großen Schwester am “Plaza de Armas” in Arequipa. Wir machen uns gemeinsam auf den Weg in die “Brillenstraße”, eigentlich Calle de Peru, jedoch gibt es hier ausschließlich Brillengeschäfte und Optiker. Mery’s Patin hat uns die finanzielle Unterstützung zukommen lassen, damit ihre Patentochter die lange benötigte Brille endlich erhält. So müssen wir zunächst einen Arzt konsultieren, der die Augen auf ihre jetzige Sehstärke hin kontrolliert. Ihre Mutter sagt mir nach der Untersuchung, dass ihre Augen viel schlechter geworden sind und sie mit dem rechten Auge ganz besonders schlecht sieht. “Das es so schlimm ist, ssl15939 Endlich eine neue Brillehätte ich nicht gedacht.”, sagt ihre Mutter. Mit dem Ergebnis in der Hand gehen wir zur Optikerin. Da steht dann auch schon das nächste “Problem” vor der Tür. Mädchen in Mery’s Alter haben auch schon ihre eigenen Vorstellungen und da ihre Beraterinnen alle Frauen sind, kann man sich denken, dass es etwas länger gedauert hat. Am Schluss wurde es dann ein violett, metallenes Gestell und das wichtige, die Gläser sind mit UV-Schutz. Das hat den Preis zwar etwas herauf getrieben, aber in Villa Cerillos, in dem Stadtteil in dem sie lebt und wo sie auch die Schule San Juan Apostol besucht, ist dies eine Notwendigkeit, die sich kaum Jemand leisten kann. Ungeschützt sind die Menschen der Sonne unterlegen und der weiße Gestein, Sillar, reflektiert die Sonnenstrahlen so stark, dass oft über Sehbeschwerden geklagt wird. Doch nicht nur die Brille ist eine notwendige Schutzmaßnahme, um Mery’s junge Augen zu schützen. Einfache Vitamine, wie Vitamin A und B, können Mangelerscheinungen vorbeugen. Da jedoch Vitamine in Form von Früchten und Eiweißen, wie Milch und Eiern teures Gut sind, ist diese (für Deutschland selbstverständliche) Ernährung, in Peru schwer umzusetzen.

Anm. viSozial:
Der Brillenkauf konnte deshalb so schnell und unbürokratisch von uns realsiert werden, weil wir extra auf einem Vermerk im Verwendungszweck, diese als zweckgerichtete Sonderspende verzeichnet haben. Denn Sonderspenden erweisen sich als höchst schwierig. Überweist ihr beispielsweise einen Betrag von 15€ und gebt im Verwendungszweck “Geschenk, Brille, Sonderspende etc.” für euer Patenkind an, so ist dieses in der Buchhaltung exakt vermerkt. Wir müssen nun für exakt 15€ und nicht für 13,50€ oder 14,99€ einkaufen (belegt durch Quittung). Hinzu kommt noch die Umrechnung in die Landeswährung, die zur Zeit sehr krumm ist (so wären 15€=64,0925 Soles wert). Nun könnt ihr euch vorstellen, dass es sehr schwer ist für genau diesen Wert einzukaufen. Wir können nicht immer so effektiv und schnell handeln wie wir es gerne möchten. Bei offenen Spenden (Verwendungszweck “Projektname”) können wir sehr viel unbürokratischer die Spenden einsetzen und schneller handeln. Wir bitten noch einmal alle Spender dies zu berücksichtigen!

Natürlich freuen sich eure Patenkinder über Briefe und Päckchen aus Deutschland, die ganz unbürokratisch übergeben werden können. Die Kinder, die zur Zeit nicht das Glück haben, einen Paten zu haben, profitieren natürlich von den Spenden die direkt an das Projekt gehen.

 

Patenbesuch in Arequipa

Donnerstag, den April 17, 2008 von Sonja Schreibe hier dein Feedback zum Artikel! »

“Sonja, ich komme nach Arequipa und möchte meine Patenkinder sehen. Wann fahren wir?”

Bernd und seine Familie sind seit einigen Jahren Pateneltern von Rosmery, 9 Jahre alt und Marushka, 6 Jahre alt. Die beiden besuchen die Schule San Juan Apostol in Villa Cerillos und für sie soll der Patenbesuch eine kleine Überrschung werden, die ihre Patenfamilie vor 2 Jahren das erste Mal gesehen haben. Pünktlich um halb 10, treffe ich mich mit Bernd vor der Kathedrale in Arequipa und wir machen uns zur Markthalle San Camillo auf, um noch etwas Obst für die Kinder zu kaufen. obstkauf Patenbesuch in ArequipaFür 100 Soles (etwa 25€) bekommen wir jeweils eine Kiste Trauben (15 kg), Ananas (8 kg) und noch eine kleine Kiste Minibananen. Vollgepackt geht es zum Taxifahrer, der uns hoch über die Stadt nach Villa Cerillos bringen wird. Eine nette Unterhaltung hatten wir auch noch und auf einmal ist der Taxifahrer ein studierter Mann mit Universitätsabschluss, der als normaler Grundschullehrer seine Familie mit ca. 400 Soles monatlich an einer öffentlichen und 800 Soles an einer privaten Schule nicht ernähren könnte. So erweist sich die Fahrt als kleine Bildungsreise und Bernd und ich lernen etwas über die Regierung, das Schulsystem und die Probleme der Peruaner.

ssl16008_neu Patenbesuch in ArequipaIn der Schule angekommen, übergeben wir die Früchte, die leider für die 360 Kinder nicht alle reichen werden, an die fleißigen Mütter und gleichzeitig Köchinnen von San Juan Apostol. Hier kochen die Mütter im wöchentlichen Turnus jeden Tag für ihre Kinder, damit sie gestärkt in den Tag starten können. Z.B. Reis, Brot, Milch und immer etwas Obst sollen zu einer ausgewogenen Ernährung führen. Da die Kinder normalerweise zum Frühstück eher Brot und Tee bekommen, können sie ausgeglichen das Lernen beginnen.

Die Schulleiterin, Zoila, hat sich schon auf den Weg gemacht und sucht Bernd’s Patenkinder. Nun ist es also soweit, im Zimmer der Direktorin treffen die drei wieder aufeinander. Die kleine Marushka fängt direkt an zu erzählen und dass er doch schon mal da war und wie sehr sie sich das letzte Mal doch gefreut hat. Rosmery ist noch etwas schüchtern, aber auch langsam beginnt sie zu erzählen und als Bernd dann auch noch die Geschenke ssl16004_neu Patenbesuch in Arequipa(warme Socken, Zahnbürsten, Puppen, Stifte) für die Kinder auspackt, strahlen die Kinder noch ein wenig mehr. Die Kinder fragen auch ganz selbstverständlich, wie es denn der Familie geht und ob in Deutschland alles in Ordnung ist. Wir sind auch ganz gespannt, was die Kinder denn zu berichten haben und ob es ihren Familien denn gut geht. Zum Schluss stellt sich noch heraus, dass Marushka gerne Ärztin werden möchte und Rosmery, als Polizistin arbeiten möchte. Ob das etwas mit dem Beruf ihres Patenvaters zu tun hat? Damit die Kinder auch ihren Traumberuf erlernen können, schicken wir sie wieder zurück in die Klassen und schauen uns noch ein wenig auf dem Gelände von San Juan Apostol um und Bernd kann den Fortschritt und die Veränderung wohl am Besten beschreiben, “vier Gebäude in 2 Jahren? Das ist doch mal eine Entwicklung.”

Natürlich interessieren mich noch die Beweggründe, warum Bernd und seine Familie, denn gerade Kinder in Peru unterstützen? “Meine Frau und ich sind viel gereist und wissen das es anderen Menschen schlechter geht als uns. Eine Patenschaft war daher nicht sehr abwegig. Auch unserer Tochter wollen wir zeigen, dass es Kindern in ihrem Alter nicht immer leicht gemacht wird und zur Schule gehen nicht selbstverständlich ist. Für die Beiden bezahlen wir 120€ im halben Jahr, das tut Keinem weh. Besonders wenn ich sehe, dass die Hilfe ankommt, kann ich mit einem Gefühl nach Deutschland fahren, dass ich etwas Gutes tue.”

Lieber Bernd, herzlichen Dank für das offene Gespräch und dein/euer Engagement für die Kinder in Villa Cerillos. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe du hast noch eine schöne Zeit in Peru.

ssl16006_neu Patenbesuch in Arequipa

 

Ostern in Peru

Mittwoch, den März 26, 2008 von Sonja Schreibe hier dein Feedback zum Artikel! »

ssl15255_neu Ostern in PeruTägliche Prozessionen durch die Straßen, Messebesuche rund um die Uhr und die freudige Erwartung auf das bedeutende Fest der Christen prägen das Leben zu Ostern in Peru. Dazu gehört auch das Ausschankverbot und die Schließung der Diskotheken am Karfreitag. Menschen ziehen durch die Straßen, vergebend um ihre Sünden, vor ihnen die Pasos, auf denen sich zumeist eine Marienstatue oder eine Statue mit Kreuzwegszene befindet, die von den Nazarenos, den barfüßigen Büßern und Trommelorchestern begleitet werden.

Doch wie erleben die Kinder von Villa Cerillos in Arequipa diese Tage? Welche Bedeutung hat das Fest für die Kinder? Dazu wurden etwa 30 Kinder der Schule San Juan Apostol in Villa Cerillos befragt. Sie sollten kurz beschreiben, was das Besondere für sie an Ostern ist und wie sie die Feiertage verbringen.

Sinsio Ivonne, 12 Jahre alt :
“Semana Santa ist die Zeit der Erinnerung, in der du über deine Fehler nachdenkst und deine Fehler die du getan hast. In dieser Zeit soll man nur Gutes denken und etwas Gutes tun. Ich helfe meiner Mutter sehr viel, wir bereiten dann z.B. die Ostersuppe, Milchreis und viele andere leckere Sachen zu, aber rotes Fleisch gibt es nicht. Manchmal kaufen wir auch Eier, die wir dann bemalen und verstecken. Am Karfreitag und Ostersonntag gehen wir dann alle zusammen in die Messe und verbringen viel Zeit miteinander.”

Hermán, 14 Jahre alt:
“In der Heiligen Woche erinnern wir der Leiden Jesus, aber wir genießen auch das leckere Essen unserer Mutter und verbringen mit der Familie schöne Tage, z.B. mit Fußball spielen oder Karten spielen. Ich mag Ostern sehr gerne, besonders aber Karfreitag und Ostersonntag, weil ich dann Essen kann soviel ich möchte. Am Karfreitag treffen wir uns mit anderen Familien und schauen uns die “Passion Christi” an.”

Sofia, 13 Jahre alt:
“Zu Ostern gehen wir die 14 Kirchen besuchen, die die Stationen Christi symbolisieren, beklagen Judas und einige Leute gehen auch auf einen Hügel, um ihre Sünden zu beklagen. In Peru gibt es sehr viele Gerichte, aber meine Mutter kocht nicht alle, weil manches nicht in unserer Familie gegessen wird. An Ostern gefällt mir, dass sie dann so viele leckere Speisen kocht, die es sonst nicht gibt. Dann gibt’s auch „Caucau“. Ich mag es, wenn wir alle zusammen auf dem Hügel stehen und Gott nah sein können und uns für unsere Sünden entschuldigen.”

dsc_0135_neu Ostern in PeruAus Kinderaugen sind die Tage zumeist eine freudige Abwechslung und die ersten religiösen Erlebnisse, die sie wahrnehmen. Während die Kinder das typische peruanische Osterfest mit ihrer Familie verbringen, sind viele ältere Menschen in den Armenvierteln auf sich alleine gestellt. So haben wir uns am Mittwoch vor Gründonnerstag eine Überraschung für die Damen und Herren der Sozialstation einfallen lassen. An diesem Sozialtag sollten die etwa 45 Abuelitos eine deutsche Ostertradition kennenlernen. Bepackt mit (Plastik-)Eiern, Buntstiften, Fingerfarben, Stickern, Ästen, Luftschlangen, Tee und Kuchen machte sich das Büro in Arequipa um 9.30 Uhr auf den Weg zur Sozialstation Miguel Grau und wurde schon freudig erwartet. Skeptisch wurden zunächst die über 100 Eier begutachtet, doch schon nach kurzer Erklärung, machten sich die ersten fleißig ans Bemalen und Bekleben der Eier. Schon nach wenigen Minuten hingen die ersten Eier an den Ästen und schmückten den Raum, in dem an jedem Mittag für die Senores eine warme Mahlzeit serviert wird. Doch diesmal gab es noch heißen Tee und Kuchen, sowie ein süßes Osterpäckchen mit Caramell, Schokolade und Keksen dazu. dsc_0186_neu Ostern in PeruWas natürlich nicht fehlen durfte, war ein kleines Tänzchen zum Schluss mit den Mitarbeiterinnen von viventura, welches beschwingt den Sozialtag beendete. Die Einstimmung auf das religiöse Osterfest und die freudigen Tage in Arequipa waren gelungen.

Feliz Pascua aus Peru!

Fotos

 

Sozialtag Cuna Nueva Alborada

Freitag, den Februar 29, 2008 von Sonja Schreibe hier dein Feedback zum Artikel! »

 ssl14942_neu Sozialtag Cuna Nueva Alborada

Heute war es nun wieder soweit. Das Büro von viventura und viSozial in Arequipa hat heute Vormittag seine Pforten geschlossen, um sich auf den Weg zum Kindergarten Nueva Alborada im Stadtteil Paucapata zu machen. Dort haben uns 20 Kinder im Alter von 1 bis 5 Jahre freudig erwartet. Für diesen Tag haben wir uns etwas Besonderes überlegt. Jedes Kind sollte seinen eigenen Untersetzer für die Mahlzeiten basteln. Das Team brachte abwaschbare Untersetzer in grün und gelb mit und hat diese nach den Wünschen der Kinder mit Figuren aus Schaumgummi beklebt. So entstanden individuelle Platzsetzer für die lebensfrohen Kinder. Danach wurden noch mit Fingerfarben auf schwarzen Karton, die Handabdrücke der Kleinen und ihre Namen verewigt. Besonders die männlichen Teammitglieder wurden in Beschlag genommen und spielten mit den Kindern Reiter und Pferd.

Fotos

 

Erfahrungen als Volontär in Arequipa/Peru

Mittwoch, den Februar 13, 2008 von Lena Schreibe hier dein Feedback zum Artikel! »

Ich habe knapp zwei Monate als Freiwilliger in der Schule „San Juan Apostol“ gearbeitet. Bei einem Treffen mit meiner Betreuerin vom MVC (Movimiento de Vida Cristiana) wurde ich zu Beginn in mein Aufgabengebiet eingewiesen. Mein Hauptaufgabengebiet sollte der Sportunterricht sein, wobei sich dies schon nach kurzer Zeit auf den Englischunterricht ausgeweitet hat und ich zudem beim Mathematikunterricht der unterschiedlichen Klassen mitgeholfen habe.

Als Volontär merkt man sehr schnell, dass man nicht nur unnütze Arbeit vollbringt, sondern dass das eigene Engagement von allen Seiten geschätzt wird und man etwas bewegen kann. Aufgrund der Größe der Schule bekommt man zudem die Chance mit Kindern verschiedener Altersstufen (4-14 Jahre) zusammenzuarbeiten. Dies macht die Sache nicht immer leichter, aber definitiv spannender und abwechslungsreicher. Hinzu kommt, dass man sehr nette Kollegen hat. Zu meiner Zeit habe ich zunächst gemeinsam mit einer Österreicherin und später mit einer Schweizerin in der Schule gearbeitet. Zum einen bot dies den Vorteil, dass ich gut eingearbeitet wurde. Zum anderen konnte ich mich dadurch stets mit den anderen austauschen und so kam es auch, dass wir einige Unterrichtseinheiten gemeinsam abgehalten haben. Darüber hinaus boten sich immer wieder Möglichkeiten, eigene Ideen einzubringen oder an diversen Schulveranstaltungen aktiv teilzunehmen.

Schule San Juan Apostol

Auch wenn es zum Teil anstrengender als erwartet war, habe ich in meiner Zeit als Freiwilliger sehr viel lernen können. Es ist nicht nur ein Geben, sondern meiner Meinung nach profitieren beide Seiten von dem Engagement. Allein der tägliche Blick in die strahlenden Gesichter der Kinder kann einen alle anderen Sorgen vergessen lassen.

Die Zeit als Volontär in Arequipa wird mir stets als eine prägende Erfahrung im Kopf bleiben, die ich nicht missen möchte. Dabei erinnere ich mich natürlich auch immer wieder gerne an die netten Abende, die ich gemeinsam mit den anderen Freiwilligen und den Betreuern von viventura/viSozial in Arequipa verbracht habe.

alex2 Erfahrungen als Volontär in Arequipa/Peru

Alexander Gentscheff

 

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