Weihnachten steht vor der Tür!

eingetragen von Esther, 1.Dez.2008

p1020673-150x150 Weihnachten steht vor der Tür!Letzten Freitag hat das viventura-Team für unseren Sozialtag wieder einmal die Bürotüren hinter sich zu gezogen und ist in die Schule San Juan Apostol in Villa Cerrillos gefahren. Voll bepackt mit Brot und Obst ging´s um 9:00 Uhr los.
Als wir ankamen, verteilten wir uns auf die 12 Klassen, um den Schülern und Lehrern ein wenig zu helfen. Die Kinder bekamen von uns viSozial-Kärtchen, auf die sie ein bisschen Weihnachtsstimmung bringen sollten. Das war für manche Kinder schwieriger als gedacht. Einige saßen 15 Minuten ratlos vor ihren Karten und starrten in der Gegend rum, während ihre Tischnachbarn fleißig Weihnachtsglocken und Krippen malten. Mit etwas Hilfe fingen aber auch die unkreativsten an die Buntstifte zu schwingen.
Obwohl die Schüler im fast immer sonnigen und warmen Arequipa noch nie Schnee, geschweigedenn einen Schneemann gesehen hatten, war dieser einer der beliebtesten Motive auf den Karten - auch wenn er nicht weiß, sondern oftmals blau oder sogar gelb war ;-)
Am häufigsten sah man jedoch das Jesuskind in der Krippe mit Maria und Josef, ein paar lila Schafe und Kühe. Als ich einen Jungen fragte, warum denn die Schafe lila seien, meinte er: “In Peru sind die Schafe so!” Achso, das war mir noch gar nicht aufgefallen, aber vielleicht seh ich ja mit etwas Glück noch einmal ein lilanes Schaf auf meiner Reise ;-)
Als nach über einer Stunde dann alle Kinder fertig waren, bekamen sie noch eine kleine vitaminreiche Stärkung und schon war auch dieser Sozialtag wieder vorbei. Der Abschied von den kleinen viel uns wie immer schwer. Aber wir sehen sie ja schon bald wieder bei der Weihnachtskampagne am 11. Dezember! seht hier mehr Bilder

 

Umweltbewusstsein für Arequipa

eingetragen von Esther, 31.Okt.2008

An unserem heutigen Sozialtag ist unser Büro mit den Kindern der 5. Klasse der Schule San Juan Apostol in einen Ökologiepark gefahren, um sie ein bisschen für ihre Umwelt zu sensibilisieren. Als wir um kurz nach neun in der Schule ankamen, sprangen die Kinder gleich von ihren Stühlen auf und liefen uns entgegen. Sie freuten sich riesig auf diesen Vormittag.

p1020079klein Umweltbewusstsein für Arequipa

Wir fuhren mit zwei Bussen und 35 Kindern zum Park. Auf dem Weg dorthin wurde kräftig gesungen. Bei unserer Ankunft begrüßten uns die Mitarbeitern des Parkes, Elio und Gonzalo, herzlich. Zunächst gingen wir zu den Tiergehegen, wo uns Gonzalo über die verschiedenen Kamelarten Perus aufklärte. Natürlich durften wir die Tiere auch streicheln. Das Fell der Alpakas war so schön weich, dass jeder einmal anfassen wollte.

Danach bat uns Elio in die Aula des Parkes, wo er die Kinder über die Umweltprobleme Arequipas aufklärte. Wir lernten, dass die Abgase der Autos dafür verantwortlich sind, dass der Schnee auf den Gipfeln der Vulkane Misti und Chachani schmilzt und dass sich das Klima in Arequipa in den letzten Jahren ständig erwärmt hat. In kleinen Gruppen erarbeiteten wir mit den Kindern die Ursachen für die Umweltverschmutzung und einige Lösungsvorschläge. Danach waren wir uns alle einig, dass wir sparsam mit Wasser umgehen und keine Bäume fällen sollten, weil Bäume lebensnotwendig für uns sind.

dia-social-parque-ecologico-klein Umweltbewusstsein für Arequipa

Nach dieser anstrengenden Denkarbeit hatten sich die Kinder eine Erfrischung verdient. Draußen im Garten aßen wir Orangen und Bananen und erfrischten uns mit etwas Saft, bevor es weiter ging zum aktiven Teil unserer Umweltaufklärung. Wir  bildeten mit den Schülern kleine Kreise und jeder bekam eine Rolle in einem kleinen Ökosystem. Nun wurde ein Wollknäuel von Person zu Person geworfen und jeder musste erklären, weshalb er auf die anderen angewiesen ist und nicht ohne sie weiterleben könnte. Die Kinder verstanden die Funktion des Ökosystems sehr gut und keiner von ihnen fand es akzeptabel, dass ein kleiner Fisch sterben soll, nur weil eine Fabrik seinen Müll in den Fluss kippt.

Zu guter Letzt erklärte uns Elio noch, wie sie mit ihrem Park für saubere Luft in Arequipa sorgen wollen. Dazu zeigte er uns alle Bäume, die sie in ihrem Park pflanzen und erklärte ihre Funktion. Etwas erschöpft aber glücklich über unseren erfolgreichen Vormittag, verabschiedeten wir uns von Elio und Gonzalo und fuhren - umweltbewusst wie wir nun waren - mit einem Bus zurück ins Büro. Wir hoffen nun, dass die Kleinen das Gelernte auch in Zukunft umsetzen werden, für ein sauberes Arequipa und eine saubere Welt!

 

„Eigentlich müsste man länger bleiben,2 1/2 Monate sind gar nichts“

eingetragen von Esther, 16.Sep.2008

Katrin ist seit drei Monaten zum dritten Mal in Peru. Das erste Mal ist sie vor zwei Jahren, im Oktober 2006 als Touristin auf der viventura Peru- Bolivien- Reise gekommen. Damals hatte sie auf der Sozialtour mit der damaligen viSozial- Praktikantin Daniela die Schule San Juan Apostol im Elendsviertel Villa Cerillos, etwas außerhalb von Arequipa, kennen gelernt. Die Schule mit ihren meist aus dem Hochland kommenden Kindern hat es der Peru- Begeisterten so sehr angetan, dass sie gleich nachfragte, wie sie sich dort sozial engagieren könne.

Zurück in Deutschland bewarb sie sich dann sofort über das Internet als Freiwillige und flog im September 2007 zurück nach Arequipa. Da sie zu der Zeit noch kein Spanisch sprach, buchte sie über viventura einen Sprachkurs, um sich mit den Kindern und Lehrerinnen verständigen zu können. Damals betreute sie die 5-Jährigen. Sie half ihnen bei Hausaufgaben und Schwierigkeiten im Unterricht, spielte mit ihnen oder nahm sie einfach nur in den Arm.

Aber auch diese 10 Wochen gingen viel zu schnell rum und Katrin musste zurück nach Deutschland. DiesesKatrin mit ihren Schülern Jahr kam sie wieder und entschied diesmal länger zu bleiben: „…zweieinhalb Monate sind gar nichts“. Bis Januar 2009 wird sie in Peru bleiben und bis Ende Oktober wird sie sich um Ihre Kinder, die jetzt in der Primaria sind kümmern. Sie freute sich riesig diese wieder zu sehen und auch die Kinder erkannten sie wieder und begrüßten sie herzlich. Zu Katrins Aufgaben gehört nun neben der Unterstützung der Lehrerin auch den Unterrichtsstoff zu erklären, bei Problemen zu helfen und die Examen zu korrigieren. Ihr gefällt es sehr, den Kindern etwas beibringen zu können und ihnen so vielleicht eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Manchmal ist das aber auch nicht so einfach, weil die Kinder unterschiedlich schnell verstehen, oft fehlt es an der nötigen Ruhe im Klassenraum, vielen Schülern fehlt die Konzentration, so dass sie enorme Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben. Selbst die spanische Sprache ist für einige 6- Jährige noch schwierig. Katrin hält den Englisch- und Computerunterricht deshalb noch für etwas zu früh, da viele damit überfordert sind. Besser wäre es ihrer Meinung nach diesen fakultativ in die Primaria einzuführen,wo die Kinder schon etwas älter sind.

Ein großes Problem in Villa Cerrillos ist die mangelnde Hygiene in den Familien der Kinder. So gibt es beispielsweise nicht genügend Möglichkeiten für eine ausreichende Zahnpflege. Viele der Kinder haben teilweise schon kaputte Zähne. In der Schule wird deshalb auf das Zähneputzen großen Wert gelegt. Katrin möchte auch die Eltern in diesen Sachen etwas besser aufklären.

Was die Freiwillige jedoch immer wieder freut und motiviert ist die Mentalität der Kinder „Sie sind so aufgeschlossen und interessiert und schenken einem Vertrauen und Zuneigung. Sie haben so viel Lebensfreude, auch wenn Ihre Lebensbedingungen sehr schwierig sind. Man bekommt viel mehr zurück als man geben kann.”

Zum Schluss möchte sie den zukünftigen Freiwilligen noch etwas mit auf den Weg geben: „Wichtig ist eine gute Vorbereitung. Man muss sich im klaren sein, dass Peru ein Entwicklungsland ist, d.h. dass die Menschen hier teilweise sehr arm und mangelernährt sind. Hier läuft auch nicht alles so schnell, wie man sich das manchmal wünschen würde. Man sollte mit eigenen Ideen nach Peru kommen, jedoch seine Ziele nicht zu hoch stecken, vieles ist nicht so leicht zu realisieren und braucht seine Zeit. Man kann den Menschen hier allein durch seine Hilfe und Zuneigung sehr viel geben.“

 

2. Teil unserer Gesundheitskampagne in Arequipa

eingetragen von esther koppelberg, 8.Sep.2008

Unsere Gesundheitskampagne ging diese Woche in die zweite Runde. Bei den Untersuchungen der Kinder im September 2007 hatte sich herausgestellt, dass 99,3% der Kinder von Parasiten im Magen- und Darmtrakt befallen sind, 50% eine starke Sehschwäche haben und 30% Mangel- bzw. Unterernährung aufweisen. Mit Hilfe von Spendengeldern konnten nun endlich die passenden Medikamente für die Kinder gekauft werden.

BeratungsgesprächAm Donnerstag sind wir mit einer Ärztin nach Villa Cerillos gefahren, um mit der Direktorin der Schule San Juan Apostol den weiteren Verlauf zu planen. Daraufhin haben wir die Medikamente verpackt und nach Jahrgangsstufen sortiert, um ein zu großes Durcheinander zu vermeiden. Außerdem haben wir Listen mit den Namen der Kinder erstellt, auf denen das Krankheitsbild des jeweiligen Kindes vermerkt wurde. Auf diesen Listen sollten die Eltern der Kinder später mit einer Unterschrift bestätigen, dass sie das entsprechende Medikament bekommen haben.

Als wir am Freitag Mittag in der Schule eintrafen, stand schon eine lange Schlange von wartenden Eltern vor dem Sekretariat. Sie wurden zuvor bereits von der Schuldirektorin über den Verlauf der Medikamentenübergabe aufgeklärt.gespr%C3%A4ch_schlange 2. Teil unserer Gesundheitskampagne in Arequipa

Dann wurden sie einzeln aufgerufen und die Ärztin erklärte ihnen geduldig das Krankheitsbild ihres KindesMedizinübergabe sowie die Anwendung des Medikaments. Zudem machte sie darauf aufmerksam, dass man durch die Achtung auf Hygiene solche Krankheiten zukünftig vermeiden kann. Im Großen und Ganzen war es ein sehr erfolgreicher zweiter Teil der Kampagne. Es sind beinahe alle Eltern erschienen und haben dankbar den Rat der Ärztin angenommen.

Die Kampagne soll nun mit einer erneuten Untersuchung der Kinder abgeschlossen werden. Dabei soll überprüft werden, ob die Medikamente richtig eingesetzt wurden und gewirkt haben. Zudem werden die Kinder erneut auf Mangelernährung untersucht.

Außerdem wird die Küche der Schule ab jetzt regelmäßig mit Obst und Gemüse versorgt.

 

…aller Anfang ist schwer…..und doch genauso spannend…

eingetragen von Sonja, 4.Aug.2008

p5300016-300x225 ...aller Anfang ist schwer.....und doch genauso spannend...Es war Mitte April, als ich das erste Mal die Schule San Juan Apostol betreten habe. Und schon gleich auch herzlichst von den Kindern empfangen wurde, die einen von der ersten Minute an mit einem Lachen, einer Offenheit und Neugier begegnen.

Die anderen Freiwilligen haben mir gleich die Räumlichkeiten gezeigt und erzählt und erklärt, wie es hier so abläuft. Anfangs erschien mir schon alles ziemlich chaotisch und ich hatte nicht so wirklich Ahnung, wie und wo ich anfangen soll

Allerdings legte sich dieses Gefühl schnell und nach einer Woche habe ich bereits 4 Klassen in Englisch übernommen und mich entschlossen, die verbleibende Zeit fest in einer Klasse, der Klasse 2A zu verbringen und dabei die Lehrerin Claudia bei ihrer Arbeit zu unterstützen und den Kindern bei ihren Aufgaben und Problemen zu helfen.

So entstand eine festere Bindung zu den Kindern und ich konnte auch besser ihre Entwicklung mitbekommen und den täglichen Ablauf.

Ausserdem gibt es natürlich auch immer wieder Feste, die vorbereitet werden müssen und somit viele Hände und Ideen benötigen, wie z.B. der Muttertag. Dieser Tag wird hier viel größer gefeiert als bei uns.

Neben zahlreichen selbst gebastelten Geschenken werden die Mütter von ihren Kindern mit Gesang und Theatereinlagen in der Aula gefeiert. Alle Klassen haben sich wahnsinnig viel Mühe gegeben und es ist einfach schön zu sehen, mit welchem Stolz und Eifer die Kinder ihre Darbietungen präsentieren.

Mit der Zeit kommen auch die vielen Ideen……

…und man hat gar nicht die Zeit alles zu realisieren ….

Aufgrund des Bedarfs an Lernmaterialien habe ich mich dazu entschlossen, selbst einige Lernspiele für den Englisch- und Mathematikunterricht (Memory, Domino, Puzzles usw.) zu kreieren. Die Schüler nahmen diese mit reger

Abschiedsfest

Begeisterung an und v.a. halfen sie mir, die schnelleren Schüler motivierend zu beschäftigen und gleichzeitig zusätzlich zu fördern. Die Idee war, weitere Lernspiele nach meinen Modellen noch zusammen mit den Schülern herzustellen, wie z.B. ein riesiges Tiermemory in Englisch, doch leider fehlte dazu am Ende die nötige Zeit. Ich hoffe, dass vielleicht die nächsten Freiwilligen dieses Projekt weiterführen, denn so könnte über eine gewisse Zeit ein großer Pool an Lernmaterialien für die Schüler zusammengestellt und von allen jederzeit genutzt werden.

Sehr viel Neugier und Interesse zeigten die Schüler auch bei einer Stunde, die ich über die Welt, Europa und Deutschland gehalten habe. Mit Karten und Bildern, konnte ich die Fragen über Fragen, wo Deutschland liegt, wie es dort aussieht, was es dort alles gibt beantworten.

Es ist wirklich toll, wie offen die Schüler und Lehrer gegenüber jeglichen eigenen Ideen sind und so hat man wirklich absolute Freiheit, sich da einzubringen, wo man es gerne möchte. Es liegt immer in der eigenen Hand, wie viel Zeit man in das Projekt hineinsteckt, doch wenn man wieder einmal mehr die leuchtenden Augen der Kinder sieht, dann steckt man gerne viel Zeit hinein .

Die Lehrer sind alle absolut aufgeschlossen und leisten hier eine respektvolle Arbeit in dem Projekt, denn es ist zugegeben nicht immer einfach. Des öfteren braucht man schon starke Nerven. Doch der Dank der Schüler ist einem garantiert!

Zum Abschied hat meine Klasse für mich noch ein kleines, unvergessliches Fest vorbereitet, welches es mir allerdings nicht gerade einfach gemacht hat, mich zu verabschieden.

Zum Schluss möchte ich noch einmal allen Danken, den Betreuern, den Lehrern und den Schülern, die 2 Monate Arbeit in Arequipa für mich zu einem unvergesslichen Abenteuer gemacht haben !!!

Erfahrungsbericht von Angelika Schläfer (April- Mai 2008 im Sozialprojekt San Juan Apostól in Arequipa/Peru tätig)

 

1.Teil Gesundheitskampagne San Juan Apostol

eingetragen von Sonja, 24.Jul.2008

sany0102-225x300 1.Teil Gesundheitskampagne San Juan ApostolVom 15. bis 18. Juli war es nun soweit und wir konnten mit unserem ersten Teil der Kampagne in San Juan Apostol, Arequipa beginnen. Das Team des Gesundheitsministeriums bestand aus drei Doktoren, drei Biologen, zuständig für die Laboruntersuchungen und einige Freiwillige, die ehrenamtlich mithalfen. Am ersten und zweiten Tag wurden Blutproben der Kinder entnommen, um ihren Hämoglobinwert zu ermitteln (reduzierte Hämoglobinwerte führen zu Anämie, die auf Eisenmangel zurückzuführen ist). In den beiden folgenden Tagen wurde die übliche ärztliche Kontrolle der Kinder durchgeführt, wobei sie gewogen wurden, ihre Lungen abgehört wurden und das übliche “Ahhh” mit Zunge rausstrecken auch nicht fehlen durfte.

sany0103-300x225 1.Teil Gesundheitskampagne San Juan ApostolDie Laborwerte erwarten wir noch und hoffen diese schnellstmöglich zu erhalten, um unsere weiteren Schritte planen zu können. Für viele Kinder war dies ihre erste Untersuchung und der erste Kontakt mit Ärzten (da blieben leider keine Tränen aus und der ein oder andere Patient musste auch getröstet werden).

Die Kinder haben sich aber auch schon an das Warten gewöhnt und haben sich die Zeit im Lehrerzimmer mit Comicheften vertrieben und für die Kleinen gab es auch mal einen netten Freiwilligen der ihnen vorlas.

Auch für die weiteren Aktionen und Kampagnen sind wir stark auf Spenden angewiesen. Schon dafür möchte sich viSozial e.V. bedanken und auch an dieser Stelle ein Dankeschön an unsere treuen Paten, die uns dies ermöglichen.

 

Gesundheitskampagne San Juan Apostol

eingetragen von Sonja, 1.Jul.2008

San+Juan+Apostol_abcd-480-65504 Gesundheitskampagne San Juan ApostolLiebe Paten, Interessierte und Freunde von viSozial!

Nach der erfolgreichen Schulkampagne am Titicacasee, möchten wir auch eine Kampagne in Arequipa, in der Schule San Juan Apostol durchführen. Diese Kampagne besteht aus drei Teilkampagnen, die bis zum Ende des Jahres 2008 abgeschlossen sein sollen.

1. Kampagne (Ende Juli 2008): Untersuchung der Kinder auf ihren momentanen Gesundheitszustand (vor allem Feststellung Unter-, Fehl- oder Mangelernährung).

2. Kampagne (September/Oktober 2008):  in akuten Fällen Verabreichung von Medikamenten (besonders bei Magen-Darmkrankheiten); Ernährungsworkshops für Eltern

3. Kampagne (November 2008): Kontrolle (Gewicht, Größe, etc.) der Kinder, weitere Ernährungsschulungen für Eltern und Kindern.

Der Stadtteil Villa Cerillos, indem die Schule San Juan Apostol beheimatet ist, verfügt über kein fließend Wasser, Müllabfuhr oder Zugang zu Elektrizität. Das mangelnde Wissen der Eltern über eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann oft zu Mangelerscheinungen bei ihren Kindern führen. Wir möchten nicht nur die Kinder untersuchen und ihnen Medikamente verabreichen. Wir möchten, dass die Eltern ihren Beitrag zu einer gesunden Ernährung beitragen und dies in Ernährungsschulungen lernen. Wir werden bei diesen Kampagnen mit dem Gesundheitsministerium zusammenarbeiten, sind aber sehr auf die Hilfe von Außen angewiesen.Vorschule+SJA_abcd-480-65506 Gesundheitskampagne San Juan Apostol

Für Unterstützung, sei es durch eine Spende oder eine Übernahme einer Patenschaft, wären die Kinder aus San Juan Apostol sehr dankbar!

 

Endlich eine neue Brille

eingetragen von Sonja, 22.Apr.2008

“Ich freue mich so. Endlich kann ich wieder lesen was an der Tafel steht.”, sagt Meryssl15937 Endlich eine neue Brille nachdem sie ihre neue Brille in den Händen hält.

Ich treffe mich am Freitag Nachmittag mit Mery, 10 Jahre alt, ihrer Mutter und ihrer großen Schwester am “Plaza de Armas” in Arequipa. Wir machen uns gemeinsam auf den Weg in die “Brillenstraße”, eigentlich Calle de Peru, jedoch gibt es hier ausschließlich Brillengeschäfte und Optiker. Mery’s Patin hat uns die finanzielle Unterstützung zukommen lassen, damit ihre Patentochter die lange benötigte Brille endlich erhält. So müssen wir zunächst einen Arzt konsultieren, der die Augen auf ihre jetzige Sehstärke hin kontrolliert. Ihre Mutter sagt mir nach der Untersuchung, dass ihre Augen viel schlechter geworden sind und sie mit dem rechten Auge ganz besonders schlecht sieht. “Das es so schlimm ist, ssl15939 Endlich eine neue Brillehätte ich nicht gedacht.”, sagt ihre Mutter. Mit dem Ergebnis in der Hand gehen wir zur Optikerin. Da steht dann auch schon das nächste “Problem” vor der Tür. Mädchen in Mery’s Alter haben auch schon ihre eigenen Vorstellungen und da ihre Beraterinnen alle Frauen sind, kann man sich denken, dass es etwas länger gedauert hat. Am Schluss wurde es dann ein violett, metallenes Gestell und das wichtige, die Gläser sind mit UV-Schutz. Das hat den Preis zwar etwas herauf getrieben, aber in Villa Cerillos, in dem Stadtteil in dem sie lebt und wo sie auch die Schule San Juan Apostol besucht, ist dies eine Notwendigkeit, die sich kaum Jemand leisten kann. Ungeschützt sind die Menschen der Sonne unterlegen und der weiße Gestein, Sillar, reflektiert die Sonnenstrahlen so stark, dass oft über Sehbeschwerden geklagt wird. Doch nicht nur die Brille ist eine notwendige Schutzmaßnahme, um Mery’s junge Augen zu schützen. Einfache Vitamine, wie Vitamin A und B, können Mangelerscheinungen vorbeugen. Da jedoch Vitamine in Form von Früchten und Eiweißen, wie Milch und Eiern teures Gut sind, ist diese (für Deutschland selbstverständliche) Ernährung, in Peru schwer umzusetzen.

Anm. viSozial:
Der Brillenkauf konnte deshalb so schnell und unbürokratisch von uns realsiert werden, weil wir extra auf einem Vermerk im Verwendungszweck, diese als zweckgerichtete Sonderspende verzeichnet haben. Denn Sonderspenden erweisen sich als höchst schwierig. Überweist ihr beispielsweise einen Betrag von 15€ und gebt im Verwendungszweck “Geschenk, Brille, Sonderspende etc.” für euer Patenkind an, so ist dieses in der Buchhaltung exakt vermerkt. Wir müssen nun für exakt 15€ und nicht für 13,50€ oder 14,99€ einkaufen (belegt durch Quittung). Hinzu kommt noch die Umrechnung in die Landeswährung, die zur Zeit sehr krumm ist (so wären 15€=64,0925 Soles wert). Nun könnt ihr euch vorstellen, dass es sehr schwer ist für genau diesen Wert einzukaufen. Wir können nicht immer so effektiv und schnell handeln wie wir es gerne möchten. Bei offenen Spenden (Verwendungszweck “Projektname”) können wir sehr viel unbürokratischer die Spenden einsetzen und schneller handeln. Wir bitten noch einmal alle Spender dies zu berücksichtigen!

Natürlich freuen sich eure Patenkinder über Briefe und Päckchen aus Deutschland, die ganz unbürokratisch übergeben werden können. Die Kinder, die zur Zeit nicht das Glück haben, einen Paten zu haben, profitieren natürlich von den Spenden die direkt an das Projekt gehen.

 

Patenbesuch in Arequipa

eingetragen von Sonja, 17.Apr.2008

“Sonja, ich komme nach Arequipa und möchte meine Patenkinder sehen. Wann fahren wir?”

Bernd und seine Familie sind seit einigen Jahren Pateneltern von Rosmery, 9 Jahre alt und Marushka, 6 Jahre alt. Die beiden besuchen die Schule San Juan Apostol in Villa Cerillos und für sie soll der Patenbesuch eine kleine Überrschung werden, die ihre Patenfamilie vor 2 Jahren das erste Mal gesehen haben. Pünktlich um halb 10, treffe ich mich mit Bernd vor der Kathedrale in Arequipa und wir machen uns zur Markthalle San Camillo auf, um noch etwas Obst für die Kinder zu kaufen. obstkauf Patenbesuch in ArequipaFür 100 Soles (etwa 25€) bekommen wir jeweils eine Kiste Trauben (15 kg), Ananas (8 kg) und noch eine kleine Kiste Minibananen. Vollgepackt geht es zum Taxifahrer, der uns hoch über die Stadt nach Villa Cerillos bringen wird. Eine nette Unterhaltung hatten wir auch noch und auf einmal ist der Taxifahrer ein studierter Mann mit Universitätsabschluss, der als normaler Grundschullehrer seine Familie mit ca. 400 Soles monatlich an einer öffentlichen und 800 Soles an einer privaten Schule nicht ernähren könnte. So erweist sich die Fahrt als kleine Bildungsreise und Bernd und ich lernen etwas über die Regierung, das Schulsystem und die Probleme der Peruaner.

ssl16008_neu Patenbesuch in ArequipaIn der Schule angekommen, übergeben wir die Früchte, die leider für die 360 Kinder nicht alle reichen werden, an die fleißigen Mütter und gleichzeitig Köchinnen von San Juan Apostol. Hier kochen die Mütter im wöchentlichen Turnus jeden Tag für ihre Kinder, damit sie gestärkt in den Tag starten können. Z.B. Reis, Brot, Milch und immer etwas Obst sollen zu einer ausgewogenen Ernährung führen. Da die Kinder normalerweise zum Frühstück eher Brot und Tee bekommen, können sie ausgeglichen das Lernen beginnen.

Die Schulleiterin, Zoila, hat sich schon auf den Weg gemacht und sucht Bernd’s Patenkinder. Nun ist es also soweit, im Zimmer der Direktorin treffen die drei wieder aufeinander. Die kleine Marushka fängt direkt an zu erzählen und dass er doch schon mal da war und wie sehr sie sich das letzte Mal doch gefreut hat. Rosmery ist noch etwas schüchtern, aber auch langsam beginnt sie zu erzählen und als Bernd dann auch noch die Geschenke ssl16004_neu Patenbesuch in Arequipa(warme Socken, Zahnbürsten, Puppen, Stifte) für die Kinder auspackt, strahlen die Kinder noch ein wenig mehr. Die Kinder fragen auch ganz selbstverständlich, wie es denn der Familie geht und ob in Deutschland alles in Ordnung ist. Wir sind auch ganz gespannt, was die Kinder denn zu berichten haben und ob es ihren Familien denn gut geht. Zum Schluss stellt sich noch heraus, dass Marushka gerne Ärztin werden möchte und Rosmery, als Polizistin arbeiten möchte. Ob das etwas mit dem Beruf ihres Patenvaters zu tun hat? Damit die Kinder auch ihren Traumberuf erlernen können, schicken wir sie wieder zurück in die Klassen und schauen uns noch ein wenig auf dem Gelände von San Juan Apostol um und Bernd kann den Fortschritt und die Veränderung wohl am Besten beschreiben, “vier Gebäude in 2 Jahren? Das ist doch mal eine Entwicklung.”

Natürlich interessieren mich noch die Beweggründe, warum Bernd und seine Familie, denn gerade Kinder in Peru unterstützen? “Meine Frau und ich sind viel gereist und wissen das es anderen Menschen schlechter geht als uns. Eine Patenschaft war daher nicht sehr abwegig. Auch unserer Tochter wollen wir zeigen, dass es Kindern in ihrem Alter nicht immer leicht gemacht wird und zur Schule gehen nicht selbstverständlich ist. Für die Beiden bezahlen wir 120€ im halben Jahr, das tut Keinem weh. Besonders wenn ich sehe, dass die Hilfe ankommt, kann ich mit einem Gefühl nach Deutschland fahren, dass ich etwas Gutes tue.”

Lieber Bernd, herzlichen Dank für das offene Gespräch und dein/euer Engagement für die Kinder in Villa Cerillos. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe du hast noch eine schöne Zeit in Peru.

ssl16006_neu Patenbesuch in Arequipa

 

Ostern in Peru

eingetragen von Sonja, 26.Mär.2008

ssl15255_neu Ostern in PeruTägliche Prozessionen durch die Straßen, Messebesuche rund um die Uhr und die freudige Erwartung auf das bedeutende Fest der Christen prägen das Leben zu Ostern in Peru. Dazu gehört auch das Ausschankverbot und die Schließung der Diskotheken am Karfreitag. Menschen ziehen durch die Straßen, vergebend um ihre Sünden, vor ihnen die Pasos, auf denen sich zumeist eine Marienstatue oder eine Statue mit Kreuzwegszene befindet, die von den Nazarenos, den barfüßigen Büßern und Trommelorchestern begleitet werden.

Doch wie erleben die Kinder von Villa Cerillos in Arequipa diese Tage? Welche Bedeutung hat das Fest für die Kinder? Dazu wurden etwa 30 Kinder der Schule San Juan Apostol in Villa Cerillos befragt. Sie sollten kurz beschreiben, was das Besondere für sie an Ostern ist und wie sie die Feiertage verbringen.

Sinsio Ivonne, 12 Jahre alt :
“Semana Santa ist die Zeit der Erinnerung, in der du über deine Fehler nachdenkst und deine Fehler die du getan hast. In dieser Zeit soll man nur Gutes denken und etwas Gutes tun. Ich helfe meiner Mutter sehr viel, wir bereiten dann z.B. die Ostersuppe, Milchreis und viele andere leckere Sachen zu, aber rotes Fleisch gibt es nicht. Manchmal kaufen wir auch Eier, die wir dann bemalen und verstecken. Am Karfreitag und Ostersonntag gehen wir dann alle zusammen in die Messe und verbringen viel Zeit miteinander.”

Hermán, 14 Jahre alt:
“In der Heiligen Woche erinnern wir der Leiden Jesus, aber wir genießen auch das leckere Essen unserer Mutter und verbringen mit der Familie schöne Tage, z.B. mit Fußball spielen oder Karten spielen. Ich mag Ostern sehr gerne, besonders aber Karfreitag und Ostersonntag, weil ich dann Essen kann soviel ich möchte. Am Karfreitag treffen wir uns mit anderen Familien und schauen uns die “Passion Christi” an.”

Sofia, 13 Jahre alt:
“Zu Ostern gehen wir die 14 Kirchen besuchen, die die Stationen Christi symbolisieren, beklagen Judas und einige Leute gehen auch auf einen Hügel, um ihre Sünden zu beklagen. In Peru gibt es sehr viele Gerichte, aber meine Mutter kocht nicht alle, weil manches nicht in unserer Familie gegessen wird. An Ostern gefällt mir, dass sie dann so viele leckere Speisen kocht, die es sonst nicht gibt. Dann gibt’s auch „Caucau“. Ich mag es, wenn wir alle zusammen auf dem Hügel stehen und Gott nah sein können und uns für unsere Sünden entschuldigen.”

dsc_0135_neu Ostern in PeruAus Kinderaugen sind die Tage zumeist eine freudige Abwechslung und die ersten religiösen Erlebnisse, die sie wahrnehmen. Während die Kinder das typische peruanische Osterfest mit ihrer Familie verbringen, sind viele ältere Menschen in den Armenvierteln auf sich alleine gestellt. So haben wir uns am Mittwoch vor Gründonnerstag eine Überraschung für die Damen und Herren der Sozialstation einfallen lassen. An diesem Sozialtag sollten die etwa 45 Abuelitos eine deutsche Ostertradition kennenlernen. Bepackt mit (Plastik-)Eiern, Buntstiften, Fingerfarben, Stickern, Ästen, Luftschlangen, Tee und Kuchen machte sich das Büro in Arequipa um 9.30 Uhr auf den Weg zur Sozialstation Miguel Grau und wurde schon freudig erwartet. Skeptisch wurden zunächst die über 100 Eier begutachtet, doch schon nach kurzer Erklärung, machten sich die ersten fleißig ans Bemalen und Bekleben der Eier. Schon nach wenigen Minuten hingen die ersten Eier an den Ästen und schmückten den Raum, in dem an jedem Mittag für die Senores eine warme Mahlzeit serviert wird. Doch diesmal gab es noch heißen Tee und Kuchen, sowie ein süßes Osterpäckchen mit Caramell, Schokolade und Keksen dazu. dsc_0186_neu Ostern in PeruWas natürlich nicht fehlen durfte, war ein kleines Tänzchen zum Schluss mit den Mitarbeiterinnen von viventura, welches beschwingt den Sozialtag beendete. Die Einstimmung auf das religiöse Osterfest und die freudigen Tage in Arequipa waren gelungen.

Feliz Pascua aus Peru!

Fotos

 

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