„Eigentlich müsste man länger bleiben,2 1/2 Monate sind gar nichts“
eingetragen von Esther, 16.Sep.2008
Katrin ist seit drei Monaten zum dritten Mal in Peru. Das erste Mal ist sie vor zwei Jahren, im Oktober 2006 als Touristin auf der viventura Peru- Bolivien- Reise gekommen. Damals hatte sie auf der Sozialtour mit der damaligen viSozial- Praktikantin Daniela die Schule San Juan Apostol im Elendsviertel Villa Cerillos, etwas außerhalb von Arequipa, kennen gelernt. Die Schule mit ihren meist aus dem Hochland kommenden Kindern hat es der Peru- Begeisterten so sehr angetan, dass sie gleich nachfragte, wie sie sich dort sozial engagieren könne.
Zurück in Deutschland bewarb sie sich dann sofort über das Internet als Freiwillige und flog im September 2007 zurück nach Arequipa. Da sie zu der Zeit noch kein Spanisch sprach, buchte sie über viventura einen Sprachkurs, um sich mit den Kindern und Lehrerinnen verständigen zu können. Damals betreute sie die 5-Jährigen. Sie half ihnen bei Hausaufgaben und Schwierigkeiten im Unterricht, spielte mit ihnen oder nahm sie einfach nur in den Arm.
Aber auch diese 10 Wochen gingen viel zu schnell rum und Katrin musste zurück nach Deutschland. Dieses
Jahr kam sie wieder und entschied diesmal länger zu bleiben: „…zweieinhalb Monate sind gar nichts“. Bis Januar 2009 wird sie in Peru bleiben und bis Ende Oktober wird sie sich um Ihre Kinder, die jetzt in der Primaria sind kümmern. Sie freute sich riesig diese wieder zu sehen und auch die Kinder erkannten sie wieder und begrüßten sie herzlich. Zu Katrins Aufgaben gehört nun neben der Unterstützung der Lehrerin auch den Unterrichtsstoff zu erklären, bei Problemen zu helfen und die Examen zu korrigieren. Ihr gefällt es sehr, den Kindern etwas beibringen zu können und ihnen so vielleicht eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Manchmal ist das aber auch nicht so einfach, weil die Kinder unterschiedlich schnell verstehen, oft fehlt es an der nötigen Ruhe im Klassenraum, vielen Schülern fehlt die Konzentration, so dass sie enorme Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben. Selbst die spanische Sprache ist für einige 6- Jährige noch schwierig. Katrin hält den Englisch- und Computerunterricht deshalb noch für etwas zu früh, da viele damit überfordert sind. Besser wäre es ihrer Meinung nach diesen fakultativ in die Primaria einzuführen,wo die Kinder schon etwas älter sind.
Ein großes Problem in Villa Cerrillos ist die mangelnde Hygiene in den Familien der Kinder. So gibt es beispielsweise nicht genügend Möglichkeiten für eine ausreichende Zahnpflege. Viele der Kinder haben teilweise schon kaputte Zähne. In der Schule wird deshalb auf das Zähneputzen großen Wert gelegt. Katrin möchte auch die Eltern in diesen Sachen etwas besser aufklären.
Was die Freiwillige jedoch immer wieder freut und motiviert ist die Mentalität der Kinder „Sie sind so aufgeschlossen und interessiert und schenken einem Vertrauen und Zuneigung. Sie haben so viel Lebensfreude, auch wenn Ihre Lebensbedingungen sehr schwierig sind. Man bekommt viel mehr zurück als man geben kann.”
Zum Schluss möchte sie den zukünftigen Freiwilligen noch etwas mit auf den Weg geben: „Wichtig ist eine gute Vorbereitung. Man muss sich im klaren sein, dass Peru ein Entwicklungsland ist, d.h. dass die Menschen hier teilweise sehr arm und mangelernährt sind. Hier läuft auch nicht alles so schnell, wie man sich das manchmal wünschen würde. Man sollte mit eigenen Ideen nach Peru kommen, jedoch seine Ziele nicht zu hoch stecken, vieles ist nicht so leicht zu realisieren und braucht seine Zeit. Man kann den Menschen hier allein durch seine Hilfe und Zuneigung sehr viel geben.“
Kiwala und die grosse Reise
eingetragen von Katharina, 6.Aug.2008Bericht von Lukas (Volontär im Casa de los Pinos):
An unserem Sozialtag im Juli, hatten wir was ganz besonderes mit den Kindern von Los Pinos vor.

Zusammen mit den Kursleitern des Kunst- und Theaterkurses hatten wir einen Besuch im Theater geplant. Am Vormittag brachte uns (30 Kinder und 5 Betreuer) ein privater Bus, den wir schon vom letzten Jahr von unserem Ausflug in den Schnee kannten ins Zentrum. Vor dem Theater trafen wir auf Tio Leo, den Kursleiter des Kunst und Theaterkurses.
Leo und seine Freundin erklärten uns kurz die Entstehungsgeschichte dieses Theaterstückes, und es war sehr interessant von Insidern diese Informationen zu bekommen. Da viele ihrer Schauspielfreunde an diesem Stück mitwirkten, konnten sie uns alle Fragen beantworten……
…….und der Vorhang geht auf……… Kiwala y el gran viaje (Kiwala und die grosse Reise) kann beginnen.
Das Stück spielt im Norden Chiles in einem kleinen Dorf das von einem Kaiman heimgesucht wird.

Durch magische Wasserfälle und einem beherzten Lama gelingt allerdings das Happy End und alle Kinder sind mit dem Ausgang der Geschichte zufrieden.
Nach dem Theaterstueck unternahmen wir einen kleinen Spaziergang und dann gab es auch das verdiente Mittagessen. Als dann letztendlich auch der Bus eintraf und die Kinder wussten das sie nicht mehr weiter laufen müssen war der Tag vollends perfekt.
