Andreas Gedanken über seine Zeit als Freiwilliger Helfer bei Luz de Esperanza

Montag, den Juni 30, 2008 von tomas Schreibe hier dein Feedback zum Artikel! »

Mein viermonatiger Aufenthalt im Projekt Luz de Esperanza hat meine Familie um ca. 30 Mann vergrößert. Ich wurde vom ersten Tag an wie ein Mitglied behandelt, was mir auch sehr geholfen hat mich anfangs einzugewöhnen. Probleme mit der Umstellung auf die Höhe von 4000 Metern hatte ich zum Glück nicht. Dafür kam eines Tages ein Fußballspiel mit den Jungs in die Quere, welches mir zwei Monate Krücken bescherte. Die Krücken für Kinder waren für meine Größe von 1.90 m eher suboptimal, aber wer wird sich in so einer Situation schon beschweren. Unvergesslich während dieser Zeit wird die Unterstützung der Jungs bleiben, die mir bei jeglichen Problemen halfen.

machen.

Andreas und die Jungs von Luz de Esperanza

Andreas und die Jungs von Luz de Esperanza

Durch meine Mobilitätseinschränkung belief sich der Tagesablauf im Wesentlich auf das Kochen des Mittagessens und den Physik und Englischunterricht. Je nach Bedarf kamen Computerkurse oder Mathenachhilfe hinzu. Als die Zeit der Krücken dann ein Ende nahm, haben wir einige Ausflüge z.B. nach Tiahunaco oder in Museen unternehmen können. Diese Art der Unternehmungen außerhalb des Projektes hätte ich gerne intensiviert, aber dann waren die Tage in El Alto leider viel zu schnell passiert. So musste ich mich leider viel zu schnell auf den Heimweg Andreas

Andreas Fuhrmannek

Hier findet ihr weitere Eindrücke und Berichte über das Sozialprojekt Luz de Esperanza, und weitere allgemeine Informationen zum Freiwilligendienst sowie zu freien Stellen in Bolivien.

 

Monde und Sterne aus Teig

Donnerstag, den Mai 29, 2008 von Katharina Schreibe hier dein Feedback zum Artikel! »

Wie jeden Montag, bereiten Tio Juan und Tio Lukas ihren Kochkurs vor.
Es wird darauf geachtet, dass die Zutaten möglichst billig und gesund sind, so dass die Kinder später in ihren Familien die Speisen nachkochen können.

Backen+und+Kreativiaet_abcd-480-64864 Monde und Sterne aus Teig
Wir versuchen so oft wie möglich auf die Wünsche der Kinder einzugehen damit sie mit ihrer vollen Aufmerksamkeit mitarbeiten und so stand in den letzten Wochen Pizza (Quak-Ölteig), Pfirsichtorte, Pfannkuchen und Brot auf dem Programm.
Der Kochkurs ist ein sehr beliebter Kurs bei den Kindern, es sind immer eine Menge Jugendliche daran beteiligt.
So auch an diesem Montag, mit 24 Kindern versuchen wir uns an einem Brotteig, zum Glück hatten wir tatkräftige Unterstützung von unserer Tia Patty die die besten Brötchen in Chile herstellt ;)

Tia+Patty+mit+der+geheimen+For_abcd-480-64862 Monde und Sterne aus Teig

Alle Kinderaugen waren gespannt auf Patty gerichtet, um auch ja keine Anweisung für den Teig zu überhören. Nachdem wir die Teigmassen bestehend aus 5 Kilo Mehl, Butter, Hefe, Salz, Wasser und einer geheimen Zutat von Patty ordentlich durchgeknetet hatten, (was für die Kinder ein großer Spaß war) konnten die Jugendlichen ihrer Kreativität freien Lauf lassen…..
….Und das machten sie auch, nachdem sie alle ein Brötchen hergestellt hatten, durften sie mit den Restteig ihr Fantasie in Szene setzten. Es entstanden kleine und große, lange und runde Brötchen, dazu Brezeln, Herzen, Monde, Sterne sowie einige geflochtenen Brotstangen.
Nach wenigen Minuten im Ofen war es dann auch schon so weit, zusammen mit leckerer Milch konnten die ganzen noch warmen Brötchen gegessen werden. Die übrig gebliebenen Brötchen wurden unter den Kindern verteilt, sodass sie zuhause auch noch einen Leckerbissen übrig hatten.

Broetchen+vor+dem+Ofen_abcd-480-64863 Monde und Sterne aus Teig
Selbst zum Spülen der Bleche und Schüsseln fanden sich fleißige Hände, jetzt
Bleibt nur noch die Fragen offen……..¿¿¿¿¿was gibt es nächsten Montag?????

Dieser Artikel wurde von unserem Volontär Lukas geschrieben.

 

Viel zu tun in Rio Guajalito!

Montag, den Mai 5, 2008 von berit Schreibe hier dein Feedback zum Artikel! »

Bericht von Max Dreier:

Es fehlt ein wenig der Kontakt zur Außenwelt, mangels Telefon, es fehlt an fließend warmem Wasser und manchmal fehlt auch der Strom, aber an was es nicht mangelt in Rio Guajalito ist Arbeit.

Auf zwei Monate Voluntärsarbeit zurückblickend kann ich sagen: Viel ist getan worden, aber es gibt noch jede Menge zu tun!

Max und Pascal in Guajalito

Was das Projekt braucht, sind ein paar motivierte Voluntäre, die sich nicht so schnell entmutigen lassen, denn das Schwerste an der Arbeit ist, dass die Früchte der Arbeit oft nur schwer zu erkennen sind: Der mit der Machete freigehackte Weg scheint wieder zugewachsen, der Erdrutsch scheint trotz der vielen investierten Stunden nicht kleiner zu werden und die abgeholzte Lichtung liegt noch genauso kahl da, trotz der mehreren tausend (!!!) neu gepflanzten Bäume.

Aber nur Mut, schließlich weiß man ja was man getan hat (am Ende des Tages sowieso) und kann sich über die eigenen Leistungen freuen. Zumindest wenn man mit Überzeugung an die Sache ran geht, was für die Arbeit in Rio Guajalito Grundvoraussetzung ist!

Hilfreich ist auch eine Portion Eigeninitiative. Man wird zwar als Voluntär „an die Hand genommen“, aber mehr Spaß macht es, seine eigenen Ideen einzubringen und umzusetzen. Schon im zweiten Monat konnten wir weitestgehend in Eigenregie arbeiten und unsere Vorschläge, von denen viele auch umgesetzt wurden, fanden eigentlich immer ein offenes Ohr.

Unterbrochen wird die Arbeit gelegentlich von Studentengruppen die über das Wochenende nach Rio Guajalito kommen, was in der Regel eine willkommene Abwechslung und viel Spaß bedeutet.

Und wenn doch mal irgendwo der Schuh drückt: Nur raus damit und beharrlich sein! Für die meisten Probleme des täglichen Lebens gibt es selbst im Bergnebelwald eine Lösung. Außer für den Regen. Mit dem muss man sich abfinden.

 

Werkstadt- “ Sich künstlerisch ausdrücken” - Los Pinos

Donnerstag, den April 10, 2008 von Katharina Schreibe hier dein Feedback zum Artikel! »

Jeden Mittwochnachmittag fahren Daniela und Leo einmal quer durch Santiago in den Randbezirk Puente Alto – Casas Viejas, um im Projekt – Los Pinos einen Kunst- und Theaterkurs zu veranstalten. Inzwischen nehmen fast 40 Kinder daran teil und der kleine Raum platzt aus allen Nähten.Leo

 

Der Kurs nennt sich „TALLER DE EXPRESIÓN ARTÍSTICA“ (“ Sich künstlerisch ausdrücken”) und beinhaltet die Idee, dass die Kinder durch Bastelarbeiten und Malerei ihre künstlerischen Fähigkeiten entdecken und lernen sich durch diese mitzuteilen. Auch das Medium Schauspiel und Pantomime wird verwendet, damit die Kinder lernen sich körperlich ausdrücken.

Catherine und Fabiola

 

Dieser Mix an Aktivitäten ist ein voller Erfolg bei den Kindern. Oft sind sie überrascht von ihren Fähigkeiten.

 

Daniela berichtet mir: „Was für Leo und mich am wichtigsten ist, ist dass die Kinder Spaß haben. Wenn wir sie durch Spiel und Spaß motivieren, ist es auch einfacher, dass sie Vorurteile und Ängste vergessen.“

 

Die Kinder werden spielerisch an die Welt der Kunst herangeführt. Ihrer Ausdrucksweise soll keine Grenzen gesetzt werden. Außerdem soll der Kurs dazu dienen, das Selbstbewusstsein und auch das Verhalten gegenüber anderen durch Gruppenarbeit zu fördern.

 

ClauditoLeo und Daniela möchten am Ende dieses Jahres zusammen mit den Kindern eine Fotoausstellung auf die Beine stellen, in der alle Aktivitäten dokumentiert und die Fortschritte der Kinder sichtbar gemacht werden soll.

 

 

Seit einem halben Jahr unterstützt viSozial-Chile nun das Projekt des Kunst-und Theaterkurses. Ohne die Unterstützung der Paten und den Sachspenden aus Deutschland wäre dies sicher nicht möglich.

Vielen Dank an alle.

 

Erste Eindrücke im Blindenzentrum in Puno

Donnerstag, den März 27, 2008 von Rosalino Schreibe hier dein Feedback zum Artikel! »

Neben mir auf der niedrigen Mauer des Blindenzentrums sitzt Christina, eine weitere Volontärin aus Deutschland. Voller Neugier und Enthusiasmus erwarten wir das uns noch unbekannte Morgenritual. Mit uns im Innenhof der Blindenschule befinden sich die ersten fünf Kinder, deren Angehörige, Direktor Henry Pino Diaz und die Lehrerin Gladys. Die Kinder, alles Jungen, werden aufgefordert, sich in Reih und Glied aufzustellen und den Anweisungen der Lehrerschaft zuzuhören. Nach der Begrüssung wird gemeinsam gebetet und für den heutigen schönen Tag gedankt. Dann hält Direktor Henry eine Rede, benennt die Änderungen der Schule, erklärt, welche Lehrerin welche Klasse übernimmt und stellt uns Volontäre vor. Danach stehen alle auf und singen aus voller Brust die peruanische Nationalhymne. Dann löst sich die bunt gemischte Runde auf, und die Kinder werden in ihre Klassenräume geführt.

innenhof Erste Eindrücke im Blindenzentrum in Puno

Es ist Montag Morgen, 24. März um 09.00 Uhr, und mein Einsatz als Freiwilligenarbeiterin im Blindenzentrum „Nuestra Señora de Copacabana“ im Stadtteil Chejoña in Puno beginnt. Heute ist der erste offizielle Schultag, obwohl von den erwarteten 30 Kindern mit einer Sehbeeinträchtigung im Alter zwischen 5 und 18 Jahren erst einmal acht erschienen sind. Der Rhythmus und die Organisation hier in Peru laufen anders, gemächlich und mit eigener Logik, für uns Europäer im ersten Moment schwierig nachzuvollziehen.

Mein erster vereinbarter Arbeitstag liegt bereits drei Wochen zurück. Damals erschien ich voller Elan im Zentrum, fand jedoch nur leere und halb zu Ende gemalte Räume vor. Man erklärte mir, dass die blinden und sehbeeinträchtigten Kinder vor allem aus armen Campesinosfamilien stammen, die teilweise Dutzende von Kilometern entfernt in abgelegenen Gegenden wohnen. Deshalb dauere es einige Wochen, bis sich alle Kinder wieder in der Blindenschule einfänden. Zudem erschwere sich die Situation, da vor allem auf dem Lande blinden Kindern wenig Leistungsfähigkeit zugesprochen wird, und sie somit zu Hause bleiben und auf dem Hof mithelfen müssen.

Inzwischen befinden sich im Schulzimmer von Lehrerin Mirjam die vier jüngsten Jungen, die neu eingetreten sind. In der Unterrichtsstunde werden geometrische Figuren wie Dreieck, Viereck und Kreis behandelt. Nebenan unterrichtet Lehrerin Gladys die 3. bis 4. Klasse. Zurzeit versuchen Edison und Pedro, beide mit einer Sehbeeinträchtigung, ihre Gedanken zur vergangenen Osterwoche, der „semana santa“, in unterschiedlicher Schriftgrösse auf Papier zu bringen.

klassenzimmer Erste Eindrücke im Blindenzentrum in Puno

Seit Mai 2006 erhält das Blindenzentrum Unterstützung durch viSozial. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, den blinden, sehbeeinträchtigten und benachteiligten Kindern in der Region Puno am Titicacasee gezielt zu helfen. In vielen kleinen Schritten wird versucht, die Lebenssituation der Betroffenen dort zu verbessern und ihnen eine Perspektive zu bieten. ViSozial versucht, durch Patenschaftsbeiträge, Spendengelder und Freiwilligenarbeit Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Die Kinder erlernen, vor allem durch das unermüdliche Engagement der LehrerInnen, handwerkliche Fähigkeiten und werden so auf ein späteres Berufs- und Alltagsleben vorbereitet.

Mittlerweile ist es 12.45 Uhr, der Unterricht ist beendet, und die Kinder gehen in den oberen Stock, um im Speisesaal ihr Mittagessen einzunehmen. Für uns Volontäre ist unser erster Arbeitstag beendet. Wir haben bereits mit der Lehrerschaft und den anwesenden Kindern Bekanntschaft geschlossen und erste eindrückliche Erfahrungen gesammelt. Nun freuen wir uns darauf, wenn der „normale“ Schulbetrieb so richtig angelaufen ist und wir bald möglichst tatkräftig Unterstützung leisten können.

Erste Eindrücke von Jeannine Gasperina, Volontärin im Blindenzentrum

 

Hilfe von weit weg

Mittwoch, den März 26, 2008 von Katharina Schreibe hier dein Feedback zum Artikel! »

Heute kam wieder ein Päckchen aus Deutschland an. Der kleine Pablo hat es etwas schüchtern in Empfang genommen. Als er danach jedoch ganz stolz seinen Freunden die Gummibären, das Puzzle und die Utensilien für die Schule zeigt ist ihm die Freude regelrecht ins Gesicht geschrieben. Er weiß, dass die Sachen von seiner „Madrina“ aus Deutschland kommen. „Das ist ganz weit weg.“ bestätigt er mir. Und doch wird mit jedem Päckchen oder Brief eine kleine Brücke gebaut, durch die sich zwei Menschen ein bisschen näher sind.

FabiolaDie Aufmerksamkeiten aus Deutschland gehen nicht spurlos an den Kindern vorbei. Sie sind stolz, dass sie einen Paten haben und wenn jemand ein Päckchen bekommt wird der Inhalt von allen bestaunt.

Luis der Direktor von Los Pinos findet die Patenschaften eine gute Sache. „Da die Kinder meist in einem Umfeld aufwachsen in dem es nicht viele Sachen von großem Wert gibt, ist es wichtig dass sie sich über etwas freuen können und lernen etwas zu wertschätzen.“ , sagt er.

Und tatsächlich ist jeder Gruß aus Deutschland ein Grund zur Freude. „Ich habe schon zwei Päckchen und drei Briefe von meiner Madrina bekommen.“ erzählt Fabiola stolz. Das kleine Fotoalbum, das in einem der Päckchen war, hat sie immer in ihrem Rucksack und nimmt es überall mit hin.

Elena, eine von den Älteren im Los Pinos, erzählt mir: „Es ist ein bisschen komisch aber auch toll, dass es jemanden gibt der an einen denkt, der aber so weit weg ist.“

Ausflug - EisessenDass auch die Eltern der Volontäre etwas gutes zum Projekt beisteuern, bewiesen die Eltern von Lukas, unserem derzeitigen Volontär im Los Pinos. Als Geburtstagüberraschung für Ihren Sohn und die Kinder von Los Pinos, haben sie mit Hilfe von viSozial zum Eis essen eingeladen. Für 50 Kinder wurde ein kleiner Ausflug organisiert und jeder bekam ein großes Eis. Die Überraschung war wirklich gelungen und alle hatten ihren Spaß.

Dank unserer Paten, Volontäre und deren Eltern ;-) konnten wir für die Kinder von Los Pinos in letzter Zeit eine Menge auf die Beine stellen und ihnen somit den Aufenthalt im Projekt ein wenig abwechslungsreicher gestalten.

Für diese Unterstützung einen ganz grosses Dankeschön.

 

Vom Straßenkind zum Gründer von Luz de Esperanza

Mittwoch, den März 26, 2008 von tomas Schreibe hier dein Feedback zum Artikel! »

Daniel, der selbst mehrere Jahre seines Lebens auf der Straße verbracht hat, leitet heute dasDaniel von LdE Sozialprojekt Luz de Esperanza (Licht der Hoffnung) in El Alto/Bolivien. viSozial unterstützt Luz de Esperanza seit langer Zeit. Daniels Geschichte möchten wir euch heute gerne einmal vorstellen:

“Eines Tages möchte ich ein eigenes Haus besitzen, wo wir als freie Menschen ruhig und friedlich leben können, ohne auf der Straße schlafen zu müssen!” Diesen Traum hatte der heute 23-jährige Daniel, als er wie Tausende anderer Kinder und Jugendliche auf den Straßen von El Alto lebte.

El Alto – eine Stadt mit ca. 800.000 Einwohnern am Rande von La Paz. Fern ab vom reichen Stadtzentrum prägen Straßenkinder, die sich in Pandillas (Banden) zwischen 20 und 100 Personen organisieren, das Stadtbild. Sie teilen untereinander das wenige Geld, das sie mühsam als Schuhputzer oder Markthelfer verdient oder erbettelt haben, um Essen oder Alkohol und Drogen kaufen zu können. Ihr Alltag ist geprägt von Bandenkriegen, Betteln sowie Alkohol- und Drogenkonsum – ein Kampf ums Überleben.

Daniel landete damals mit acht Jahren auf der Straße, als sich seine Eltern scheiden ließen. Seinen Vater hat er als gewalttätigen Menschen in Erinnerung. In dieser Zeit war Daniel oft auf dem Cementerio (Friedhof) in El Alto anzutreffen. Der Cementerio ist ein beliebter Unterschlupf und Treffpunkt für die Straßenkinder in El Alto, der ihnen gerade im eiskalten Winter auf 4000 Metern etwas Schutz bietet.

Schon mit acht Jahren arbeitete Daniel bis spät abends als Kassierer in einem Minibus. Zwei Jahre später, mit nur zehn Jahren, trank er regelmäßig Alkohol. Daniel wollte immer zur Schule gehen und etwas lernen, doch er schaffte es in den darauffolgenden Jahren immer seltener zum Unterricht, weil er zuviel Alkohol trank. Mit 16 Jahren war er regelmäßig betrunken, schwänzte immer öfter den Unterricht und musste schließlich alles verkaufen, was er sich hart erarbeitet hatte: Kleidung, Bücher usw.

Dann starb Daniels bester Freund Joaquín an den Folgen seines Alkohol- und Drogenkonsums auf der Straße. Bei dessen Beerdigung traf Daniel zum ersten Mal auf Doris, der heutigen Leiterin des Sozialprojektes Luz de Esperanza. Sie befasste sich schon seit Längerem mit den Straßenkindern von El Alto, hatte sich besonders mit Joaquín angefreundet und war schockiert, wie diese Kinder und Jugendlichen von der Gesellschaft ignoriert werden. Sie erkannte, dass Daniel wissbegierig war und unterstützte ihn und auch seine Freunde, indem sie ihnen die Teilnahme an einem Computer- und Malkurs ermöglichte. Daniel war daraufhin oft bei Doris zu Hause und lebte schließlich bei ihr. Heute ist Doris für ihn wie eine Mutter.

Eines Tages präsentierte sie ihm und seinen Freunden ein Grundstück in El Alto, welches die Ordensgemeinschaft von Doris gekauft hatte und welches ihnen gehören sollte. Daniel erinnerte sich an seinen alten Traum: “Eines Tages möchte ich ein eigenes Haus besitzen, wo wir als freie Menschen ruhig und friedlich leben können, ohne auf der Straße schlafen zu müssen!” Der Traum sollte Wirklichkeit werden! Daniel gründete mit Hilfe von Doris und ihrem Orden das Projekt Luz de Esperanza für ehemalige Straßenkinder und –jugendliche. Bei Luz de Esperanza finden sie ein neues, warmes Zuhause und werden in dieser Gemeinschaft bei ihrem sanften Drogenentzug unterstützt.

das erste haus

Das erste im Projekt gebaute Haus

Heute leitet Daniel gemeinsam mit Doris das Projekt. Luz de Esperanza betreut zurzeit 26 ehemalige Straßenkinder und -jugendliche zwischen 12 und 26 Jahren, die alle wieder die Schule besuchen. Die Kinder und Jugendlichen organisieren und versorgen sich hauptsächlich selbst. Sie kümmern sich gemeinsam um das Gemüse und die Blumen in den Gewächshäusern, füttern die Hühner und Schweine und abwechselnd ist eine andere Gruppe für Küchen- und Putzdienst verantwortlich. Luz de Esperanza bietet neben der schulischen Ausbildung auch die Möglichkeit, den Umgang mit dem Computer oder das Schneidern zu erlernen. Dafür gibt es extra einen Informatikraum sowie eine Schneiderin, die ehrenamtlich ins Projekt kommt und den Kindern und Jugendlichen den Umgang mit Nadel, Faden und der Nähmaschine lehrt.

Während der Anfänge von Luz de Esperanza hatte Daniel aber noch viel mit sich selbst und seiner Vergangenheit zu kämpfen. Um vom Alkohol loszukommen musste er seine alten Freunde aufgeben. Diese beneideten ihn um seine Entscheidung, das Leben auf der Straße hinter sich zu lassen. In dieser schwierigen Zeit half ihm sein Lebensmotto: “En tiempos de turbión no te mudes”. Das bedeutet soviel wie “Ziehe nicht um, wenn es hagelt”. Gemäß diesem Motto traf er, wenn es ihm schlecht ging, keine Entscheidungen. Denn nur wer zufrieden und mit sich selbst im Einklang ist, kann gute Entscheidungen treffen, die einen vorwärts bringen.

So schaffte es Daniel auch einen weiteren Wunsch zu verwirklichen: Mit Hilfe eines Stipendiums studiert er heute im dritten Semester Unternehmensverwaltung. Gemeinsam mit einem anderen Jungen von Luz de Esperanza ist er an einer der besten Universitäten Boliviens eingeschrieben - der UCB (Universidad Católica de Bolivia) in Obrajes, im Süden von La Paz. Mit seinem Wissen möchte er Luz de Esperanza, wo heute auch viele seiner alten Freunde leben, am Leben erhalten, um den Straßenkindern und –jugendlichen in El Alto einen liebevollen und sicheren Zufluchtsort zu geben. Davon träumt er heute, und er weiß, dass sich auch dieser Traum mit der Zeit erfüllen wird. “Deshalb darf man nie aufhören zu träumen!”

Das Projekt Heute

Das Projekt Heute

viSozial unterstützt diesen Traum. Mit euren viSozial-Spendengeldern können wir die Kinder und Jugendlichen und ihr Projekt mit Lebensmitteln und anderen Sachspenden versorgen.

Weitere Informationen zu diesem einzigartigen Projekt gibt es hier.

Über diese Website habt ihr auch die Möglichkeit Geld zu spenden oder euch als freiwillige Helfer bei Luz de Esperanza zu bewerben.

Bettina Mahnecke - Ehemalige Praktikantin in La Paz

 

Besuch bei Para dar Esperanza

Donnerstag, den März 20, 2008 von britta Schreibe hier dein Feedback zum Artikel! »

In der letzten Woche war es soweit: Wir neuen viSozial-Praktikantinnen aus dem Büro Ecuador machten uns auf, um unser Soziaprojekt Para dar Esperanza kennenzulernen. Para dar Esperanza befindet sich in Quitos Viertel Santa Maria. Hier leben sehr viele arme und benachteiligte Familien, deren Kinder häufig unter familiären Problemen wie Aggressivität und innerhäuslicher Gewalt leiden; Fürsorge im Elternhaus ist vielen nicht bekannt. Diese Kinder können ihre Nachmittage im Projekt Para dar Esperanza verbringen. Ihnen wird hier nicht nur mit Hausaufgabenbetreuung und einer Mahlzeit, sondern auch mit pädagogischer und psychologischer Unterstützung geholfen.

Jungs in Para dar EsperanzaAls wir ankamen, war das Gebäude von Para dar Esperanza, bestehend aus einer kleinen Küche und drei kleinen Räumen, schon voll. Etwa 45 Kinder waren da, die unter Anleitung von Betreuerinnen entweder spielten und malten, Hausaufgaben machten oder an einem der drei Computer im Projekt Unterricht hatten. Wir wurden von allen Kindern sehr freudig und mit lauten Sprechchören begrüßt, ausgefragt und nicht mehr losgelassen, bis wir jedes Kind einmal auf den Arm genommen hatten. Wir waren überrascht über die Herzlichkeit und Anhänglichkeit der Kinder uns Fremden gegenüber, besonders vor dem Hintergrund der häuslichen Situation vieler Kinder. Auch untereinander gingen die Kinder sehr fürsorglich und respektvoll miteinander um und zeigten eine große Dankbarkeit für die Hilfe, die ihnen durch das Projekt geboten wird.

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir mit ihnen auf dem Spiel- und Bolzplatz neben dem Gebäude, wo sie sich austoben konnten, bevor die hungrigen Mägen mit etwas Besonderem gefüllt wurden: Ein kleiner ortsansässiger Laden hatte für die Kinder von Para dar Esperanza Würstchen gespendet, die die Kleinen mit großer Begeisterung verspeisten! Nach dem gemeinsamen Zähneputzen packten alle Kinder ihre selbst mitgebrachten Teller, Löffel und Tassen ein und machten sich auf den Heimweg.

Junge Para dar EsperanzaDerzeit wird Para dar Esperanza mit einigen Problemen konfrontiert: Das Grundstück, auf dem sich das angemietete Gebäude befindet, steht zum Verkauf. Es ist ungewiss, wie lange das Projekt dort fortgeführt werden kann. Eine Alternative gibt es bisher nicht. Die finanziellen Mittel zum Kauf dieses oder anderer Grundstücke des Viertels Santa Maria fehlen. Das große Ziel der Projektmitarbeiter, eine eigene Schule in Santa Maria zu errichten, in der alle Kinder ihre Schulzeit über die Pflichtjahre hinaus beenden können und gleichzeitig die Fürsorge bekommen, die ihnen zu Hause fehlt, liegt in weiter Ferne.

 

Für Unterstützung, sei es als Spende oder durch Mithilfe im Projekt, wären die Kinder aus Santa Maria sehr dankbar!

 

 

Von Kindern kann man so viel lernen…

Dienstag, den März 11, 2008 von Katharina Schreibe hier dein Feedback zum Artikel! »

….vor allem über sich selbst. Das ist schon direkt zu Anfang das Fazit meines 6-wöchigen Praktikums im Centro Abierto Los Pinos. Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen hat mir dabei geholfen, mich wieder an Details meiner eigenen Kindheit zu erinnern. Es geht dabei vorallem um den Blickwinkel auf die Welt, der aus Kinderaugen immernoch ein ganz andere ist als in Erwachsenenjahren. Kinder sind ehrlicher, direkter unverblühmter und damit die besseren Menschen. Ganz abgesehen davon sind sie unsere Zukunft und verdienen eine verlässliche soziale Basis und eine brauchbare Ausbildung.

 Von Kindern kann man so viel lernen...Und das schreibt jemand, der sein Leben lang noch nie ernsthaft daran gedacht hat mit Kindern zu arbeiten. Ich habe dieses Praktikum aus Neugier und Interesse begonnen. Das der Lerneffekt dabei so gross sein würde, hätte ich nicht gedacht. Ehrlich gesagt erwartete ich eigentlich gar nichts im Konkreten. Dann passieren ja meistens die grössten Aha-Erlebnisse.

Abgesehen davon, dass ich mich selbst dann und wann vor Autoritätsprobleme gestellt sah, wiederholte Male über meinen eigenen Schatten springen musste (um eben nicht die Erziehung unserer Eltern an den Tag zu legen) und mich am Ende der Woche oft geschafft fühlte, hatte ich dennoch das Gefuehl mit meiner Arbeit irgendwie doch einen Beitrag geleistet zu haben. Sei es für die Kinder, das Projekt, für mich oder für den Weltfrieden und die Völkerverständigung :-) - es war eine sehr, sehr gute Zeit und es tat mir am Ende Leid weiterziehen zu müssen.

Erfahrungsbericht von Mike - Miguel, Volontär im Casa de los Pinos

 

Erfahrungen als Volontär in Arequipa/Peru

Mittwoch, den Februar 13, 2008 von Lena Schreibe hier dein Feedback zum Artikel! »

Ich habe knapp zwei Monate als Freiwilliger in der Schule „San Juan Apostol“ gearbeitet. Bei einem Treffen mit meiner Betreuerin vom MVC (Movimiento de Vida Cristiana) wurde ich zu Beginn in mein Aufgabengebiet eingewiesen. Mein Hauptaufgabengebiet sollte der Sportunterricht sein, wobei sich dies schon nach kurzer Zeit auf den Englischunterricht ausgeweitet hat und ich zudem beim Mathematikunterricht der unterschiedlichen Klassen mitgeholfen habe.

Als Volontär merkt man sehr schnell, dass man nicht nur unnütze Arbeit vollbringt, sondern dass das eigene Engagement von allen Seiten geschätzt wird und man etwas bewegen kann. Aufgrund der Größe der Schule bekommt man zudem die Chance mit Kindern verschiedener Altersstufen (4-14 Jahre) zusammenzuarbeiten. Dies macht die Sache nicht immer leichter, aber definitiv spannender und abwechslungsreicher. Hinzu kommt, dass man sehr nette Kollegen hat. Zu meiner Zeit habe ich zunächst gemeinsam mit einer Österreicherin und später mit einer Schweizerin in der Schule gearbeitet. Zum einen bot dies den Vorteil, dass ich gut eingearbeitet wurde. Zum anderen konnte ich mich dadurch stets mit den anderen austauschen und so kam es auch, dass wir einige Unterrichtseinheiten gemeinsam abgehalten haben. Darüber hinaus boten sich immer wieder Möglichkeiten, eigene Ideen einzubringen oder an diversen Schulveranstaltungen aktiv teilzunehmen.

Schule San Juan Apostol

Auch wenn es zum Teil anstrengender als erwartet war, habe ich in meiner Zeit als Freiwilliger sehr viel lernen können. Es ist nicht nur ein Geben, sondern meiner Meinung nach profitieren beide Seiten von dem Engagement. Allein der tägliche Blick in die strahlenden Gesichter der Kinder kann einen alle anderen Sorgen vergessen lassen.

Die Zeit als Volontär in Arequipa wird mir stets als eine prägende Erfahrung im Kopf bleiben, die ich nicht missen möchte. Dabei erinnere ich mich natürlich auch immer wieder gerne an die netten Abende, die ich gemeinsam mit den anderen Freiwilligen und den Betreuern von viventura/viSozial in Arequipa verbracht habe.

alex2 Erfahrungen als Volontär in Arequipa/Peru

Alexander Gentscheff

 

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