viSozial in Chile
Chile gilt als eines der sichersten und reichsten Länder Südamerikas und ist laut Weltbank kein Entwicklungsland mehr. Dennoch sind die sozialen Unterschiede in der chilenischen Gesellschaft deutlich zu spüren Die neoliberale Politik der letzten Jahrzehnte ging nicht zuletzt auf das Konto des Sozialstaates. Mit entsprechenden Folgen für die ärmeren Klassen wird die soziale Sicherung weitgehend dem Privatmarkt überlassen.Mit der Politik während der Militärdiktatur hat sich der Staat weitgehend aus dem sozialen Netz zurückgezogen, wodurch sozioökonomische Unterschiede intensiviert wurden. Mit der Sozialdemokratischen Regierung wird zwar seit einigen Jahren versucht diese Ungleichheiten auszugleichen, was sich jedoch weiterhin als sehr schwierig herausstellt, da die sozioökonomische Entwicklung des Landes tiefe Spuren hinterlassen hat.
Chile ist mit 4 Prozent eines der Länder Südamerikas mit der geringsten Analphabetenrate. Eine Minimalschulbildung ist für jedes Kind zugänglich, dennoch ist die große Anzahl der vorzeitigen Schulabgänger eines der größten Probleme im Jugendsozialbereich.
Danach geraten viele Kinder und Jugendliche auf die schiefe Bahn, finden keine Arbeit, werden schlimmstenfalls drogenabhängig oder straffällig. Diesen Problemen widmet sich die Jugendsozialarbeit und versucht diese zu bekämpfen. Hauptursache für diese Umstände ist die Armut unter Kindern und Jugendlichen, viele müssen frühzeitig für den Unterhalt der Familie mitsorgen.
Die Frustration unter den Jugendlichen ist hoch da manche trotz abgeschlossener Schulausbildung, keine adäquate Beschäftigungsmöglichkeit oder einen Ausbildungsplatz erhalten. Das chilenische Schulsystem ist stark privatisiert. Eine gute Schulbildung erhält man nur in privaten Schulen, die sehr teuer sind. In den staatlich geförderten Schulen sitzen meist bis zu 50 Kinder in einer Klasse. Viele Eltern haben nicht die Möglichkeit für eine gute Schulbildung ihrer Kinder zu zahlen. Auch Universitäten sind kaum finanzierbar und nur durch den Vorweis einer guten Schulbildung garantiert.
Ende 2004 lag die Rate der Jugendarbeitslosigkeit bei fast 20%, wobei die Durchschnittsrate bei jungen Frauen noch höher liegt.
Das Fazit ist, dass die Jugendkriminalität steigt. Es kommt immer öfter zu gewalttätigen Auseinandersetzungen an den Schulen und auch der Drogenkonsum wird zur Alltäglichkeit. Es soll allein in Santiago 300.000 drogenabhängige Jugendliche geben.
Unser Sozialprojekt befindet sich in einem der größten und ärmsten Stadtviertel Santiagos, in Puente Alto in dem etwa 80% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben. Die Arbeitslosenzahlen in diesem Bezirk liegen bei 30%. Alkoholismus und Drogenmissbrauch sind weitere Faktoren von den dort herschenden Missständen. Dies wirkt sich natürlich auch auf die Familien aus. Aggression, Frustration oder Resignation werden in die Familien getragen. Kinder werden vernachlässigt und es kommt seitens der Eltern oft zu Gewalttätigkeit die oftmals auch zum Missbrauch führen kann. Unser Sozialprojekt Casa de los Pinos versucht genau da anzusetzen.
