Casa de los Pinos in Santiago de Chile
Das Sozialprojekt Casa de los Pinos wurde von 2005-2006 von viventura Reisen GmbH unterstützt und seit der Gründung von viSozial e.V. im Jahr 2006 von uns weitergefördert.
Casa de los Pinos liegt am südlichen Rand Santiagos im Barrio Casas Viejas, das zum Stadtbezirk Punte Alto gehört und an das Naherholungsgebiet Cajon de Maipo grenzt. Mit ca. 600.000 Einwohnern ist Puente Alto der am dichtesten bevölkerte Stadtbezirk Santiagos. 80 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. In Casas Viejas wohnen ca. 100.00 Menschen. 4.000 davon sind unter 15 Jahre. Es gibt mehrere große „Campamentos“ , besetzte Grundstücke, auf denen etwa 50 Familien auf engstem Raum in selbstgebauten Hütten aus Holz und Blech leben. Viele dieser Familien verdienen ihr Geld mit dem Sammeln von Müll oder als Straßenhändler. Meist geht die ganze Familie dieser Beschäftigung nach, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen.
Da Chile laut dem letzten Bericht der Weltbank kein Entwicklungsland mehr ist, hat sich im Jahr 2006 unter anderem auch die Kindernothilfe als Unterstützer von Sozialen Projekten aus dem Land und somit auch aus Casa de los Pinos zurückgezogen. Im Moment ist viSozial e.V. neben dem Gründungsverein des Projekts die einzige Institution die die Kindertagestätte durch Sachspenden und die Finanzierung von Unterhaltungskosten unterstützt.
Wie alles begann:
1985: Gründung der Kindertagesstätte Casa de los Pinos durch FUNCASE (Fundacion Cristiana de Acción Social y Educación); Finanzierung durch den Staat
seit 2005: viventura Reisen GmbH unterstützt die Kindertagesstätte durch Sachspenden, Stipendien und die Finanzierung von Ausflügen
seit August 2006: Unterstützung durch viSozial e.V. 2006: Aufnahme von 40 Kindern in das Patenschaftsprogramm von viSozial
Projektbeschreibung:
Casa de los Pinos wurde, basierend auf der christlichen Grundlage der Sozialtätigkeit, 1985 gegründet. Insgesamt gibt es 150 Plätze für Kinder und Jugendliche aus den sehr armen Stadtteilen Puente Altos/Santiago, Casas Viejas, Vista Hermosa, Nocedal III und Campamentos Adonai, Cerro La Ballena, El Peñocito und San Guillermo. Die Aufnahme der Kinder findet durch spontane Nachfrage von Familienangehörigen, schulischen und gesundheitlichen Institutionen oder durch die Kinder selbst statt.
Alle Kinder, deren Rechte geringfügig oder schwerwiegend verletzt wurden, haben die Möglichkeit dieses Projekt zu besuchen. Sie werden von Montag bis Freitag nach der Schule von 14:00 bis 18:00 von Erziehern, einer Sozialarbeiterin und einem Psychologen betreut. Viele der Kinder haben auf Grund ihres sozialen Umfelds einen sexuellen, seelischen oder körperlichen Missbrauch erfahren. Mit Hilfe der psychosozialen Unterstützung wird den Kindern ermöglicht, ihre Probleme wie z.B. Missbrauch zu verarbeiten.
Das Hauptziel von Casa de los Pinos ist die Rechte der Kinder in der Gesellschaft zu bewahren. Deshalb werden auch die Eltern bzw. Familien in die psychologische Betreuung miteinbezogen. Es werden mit ihnen Workshops und Schulungen durchgeführt, die innerfamiliäre Gewalt und Drogenkonsum vorbeugen sollen und über die Nutzung von Gesundheits – und Sozialsystem aufklären. Somit wird den Familien geholfen mit Problemen umzugehen, Schäden vorzubeugen, die durch das soziale Umfeld hervorgerufen werden und ihnen auch zu ermöglichen sich selbst aus der strukturellen Armut zu befreien.
Casa de los Pinos soll für die Kinder und Jugendlichen ein Ort sein, an dem sie sich wohlfühlen, sich frei entfalten können und an dem ihre Privatsphäre bewahrt wird. Um die schulische und persönliche Entwicklung der Kinder zu fördern, werden ihnen neben der psychologischen Betreuung Aktivitäten wie, Nachhilfeunterricht, ein Theater – und Zirkuskurs, Freies Gestalten, ein Koch-und Backkurs, das wöchentliche Fußballtraining und ein Verteidigungskurs angeboten.
Weitere Informationen finden sich auch auf der neuen Homepage von Casa de los Pinos, die von einer ehemaligen Freiwilligen gestaltet wurde.
2 Jahre aktive Hilfe bedeuten konkret:
- Finanzierung der Stipendien von 11 Schülern, welche sich monatlich auf insgesamt 60.000 Pesos (ca. 80€) belaufen
- Finanzierung der Gehälter zweier Lehrer, für den Theater-und Kunstkurs, welche sich monatlich auf 160.000 Pesos (ca. 200€) belaufen
- Sachspenden von viventura
-Reisegruppen, die das Projekt besuchen: Kleidung, Spielsachen, Nahrungsmittel, Medikamente
- Des Weiteren unterstützt viSozial das Projekt durch verschiedene Kampagnen, wie z.B. unsere alljährliche Weihnachtskampagne im Dezember. Hierbei erhalten alle Kinder ein kleines Weihnachtsgeschenk, es wird gegrillt, gelacht und gespielt…
- Finanzierung von Ausflügen, Sommerzeltcamps - Finanzierung und Durchführung von gemeinsamen Ausflügen mit allen viSozial-Mitarbeitern in Chile. Dabei schließen wir das Büro für einen halben Tag und verbringen Zeit mit den Kindern und festigen so unsere Freundschaft zu ihnen.
- monatliche Gespräche mit den Projektverantwortlichen und Betreuern (Ideensammlung zur Verbesserung der Projektstrukturen, Planung von Kampagnen, gemeinsamen Einkäufen)
Durchschnittliche Projektkosten pro Monat:
Das Projekt Casa de los Pinos wird durch die den Verein FUNCASE unterstützt. Dieser muss jährlich Gelder beim Sename, dem chilenischen Jugenamt, beantragen. Da der Verein FUNCASE noch weitere Schulen unterhält, bleibt am Ende nur sehr wenig für Casa de los Pinos übrig. Wir können mit den Patenschaftsbeiträgen zwar kleinere finanzielle Löcher stopfen, dennoch fehlt es an vielen Ecken. Die monatlichen Kosten belaufen sich auf:
- 1.410.000 CLP (ca. 1.800 € ) für Gehaltszahlungen
- 300.000 CLP (ca. 400 € ) für Nahrungsmittel
- 110.000 CLP (ca. 150 € ) für den Unterhalt des Gebäudes und Telefon
- 75.000 CLP (ca. 100 € ) für Materialkosten
Davon übernimmt viSozial monatlich 3.300.00CLP (ca. 450€ ), um die oben aufgeführten Stipendien, die 2 Gehälter, einen Teil der Nahrungsmittel für die Kinder und die Telefonrechnung, die für die Arbeit der Sozialarbeiter und Psychologen sehr wichtig ist, zu bezahlen. Da das Projekt vom Staat keine weitere Hilfe erwarten kann und sich Hilfsorganisationen, wie die Kindernothilfe zurück gezogen haben, ist es auf finanzielle und materielle Hilfe durch Spender angewiesen.
Was wird in naher Zukunft von viSozial e.V. geplant?
- Die Einrichtung eines Computercabinets, damit sich die Kinder mit der Computertechnik vertraut machen können und diese somit eine Lernhilfe sein kann.
- Kauf von Arbeitsmaterialien und Lebensmitteln
- Ausstattung der Fußballmannschaft von Casa de los Pinos mit eigenen Trikots
- Die Organisation von Ausflügen und Veranstaltungen, um den Kindern eine Abwechslung zum Alltag bieten zu können
- Ein großer Traum von uns ist in Casas Viejas einen neuen Ort für Los Pinos zu finden. Da auf dem Gelände, das zu erst allein von der Kindertagesstätte genutzt wurde, eine Schule gebaut wurde und es jetzt an Platz zum Spielen und „Rumtoben“ mangelt.
Unterstützung durch Spenden:
Wer unser Vorhaben im Casa de los Pinos unterstützen möchte, den bitten wir das folgende Spendenformular auszufüllen.
Unterstützung durch Patenschaften:
Seit Ende 2005 ist es möglich, das Projekt Casa de los Pinos langfristig durch eine Einzelpatenschaft zu unterstützen, wobei der Beitrag dem gesamten Projekt bzw. allen Kindern zu Gute kommt und nicht nur einem einzelnen Kind. 40 der 150 Kinder (Stand November 2007) haben momentan einen Paten in Deutschland, der Schweiz oder Österreich. Durch die monatlichen Patenbeiträge von 10€ können ein paar von den laufenden Kosten der Kindertagestätte gedeckt werden. Auch die Kinder ohne Paten profitieren davon, denn die Gelder kommen allen zu Gute. Es wird das ganze Projekt unterstützt und darauf geachtet , dass das Geld auch wirklich im Sinne der Kinder verwendet wird.
Wohin fließt das Geld?
Der halbjährliche Patenschaftsbeitrag von 60 Euro kommt jedem Kind der Kindertagesstätte zu Gute und wird für Folgendes verwendet: Schulmaterial, Bastelmaterial, Verpflegung, Gehälter, Stipendien und was darüber hinaus anfällt. Das Geld wird somit nicht direkt an das Kind oder dessen Familie ausgehändigt, sondern dem Direktor von Los Pinos übergeben, oder direkt von uns verwendet, um Kosten des Projekts zu decken. Wir verfahren aus folgendem Grund auf diese Weise: Wenn die Eltern erfahren, dass Geld zur Verfügung steht, dann kann es vorkommen dass sie es ausgezahlt bekommen wollen. Dies gilt es zu verhindern, da das Geld dann ziemlich sicher nicht für das Kind verwendet wird, sondern für Alkohol, Drogen oder anderes. Wir finden es außerdem fairer, allen Kindern des Projektes zu helfen, und nicht nur den Kindern mit Pateneltern.
- allgemeine Informationen zu Patenschaften
- Patenkindern von Casa de los Pinos (die Seite zur Auswahl der Patenkinder befindet sich derzeit noch im Aufbau, wir danken für das Verständnis)
Gerne kann man Kontakt zu unserer Ansprechpartnerin Katharina in Chile aufnehmen
Aktive Unterstützung durch Freiwilligenarbeit:
Seit April 2006 arbeiten auch Volontäre im Casa de los Pinos mit. Neben der täglichen Unterstützung des Betreuerteams, helfen die Freiwilligenarbeiter auch dabei, den Kontakt zu den Paten aufrechtzuerhalten. Sie unterstützen uns dabei, aktuelle Informationen zu erhalten, mit den Kindern zu basteln, Briefe zu übersetzen, eigene Kurse zu gestalten und Ideen umzusetzten sowie Ausflüge und Kamapagnen zu organisieren.
Kapazität:
Generell freuen wir uns immer über helfende Hände! Saisonbedingt variiert jedoch die Nachfrage nach Freiwilligen im Los Pinos. Im Durchschnitt benötigen wir aber ca. zwei Volontäre, um eine konstante Projektunterstützung gewährleisten zu können. Bei der Mitarbeit im Projekt ist es wichtig sich aktiv im Alltag der Kinder und Jugendlichen mit einzubringen. Man nimmt an sportlichen Aktivitäten, Ausflügen, Kursen und Workshops teil. Das Wichtigste ist die Präsenz und die Bereitschaft, sich auf die Kinder einzulassen. Außerdem freuen sich die Kinder und Erzieher des Projektes, wenn der Volontär viel Eigeninitiative aufbringt! Bei Fragen kann man sich direkt an unsere Ansprechpartnerin Katharina in Chile wenden.
Das Anforderungsprofil:
- Mindestalter von 20 Jahre
- Gute Spanischkenntnisse
- Aufgeschlossenheit, Toleranz, Geduld und Belastungsfähigkeit
- Großes Interesse an fremden Kulturen
- Spaß daran zu haben, sich um Kinder mit besonderen Bedürfnissen zu kümmern, sie die Welt mit deinen Augen sehen zu lassen, mit ihnen zu spielen und für sie als Freund/in und Vertrauensperson da zu sein
- dazu bereit sein, täglich ein bis zwei Stunden Anfahrt zum Projekt zu haben (das wohnen in Projektnähe ist nicht unbedingt empfehlenswert)
- Wünschenswert sind Erfahrungen in der Sozial- oder Gruppenarbeit und evtl. in Südamerika
- Bereitschaft, mind. 6 Wochen im Projekt mitzuarbeiten
Dieses Projekt wird von einer Sozialarbeiterin und einem Psychologen betreut, und ist somit besonders interessant für Studenten der Sozialpädagogik, Sozialwirtschaft und Psychologie.
Arbeitsinhalte der Volontäre:
Lehrpersonen, Studierende oder sonstige Interessenten können die Schule durch Musik-, Handarbeit-, Gärtnerei- oder Werkstattunterricht unterstützen. Neben der täglichen Mitarbeit im Lehrerteam bei verschiedensten Aufgaben und Gestaltung des Unterrichts, werden die Freiwilligenarbeiter auch dabei mithelfen, den Kontakt zu unseren Paten in Deutschland aufrechtzuerhalten.
Das Betreuerteam freut sich immer über professionelle Unterstützung durch motivierte Freiwillige. Willkommen ist grundsätzlich jeder: Schulabgänger, Studenten oder Rentner. Bei längeren Aufenthalten sind auch Schulpsychologen und Betreuer gefragt, die sich um die Kinder und ihre Probleme kümmern können. Auch Gesundheits- und Ernährungsberater werden gebraucht. Aber auch Handwerker, Ingenieure und Landschaftsgärtner können helfen, das Projekt zu verschönern.
Das Aufgabengebiet ist sehr weit gefächert, so dass man hier am besten einen Blick auf die aktuellen Stellen werfen kann oder auch eigene Ideen zu uns mailen kann. Die Arbeitszeiten sind flexibel, meistens von 9:00 Uhr morgens bis 17:00 Uhr. Eine genaue Einteilung der Arbeitszeit kann vor Ort besprochen werden.
Was für eine Freiwilligenarbeit in Chile spricht:
Zuallererst sprechen natürlich die dadurch gewonnene Auslandserfahrung und die Vertiefung der Sprachkenntnisse für eine Freiwilligenarbeit in Chile. Bei der späteren Stellensuche ist die Ausübung eines Ehrenamtes gerne gesehen, weil es dem Bewerber soziale Kompetenz zuspricht. Des Weiteren hat man dadurch die Möglichkeit, eine fremde Kultur und Mentalität kennen zu lernen und ein Bewusstsein, für die Probleme von Entwicklungs- oder Schwellenländer zu schaffen. Die Voluntäre erkennen dadurch, dass auch sie etwas von anderen Kulturen lernen können. Dabei wird nicht nur der Blick für das Erfassen sozialer Problematiken geschärft, sondern auch für mögliche Lösungsansätze. Voluntäre leisten somit einen Beitrag zum interkulturellen Dialog, zur Entwicklungszusammenarbeit und zur Erkenntniserweiterung. Durch ein Volontariat hat man die Möglichkeit die sozialen und gesellschaftlichen Anliegen der Kinder, die in ihren Rechten missachtet werden, grenzüberschreitend wahrzunehmen und sich mit ihnen zu solidarisieren. Außerdem trägt dieser Schritt zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit bei, denn oft ist man auf sich alleine gestellt und muss gewichtige Entscheidungen alleine treffen und tragen.
Unterkunft:
Generell gibt es zwei Möglichkeiten, wo der Volontär unterkommen kann. Sofern man gerne bei einer Gastfamilie unterkommen möchte, kann viSozial bei der Suche behilflich sein. Wir stehen in gutem Kontakt zu einigen sehr netten Familien in Santiago, die den Volontär jederzeit herzlich willkommen heißen werden. Alle liegen zentrumsnah in guten Wohngebieten; es wird ein eigenes Zimmer, oft auch mit eigenem Bad gestellt, das Wohnzimmer und die Küche werden geteilt, wie in einer richtigen Familie. Verpflegung ist inbegriffen.
Der Vorteil eines Gastfamilienaufenthaltes ist v.a. der enge Familienanschluss und die Möglichkeit, Spanisch anzuwenden, sowie schnell Kontakte zu Chilenen knüpfen zu können. Die andere Alternativ ist, sich selbst in einem der zahlreichen Hostels einzuquartieren, was den Vorteil bringt, flexibler und unabhängiger zu sein und von hier aus die Suche nach einer WG oder einer Gastfamilie zu starten. Jedoch kann viSozial noch das Projekt die Volontäre dabei finanziell untertsützen. Das einzige was viSozial in Zusammenarbeit mit viventura anbieten kann, ist die Buchung des Fluges, die Organisation eines Sprachkurses vor Ort und die Suche nach einer Gastfamilie bzw. einer WG. Bei Fragen kann man sich gerne an unserer Ansprechpartnerin Katharina in Chile wenden.
Kosten und Verantwortung:
viSozial e.V. vermittelt ausschließlich den Kontakt zu ausgewählten Projekten und hilft ehrenamtlich bei Anfragen oder Problemen. Haftung durch viSozial e.V. ist ausgeschlossen. Für die Organisation von Versicherungen, Impfungen, Flügen, Unterkunft, Verpflegung, Visum und sonstigen organisatorischen Dingen ist der Volontär selbst verantwortlich, ebenso wie für die persönliche Sicherheit. Der Freiwillige übernimmt Flug- und Versicherungskosten, sowie die Kosten für Unterbringung und Verpflegung. Wir stellen keine Verträge oder ähnliches aus. Auf Wunsch kann aber ein Bestätigungsschreiben erstellt werden.
- Weitere allgemeine Informationen zum Freiwilligendienst sowie zu freien Stellen in Chile
- Antworten auf weitere Fragen findet man auch in den FAQs
Gerne kann man Kontakt zu unserer Ansprechpartnerin Katharina in Chile aufnehmen
