viventura-Umweltprojekt in Ecuador

Das Umweltprojekt Rio Guajalito wurde von 2005-2006 von viventura Reisen GmbH unterstützt und seit der Gründung von viSozial e.V. im Jahr 2006 von uns weitergefördert

Die starke Abholzung ist ein weltweites Problem, das durch Kolonisierung und Ausweiten der landwirtschaftlichen Nutzflächen einen starken Druck auf die natürlichen Ressourcen ausübt. Auf verschiedene Arten wird somit Wald zerstört und ein wichtiges und einzigartiges Ökosystem vernichtet. Edelholzbäume werden aus intakten Wäldern geholt und allein der Transport aus den Wäldern zerstört eine Unmenge anderer Pflanzen. Löcher in alten Erdöl-Pipelines quer über die Anden bedrohen die Umwelt und Minenabwässer verschmutzen ganze Flüsse.

Nebelwald von GuajalitoDie verschiedenen Arten der Umweltzerstörung in Ecuador sind damit leider noch nicht erschöpft, es gibt viele weitere Schäden und Bedrohungen. Von staatlicher Seite gibt es in Ecuador Bemühungen, Schutzgebiete einzurichten und verschiedene Nationalparks und Rerservate bestehen im Land. Häufig werden diese Reservate dann doch wieder an Minengesellschaften verkauft oder zur illegalen Abholzung missbraucht.

Um den Wald zu schützen müssen somit ständig Parkwächter vor Ort leben und ein Auge auf ihre Umgebung haben, was von staatlicher Seite leider nur für wenige Gebiete dieses an Natur so reichen Landes möglich ist.

Wie alles begann:

Wir haben mit der Aufforstungsinitiative Schutzwald Rio Guajalito ein Projekt gefunden, welches wir für unterstützenswert halten. Durch die Spenden der viventura-Reiseteilnehmer wird dieses Umweltprojekt gefördern, um einen Teil der Emission während der Flüge durch Wiederaufforstung zu kompensieren. Das viUmweltprojekt in Ecuador ist unser erstes Projekt dieser Art. Dabei handelt es sich um ein Aufforstungsprojekt im artenreichen Bergnebelwald von Ecuador.

November 2004: Übergabe von 3000 Tüten an die Teilnehmer des Projektes zur Sammlung der Pflanzen

Dezember 2004: Übergabe der Werkzeuge an die Personen, die die Pflanzen sammeln, Monitoring und Kontrollen der Pflanzen in den Tüten

Januar und Juni 2005: Kontrollbesuch und Pflanzenmonitoring

Projektbeschreibung:

Baumschule in GuajalitoDer Bosque Protector Rio Guajalito, kurz BPRG, liegt in der Westseite des westlichen Andenhauptkammes. Es handelt sich also um die Seite der Anden, die zum Pazifik hin abfällt. Von Quito aus sind es mit dem Auto ungefähr zwei bis zweieinhalb Stunden über eine Schotterpiste bis zum Projekt. Das Gebiet liegt auf einer Höhe zwischen 1.800m und 2.380m und umfasst ca. 710 ha tropischen Nebelwaldes.

Die Wälder von Guajalito liegen an einer besonderen Stelle. Von Norden reicht eine Vegetationszone genannt El Chocó von Kolumbien bis in den Norden Ecuadors. Diese Vegetationszone ist besonders von hohen Niederschlägen gekennzeichnet und besitzt einen aussergewöhnlichen Artenreichtum.

Aus Richtung Süden erstrecken sich die Trockenwälder bzw. Halbtrockenwälder, die auch Nazca-Vegetation genannt werden. Diese Vegetationsform mit wenig Niederschlag trifft in Guajalito auf die aus dem Norden kommende Vegetationsform mit sehr viel Niederschlag und so entsteht etwas ganz Neues.

Wenn man dann auch noch die verschiedenen Höhenstufen dazu nimmt, die auch noch für eine grosse Anzahl von verschiedenen Pflanzen und Tieren sorgen, wird klar, warum es in dieser Region so viele endemische Arten gibt. Leider ist es nun so, dass nur noch 4% der Primärwälder auf der Westseite der Anden in Ecuador übrig geblieben sind. Guajalito ist Teil davon.

Der Artenreichtum

Teil des Artenreichtums sind die Tiere. Bisher wurden 18 Reptilienarten, 28 Amphibien, 230 Arten von Vögeln, darunter auch einige bedrohte Arten, und 20 Arten von Säugetieren in Guajalito registriert. Unter den Säugetieren sind besonders der Brillenbär, der Puma, der Ozelot, der Bergtapir und Nutrias vom Aussterben bedroht. Ausserdem wurden Brüllaffen beobachtet, die hier eigentlich gar nicht vorkommen, und wohl aufgrund des grossen Drucks auf ihre angestammte Gebiete in diese Region geflüchtet sind.

Die Variation an Pflanzen ist sehr hoch in Guajalito: es gibt circa 45 verschiedene Bambusarten, 33 verschiedene Baumarten, die von den Bewohnern der Region aus den umliegenden Wäldern für den Verkauf abgeholzt werden, eine unglaubliche Anzahl von ca. 180 verschiedenen Farnen, mehrere hundert Orchideenarten, ca. 150 Heilpflanzen, um nur ein paar Beispiele aufzuzählen. Insgesamt sind mehr als 760 verschiedene Pflanzen in Guajalito beheimatet. Eine genaue Zahl lässt sich hier jedoch nicht nennen, da die Forschungen noch nicht abgeschlossen sind.

2 Jahre aktive Hilfe bedeuten konkret:

Umwelterziehung in Guajalito- Das Pflanzen von 10.000 Bäumen in Zusammenarbeit mit dem Aufforstungsprojekt Salvartierra auf einer Fläche von 20 Hektar wurde finanziert. Diese Fläche wurde abgeholzt um als Kuhweide zu dienen oder um die Bäume als Nutzholz zu verkaufen. Nach dem Erwerb durch den BPRG wurden diese Aktivitäten natürlich gestoppt, aber die natürliche Erholung des Waldes dauert sehr lange, so dass mit einer Wiederaufforstung nachgeholfen werden soll. Die Bäume, die gepflanzt werden sollen sind schnellwachsende Arten aus der unmittelbaren Umgebung. Sie werden von den Bewohnern der Region am Waldrand und in Lichtungen gesammelt, in Plastiktüten gepackt und neben einem kleinen Bachlauf deponiert. Über sie wird ein Netz gespannt, so dass die Sonne nicht zu stark auf sie scheint. Aus dem Bach werden sie regelmässig gegossen, falls es nicht genug regnen sollte. Nach 3-4 Monaten sind die Bäumchen groß genug (ca. 50 cm) um alleine überleben zu können. Zu Beginn der Regenzeit werden sie dann ausgesetzt. Insgesamt sollen ca. 16.000 Bäume ausgepflanzt werden.

- Damit nicht nur die Erwachsenen in der Erde wühlen dürfen wurden Patenkinder aus den von uns unterstützten Sozialprojekten in Quilotoa und aus einem Waisenhaus in Quito miteinbezogen. Sie haben nicht nur Bäumchen gepflanzt sondern auch die Baumschulen besucht und Exkursionen in den Wald unternommen.

- Bis heute sind 12 kleine Baumschulen angelegt worden. Drei davon in der Nähe der Häuser der Waldwächter, der Rest in den Gebieten, die aufgeforstet werden sollen. Das verkürzt die Wege und spart Kraft, wenn die Bäume groß genug sind um gepflanzt zu werden.

Was wird in naher Zukunft von viSozial e.V. geplant?

- Momentan wird an der Rückeroberung eines Weges im Schutzgebiet gearbeitet. Dieser Weg wurde von Maultieren benutzt, die aus den hinter dem Reservat liegenden Wäldern Holz zur Strasse transportiert haben. Im Laufe der Jahre wuchs der Weg auf 6 Meter Breite an. Mit der Aufforstung entlang des Weges soll der Boden sich wieder erholen und die Breite des Weges auf 1,5 m zurüschrumpfen.

- Weitere Exkursionen mit den Kindern der umliegenden Schulen sowie armer Kinder aus Quito, um ihnen ihre Umwelt und deren Schutzbedürftigkeit näher zu bringen.

- Kontinuierliche Aufforstung gerodeter Gebiete

- Finanzielle Unterstützung für das Gehalt des Parkwächters.

Unterstützung durch Spenden:

Wer unser Vorhaben im Schutzwald Rio Guajalito unterstützen möchte, den bitten wir das folgende Spendenformular auszufüllen.

Aktive Unterstützung durch Freiwilligenarbeit:

Julia pflanzt eine OrchideeSeit Mitte des Jahres 2007 besteht die Möglichkeit in Rio Guajalito im Rahmen von Freiwilligenarbeit aktiv mitzuhelfen. Es gibt jede Menge zu tun: Bäume werden gepflanzt, Samen für ihre Aufzucht gesammelt, Lehrpfade durch den Wald gepflegt und instand gehalten, Orchideen gesammelt, der Nestbau der Vögel und ihre Vermehrung beobachtet, ein Gemüsegarten für die Familie des Parkwächters und die Volontäre angelegt, und vieles mehr. Ein konkreter Arbeitsplan wird mit Javier Robayo, dem Projektleiter, besprochen, wenn man in Quito ankommt. Das Ziel ist zu helfen, anzupacken, aber auch die Kultur der Menschen kennenzulernen und Spaß zu haben. Acht Arbeitsstunden sind täglich vorgesehen mit insgesamt 22 Arbeitstagen pro Monat. Der Rest der Zeit steht einem zur freien Verfügung.

Kapazität:

Generell freuen wir uns immer über helfende Hände! Die Unterkunft für die Volontäre ist groß genug, um mehrere Personen zu beherbergen. Bei Fragen hierzu kann man sich gern an unsere Ansprechpartnerin Berit in Ecuador wenden.

Kosten und Verantwortung:

viSozial e.V. vermittelt ausschließlich den Kontakt zu ausgewählten Projekten und hilft ehrenamtlich bei Anfragen oder Problemen. Haftung durch viSozial e.V. ist ausgeschlossen. Für die Organisation von Versicherungen, Impfungen, Flügen, Unterkunft, Verpflegung, Visum und sonstigen organisatorischen Dingen ist der Volontär selbst verantwortlich, ebenso wie für die persönliche Sicherheit. Der Freiwillige übernimmt Flug- und Versicherungskosten, sowie die Kosten für Unterbringung und Verpflegung. Wir stellen keine Verträge oder ähnliches aus. Auf Wunsch kann aber ein Bestätigungsschreiben erstellt werden.

Das Anforderungsprofil:

· Offenheit gegenüber anderen Kulturen

· Lern- & Hilfsbereitschaft

· Verbundenheit zur Natur

· Spaß und Motivation bei der Arbeit

· Spanischkenntnisse

· Mindestdauer: 2 Monate

· Mindestalter: 18 Jahre

· Arbeitszeit 8 Stunden pro Tag, 22 Tage pro Monat

· 300 USD pro Monat für Unterkunft & 3 Mahlzeiten pro Tag

· Auslandskrankenversicherung

· Alkohol & Drogen sind im Reservat strengstens verboten

Arbeitsinhalte der Volontäre

Es gibt folgende große Aufgabenbereiche:

1. Erhalt des Reservates und Aufforstung

Ein so grosses Waldgebiet ist nicht so einfach zu überblicken. Deswegen gibt es einen Parkwächter, der am Waldrand in einem Häuschen mit seiner Familie lebt um so ein Auge auf alles zu haben, was geschieht. Denn es gibt immer wieder Versuche in das Gebiet einzudringen um das Land für sich zu beanspruchen und Holz zu verkaufen. Der Volontär wohnt mit Cesar, seiner Frau Hilda und ihren vier Kindern auf einem Grundstück und hilft ihnen dabei, neue Bäume zu ziehen und zu pflanzen, sowie zu pflegen. Circa 10 Hektar sind früher in Weideflächern umgewandelt worden und sollen nun wiederaufgeforstet werden. Dahinter steckt ein langer Arbeitsprozess angefangen vom Ziehen der kleinen Bäumchen in Gewächshäusern, bis hin zu ihrer Anpflanzung in den Wäldern. Die jungen Bäume müssen gemessen und katalogisiert werden um ihr Wachsstum festzuhalten.

2.

Erhalt & Neubau von Wanderwegen im Schutzgebiet
Es ist schwierig alle Wege instand zu halten. Im Moment gibt es etwa 40km Wegstrecke im Gebiet, die sich auf vier Wege verteilen. Einige sind zugewachsen, während andere von Eindringlingen stark verbreitert wurden um Holz abtransportieren zu können. Sie sollten auf einem Nivel angelegt & gehalten warden, der nur Fussgängern die Benutzung ermöglicht. Diese Wege sollen den Parkwächtern und Volontären dienen, aber auch als touristische Pfade ausgelegt werden um die Natur zu entdecken.

3. Ökotourismus

Im Moment kann man noch nicht von einem Tourismus sprechen. Es gibt verschiedene Gruppen von Wissenschaftlern und Studenten, die zu Forschungszwecken das Waldgebiet besuchen und in dem Häuschen in Guajalito übernachten und verpflegt werden. Manchmal kommen auch Schülergruppen an, die auf diesen Ausflügen viel über die Pflanzen und Tiere des Nebelwaldes und ihre Wichtigkeit lernen. Die Idee ist das Gebiet auf Individualtouristen auszuweiten, um das Bewusstsein und dieses besondere Naturerlebis an noch mehr Menschen weitergeben zu können. Man kann gerne dabei helfen diesen Prozess zu planen und vorzubereiten. Unter anderem sollen selbstgeführte Wege mit Hinweisschildern und ein Garten für Kolibris entstehen.

4. Biologische Beobachtungen

Es gibt noch viele Tier- und Pflanzenarten, die noch nicht bekannt sind. Darum gibt es die Pläne einen kleinen Garten für Kolibris und einen Orchideengarten anzulegen. So können die verschiedenen Arten ausführlich beobachtet, fotografiert und vermerkt werden.

Was für eine Freiwilligenarbeit in Ecuador spricht:

Zuallererst sprechen natürlich die dadurch gewonnene Auslandserfahrung und die Vertiefung der Sprachkenntnisse für eine Freiwilligenarbeit in Ecuador. Bei der späteren Stellensuche ist die Ausübung eines Ehrenamtes gerne gesehen, weil es dem Bewerber soziale Kompetenz zuspricht. Des Weiteren hat man dadurch die Möglichkeit, eine fremde Kultur und Mentalität kennen zu lernen und ein Bewusstsein, für die Probleme von Entwicklungs- oder Schwellenländer zu schaffen. Die Voluntäre erkennen dadurch, dass auch sie etwas von anderen Kulturen lernen können. Dabei wird nicht nur der Blick für das Erfassen sozialer Problematiken geschärft, sondern auch für mögliche Lösungsansätze. Voluntäre leisten somit einen Beitrag zum interkulturellen Dialog, zur Entwicklungszusammenarbeit und zur Erkenntniserweiterung. Durch ein Volontariat hat man die Möglichkeit die Probleme bezüglich des Schutzes gefährdeter Waldgebiete hautnah mitzuerleben und eine Menge über die Pflanzen und Tiere des Nebelswaldes zu lernen. Ausserdem trägt dieser Schritt zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit bei, denn oft ist man auf sich alleine gestellt und muss gewichtige Entscheidungen alleine treffen und tragen.

Unterkunft im Projekt:

Projektleiter und Volontärin Julia Am Waldesrand neben der ungeteerten Straße stehen 4 kleine Häuschen. Eines davon ist für Volontäre vorgesehen. Es hat einen Kamin und viele Doppelstockbetten mit Matratzen. Warme Schlafsäcke sind selbst mitzubringen (Tropenschlafsäcke sind zu dünn!). Das Bad mit Dusche befindet sich in einem kleinen Häuschen nebenan. Ein weiteres Bad gibt es weiter hinten auf dem Grundstück. In zwei anderen Häusern auf dem Gelände wohnen die beiden Parkwächter mit ihren Familien. Es gibt sehr einfaches ecuadorianisches Essen, meistens mit Reis, Linsen und Kartoffeln. Ein größeres Haus beherbergt die Küche und das Esszimmer, in dem meist ein kleines Feuerchen brennt.

- Weitere allgemeine Informationen zum Freiwilligendienst sowie zu freien Stellen in Ecuador

- Antworten auf weitere Fragen findet man auch in den FAQs

Gerne kann man aber auch Kontakt zu uns aufnehmen: Berit

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