viSozial in Kolumbien
Kolumbien wurde nach Christoph Kolumbus benannt. Es ist das nördlichste Land Südamerikas, besitzt als einziges Land auf dem Kontinent sowohl Strände am Pazifik sowie an der Karibik. Die Geografie Kolumbiens wird vor allem durch die Anden-Kordillere geformt, die sich im Süden des Landes in drei Äste teilt und dem Land die große Vielfalt an Landschaften, Klimatas und eine reiche Tier- und Pflanzenwelt beschert. An ökologischer Vielfältigkeit kaum zu überbieten wird ein Viertel des Landes durch tropischen Regenwald bedeckt. Das Land ist reich an Bodenschätzen und könnte seinen Energiebedarf zum großen Teil durch Wasserenergie abdecken.
Vielleicht für viele überraschend ist Kolumbien die älteste und stabilste Demokratie Südamerikas. Alle vier Jahre wird ein neuer Präsident gewählt. Einzig in den Jahren zwischen 1954 und 1957 regierte ein General als Diktator, der sich die damailge Schwäche der beiden großen Parteien zu Nutze machte um seinen Putsch erfolgreich durch zu setzen. Er wurde aber nach drei Jahren vom Volk gestürzt.
Das Land ist mit etwas mehr als 1 Million Quadratkilometer das viertgrößte Land Südamerikas und in ihm leben ca. 43 Millionen Menschen. Davon sind 58% Mestizen, 20% Weiße, 14% Mulatten, 4% Schwarze, 3% Afro-Indianer und 1% Indianer. Auch in kultureller Hinsicht ist Kolumbien ein vielseitiges Land. So feiern die Kolumbianer den 12. Oktober, den Tag der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus, als den Tag der Ethnien um deutlich zu machen, dass diese Vielfalt eine der Stärken des Landes ist.
Kolumbien ist eigentlich ein gesegnetes Land und die Kolumbianer verpassen kaum eine Gelegenheit sich daran zu erinnern. Trotzdem leben über 60 Prozent der Bevölkerung in Armut. Kolumbien besitzt nach dem Sudan die zweitgrößte Zahl an Inlandsflüchtlinge weltweit. Dies liegt zum größten Teil daran, dass die Landbevölkerung in den weiten Teilen des Landes Spielball der verschiedenen Interessensgruppen sind. Traditionell gab es immer zwei Interessensgruppen: die Guerrillas und die Paramilitärs. Die Unterscheidungen machen nur noch historisch Sinn, denn in erster Linie geht es nur noch um Drogen. So wird Kolumbien seine strategische Lage zum Verhängnis, ist es doch das nördlichste Kokain produzierende Land und damit geografisch am nächste am Abnehmermarkt USA. Die unzugänglichen Weiten speziell an der Pazifik-Küste und nur schwer zu kontrollierenden Grenzen machen es zur idealen Schmugglerstrecke.
Die im Drogenhandel verwickelten Banden, verlangen von den Menschen in den von ihnen kontrollierten Gebieten, am Drogenanbau bwz. –schmuggel mitzuwirken. Diegroßen Flächen an fruchtbarem Ackerland wird daher nicht für die Lebensmittelversorgung genutzt. Wer nicht mit macht, „muss weg“. Durch Druck und Gewalt wird die Landbevölkerung von ihren Feldern und Hütten vertrieben. Dies ist der Grund für die hohe Zahl an Inlandsflüchtlingen. Sie suchen Schutz in den großen Städten des Landes.
Der Staat gibt wenig für die Eingliederung dieser Menschen aus. Sie sind in den allermeisten Fällen auf sich alleine gestellt und ziehen als Tagelöhner durch die Straßen der großen Städte.
Das Schicksal der vielen Vertriebenen hat nicht nur eine menschliche Komponente, sondern wirkt sich auch auf die Umwelt aus. Durch die unkontrollierte Ansiedlung und Landnahme an den Rändern der Städte, sind sie nicht an das städtische Versorgungs- und Enstsorgungsnetz angeschlossen.
Sie verfügen nicht über Kanalisation, über keine Abfallentsorgung und weiteren hygienischen Leistungen. Auch das Umweltbewusstsein ist dementsprechend gering. Laut einer Aussage der Tageszeitung „El Tiempo“ landet der Müll von 56 % der urbanen Bevölkerung (urbane Bevölkerung = 60 % der Bevölkerung Kolumbiens) in der Landschaft und 5 % in den Flüssen. Dies verursacht diverse Probleme für die Umwelt: Von Verschmutzung über verstopfte Abwasserkanäle bis hin zu gesundheitlichen Probleme der Bevölkerung. 5 Jahre “Erziehung” wurden benötigt, um den Menschen beizubringen, dass sie an drei Tagen in der Woche, an denen die Müllabfuhr kommt, ihren Müll rausstellen sollen.
Genau hier setzt die Fundación Exito Verde an - Umwelterziehung ist das Stichwort. Ein langwieriger Prozess, der sehr viel Kraft und vor allem Geduld fordert. Verständlich zu machen, warum man sein Bonbonpapier nicht einfach auf der Straße fallen lässt oder seine leere Colaflasche nicht aus dem Fenster des Busses wirft – ist nicht leicht. Mit Fragen wie: „Welchen Wert hat eine Plastikflasche oder eine weggeworfene Zeitung?“ werden die Bewohnern von Manitas, einem dieser Marginalsiedlungen am Rande Bogotás, herausgefordert.
Wir unterstützen diese Organisation Exito Verde, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, mit menschlicher Unterstützung, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben und Werte zu vermitteln.
