Blindenzentrum in Puno - Chejoña

Das Sozialprojekt Blindenzentrum wurde seit 2005 von viventura Reisen GmbH unterstützt und seit der Gründung von viSozial e.V. im Jahr 2006 von uns weitergefördert

Fernsehen, Autorennen, Reisen… all das können Blinde nicht selbst mit eigenen Augen sehen, sondern nur hören oder spüren. Sie werden von der Gesellschaft ausgegrenzt und sind ein Leben lang auf fremde Hilfe angewiesen. Behindertengesetze existieren, finden aber kaum Anwendung. Eine aussagekräftige Statistik über die Situation und die Anzahl der Blinden in Südamerika, insbesondere Perus, liegt bis dato leider nicht vor. Der Staat kann sich schlicht die Finanzierung dieser Randgruppe nicht leisten. Doch es gibt einige Institutionen, die sich ihrer widmen und gezielt Blindenzentren unterstützen. So hat sich auch viSozial zum Ziel gesetzt, den blinden und benachteiligten Kindern in der Region Puno am Titicacasee gezielt zu helfen. In vielen kleinen Schritten wird versucht, die Lebenssituation der Blinden dort zu verbessern und ihnen eine Perspektive zu bieten.

Unterricht im Blindenzentrum

Wie alles begann

1993: Gründung des Blindenzentrums für Kinder durch Henry Pino Diaz (heutiger Direktor); Finanzierung durch den Staat

1999: Unsere Partneragentur vor Ort (Piramide Tours) tritt in Kontakt zum Blindenzentrum

Seit Okt 2005: viventura Reisen GmbH unterstützt das Zentrum durch Sachspenden und die Finanzierung zweier Gehälter

Seit Mai 2006: Unterstützung durch viSozial e.V.

2006: Aufnahme aller Kinder in das viSozial-Patenschaftsprogramm

Projektbeschreibung

Heute besteht das Projekt aus einem Gebäude mit Schlaf- und Klassenzimmern, einem Speisesaal, einem Sport- sowie einem Musikraum mit eigenen Instrumenten. Außerdem wurde ein kleiner Garten angelegt, wo auch durch Spendengelder einiger ortsansässiger Unternehmen, ein kleines Gewächshaus und Ställe für Hühner und Schweine gebaut wurden. Zusätzlich gibt es noch eine Werkstatt für Holzarbeiten und eine Weberei, mit 3 großen Webstühlen.

Ca. 30 Kinder zwischen 5 und 18 Jahren leben hier zusammen, ähnlich einem Internat unter Aufsicht von ca. 10 Lehrern, Betreuern und freiwilligen Helfern. Einer dieser Lehrer ist Fendencio Condori Chambi, ein sehr motivierter und geduldiger Lehrer, der für die Schreinerei verantwortlich ist und dreimal wöchentlich handwerkliche Kenntnisse vermittelt. Er stellt mit den Kindern verschiedene Spielzeuge, Schachbretter und Stiftehalter aus Holz her. Nancy Mamoni Choce unterrichtet die Schüler in Handarbeiten. Sie ist selbst blind und setzt sich sehr für die Blinden in Puno ein. Die Kinder basteln in ihrem Unterricht trotz fehlenden Augenlichts wunderschöne Handtaschen, Armbänder und Harrschmuck. All diese Arbeiten werden dann von Zeit zu Zeit auf der Straße oder bei besonderen Aktionen und Kampagnen verkauft, so dass sich hoffentlich bald ein positiver Kreislauf einstellt und mit dem Gewinn der verkauften Produkte die Materialien für weitere Arbeiten gekauft werden können.

Handarbeiten im Blindenzentrum

Vormittags haben die Schüler des Zentrums normalen Unterricht, lernen lesen, rechnen und schreiben, und nach dem gemeinsamen Mittagessen helfen sie abwechselnd beim Abspülen und Aufräumen und lernen in verschiedenen Kursen, die alltäglichen Aufgaben, wie z.B. kochen, waschen und Gartenarbeiten, trotz ihrer Beeinträchtigung zu meistern. Seit kurzem gibt es auch eine Band mit Chor, die sich zweimal wöchentlich trifft, um zu proben.

Viele Kinder besuchen ihre Eltern jedes zweite Wochenende. Diejenigen, die nahe der Schule leben, fahren jedoch fast jede Woche nach Hause. Einige Kinder besuchen eine normale Schule und leben zu Hause mit ihren Eltern. Nachmittags kommen sie zur speziellen Förderung, wie z.B. Physiotherapie, in das Zentrum.

Durch Patenschaftsbeiträge, Spendengelder und Freiwilligenarbeit möchten wir Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Die Kinder erlernen handwerkliche Fähigkeiten und werden so auf ein späteres Berufsleben vorbereitet. Ohne das unermüdliche Engagement der Lehrer, die Kinder auf ein “normales” Alltagsleben vorzubereiten, würden sie am Rande der Gesellschaft aufwachsen, unfähig später ein selbstständiges Leben zu führen.

2 Jahre aktive Hilfe bedeuten konkret

- Finanzierung der Gehälter zweier Lehrer, welche sich auf monatlich ca. 700 Soles (180€) belaufen

- Spende dreier Webstühle für den Webraum. Die Weberei wird zudem mit Materilien wie Wolle, Nadeln, usw. durch viSozial unterstützt.

- Sachspenden der Tourgruppen, die das Projekt besuchen: Kleidung, Spielsachen, Nahrungsmittel, Medikamente, 15 Hühner, etc.

- Des Weiteren unterstützt viSozial das Blindenzentrum durch verschiedene Kampagnen, wie z.B. unsere alljährliche Weihnachtskampagne im Dezember oder die Schulkampagne im Mai. Hierbei erhalten alle Kinder ein kleines Geschenk und Schulmaterial, es wird getanzt, gelacht und gesungen

- Im November 2007 konnten auch durch eine großzügige Spende Brillen für 5 sehbehinderte Kinder organisiert werden

Durchschnittliche Kosten pro Monat:

Auf den ersten Blick scheinen die Kinder für hiesige Verhältnisse gut versorgt zu sein, aber das ist ein Trugschluss. Denn die Regierung meint, dass mit dem einmaligen Aufwand - dem Bau der Schule - alles getan sei. Sie zahlt zwar ein kleines Gehalt an fünf Lehrer, das aber bei Weitem nicht ihrem außerordentlichen Engagement entspricht. Das Zentrum ist ständig darum bemüht Spenden aufzutreiben, denn die Regierung kümmert sich nicht einmal darum, dass Lebensmittel oder Kleidung für die Kinder zur Verfügung gestellt werden. Da die Kinder aus ärmlichen Verhältnissen stammen, können die Eltern auch keinen finanziellen Beitrag an die Schule leisten.

Die jährlichen Kosten belaufen sich auf:

- 6300 Soles (ca. 1600 Euro) für Gehaltszahlungen

- 1600 Soles (ca. 400 Euro) für Nahrungsmittel, wobei das BZ hier auch von der CBM (Christoffel Blindenmission) unterstützt wird

- 1300 Soles (ca. 325 Euro) für den Unterhalt des Gebäudes und Arbeitsmaterialien

-  900 Soles (ca. 220 Euro) für Tiernahrung

- Licht, Wasser und Gas übernimmt der Staat

Da das Zentrum vom Staat keine weitere Hilfe erwarten kann, ist es auf finanzielle und materielle Hilfe durch Spender angewiesen. ‘Es fehlt an allen Ecken und Enden’, so eine Freiwillige. Dies zeigt, dass unsere Unterstützung auf jeden Fall fortgesetzt werden muss.

Unterstützung durch Spenden

Wer unser Vorhaben im Blindenzentrum unterstützen möchte, den bitten wir das folgende Spendenformular auszufüllen.

Gerne kann man aber auch Kontakt zu unserem Ansprechpartner Rosalino in Peru aufnehmen.

Was wird in naher Zukunft von viSozial e.V. geplant?

- Die Errichtung eines Online-Shops, der die erzeugten Kunstgegenstände der Kinder (wie Schachbretter, Stiftehalter, Armbänder und Taschen) in Europa vertreiben könnte, um so die Kosten des Materials zu decken

- Kauf von Fensterscheiben (die bei Blinden leider öfters zu Bruch gehen), Arbeitsmaterialien und Erste Hilfe Koffer

- Die Organisation halbjährlicher Ausflüge und Kampagnen

- Die Ausstattung des Physiotherapieraums, um eine bessere Rehabilitation für die behinderten Kinder bieten zu können

Unterstützung durch Patenschaften:

Seit Mai 2006 bietet viSozial auch ein individuelles Patenschaftsprogramm für die Kinder im Blindenzentrum an. Hierbei handelt es sich natürlich um eine spezielle Situation, da die sehbehinderten Kinder den Kontakt zu den Paten nicht im selben Rahmen aufrechterhalten können wie andere Kinder. Dem sollte sich jeder zukünftige Pate bewusst sein. Doch es gibt viele Möglichkeiten, die eine schöne und gegenseitige Beziehung mit dem Patenkind ermöglichen. Derzeit haben 5 der 30 Patenkinder noch keinen Paten. Erwähnt sei noch, dass die Patenschaftsbeiträge nicht einem einzelnen Kind zugute kommen, sondern immer in das gesamte Projekt fließen, so kann auch den Kindern ohne Paten geholfen werden.

Blindenzentrum 2007

Wohin fließt das Geld?
Der halbjährliche Patenschaftsbeitrag von 60 Euro kommt dem Kind, beziehungsweise direkt der Schule zu Gute und wird für Folgendes verwendet: Schulmaterial, ärztliche Versorgung, Kleidung, Verpflegung, Kampagnen, Ausflüge, Bastelmaterial und was sonst noch so anfällt. Das Geld wird somit nicht direkt an das Kind oder dessen Familie ausgehändigt, sondern wird für alle Kinder der Schule verwendet werden, und zwar aus folgendem Grund: wenn die Eltern erfahren, dass Geld zur Verfügung steht, dann wollen sie es bar auf die Hand haben. Dies gilt es zu verhindern, da das Geld dann ziemlich sicher nicht für das Kind verwendet wird, sondern für Alkohol oder anderes. Wir finden es außerdem fairer allen Kindern des Projektes zu helfen, und nicht nur denjenigen die einen Paten haben.

Hier geht es zu den Patenkindern im Blindenzentrum

Informationen zu Patenschaften in Südamerika allgemein.

Gerne kann man aber auch Kontakt zu unserem Ansprechpartner Rosalino in Peru aufnehmen.

Aktive Unterstützung durch Freiwilligenarbeiter

Seit April 2006 arbeiten auch Volontäre im Blindenzentrum mit. Nebst der täglichen Unterstützung des Lehrerteams in den verschiedensten Aufgaben, helfen die Freiwilligenarbeiter auch dabei, den Kontakt zu den Paten aufrechtzuerhalten. Sie unterstützen uns dabei, aktuelle Informationen zu erhalten, mit den Kindern zu basteln, diktierte Briefe zu übersetzen, den Unterricht zu gestalten, Ausflüge und Kampagnen zu organisieren, etc.

Blindenzentrum

Kapazität:
Generell freuen wir uns immer über helfende Hände! Saison- und projektbedingt variiert jedoch die Nachfrage nach Freiwilligen in Puno. Im Durchschnitt benötigen wir aber ca. 2 Volontäre, um eine konstante Projektunterstützung gewährleisten zu können. Bitte beachte: In der Zeit der Sommerferien (Mitte Dezember bis Anfang April) bleibt das Projekt geschlossen.

Kosten und Verantwortung
Für uns ist es wichtig, folgendes von Anfang an klar zu stellen:
viSozial e.V. vermittelt ausschließlich den Kontakt zu ausgewählten Projekten und hilft ehrenamtlich bei Anfragen oder Problemen. Haftung durch viSozial e.V. ist ausgeschlossen. Für die Organisation von Versicherungen, Impfungen, Flügen, Unterkunft, Verpflegung, Visum und sonstigen organisatorischen Dingen ist der Volontär selbst verantwortlich, ebenso wie für die persönliche Sicherheit. Der Freiwillige übernimmt Flug- und Versicherungskosten, sowie die Kosten für Unterbringung und Verpflegung. Wir stellen keine Verträge oder ähnliches aus. Auf Wunsch kann aber ein Bestätigungsschreiben erstellt werden.

Das Anforderungsprofil:
-Mindestalter: 20 Jahre

-Gute Spanischkenntnisse

-Aufgeschlossenheit, Toleranz, Geduld und Belastungsfähigkeit

-Großes Interesse an fremden Kulturen

-Spaß daran, sich um Kinder mit besonderen Bedürfnissen zu kümmern, sie die Welt mit anderen Augen sehen zu lassen, mit ihnen zu spielen und für sie als Freund/in und Vertrauensperson da zu sein

-Bereitschaft mind. 8 Wochen im Projekt mitzuarbeiten

Was für eine Freiwilligenarbeit in Peru spricht:
Zuallererst sprechen natürlich die dadurch gewonnene Auslandserfahrung und die Vertiefung der Sprachkenntnisse für eine Freiwilligenarbeit in Peru. Bei der späteren Stellensuche ist die Ausübung eines Ehrenamtes gerne gesehen, weil es einem als Bewerber soziale Kompetenz zuspricht. Des Weiteren hat man dadurch die Möglichkeit eine fremde Kultur und Mentalität kennen zu lernen und ein Bewusstsein für die 3. Welt-Problematik zu schaffen. Der Volontär erkennt dadurch, dass auch sie etwas von anderen Kulturen lernen können. Dabei wird nicht nur der Blick für das Erfassen sozialer Problematiken geschärft, sondern auch für mögliche Lösungsansätze. Man leistet somit einen Beitrag zum interkulturellen Dialog, zur Entwicklungszusammenarbeit und zur Erkenntniserweiterung, mit dem Ziel, eine grenzüberschreitende Solidarisierung in den sozialen und gesellschaftlichen Anliegen behinderter und benachteiligter Menschen zu erreichen.

Außerdem trägt dieser Schritt zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit bei, denn oft ist man auf sich alleine gestellt und muss gewichtige Entscheidungen alleine treffen und tragen.

Dieses Projekt wird von einer Sozialarbeiterin betreut, und ist somit besonders interessant für Studenten der Sozialpädagogik und Sozialwirtschaft.

suzie Blindenzentrum in Puno - Chejoña

Unterkunft
Generell hat man zwei Möglichkeiten:

1.) Wenn man in einer Gastfamilie unterkommen möchte, können wir gerne bei der Suche behilflich sein. Wir stehen in gutem Kontakt zu einigen sehr netten Familien in Puno, die die Volontäre jederzeit herzlich willkommen heißen. Alle Familien liegen zentrumsnah in guten Wohngebieten; es wird ein eigenes Zimmer, oft auch mit eigenem Bad gestellt, das Wohnzimmer und die Küche werden geteilt, wie in einer richtigen Familie. Verpflegung ist inbegriffen. Der Vorteil eines Gastfamilienaufenthaltes ist v.a. der enge Familienanschluss und die Möglichkeit, sein Spanisch anzuwenden, sowie schnell Kontakte zu Einheimischen knüpfen zu können.

2.) Alternativ kann man sich selbst in einem der zahlreichen Hostels, Posadas oder Hotels einquartieren, was den Vorteil bringt, flexibler und unabhängiger zu sein.

Zu beachten ist: weder das jeweilige Projekt, noch viSozial können die Freiwilligen bei der Projektarbeit finanziell unterstützen. viventura und viSozial helfen jedoch gerne bei der Buchung des Fluges, der Organisation eines Sprachkurses vor Ort und der Suche einer Gastfamilie.

Arbeitsinhalte des Volontariats:
Durch die Zusammenarbeit des Blindenzentrums mit viSozial gibt es die Möglichkeit seit Januar 2006 Freiwilligendienst in diesem Zentrum für blinde und sehbehinderte Kinder jeden Alters zu leisten. Lehrpersonen, Studierende oder sonstige Interessenten können die Schule durch Musik-, Handarbeit-, Gärtnerei- oder Werkstattunterricht unterstützen. Nebst der täglichen Mitarbeit im Lehrerteam bei verschiedensten Aufgaben und Gestaltung des Unterrichts, werden die Freiwilligenarbeiter auch dabei mithelfen, den Kontakt zu unseren Paten in Deutschland aufrechtzuerhalten. Das junge Lehrerteam des Blindenzentrums freut sich immer über professionelle Unterstützung durch motivierte Freiwillige.

Die Aufgaben richten sich je nach Kenntnissen und Fähigkeiten: den Unterricht leiten, mit ihnen musizieren, Sport treiben, ein vertrauensvoller Freund sein und die Kinder einfach darin unterstützen mit den täglichen Herausforderungen ihres Lebens fertig zu werden.

Die Arbeitszeiten sind vormittags von 9 bis 13 Uhr oder nachmittags von 13 bis 17 Uhr. Da die Kinder im Blindenzentrum leben, könnten die Arbeitszeiten aber auch flexibel mit den Kollegen abgesprochen werden, damit genug Zeit bleibt, um die schöne und geschichtsreiche Gegend rund um den Titicacasee und Südperu’s zu erkunden.

- Weitere allgemeine Informationen zum Freiwilligendienst sowie zu freien Stellen in Peru

- Antworten auf weitere Fragen findet man auch in den FAQs

Den richtigen Ansprechpartner des jeweiligen Projekts für die kompletten Bewerbungsunterlagen teilen wir auf Anfrage über das Kontaktformular mit.

Gerne kann man aber auch Kontakt zu unserem Ansprechpartner Rosalino in Peru aufnehmen.

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