Community-based Tourism auf Capachica
Das Sozialprojekt community-based Tourism wurde seit 1997 durch unsere Patneragentur Piramide Tours unterstützt und seit der Gründung von viSozial e.V. im Jahr 2006 von uns weitergefördert.
Capachica, am höchsten navigierbaren See der Welt gelegen, scheint wie eine eigene kleine Welt. Die Region hat auch einiges an touristischen Sehenswürdigkeiten zu bieten, so z.B. die schwimmenden Schilfinseln, große Terassenanalgen und Ruinen der Tiahuanaco-Kultur. Tolle Wanderungen sind hier möglich und man kann einen unglaublichen Blick auf die die bolivianische Cordillera Real werfen.
Capachica besteht aus dem Hauptort Capachica sowie einigen Bauerngemeinden, namens Llachón, Hilata, Santa María, Chifrón und San Pedro de Colpa. Chifrón liegt in einer kleinen Bucht direkt am Wasser, Santa María hingegen gleicht eher einem paradiesischen Garten. Hier fühlt man sich Jahrhunderte zurück versetzt, denn das Gebiet ist bisher noch wenig entwickelt. Auch hier wanderten auf Grund der infrastrukturellen und sozioökonomischen Bedingungen viele junge Leute in die Städte ab, in der Hoffnung auf ein besseres und zivilisierteres Leben.
viventura hat sich daraufhin zum Ziel gesetzt, diese Region in Zusammenarbeit mit viSozial zu unterstützen und den Bewohnern eine neue Perspektive zu bieten. So bauen wir seit Jahren eine Form des nachhaltigen Tourismus in Capachica auf. Da wir die Bevölkerung stark in die Planung, Entwicklung und Durchführung des Tourismus mit einbinden, kann man es als gemeindeorientierten Tourismus bezeichnen - auch bekannt als community-based Tourism.

Wie alles begann:
1997: Miguel Vera, der selbst aus Puno stammt und heutiger Büroleiter von viventura Reisen GmbH in Peru ist (Destino Sur), tritt in Kontakt zu den Gemeinden auf Capachica
1999-2002: Workshops mit den Gemeinden zur Verdeutlichung des Vorhabens und zur Sensibilisierung werden geleitet.
April 2002: viventura Reisen GmbH nimmt das Gemeindeentwicklungsprojekt in sein Portfolio auf und bietet erste Reisen mit Übernachtungsmöglichkeit bei den Familien an.
Seit 2002: Ausbau und Weiterentwicklung des Projektes: Nach anfänglicher Zusammenarbeit mit Llachón, kamen nach und nach die Gemeinden Santa María, Chifrón und San Pedro de Colpa hinzu. Heute arbeitet viventura nicht mehr mit Llachón zusammen, da sich dieses Dorf in eine sehr touristische Gegend entwickelt hat und nicht mehr auf die Hilfe angewiesen ist.
2006: Übernahme der bisherigen Projektarbeit von viventura durch viSozial e.V. in Capachica. Fortan wird das Projekt in enger Zusammenarbeit gemeinsam geleitet.
viventura und viSozial unterstützen jedoch nicht nur die Entwicklung des Tourismus auf Capachica, sondern engagiert sich in den folgenden Jahren konkret auch in den Bereichen Hygiene (Wasserprojekt) und Bildung. Somit soll ein positiver Effekt für alle Gemeindemitglieder erzielt und die Gemeinden im Hinblick auf mögliche Probleme sensibilisiert werden.
Community-based Tourism auf Capachica:
Ziel des Projektes ist es, diese Region für Touristen zugänglich zu machen, aber gleichzeitig auch die traditionelle Kultur zu stärken und bei der Entwicklung Capachicas mitzuhelfen. Capachica liegt am Titicacasee, ist jedoch auf Grund der schlechten Anbindung weniger häufig besucht, als z.B. die Uros. Dennoch sind wir der Meinung, dass Capachica ein großes touristisches Potential hat und haben daraufhin ein Tourismuskonzept mit der Gemeinde entwickelt, welches den Tourteilnehmern von viventura ermöglicht, eine Nacht bei einer einheimischen Familie zu verbringen und das noch sehr ursprüngliche Leben mitzuerleben.

Momentan arbeiten wir eng mit den Gemeinden Chifrón und Santa María zusammen. In Chifrón können bis zu 12 Personen bei 6 Familien unterkommen, in Santa María stellen 16 Familien ihre einfachen aber schönen Zimmer den Touristen zur Verfügung. Dabei wechseln wir bei jeder Tour immer wieder die Familien, bei denen übernachtet wird. Die Tourteilnehmer teilen sich ein ‘Badezimmer’ mit der Familie, gegessen wird zusammen im Gemeindesaal, danach führen die lokalen Guides Emiliano (in Chifrón) und Tomas (in Santa María) gerne die Gäste herum, erklären ihnen Pflanzen, Heilmittel und alte Bräuche. Abends kommen oft die Kinder zum Spielen vorbei und verdienen sich eine Cola, indem sie die Gringos im Fußball schlagen (kein Problem auf dieser Höhe!).

Diese Art der Zusammenarbeit nutzt jedoch nicht nur den Familien, welche sich durch die Übernachtungen einen Zuerwerb verdienen können, sondern auch den Bootsführern, die die Touristen übersetzen, den Fischern, welche ihren Fisch an die Gemeindehäuser verkaufen, welche diesen dann frisch zubereiten, den Besitzern der Tiendas (Tante-Emma-Läden) und den Kunstgewerblern, die ihre Handarbeiten an die Besucher verkaufen können.
Unsere ideelle Arbeit in Capachica bedeutet konkret:
- Wir beraten die Kommunen hinsichtlich des Aufbaus einer nachhaltigen Tourismusentwicklung (besonders im Bereich der Übernachtung, Gastronomie und Umweltschutz) und bauen die Gemeinden als Tourelement in die viventura Peru-Bolivien-Chile-Reise mit ein. Dazu gehört auch die nachhaltige Unterstützung durch Workshops in den verschiedensten Bereichen, um der Bevölkerung neue Einkommensmöglichkeiten zu schaffen.
- Darüber hinaus unterstützen wir die Gemeinde bei der Säuerung des Ortes, so dass gemeinsam der Müll aufgeräumt wird und sich langsam ein Umweltbewusstsein entwickelt. So wurden z.B. in einer gemeinsamen Aktion Müllbehälter gebaut und den Schülern die Problematik der Umweltverschmutzung näher gebracht
- Neben der Tourismusförderung haben wir aber auch andere Projekte auf Capachica durchgeführt und einiges bewirken können, was natürlich auch zur Verbesserung des Lebensstandards beiträgt:
- Durch den Bau der Wasserleitungen wurde fast jedem Haushalt der Zugang zu Trinkwasser ermöglicht (Wasserprojekt)
- Wir helfen durch die Vermittlung von Patenschaften in der Gemeinde Chifrón, den Grundschulen Hilata und Llachón und im Kindergarten Santa María (Wawawasi)
Bei Fragen kann man gerne Kontakt zu unserem Ansprechpartner Rosalino in Peru aufnehmen.
