Gemeinde Chifrón auf Capachica
Das Sozialprojekt in der Gemeinde Chifrón wurde seit 2004 von viventura Reisen GmbH unterstützt und seit der Gründung von viSozial e.V. im Jahr 2006 von uns weitergefördert
Chifrón ist eine kleine Bauerngemeinde, die ca. 30 Familien umfasst und sich am nördlichen Zipfel der ca. 60 km langen Halbinsel Capachica befindet. Capachica liegt am Titicacasee und fasst zusammen mit der Halbinsel Chucuito die Bucht von Puno ein.

Die ganze Halbinsel ist eine ländliche und sehr ärmliche Gegend und von der Regierung bezüglich staatlicher Entwicklungshilfe sehr vernachlässigt. Bis heute haben viele Gemeinden weder Strom noch fließend Wasser und es gibt keine befestigten Straßen, was z.B. eine Fahrt nach Puno beschwerlich und langwierig macht. Es gibt weder Wirtschaft noch Industrie, wodurch es auch kaum Arbeitsplätze gibt. Der Bildungsstand der Menschen hier ist niedrig, die Analphabetenquote beträgt 15% (F1). In dieser Region geht es ums bloße Überleben, so dass z.B. die Geburtstage der Kinder oder der Schulbesuch eher in den Hintergrund rücken.
In Chifrón leben die Familien in sehr ursprünglicher Weise. Die Häuser sind aus Adobe (ungebranntem Lehm) gebaut und haben ein Dach aus Schilf, der Boden ist meist nur festgestampft. Die Menschen leben als Selbstversorger und sind den ganzen Tag auf den Feldern oder auf dem See (zum Fischen) beschäftigt. Stolz ist, wer ein oder zwei Kühe und ein wenig Kleinvieh sein eigen nennen kann. Die meisten Familien haben nicht einmal einen Bullen, der mit seiner Kraft die Feldarbeit erleichtern könnte. So müssen Männer wie Frauen die harte Arbeit des Umgrabens mit Egge und Pflug per Hand verrichten, die Kinder helfen oft dabei und vernachlässigen dadurch auch leider auch den Schulbesuch.

Stromleitungen wurden von der Regierung im Jahre 2005 bis nach Chifrón gelegt und (fast) jeder Haushalt erhielt einen Anschluss. Fließend Wasser wurde im Jahr 2007 durch viSozial ermöglicht, mittlerweile sind 100 Haushalte an die Wasserversorgung angeschlossen.
Wie alles begann:
2004: viventura Reisen GmbH trat mit der Gemeinde in Kontakt. Über 50 Kinder der Gemeinde wurden in das Patenschaftsprogramm aufgenommen
2006: viSozial übernahm die Arbeit von viventura in diesem Projekt und unterstützt die Gemeinde fortan im Bereich des community-based Tourism
November 2007: Wasserversorgung für 100 Haushalte wird eingeweiht
3 Jahre aktive Hilfe bedeuten konkret:
- Finanzierung des Wasserprojektes in Chifrón. Somit erhielten bisher 100 Familien Zugang zu fließend Wasser
- Unterstützung durch Patenschaften von über 50 Patenkindern in Chifrón
- Durchführung von Schul- und Weihnachtskampagnen (zweimal jährlich), bei denen z.B. bisher Schulbücher, Rucksäcke und Stifte für jedes Kind gespendet wurde
Was wird zur Zeit von viSozial durchgeführt:
- Seit Mai 2008 wird eine Ernährungskampagne durchgeführt, um die Bevölkerung aufzuklären und Krankheiten vorzubeugen. Hierfür wurde die peruanische Ernährungsberaterin Maria Isabel engagiert, die monatlich Workshops zu Ernährungs- und Gesundheitsfragen mit den Kindern und deren Familien durchführt, um der Mangel-, Fehl- und Unterernährung vorzubeugen. Sie entwickelt hierfür einen Ernährungsplan für die Bewohner Chifróns und demonsiert den korrekten Umgang mit Nahrungsmitteln und Wasser.
Unterstützung durch Spenden:
Wer unser Vorhaben in Chifrón unterstützen möchte, den bitten wir das folgende Spendenformular auszufüllen.
Unterstützung durch Patenschaften:
Im Dezember 2004 haben wir während unserer Weihnachtskampagne am Titicacasee über 50 neue Patenkinder aus der Bauerngemeinde Chifrón aufgenommen. Diesen Kindern hilft viSozial v.a. durch verschiedene Veranstaltungen, Gesundheits-, Erziehungs- und Ernährungskampagnen, sowie Ausflügen oder der Einrichtung einer Bibliothek. Die Patenkinder profitieren außerdem durch die Verlegung der Wasserleitungen, denn dadurch konnten die Hygiene verbessert und Krankheiten vermieden werden.

Wohin fließt das Geld?
Der halbjährliche Patenschaftsbeitrag von 60 Euro kommt dem Kind, beziehungsweise direkt der Gemeinde zu Gute, wovon wir dann gemeinsame Kampagnen und Ausflüge organisieren oder was sonst so anfällt finanzieren. Das Geld wird somit nicht direkt an das Kind oder dessen Familie ausgehändigt, und zwar aus folgendem Grund: wenn die Eltern erfahren, dass Geld zur Verfügung steht, dann wollen sie es bar auf die Hand haben. Dies gilt es zu verhindern, da das Geld dann ziemlich sicher nicht für das Kind verwendet wird, sondern für Alkohol oder anderes. Wir finden es außerdem fairer allen Kindern des Projektes zu helfen, und nicht nur diejenigen die Paten haben.
- Informationen zu Patenschaften im Allgemeinen
- Hier geht es zu den Patenkindern in Chifrón
Gerne kann man aber auch Kontakt zu unserem Ansprechpartner Rosalino in Peru Kontakt aufnehmen.
(F1: Quelle: Welthaus, http://www.welthaus.de/ausland/infosperu.htm, Stand 2002)
