Grundschule Llachón auf Capachica
Das Projekt ‘Grundschule Llachón’ wurde von viventura Reisen GmbH 2002 ins Leben gerufen und seit der Gründung von viSozial e.V. 2006 weitergefördert
Llachón ist eine kleine Bauerngemeinde und liegt idyllisch auf der Halbinsel Capachica am Titicacasee. Das Leben der Dorfbewohner basiert auf einfachen Verhältnissen. Hier lebt man teilweise wie noch vor Jahrhunderten.
Die ganze Halbinsel ist eine ländliche und eher ärmliche Gegend und von der Regierung bezüglich staatlicher Entwicklungshilfe sehr vernachlässigt. Bis heute haben viele Gemeinden weder Strom noch fließend Wasser und es gibt keine befestigten Strassen, was z.B. eine Fahrt nach Puno beschwerlich und langwierig macht. Feste Arbeitsstellen haben nur sehr wenige Bewohner, die Haupteinnahmequelle ist die Landwirtschaft und seit neuestem auch der Tourismus. Der Bildungsstand der Menschen ist niedrig, die Analphabetenquote beträgt 15% (F1). Hier geht es ums bloße Überleben und somit ist es nicht verwunderlich, dass viele Kinder in der Landwirtschaft mithelfen müssen und kaum Zeit für Schulbildung bleibt. Auch Familienfeste wie Geburtstage sind eher nebensächlich.

In Llachón leben die Familien noch auf sehr ursprüngliche Weise. Die Häuser sind aus Adobe (ungebranntem Lehm) gebaut und haben ein Dach aus Schilf, der Boden ist meist nur festgestampft. Die Menschen leben als Selbstversorger und sind den ganzen Tag auf den Feldern oder auf dem See beschäftigt. Die Mehrheit der Bewohner Llachón’s lebt vom Fischfang und der Landwirtschaft. Tradition und Kultur sind gerade hier noch sehr ausgeprägt. Stolz ist, wer ein oder zwei Kühe und ein wenig Kleinvieh sein eigen nennen kann. Mit 15 Jahren erlernen viele der Mädchen das Kunsthandwerk und die Jungs die Feldarbeit oder Fischerei. Die Familien haben im Durchschnitt fünf bis sechs Kinder, die meist kräftig mit anpacken müssen.
Fließend Wasser wurde im Jahr 2007 durch den Staat ermöglicht, mittlerweile ist auch die Schule durch großzügige Spenden durch viSozial e.V. an die Wasserversorgung angeschlossen. Strom fließt seit einigen Jahren in Llachón.
Wie alles begann:
2002: viventura Reisen GmbH tritt mit der Grundschule Llachón in Kontakt und führt erste Kampagnen durch
April 2004: Aufnahme von über 100 Patenkinder in unser Patenschaftsprogramm
2005: Bau der Sanitäranlagen und Zugang zu Trinkwasser für die Schule
2006: Übernahme der bisherigen Zusammenarbeit von viventura durch viSozial
April 2008: Finanzierung des Gehalts eines Musiklehrers
Mai 2008: Start Ernährungskampagne sowie Erneuerung eines Klassenzimmers für den Musik- und Computerunterricht
Projektbeschreibung:
Die Kinder der Schule in Llachón laufen jeden Tag zwischen 30 und 50 Minuten zur Schule, da ihre Familien oft weit vom Ortszentrum leben. Der Unterricht findet von 8:00 – 13:30 Uhr statt, dann treten die Kleinen wieder alleine ihren Heimweg an. Unterrichtet wird Mathematik, Lesen, Schreiben, Musik und Sport. Nachmittags helfen die Kinder alle zu Hause im Haushalt oder in der Landwirtschaft und erledigen ihre Hausaufgaben.

5 Jahre aktive Hilfe bedeuten konkret:
- Spende von Musikinstrumente für den Musikunterricht. Nun wird einmal wöchentlich kräftig geprobt und die Musikerziehung in den Unterricht mit einbezogen
- Finanzierung des Wasserprojektes für die Schule Llachón

- Eine Verschönerungsaktion, bei der die ganze Schule bunt gestrichen, die Tische abgeschliffen und Müllbehälter gebaut wurden
- Organisation von Schul- und Weihnachtskampagnen, bei der alle Kinder jedes Mal ein Geschenk von viSozial erhalten (z.B. Rucksäcke, Schuhe, Jacken, Schulmaterialien, etc.)
- Spende von Erste-Hilfe-Material

Was wird zur Zeit von viSozial e.V. durchgeführt?
Seit Mai 2008 wird eine Ernährungskampagne durchgeführt, um die Bewohner in Themen der Gesundheit und Ernährung zu sensibilisieren. Hierfür wurde die peruanische Ernährungsberaterin Maria Isabel eingestellt, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Bevölkerung auf Capachica in ernährungswissenschaftlicher Weise aufzuklären und anhand eines eigens ausgearbeiteten Ernährungsplans der Mangel-, Unter- und Fehlernährung vorzubeugen.

- Des weiteren soll auch das Bildungsangebot durch verschiedene Maßnahmen, wie z.B. durch Erwachsenenbildung (Alphabetisierung) oder durch das Angebot von Englischunterricht, verbessert werden.
Unterstützung durch Spenden:
Wer unser Vorhaben in Llachón unterstützen möchte, den bitten wir folgendes Spendenformular auszufüllen.
Unterstützung durch Patenschaften:
Seit dem 1. April 2004 werden auch die Kinder der Grundschule in Llachón durch unser Patenschaftsprogramm unterstützt, wobei die Gelder insgesamt der ganzen Schule zu Gute kommen, und nicht nur einem einzelnen Kind.

Im Allgemeinen sind die Kinder alle sehr schüchtern und zurückhaltend. Besonders bei Fremden sind sie zunächst skeptisch; und wenn diese Fremden dann noch so genannte “Gringos” (Weiße) sind, halten sie sich vorerst mit ihrer Unbefangenheit zurück. Dies legt sich aber, wenn man erst einmal in persönlichen Kontakt zu ihnen tritt. Außer Spanisch sprechen viele der Kinder auch Quechua. Quechua ist eine der wichtigsten Indianersprachen Perus. Vor allem von der älteren Generation wird Quechua in diesem Teil Perus noch praktiziert.
Wohin fließt das Geld?
Der halbjährliche Patenschaftsbeitrag von 60 Euro kommt dem Kind, beziehungsweise direkt der Schule zu Gute und wird für Folgendes verwendet: Schulmaterial, ärztliche Versorgung, Kleidung, Verpflegung, Kampagnen und was sonst noch so anfällt. Das Geld wird somit nicht direkt an das Kind oder dessen Familie ausgehändigt, sondern an den der Schule übergeben, wo es dann für alle Kinder der Schule verwendet wird, und zwar aus folgendem Grund: wenn die Eltern erfahren, dass Geld zur Verfügung steht, dann wollen sie es bar auf die Hand haben. Dies gilt es zu verhindern, da das Geld dann ziemlich sicher nicht für das Kind verwendet wird, sondern für Alkohol oder anderes. Wir finden es außerdem fairer allen Kindern des Projektes zu helfen, und nicht nur diejenigen die Paten haben.
Die Eltern haben oft kein Interesse, dem Kind das Lebensnotwendige zu geben und erkennen es oft nicht, wenn das Kind zu einem Arzt gehen sollte. Deshalb sorgt die Schule dafür, dass die Kinder die nötige ärztliche Versorgung bekommen. Auch möchten viele nicht über die Patenschaften informiert werden. Leider! Aber das ist hier in Peru nun mal etwas anders als in Europa. Deshalb bitten wir auch die Paten darum, nicht enttäuscht zu sein, wenn kein so enger Kontakt zu den Kindern auf Capachica zustande kommt.
- Informationen zu Patenschaften im Allgemeinen
- Hier geht’s zu den Patenkindern in der Grundschule Llachón
Gerne kann man aber auch Kontakt zu unserem Ansprechpartner Rosalino in Peru aufnehmen.
Quellen:
(F1: Welthaus, www.welthaus.de/ausland/infosperu.htm, Stand 2002)
