Wasserprojekt auf Capachica
Das Wasserprojekt auf Capachica wurde seit 2005 von viventura Reisen GmbH unterstützt und seit der Gründung von viSozial e.V. im Jahr 2006 von uns weitergefördert

Die Bauerngemeinden Santa María, Hilata, Chifrón und Llachón liegen auf der Halbinsel Capachica direkt am Titicacasee. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, die Einwohner wohnen noch wie vor Jahrhunderten in ihren selbst gebauten Adobehütten. Fließend Wasser gab es bisher nicht überall und das wollten wir - zumindest in einigen Gebieten - ändern.
Wie alles begann:
2005: Die Planungen des Wasserversorgungsprojekts nahmen viele Monate in Anspruch. Anfang 2005 lagen alle Pläne, Verträge mit Ingenieuren und Genehmigungen der Behörden vor, so dass das Projekt in die Praxis umgesetzt werden konnte. Für alle Projekte werden und wurden offiziell ausgebildete Ingenieure sowie Facharbeiter eingesetzt. Auch die Einwohner der Gemeinden halfen tatkräftig mit.

Feb- Jun 2005: Konstruktion der Wasserversorgung für Santa María (Phase 1)
Jul 2005: Einweihung der neuen Wasserleitungen für 56 Familien in Santa María
Okt 2005: Beginn der Bauarbeiten für die Wasserversorgung der Schule Llachón und Bau der Sanitäranlagen (Phase 2)
Dez 2005: Einweihung der neuen Wasserleitungen und der Toiletten in der Schule Llachón
Jul 2007: Beginn der Bauarbeiten in den Gemeinden Chifrón und Hilata (Phase 3)
Nov 2007: Einweihung der neuen Wasserleitungen in Chifrón und Hilata
Projektbeschreibung:
Aufgrund auftretender Krankheiten, wie Parasiten- und Flohbefall, Magen- und Darmkrankheiten, Läuse und bakteriellen Entzündungen bei den Bewohnern der Gemeinden hat sich viventura im Jahre 2004 dazu entschlossen, Wasserleitungen zu legen, um den Menschen Zugang zu frischem Trinkwasser zu verschaffen. Im Jahre 2006 übernahm viSozial dann die bisherige Zusammenarbeit mit den Gemeinden. Ziel war es, die allgemeinen hygienischen Standards zu verbessern und somit Krankheiten zu vermeiden. Wir wollten mit dem Projekt auch dafür sorgen, dass die schwierige Arbeit des Wasserholens, welche vor allem bisher von Kindern und Frauen ausgeführt wurde, nicht mehr nötig ist. Die Lebensbedingungen sollten verbessert werden, so dass sich hoffentlich viele Einwohner dazu entschließen, in ihren Heimatdörfern zu bleiben, denn viele haben den Wunsch in die Großstadt zu ziehen, mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. Werden jedoch die Konditionen für die Menschen auf Capachica verbessert, kann zudem Landflucht verhindert werden. Tradition und Bräuche bleiben erhalten, die Lebensbedingungen verbessern sich jedoch.
Das Projekt der Wasserversorgung bestand aus insgesamt drei Phasen:
1.) Zuerst wurde der Gemeinde Santa Maria Zugang zu Trinkwasser verschafft
2.) Es folgten die Sanitäreinrichtungen für die Grundschule in Llachón
3.) In der letzten Etappe wurde 100 Familien der Gemeinden Chifrón und Hilata der Zugang zu Trinkwasser ermöglicht
Leider zögerte sich das Projekt immer wieder durch Streiks, fehlende Bauteile oder den harten Wetterbedingungen hinaus, so dass die Bauarbeiten mehrere Male ins Stocken gerieten. Dieses Projekt ist insgesamt gesehen das bisher größte und umfangreichste, das von viSozial e.V. gesponsert wurde. Es mussten Pläne erstellt werden, die Gemeinden wurden vermessen, die Verlegung der Leitungen gestaltete sich auf Grund der Bodenbeschaffenheit nicht einfach und auch die Behörden stellten sich uns nicht nur einmal in den Weg. Schlussendlich konnten aber alles wie geplant realisiert werden und wir danken allen Beteiligten für ihre Hilfe!

2 Jahre aktive Hilfe bedeuten konkret
- Wasserversorgung in Santa Maria
Das kleine Dorf Santa Maria besteht aus nur 228 Einwohnern, insgesamt 60 Familien. Idyllisch liegt der Ort auf circa 3.800 m Höhe direkt am Titicacasee. Der erste Teil dieses Projektes bestand darin, 27 Familien den Wasserzugang zu verschaffen. Diese hatten sich auch dazu bereit erklärt, selbst Hand anzulegen und mitzuhelfen – soweit dies möglich war. Hier wurde Mitte Februar 2005 tatkräftig mit den Arbeiten angefangen. Nachdem diese 27 Familien dann Zugang zu frischem Trinkwasser hatten (das Wasser gelangt durch eine Pumpe und Leitungen von einer Quelle in das Dorf), wurden natürlich auch die restlichen 33 Familien mit Wasser versorgt. Eingeweiht wurde das Projekt zusammen mit der lokalen Bevölkerung und dem viventura Büro aus Arequipa im Juli 2005.
- Sanitäreinrichtungen für die Schule in Llachón
viSozial unterstützt die örtliche Schule in Llachón. Auch hier gab es bisher kein fließendes Wasser, aber dies musste sich ändern! Die Schule sollte mit Trinkwasser versorgt werden, doch Wasser alleine reicht nicht aus: Sanitäreinrichtungen wie Toiletten, Waschbecken und Fliesen mussten her! Ziel war es natürlich auch hier, die hygienischen Standards zu verbessern, so dass Krankheiten eingeschränkt und vermieden werden konnten. Gleich nach Abschluß des Projekts in Santa Maria, beschäftigten wir uns mit dem Vorhaben in Llachón, so dass im Oktober 2005 die Bauarbeiten beginnen konnten. Zu unserer Weihnachtskampagne im Dezember 2005 wurden dann die Toiletten und Wasserpumpen eingeweiht.
- Wasserzugang für Chifrón und Hilata
Auch in Chifrón und Hilata wollte viSozial zunächst 100 Familien der Bauerngemeinden Wasserzugang verschaffen. Chifrón liegt wunderschön am Ufer des Titicacasees auf einer Höhe von 3.800 Metern. Uns war die Verlegung der Wasserleitungen sehr wichtig, so dass die hygienischen Bedingungen verbessern und dadurch eventuell Krankheiten vermieden werden konnten. Außerdem liegt es uns am Herzen, die Bewohner zu ermutigen, in ihrer Gemeinde auch weiterhin zu leben. Die Familien erklärten sich dazu bereit, selbst mit zu helfen. Beginn der Arbeiten war im Juli 2007, abgeschlossen wurde das Projekt, nach einigen Hindernissen, im Dezember 2007. Ein Video zur Eröffnungsfeier wird bald veröffentlicht.

Kosten:
Die Gesamtkosten des Wasserprojekts belaufen sich auf: 174,000 Soles (43.500€)
- Santa María: 13.300 €
- Llachón: 3,000€
- Hilata/Chifrón: 27,200€ (für die Finanzierung dieser letzten Etappe fehlen momentan noch 12,000€)
Unterstützung durch Spenden
Um alles abzuschließen und z.B. die noch offenen Rechnungen der Ingenieure und der Baumaterialien in Chifrón und Hilata bezahlen zu können, hoffen wir auf eure Unterstützung. Insgesamt hoffen wir, noch weitere 12,000€ mobilisieren zu können. Auch das geplante Abwassersystem wird in Zukunft mehrere Tausend Euro an Kosten verursachen.
Wer unser Vorhaben in Capachica unterstützen möchte, den bitten wir das folgende Spendenformular auszufüllen.
Was wird in der Zukunft durch viSozial e.V, geplant?
- Das Wasserprojekt gilt als abgeschlossen. Es wird jedoch eine Gesundheits- und Ernährungskampagne auf Capachica geplant, bei der nachgewiesen werden soll, dass sich die Lebensbedingungen der Einwohner verbessert haben, und Krankheiten, wie Magen-Darmprobleme, Pilze, Flöhe und Parasitenbefall eingedämmt werden konnten
- Eine groß angelegte Kampagne soll den Bewohnern Capachicas verdeutlichen, wie wertvoll das Element Wasser ist, wie man nachhaltig und sparsam damit umgeht, wie man Toiletten benutzt und dass Wasser ein wesentlicher Bestandteil der Hygiene darstellt. Dieses Vorhaben soll auch in unserem Projekt der Erwachsenenbildung fortgeführt werden, denn in der Bildung sehen wir den Grundstein zu verantwortlichem Handeln.
- Eventuell: Bau eines Abwassersystems und Bau von Toilettenhäuschen für die Familien (bisher existieren nur Latrinen) zur Verbesserung der hygienischen Situation
Gerne kann man sich aber auch an unserem Ansprechpartner Rosalino in Peru wenden.

