Schule San Juan Apostól

Diese Schule ist das Pilot-Projekt, welches von viventura Reisen GmbH 2002 ins Leben gerufen wurde und seit Gründung des viSozial e.V. 2006 weitergefördert wird

Villa Cerrillos ist ein relativ neuer Stadtteil Arequipa’s, eine halbe Stunde Fahrt vom Stadtzentrum entfernt und liegt genau am Fuße des Vulkans Chachani (6.057m). Die Menschen, die hier siedeln, kommen meist aus dem Hochland und erhoffen sich hier in der zweitgrößten Stadt Perus ein besseres Leben. Das Viertel ist allerdings sehr arm. Erst seit 2006 gibt es “halboffiziell” Strom, aber das fließende Wasser hat es bis hierher noch nicht geschafft. So müssen die Familien selbst Wasser aus den Wassertanks in ihre Häuser tragen. Wer einmal die Steinwüste um Arequipa gesehen hat, kann sich vorstellen, wie es in Villa Cerillos aussehen mag. Es gibt kaum Vegetation, die Straßen sind zum Teil noch nicht gepflastert und der Staub legt sich aufgrund der hohen Trockenheit wie ein Mantel um das gesamte Viertel. Die insgesamt 350 Familien und ca. 2000 Menschen leben in provisorisch gebauten Steinhäusern.

vc Schule San Juan Apostól

Die Menschen sind in der Regel Tagelöhner und gehen keiner geregelten Arbeit nach. Die meisten arbeiten im Steinbruch, auf ihrem kleinen Stück Acker, das sie in der Steinwüste so gut es geht zu bestellen versuchen oder als Straßenverkäufer im Stadtzentrum von Arequipa. Das durchschnittliche Einkommen einer Familie liegt bei ca. 220 Soles (71$), womit mitunter 8-10 Familienmitglieder ernährt werden müssen. Das peruanische Mindesteinkommen bei einer formellen Tätigkeit liegt bei 500 Soles (125€).

Ein weiteres Problem in Villa Cerillos ist, dass die Kinder keine ausgewogene Ernährung erhalten, meist ernähren sie sich von Suppe mit Kartoffeln, verschiedenen Getreidearten sowie Reis. Milch, Obst und Fleisch gibt es eher selten. Bei unserer Gesundheitskampagne im September 2007, bei der wir jedes Kind ganzheitlich auf Krankheiten und Mangelernährung untersucht haben, stellten wir fest, dass 99.3% der Kinder von Parasiten im Magen- und Darmtrakt befallen sind, 50% starke Sehschwäche haben (auch aufgrund des grellen Lichts durch das helle Sillar-Gestein auf 2.400m Höhe) und 30% Mangel- bzw. Unterernährung aufweisen. Die Kinder hoffen nun auf Medikamente, die durch Spendengelder finanziert werden sollen.

Im Juni 2002 wurde im Armenviertel Villa Cerillos am Rande von Arequipa die Schule San Juan Apostol errichtet durch die Zusammenarbeit von viventura Reisen GmbH und der Organisation MVC, eine gemeinnützige internationale Organisation (Non-Government Organisation) der katholischen Kirche. Seit Entstehung arbeiten wir mit dem MVC Hand in Hand zusammen.

Wie alles begann:

2002 - der erste Grundstein für einen Klassenraum wurde gelegt

2002 - mit anfänglich 20 Paten konnten die ersten Spenden gesammelt werden; das war der Grundstein unseres Patenschaftsprogramms

2003 - weitere zwei Klassenräume wurden finanziert

2004 - Bau einer Aula

2005 - in diesem Jahr gab es 8 Klassen und bereits 200 Kinder besuchten die Schule

2007 - bis dato gibt es elf Klassen und insgesamt 320 Kinder können hier schreiben, lesen und rechnen lernen

2008 - seit März 2008 besuchen 365 Kinder die Schule; bis Ende des Jahres sollen 3 Gesundheitskampagnen stattfinden

Aula

5 Jahre aktive Hilfe bedeuten konkret:

- 365 Kinder haben die Möglichkeit, in der Schule auf ihre Zukunft vorbereitet zu werden. San Juan Apostol ist die einzige Schule in diesem Stadtviertel, ohne die sicherlich viele Kinder gar nicht in den Genuss einer Schulausbildung gekommen wären.

- viSozial e.V. bezahlt das Gehalt von fünf gut ausgebildeten Lehrern, die ein Universitätsstudium absolviert haben. Acht weitere Lehrer werden vom peruanischen Staat mittlerweile bezahlt.

- insgesamt wurde von viventura Reisen GmbH der Bau von 5 Klassenräumen finanziert. Seit 2006 hat viSozial e.V. weitere 3 Klassenräume finanziert. Momentan bestehen 11 Klassen: 3 iniciales (Vorschule), 6 primarias (Grundschule), 2 secundarias (weiterführende Schule). Die Klassen 8-11 fehlen noch, werden aber in den kommenden Jahren ergänzt. Ein Klassenraum kostet ca. 8000 USD.

- viSozial e.V. finanziert darüber hinaus täglich ein ausgewogenes Mittagessen für alle Kinder der Schule. Aufgrund der Mangelernährung wird hier genauestens auf Hygiene und nahrhafte Ernährung geachtet. In regelmäßigem Abstand wechseln sich die Mütter der Kinder ab, um für sie ein Mittagessen zu kochen. Dabei gibt es oft Gemüse, Fleisch, Früchte und Milch.

- Regelmäßige Gesundheitschecks, sowie die Übernahme der Kosten für Medikamente

- Bau einer großen Aula für Theateraufführung, Mahlzeiten und Familienfeiern

- Betreuung der Kinder während unserer so genannten Sozialtage, wenn das viSozial Büro in Arequipa für einen halben Tag im Monat schließt und mit den Kindern gemeinsam Ausflüge unternimmt

- monatliche Gespräche mit den Lehrern und den Projektverantwortlichen (Planung von Kampagnen, Verbesserung der Projektarbeit, Lehrerfortbildungen)

- Organisation und Durchführung von Familienfesten

familientag1 Schule San Juan Apostól familientag2 Schule San Juan Apostól

Durchschnittlich laufende Kosten pro Monat:

- 900€: Nahrungsmittel für 365 Kinder

- 1600€ (6400 Soles): Gehalt von fünf peruanischen Lehrern (plus Köchin)

- 150€: Wasser, Gas

- 200€: Unterhalt des Gebäudes und Schulmaterialien

Davon übernimmt viSozial monatlich 6100 Soles (1525€), um die Gehälter der fünf Lehrer (900€) und einen Teil der Nahrungsmittel für die Kinder zu bezahlen.

Ausgaben für San Juan Apostol seit Juni 2006 (Gründung viSozial e.V.): 40.539,12 EUR

In Namen aller Kinder und ihrer Familien für die großzügige Unterstützung aller Paten und Spender sagt viSozial e.V.: VIELEN HERZLICHEN DANK!

Was wird in naher Zukunft von viSozial e.V. geplant:

- der Bau der vier fehlenden Klassenräume, so dass die Kinder ihren (Realschul)-Abschluss vollenden können

- Errichtung von Werkstätten, so dass die Schüler in den letzten beiden Jahren die Möglichkeit haben, einen handwerklichen Beruf zu erlernen (Bäcker, Schneider, Handwerker,…)

- Erwachsenenbildung: wir möchten auch die Eltern verstärkt mit in unsere Arbeit integrieren. Daher wollen wir zusammen mit dem MVC Nachmittags- und Abendunterricht für Eltern anbieten (Alphabetisierung, Werkstätten)

- Einstellung einer Schulpsychologin, um die Kinder aus zerrütteten Familien zu betreuen. Leider leiden einige Kinder sehr stark darunter

- Einbindung von Umwelterziehung in den Unterricht (Errichtung eines Labors für naturwissenschaftliche Experimente, Bau eines Gartens)

- Aufbau einer Gesundheitsstation (Krankenschwester)

- Finanzierung eines Sonnensegels für den Sportplatz

- Bepflanzung des Schulhofs mit Bäumen und Blumen

Spielplatz SJA.jpg

Unterstützung durch Spenden:

Wer unser Vorhaben in San Juan Apostol unterstützen möchte, den bitten wir das folgende Spendenformular auszufüllen.

Unterstützung durch Patenschaften:

Auch ist es möglich das Projekt San Juan Apostol langfristig durch eine Einzelpatenschaft zu unterstützen, wobei die Gelder insgesamt der ganzen Schule zu Gute kommen, und nicht nur einem einzelnen Kind.

Kinder in Villa Cerillos

190 der 365 Kinder (Stand Juli 2008) haben momentan einen Paten in Deutschland, der Schweiz oder Österreich. Durch die monatlichen Patenbeiträge von 10€ können so die laufenden Kosten gedeckt werden (Gehälter der 5 Lehrer, warmes Mittagessen, Wasser und Gas, med. Versorgung, Schulmaterialien). Auch die anderen Kinder der Schule profitieren davon, denn die Gelder kommen nicht nur einem Kind zugute, es wird vielmehr das ganze Projekt damit unterstützt, so dass keiner bevorzugt wird.

Wie geht man sicher, dass es sich wirklich um hilfsbedürftige Kinder handelt?
Zusammen mit der NGO (Non-government Organisation) Movimiento de Vida Cristiana (MVC) arbeiten wir direkt vor Ort in Arequipa zusammen. Es werden Kindergärten und Schulen in der Umgebung von Arequipa aufgebaut und betreut. Der MVC besucht die Familien der Kinder, untersucht ihr Umfeld und nimmt die Daten auf. Aufgrund der großen Menge an hilfsbedürftigen Kindern, müssen wir wirklich gründlich bei der Aufnahme vorgehen. Es werden nur Kinder aufgenommen, die wirklich dringend Hilfe benötigen und deren Eltern die Erziehung und die Ausbildung ihrer Kinder nicht alleine bewältigen können.

Wohin fließt das Geld?
Der halbjährliche Patenschaftsbeitrag von 60 Euro kommt direkt der Schule zu Gute und wird für Folgendes verwendet: Schulmaterial, ärztliche Versorgung, Schulkleidung, Verpflegung, Bau neuer Klassenzimmer, (Frühstück und ein warmes Mittagessen) und was sonst noch so anfällt. Das Geld wird somit nicht direkt an das Kind oder dessen Familie ausgehändigt, sondern an den MVC bzw. der Schule übergeben, wo es dann für alle Kinder der Schule verwendet wird, und zwar aus folgendem Grund: wenn die Eltern erfahren, dass Geld zur Verfügung steht, dann wollen sie es bar auf die Hand haben. Dies gilt es zu verhindern, da das Geld dann ziemlich sicher nicht für das Kind verwendet wird, sondern für Alkohol oder anderes. Wir finden es außerdem fairer, allen Kindern des Projektes zu helfen, und nicht nur diejenigen, die durch Paten unterstützt werden.

Die Eltern haben oft kein Interesse, dem Kind das Lebensnotwendige zu geben und erkennen es nicht, wenn das Kind zu einem Arzt gehen sollte. Deshalb unterhält der MVC auch Krankenstationen, die für Menschen aus diesen Verhältnissen gedacht sind und die von ihnen nur ein geringes Visitengeld verlangen. Leider wird dieser Service oft auch nicht genutzt. Deshalb sorgt die Schule dafür, dass die Kinder die nötige ärztliche Versorgung bekommen. Leider haben die Eltern auch oft kein Interesse über die Patenschaften informiert zu werden, aber das ist hier in Peru nun mal etwas anders als in Europa.

- Informationen zu Patenschaften im Allgemeinen

- Interesse an einer Patenschaft eines Kindes in San Juan Apostol? Hier geht’s zu den Patenkindern

Gerne kann man Kontakt zu unserer Ansprechpartnerin Sonja in Peru aufnehmen.

Aktive Unterstützung durch Freiwilligenarbeit:

Das Projekt unterstützen wir ebenfalls durch die kostenlose Vermittlung von freiwilligen Helfern, die sich als Volontäre für mindestens acht Wochen in der Schule engagieren.

Klassenzimmer SJA.jpg

Kapazität:
Generell freuen wir uns immer über helfende Hände! Saison- und projektbedingt variiert jedoch die Nachfrage nach Freiwilligen in unseren Projekten. Im Durchschnitt benötigen wir aber ca. 2-4 Volontäre, um eine konstante Projektunterstützung gewährleisten zu können. Achtung: Von Mitte Dezember bis Ende März bleibt die Schule auf Grund von Sommerferien geschlossen.

Kosten und Verantwortung:
Für uns ist es wichtig, folgendes von Anfang an klar zu stellen:
viSozial e.V. vermittelt ausschließlich den Kontakt zu ausgewählten Projekten und hilft ehrenamtlich bei Anfragen oder Problemen. Haftung durch viSozial e.V. ist ausgeschlossen. Für die Organisation von Versicherungen, Impfungen, Flügen, Unterkunft, Verpflegung, Visum und sonstigen organisatorischen Dingen ist der Volontär selbst verantwortlich, ebenso wie für die persönliche Sicherheit. Der Freiwillige übernimmt Flug- und Versicherungskosten, sowie die Kosten für Unterbringung und Verpflegung. Wir stellen keine Verträge oder ähnliches aus. Auf Wunsch kann aber ein Bestätigungsschreiben erstellt werden.

Das Anforderungsprofil:
- Mindestalter: 20 Jahre

- Gute Spanischkenntnisse

- Aufgeschlossenheit, Toleranz, Geduld und Belastungsfähigkeit

- Grosses Interesse an fremden Kulturen

- Spaß daran, sich um Kinder mit besonderen Bedürfnissen zu kümmern, sie die Welt mit anderen Augen sehen zu lassen, mit ihnen zu spielen und für sie als Freund/in und Vertrauensperson da zu sein

- Bereitschaft mindestens 8 Wochen im Projekt mitzuarbeiten

Was für eine Freiwilligenarbeit in Peru spricht:
Zuallererst sprechen natürlich die dadurch gewonnene Auslandserfahrung und die Vertiefung der Sprachkenntnisse für eine Freiwilligenarbeit in Peru. Bei der späteren Stellensuche ist die Ausübung eines Ehrenamtes gerne gesehen, weil es einem als Bewerber soziale Kompetenz zuspricht. Des Weiteren hat man dadurch die Möglichkeit eine fremde Kultur und Mentalität kennen zu lernen und ein Bewusstsein für die 3. Welt-Problematik zu schaffen.

Die Freiwilligenarbeiter erkennen dadurch, dass auch sie etwas von anderen Kulturen erlernen können. Dabei wird nicht nur der Blick für das Erfassen sozialer Problematiken geschärft, sondern auch für mögliche Lösungsansätze. Freiwilligenarbeiter leisten somit einen Beitrag zum interkulturellen Dialog, zur Entwicklungszusammenarbeit und zur Erkenntniserweiterung, mit dem Ziel, eine grenzüberschreitende Solidarisierung in den sozialen und gesellschaftlichen Anliegen behinderter und benachteiligter Menschen zu erreichen.

Außerdem trägt dieser Schritt zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit bei, denn oft ist man auf sich alleine gestellt und muss gewichtige Entscheidungen alleine treffen und tragen.

Unterkunft:
Generell gibt es zwei Möglichkeiten:

1.) Wenn man in einer Gastfamilie unterkommen möchte, können wir gerne bei der Suche behilflich sein. Wir stehen in gutem Kontakt zu einigen sehr netten Familien in Arequipa, die die Volontäre jederzeit herzlich willkommen heißen. Alle liegen zentrumsnah in guten Wohngebieten; es wird ein eigenes Zimmer, oft auch mit eigenem Bad gestellt, das Wohnzimmer und die Küche werden geteilt, wie in einer richtigen Familie. Verpflegung ist inbegriffen. Der Vorteil eines Gastfamilienaufenthaltes ist v.a. der enge Familienanschluss und die Möglichkeit, sein Spanisch anzuwenden, sowie schnell Kontakte zu Einheimischen knüpfen zu können.

2.) Alternativ kann man sich selbst in einem der zahlreichen Hostels, Posadas oder Hotels einquartieren, was den Vorteil bringt, flexibler und unabhängiger zu sein.

Zu beachten ist: weder das jeweilige Projekt, noch viSozial können die Volontäre bei der Freiwilligenarbeit finanziell unterstützen. viventura und viSozial helfen jedoch gerne bei der Buchung des Fluges, der Organisation eines Sprachkurses vor Ort und der Suche einer Gastfamilie.

Wie sieht die Arbeit als Volontär aus?
Im Durchschnitt unterstützen uns ca. 2-4 Freiwilligenarbeiter, die den Lehrern bei der Unterrichtsvorbereitung und -gestaltung helfen, selbst den Sport-, Mathematik- und Englischunterricht führen oder psychologische Tests mit den Kindern durchführen. Durch die Hilfe der Volontäre konnte z.B. eine Fussball-AG gegründet werden. Die Volontäre sind den Kindern Vorbild und Freund zugleich. Etwas Eigeninitiative und eigene Ideen sind natürlich gefragt. Die Arbeitszeiten sind vormittags von 8-14h, oft werden aber auch nachmittags AGs oder Treffen angeboten, wo man eventuell gebeten wird, auch einmal auszuhelfen.

Sportunterricht in SJA

Willkommen ist grundsätzlich jeder: Schulabgänger, Studenten oder Rentner. Bei längeren Aufenthalten sind auch Schulpsychologen und Betreuer gefragt, die sich um die Kinder und ihre Probleme kümmern können. Auch Gesundheits- und Ernährungsberater werden gebraucht. Aber auch Handwerker, Ingenieure und Landschaftsgärtner können helfen, die Schule zu verschönern.

- Weitere allgemeine Informationen zum Freiwilligendienst sowie zu freien Stellen in Peru
- Antworten auf weitere Fragen findet man auch in den FAQs

Gerne kann man aber auch Kontakt zu unserer Ansprechpartnerin Sonja in Peru aufnehmen.

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