Gemeinde Santiago de Okola
Name |
Gemeindeentwicklung Santiago de Okola |
|---|---|
Ort |
Santiago de Okola, Titicacasee |
Gründung |
2006 |
viSozial untersützt |
seit 2006 |
Ziel |
Chancen für die Kinder im Bereich Bildung und Arbeit |
Programme |
Schulische Infrastrucktur, Bau des Museums |
Arbeitsbereiche |
Bildung, Gesundheit, Umwelterziehung |
Begünstigte |
ca. 150 Kinder |
FinanzierungviSozial |
Spenden, Firmenpatenschaften, Patenschaften |
Beschreibung des Ortes
Das Dorf Santiago de Okola liegt am nördlichen Ufer des Titicacasees. Auf einer guten asphaltierten Straße überwindet man die 160 km Entfernung von La Paz in ungefähr drei Stunden. Santiago de Okola liegt malerisch am Fuß eines großen, drachenförmigen Berges.
Die meisten Häuser des Dorfes sind aus Lehmziegeln gebaut und haben nicht mehr als vier Räume. Die Familien bewohnen oft ein oder zwei davon, die anderen Zimmer werden als Vorratskammer oder Materiallager genutzt. Als Küche dient meistens eine kleine Hütte neben dem Haupthaus, in der noch über dem Holzfeuer gekocht wird. Einige Bauern haben auch ein paar Kühe, Schafe oder Schweine, die sie in kleinen Ställen neben dem Haus halten. Die Äcker und Felder grenzen direkt an die Häuser an.
Die Region, zu der Santiago de Okola, Kerihuati und Omacuyo gehören, leidet trotz ihrer guten Lage am Titicacasee und ihrer Vielfalt an landwirtschaftlichen Anbaumöglichkeiten unter der stetigen Abwanderung ihrer jungen Bevölkerung in die Städte oder ins Ausland. Hauptgrund dafür ist die schwache und einseitige Wirtschaftsstruktur der Region: Die Bauern produzieren wenig und ihre Ernte ist den Klimaschwankungen ausgeliefert, denn sie werden nur vom Regen bewässert. Auf der anderen Seite haben die Jugendlichen, welche das Dorf nach der Schule Richtung Stadt oder Ausland verlassen, kaum Chancen auf bessere Ausbildungen oder Arbeitsplätze, denn ihre Schulbildung ist weder gut noch auf die produktiven Potentiale der Region ausgerichtet.
Im Dorf leben etwa 79 Familien, rund 350 Menschen, welche vor allem von der Landwirtschaft und Fischerei leben. Seit fünf Jahren gibt es im Dorf Strom, fließendes Wasser ist ebenfalls vorhanden. Jedes Haus hat einen im Garten liegenden Wasseranschluss. Das Dorf verfügt über eine Schule, die im Jahr 2007 ihren ersten Abiturientenjahrgang feierte. Eine einfache Krankenstation, in der ein Krankenpfleger arbeitet, kümmert sich um die gesundheitlichen Bedürfnisse. Schwere Erkrankungen und akute Notfälle müssen in die Krankenhäuser von Achacachi (60 km entfernt) oder La Paz (160 km entfernt) transportiert werden.
Beschreibung des Projektes
Die Schule nimmt 150 Kinder auf, die nicht nur aus dem Dorf kommen, sondern aus der gesamten Umgebung bis hin zu ca. 8 km. Zur Schule gehören auch die Klassenräume der Gemeinden Kerihuati (3 Klassenräume) und Omacuyo (1 Klassenraum), die im Vergleich zu dem recht gut ausgestatteten Hauptgebäude sehr verwahrlost sind.
viSozial e.V. verfolgt mit der Zusammenarbeit mit der Dorfschule und ihren Ablegern in Kerihuati und Omacuyo das Ziel, die Qualität der Schulausbildung nachhaltig zu verbessern und langfristig mit den produktiven Potentialen der Region (Landwirtschaft, Fischerei, gemeindebasierter Tourismus) zu verbinden, um die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen zu stärken. Obwohl sich die Aktivitäten des viSozial e.V. vor allem auf Spendenleistungen für die Schule in Santiago de Okola beziehen, ist es erstrebenswert, Santiago de Okola als mehrschichtiges, integratives Entwicklungsprojekt zu betrachten. Gemeinsam mit weiteren Non-profit Organisationen wird an diesem Ziel hart gearbeitet. So ist für das Jahr 2010 ein kleines Dorfmuseum in der Schule geplant. Hier werden die Schüler und die anderen Dorfbewohner die in Okola reiche Pflanzenvielfalt und ihren kulturellen Reichtum sammeln und erhalten.
Die geplanten Aktivitäten des viSozial e.V. werden die Lebens- und Lernbedingungen der Kinder und Jugendlichen im Dorf deutlich verbessern. Durch die Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen profitiert langfristig gesehen die gesamte Dorfgemeinschaft von dem Engagement.
Mit deiner Hilfe können wir…
… Mathematik-Lehrbücher für die Grundstufe kaufen – je 10 EUR
… Fensterscheiben in einem Klassenraum in Kerihuati ersetzen – 60 EUR
… sechs Toiletten und Waschgelegenheiten in Kerihuati bauen – 800 EUR
Meilensteine
2010: In den ersten 10 Wochen des Patenschaftsprogrammes werden 9 Patenschaften übernommen.
2009: Start des Patenschaftsprogramms mit der Aufnahme von Informationen und Fotos von 38 Kindern der 3 Schulen.
2008: 24 Schulkinder bekommen Trainingsanzüge für den Sportunterricht. Außerdem werden 8 Bälle gekauft.
2007: Kauf eines Kopiergeräts für die Schule. Dem Konzept, gemeinschaftlich zu arbeiten folgend, wird die Hälfte der Kosten von viSozial e.V. getragen, die andere Hälfte wird von der Dorfgemeinschaft aufgebracht.
2006: 50 Lehrbücher für die Sekundarstufe der Dorfschule.
Wie hilft viSozial
- Finanzierung von Lehrbüchern und Lehrmaterial für die Schulen in Okola, Kerihuati und Omacuyo
- Bau von sanitären Anlagen in Okola, Kerihuati und Omacuyo.
- Renovierung der Schulräume in Kerihuati und Omacuyo.
- Verbesserung der Ausstattung der Schulräume (Tafel, Stühle, Tische) in Kerihuati und Omacuyo.
Ziele
Unser langfristiges Ziel in Santiago de Okola ist die Verknüpfung der Schulbildung mit den lokalen Produktionspotentialen (Landwirtschaft, Fischerei, Tourismus), um so die Chancen der Kinder zu stärken, in Zukunft in ihrer eigenen Region wirtschaftlich aktiv zu werden und ihrer Abwanderung und Entwurzelung entgegenzuwirken.
Dies soll mittels der Einrichtung von neuer Schulinfrastruktur, von Programmen zur beruflichen Orientierung und mit Stipendienprogrammen erreicht werden.
Kurzfristig (2010) und als erste Schritte werden die hygienischen Bedingungen in allen Schulen durch den Bau von Toiletten und Waschgelegenheiten verbessert und die Klassenräume in Kerihuati und Omacuyo renoviert und ausgestattet.
Auch werden wir als Ergebnis der Zusammenarbeit der Dorfgemeinschaft mit den verschiedenen NGOs, die im Dorf aktiv sind, das Schulmuseum einweihen.





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