Brasilien
Bevölkerung |
198,8 Mio. |
|---|---|
Arbeitslosigkeit |
8 % |
Analphabeten |
12 % |
Säuglingssterblichkeit |
23 von 1000 |
Lebenserwartung |
72 Jahre |
Pro Kopf Einkommen |
7400 USD |
Bev. mit weniger als 2 USD am Tag |
10 % |
Mindestlohn |
205 EUR pro Monat |
Geographie
Brasilien hat eine Fläche von 8,5 Mio. km² und nimmt somit fast die Hälfte Südamerikas ein. Diese kontinentalen Ausmaße werden in den Entfernungen klar. Die Ost-West-Ausdehnung beträgt 4300 km und die Nord-Süd-Ausdehnung 4400 km, zum Vergleich: Die Nord-Süd-Ausdehnung Deutschlands beträgt nur 880 km! Das Klima ist tropisch und subtropisch. Brasilien ist in verschiedene Vegetationszonen aufgeteilt, wobei der Amazonas-Regenwald im Norden und Westen den größten Teil einnimmt. Die Caatinga im Nordosten ist eine Halbwüste und der Cerrado in Zentralbrasilien eine Savannenlandschaft. Im Südwesten liegt der Pantanal, das größte Feuchtgebiet der Erde und im Süden das Grasland der Pampas. Auf über 7000 km Küstenlinie zieht sich auch der Atlantische Regenwald hin, eines der reichsten und schönsten Biotope der Welt.
Bevölkerung
Brasilien hat eine Bevölkerung von über 190 Mio. Menschen. Davon leben bereits 86% in den Städten, besonders in den Ballungsräumen São Paulo mit etwa 20 Mio. und Rio mit über 10 Mio. Menschen. Über 53% sind Weiße, 39% Mestizen, 6% Schwarze und die restlichen Prozente verteilen sich auf Asiaten, Araber und einen kleinen Rest von 500.000 Indigenen.
Die Brasilianer sind aufgeschlossen, lebensfroh und feiern gerne. Deshalb ist der brasilianische Karneval auch das größte Fest der Welt, wobei Rio, Salvador und Recife die Hochburgen sind.
Politik
Brasiliens Hauptstadt ist Brasilia, welche erst 1960 im kargen Hinterland gegründet wurde. Es gibt 24 Staaten und einen Bundesdistrikt. Alle 4 Jahre werden Präsidentenwahlen abgehalten und es gibt so viele Parteien, dass auch der politisch engagierte Brasilianer nicht mehr weiß, wie viele es genau sind. Das Kabinet wird vom Präsident gebildet und die Minister werden von der Regierungspartei und den Parteien der Koalition gestellt, was oft ein Durcheinander hervorruft. Der Nationalkongress besteht aus Senat und der Abgeordnetenkammer. Wegen der Korruption wird die Regierung nicht sehr ernst genommen. Mehr als die Hälfte der Senatoren und Abgeordneten sind zum Teil in mehrere strafrechtliche Verfahren verwickelt, aber nur selten wird jemand wegen solchen Delikten verurteilt. Millionenbeträge werden als Schmiergelder gezahlt und die ohnehin schon gut bezahlten Regierungsmitglieder bekommen dadurch weitere Extraeinnahmen, damit bestimmte Firmen im Gegenzug die Zugabe für Bau- (oder andere) Projekte bekommen. So ist eine Asfaltdecke auf der Straße manchmal nur 5 statt 7 cm dick, weil die fehlenden 2 cm in Form von Schmiergeld in andere Taschen gewandert sind.
Wirtschaft
Brasilien ist die bedeutendste Wirtschaftskraft Lateinamerikas und kann bereits als Industrienation betrachtet werden. Zentrum der Industrie ist der Großraum São Paulo. Außerdem ist Brasilien ein landwirtschaftlicher Gigant mit 40 Mio. ha Anbaufläche. Orangen, Soja, Rindfleisch, Mais, Zuckerrohr und Kaffee sind hier die wichtigsten Exportprodukte. Im Bereich natürlicher Ressoursen ist Brasilien einer der größten Produzenten von Eisenerz, sowie Zinn, Phosphaten, Platin, Uran, Mangan und Bauxit.
Im Tourismusbereich gehört Brasilien eher zu den weniger besuchten Ländern. Von den etwa 5 Mio. Touristen jährlich sind fast die Hälfte Geschäftsleute, weil besonders Europa und auch die USA rege wirtschaftliche Beziehungen mit Brasilien unterhalten. Das Land unternimmt aber große Anstrengungen, um den Tourismus zu stärken und die Fußballweltmeisterschaft 2014 sowie die Olympischen Sommerspiele 2016 sind gute Zeichen dafür.
Mit 5 EUR kannst du in Brasilien…
… Farbstifte und einen Malblock kaufen
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Die Schulpflicht beträgt 9 Jahre Grund- und Hauptschule. Danach werden von vielen Brasilianern noch 3 Jahre College absolviert, welches der Einstieg in die Universität ist, die aber erst nach bestandener Aufnahmeprüfung erreicht wird. Das staatliche Schulsystem ist zwar sehr weitreichend und kommt auch in die entlegensten Winkel des Landes, aber die Bildungsqualität ist noch sehr schwach. Deshalb gehen ab der unteren Mittelschicht die meisten Brasilianer auf Privatschulen.
Beim staatlichen Gesundheitssystem sieht es ähnlich aus. Es ist nicht selten, dass Menschen in der Warteschlange sterben. Deshalb schließt jeder, der es sich leisten kann, eine private Krankenversicherung ab. Eine private Krankenversicherung kostet aber schon mindestens ein Drittel des Mindestlohnes, deshalb können sich dies nur besser bemittelte leisten. Die anderen sind in der staatlichen Krankenversicherung versichert, die aber leider nicht gut funktioniert.
Sicherheit
Je nachdem, welche Region bereist wird, sollte auf die Sicherheit geachtet werden. In den Städten sollten Besucher nur durch Gebiete laufen, in denen viele Menschen sind und auch die Polizei präsent ist. In entlegenen Stadtvierteln und in der Nacht sollte immer ein Taxi genommen werden. Die Taxis in Brasilien sind in der Regel sicher. Diebstahl ist die hauptsächliche Form der Kriminalität, deshalb sollte nie viel Geld und sonstige Wertsachen mitgeführt werden. Auch an den Stränden ist Diebstahl keine Seltenheit. Im Hinterland ist die Sicherheit wesentlich höher und man kann sich freier bewegen. Aktuelle Informationen über die Sicherheitslage in Brasilien finden sich auf der Homepage des Auswärtigen Amtes».
Probleme des Landes
Trotz des großen Reichtums an Land und Bodenschätzen ist die Verteilung sehr ungerecht und viele Menschen leben in großer Armut. Damit die Mittelschicht ihren Lebenstandart halten kann, bekommen Haushaltsangestellte, Pförtner und Verkäufer meist nur den Mindestlohn. In den Städten reicht dies aber nur, um in den Favelas (Armenvierteln) zu leben. Hier blüht das Drogengeschäft und viele sichern sich damit ein Zusatzeinkommen. Seit der billige Crack Einzug gehalten hat, sind die Drogen auch für viele der armen Bevölkerungsschichten zugänglich und dies ist wohl das größte Problem Brasiliens. Eine effiziente Bekämpfung scheitert an der Korruption (viele Polizisten und Politiker nehmen an dem Geschäft teil) und den unwegsamen Favelas, wo kaum Fahrzeuge reinkommen. Bandenkriege und Beschaffungskriminalität sind die Folgen des Drogengeschäfts und der Abhängigkeit. Ein anderes Problem ist die Korruption, welche von der Regierung im großen Stil vorgemacht wird und sich bis in die untersten Schichten fortsetzt.
viSozial in Brasilien
viSozial in Brasilien setzt sich hauptsächlich dafür ein, die Jugendlichen von Drogen fernzuhalten und ihnen Alternativen für die Zukunft aufzuzeigen. Während das Projekt in Salvador» die Stadtkinder erzieht, hat das Projekt in dem Kleinstädchen Taboquinhas» zum Ziel, die Jugendlichen auf dem Land zu halten, damit sie nicht in die Großstädte auswandern und in den Favelas landen. Gemeinsam bei beiden Projekten ist, den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen neue Werte und Möglichkeiten zu vermitteln, die es ihnen erlauben, ihren Lebensunterhalb innerhalb den Grenzen des Gesetzes zu bestreiten. Dazu gehört Hilfe bei der Unterhaltung der Instituitionen, Kurse für Sport und Tanz, handwerkliche Fähigkeiten, Informatik, Englisch und Nachhilfe. Nur durch die Vermittlung von Wissen und Werten kann den Drogen Einhalt geboten werden und viSozial leistet mit seinen kleinen Aktionen einen Betrag dazu.






[...] finanziert eigene Entwicklungsprojekte in Bolivien, Ecuador und Peru sowie Projekte in Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Ecuador und Peru, die in Zusammenarbeit mit anderen Organisatonen durchgeführt [...]
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