Chile
Bevölkerung |
16,6 Mio. |
|---|---|
Arbeitslosigkeit |
10 % |
Analphabeten |
4 % |
Säuglingssterblichkeit |
8 von 1000 |
Lebenserwartung |
77 Jahre |
Pro Kopf Einkommen |
1000 USD |
Bev. mit weniger als 2 USD am Tag |
5 % |
Mindestlohn |
230 EUR pro Monat |
Geographie
Chile erstreckt sich von der Südspitze des Kontinents über 4000 km nach Norden. Es grenzt an Argentinien, Peru und Bolivien und ist bei einer Fläche von ca. 757.000 km² doppelt so groß wie Deutschland. Aufgrund der geographischen Gegebenheiten weist Chile fast alle Vegetationszonen auf. Das Land lässt sich in Nord-, Zentral- und Südchile aufteilen. Im Norden ist es sehr warm und trocken. Neben den vielen Bergen und Vulkanen liegt dort die trockenste Wüste der Welt, die Atacamawüste. In Zentralchile, wo sich auch die Hauptstadt Santiago befindet herrscht mediteranes Klima, was sich perfekt zum Obst- und Weinanbau eignet. Der Süden ist von zerklüfteten Inseln und feuchtem, rauem Klima geprägt und auch nur sehr dünn besiedelt. Auch die Insel Juan Fernandez und die Osterinsel im Pazifik gehören zum chilenischen Territorium.
Bevölkerung
Die aktuelle Einwohnerzahl Chiles liegt bei ca. 17 Mio. bei einer Dichte von 20 Einwohnern pro km². Ungefähr 40% der Bevölkerung lebt in der Metropolenregion von Santiago de Chile. In Chile leben „criollos“ (in Lateinamerika geborene Nachkommen europäischer Einwanderer) und Mestizen. Die „criollos“ stellen 50%, die Mestizen 40% der Bevölkerung dar. Die Gleichbehandlung dieser beiden Gruppen durch die Regierung macht Chile zu einer homogenen Gesellschaft. Die restlichen 10% bilden indigene Bevölkerungsgruppen, die aber mit sozialer Ausgrenzung und Benachteiligung stark zu kämpfen haben. Die größte dieser indigenen Gruppen stellen die Mapuche dar, welche überwiegend im Süden des Landes leben. Weitere kleinere Gruppen sind die Atacameños und die Aymara in Nordchile.
Politik
In Chile gab es, wie in vielen anderen Lateinamerikanischen Ländern, eine Militärdiktatur. 1973 wurde die damalige „demokratisch- sozialistische“ Regierung von Präsident Salvador Allende mit einem Militärputsch gestürzt. Während der Dikatur wurden tausende Menschen verschleppt, gefoltert und getötet.
Seit dem Ende der Militärdiktatur 1989 ist Chile erneut eine Republik mit einer Präsidialdemokratie und Verfassung. Der Staatspräsident bestimmt die Richtlinien und ernennt Minister. Im Jahr 2010 wurde der konservative Sebastien Piñera zum Präsidenten gewählt. Interessanterweise darf ein Präsident in Chile mehrere Amtszeiten regieren, allerdings nicht hintereinander. Deshalb wird alle vier Jahre ein neuer Präsident gewählt. Der Staatsaufbau ist zentralistisch und in 15 Regionen unterteilt. Chile ist ein demokratischer Rechtsstaat mit einem jedoch etwas schwerfälligen Justizsystem. Neben dem Zivilgericht gibt es auch Strafgerichte und Militärgerichte.
Wirtschaft
Chile profitiert stark von natürlichen Rohstoffen. Die treibende Kraft ist der Abbau und die Weiterverarbeitung von Kupfer. Das in der Atacamawüste abgebaute Salz ist ebenfalls ein wichtiges Exportprodukt und nach Kupfer auch das Wichtigste. Auch Nahrungsmittel, vor allem Lachs, Wein und Obst entwickeln sich zu wichtigen Exportsäulen, die auf den internationalen Märkten immer stärker an Bedeutung gewinnen. Allerdings ging der Export 2009 stark zurück, die Auswirkungen der Finanzkrise waren auch in Chile deutlich zu spüren.
Die Arbeitslosigkeit in Chile liegt bei ca. 7 %. Jedoch gibt es Regionen, wie zum Beispiel der Süden von Santiago, wo fast die Hälfte aller Bewohner ohne feste Anstellung sind. Dies liegt vor allem an der fehlenden Bildung und unzureichenden Förderung. Viele arbeiten als Saisonarbeiter oder auf Märkten, um etwas Geld zu verdienen und ihre Familien zu ernähren.
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Gesundheit und Bildung
In Chile existieren sowohl staatliche als auch private Krankenversicherungen. Die staatliche Versicherung wird von der Krankenkasse Fondo Nacional de Salud übernommen. Diese Einrichtung garantiert kostenlose ärztliche Behandlungen sowie Medikamente und Krankenhausaufenthalte. Obwohl Chile an sich über ein gut ausgebautes Gesundheitswesen verfügt, ist die medizinische Versorgung nicht allen Einwohnern Chiles zugänglich. Es gibt nicht genügend ärztliche Einrichtungen und viele sind qualitativ nicht hinreichend ausgestattet.
Aufgrund der Zunahme der Studentenzahlen ist eine Bildungsreform in Chile notwendig, um im internationalen Vergleich mithalten zu können. Die Schulpflicht beträgt 12 Jahre. Es gibt die Möglichkeiten einer staatlichen und privaten Schule. In vielen Bezirken wird das Unterrichtswesen jedoch von der Gemeinde bestimmt, so dass kein einheitliches Schulsystem für ganz Chile besteht. Eine gute Schulbildung erhält man nur in privaten Schulen, die sehr teuer sind. In den staatlich geförderten Schulen sind meist bis zu 50 Kinder in einer Klasse, während es in den Privatschulen zwischen 20 und 30 Schüler sind. Viele Eltern haben nicht die Möglichkeit für eine gute Schulbildung ihrer Kinder zu zahlen. Auch Universitäten sind kaum finanzierbar und nur durch Vorweisen einer guten Schulbildung garantiert.
Sicherheit
Wie in jeder anderen Großstadt gibt es auch in Santiago de Chile Kleinkriminalität. Man sollte sich vor allem vor Taschendiebstählen – mitunter auch unter Anwendung von Gewalt – in Acht nehmen. Besonders an öffentlichen Plätzen wie z.B. Busse, Metro, Bahnhöfe ist man vor Diebstahl nicht sicher. Vorbeugend trägt man Wertsachen möglichst am Körper.
Chile ist ein erdbebengefährdetes Land. Auch in Folge es schweren Bebens Im Februar 2010 in Concepción kann es noch bis zu einem halben Jahr danach schwerere Nachbeben geben. Die Vulkanaktivität ist hoch, so dass Vulkane wie Chaitén und Llaima in der Región de los Lagos in unregelmäßigen Abständen ausbrechen. Aktuelle Informationen über die Sicherheitslage in Chile finden sich auf der Homepage des Auswärtigen Amtes».
Probleme des Landes
Ein Problem in Chile ist der extreme Unterschied zwischen Arm und Reich. Armut bedeutet nicht unbedingt, kein Dach über dem Kopf zu haben, sondern es fehlt vielen Chilenen an Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Es herrscht oft Perspektivlosigkeit. 4 % der chilenischen Bevölkerung beitzen 80% des chilenischen Vermögens. Auch dies verdeutlicht die große Diskrepanz zwischen Arm und Reich.
Die Naturkatastrophen, die das Land immer wieder heimsuchen, treffen meistens den armen Teil der Bevölkerung, da diese Menschen deutlich instabilere Häuser und Wohnungen haben und ihre finanziellen Möglichkeiten den Aufbau eines neuen Heims nicht zulassen.
Auch der große informelle Sektor ist ein Zeichen von sozialer Benachteiligung. D.h. Leute verkaufen an der Straße oder an Bushaltestellen Eis, Zeitungen, u.a. um sich und ihre Familie irgendwie über Wasser zu halten. Auch Alkoholismus und Drogenabhängigkeit stellen große Probleme dar. Vor allem pasta base, ein Abfallprodukt von Kokain, wird häufig konsumiert. Alkohol, Drogen und auch interfamiliäre Gewalt sind vor allem in den niedrigen sozialen Schichten weit verbreitet.
viSozial in Chile
In Chile unterstützt viSozial e.V. seit 2006 das Kinder- und Jugendzentrum Casa de los Pinos», das sich in einem der größten und ärmsten Stadtviertel Santiagos, in Puente Alto befindet. Hier leben etwa 80% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Das Ziel von Los Pinos ist es, die Kinder aus den ärmeren Schichten der Bevölkerung vor den negativen Einflüssen ihres Umfeldes zu schützen. Wir möchten einen sicheren Ort schaffen, an dem sie sich unbeeinflusst von Drogen, Gewalt und häuslichen Problem entfalten können. Wir haben es uns insbesondere zur Aufgabe gemacht, Kinder aufzunehmen, die in ihren Rechten verletzt und beeinträchtigt sind. Die Kinder und ihre Familien sollen betreut werden, um ihnen dadurch die Möglichkeit zu geben, sich selbst aus der strukturellen Armut zu befreien. Es wird darauf Wert gelegt, die Arbeit mit den Kindern mit Herzlichkeit, Respekt und Beharrlichkeit zu realisieren.





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[...] von StefanSeit fünf Monaten bin ich in Santiago de Chile und arbeite als Sozialkoordinator für viSozial Chile und als Volontär im Casa de los Pinos in Puente Alto. Ich habe dabei nicht nur Formen der sozialen [...]