Ecuador


Bevölkerung

14,2 Mio.

Arbeitslosigkeit

9 %

Analphabeten

9 %

Säuglingssterblichkeit

21 von 1000

Lebenserwartung

75 Jahre

Pro Kopf Einkommen

5600 USD

Bev. mit weniger als 2 USD am Tag

13 %

Mindestlohn

253 EUR pro Monat



Geographie

Ecuador umfasst ca. 284 000 km² und verfügt somit über circa ¾ der Fläche Deutschlands. Auf diesem kleinen Raum gibt es jedoch eine sehr große Vielfalt an Flora und Fauna, denn es existieren vier verschiedene Landschaftszonen auf ganz unterschiedlichen Höhen: der westliche Küstenbereich, die Andenregion, das Amazonasgebiet und die Galapagos-Inseln, die etwa 1000 km vom Festland entfernt liegen. Von Meeresspiegelhöhe am Pazifik geht es bis 6267 Meter hoch auf den Vulkan Chimborazo.

Etwa 60% der Bevölkerung lebt in den größeren Städten Guayaquil, Quito und Cuenca. Der Rest des Landes ist durch viel Natur und eher kleine Städte und Dörfer gekennzeichnet. Die Bevölkerungsdichte liegt nur bei 53 Einwohnern pro km² – einem Viertel der Bevölkerungsdichte Deutschlands (229 Einwohner/km²), deshalb gibt es noch viele unberührte Stellen, an denen man sich jenseits jeglicher Zivilisation befindet.




Bevölkerung

Die Vielfalt der ethnischen Gruppen in Ecuador ist sehr groß. Die circa 14 Millionen Menschen sind zu 65% Mestizen, 25% Indigenas, 7% Weiße und 3% Schwarze und Mulatten. Allein zu der indigenen Bevölkerung zählen über 20 Volksgruppen vom Dschungel über das Hochland bis zur Küste, mit sehr unterschiedlichen Traditionen – eine bunte Mischung mit reicher Geschichte. Es existieren zahlreiche regionale Sprachen. Am weitesten verbreitet sind Quechua und Shuar, offizielle Landessprache ist jedoch Spanisch. Die große Mehrheit der Ecuadorianer ist römisch-katholisch. Bei genauerem Hinsehen kann man jedoch eine Vielfalt von religiösen Splittergruppen finden.




Politik

1830 spaltete sich die Republik Ecuador vom Großreich Kolumbien (heutiges Venezuela, Panama, Kolumbien und Ecuador) ab. Konservative und liberale Präsidenten wechselten sich mit Militärregierungen ab. Das Militär ruft in Ecuador jedoch keine so bitteren Erinnerungen hervor, weil es nie zu einer völligen Unterdrückung oder gar einer Terrorherrschaft kam. Jedoch änderten sich Ziele und Politikrichtungen mit jedem Regierungswechsel und so war und ist es oft noch immer schwierig, nachhaltige Ziele und Richtlinien zu erkennen.

Seit 1979 ist Ecuador eine präsidiale Demokratie. Alle 4 Jahre wird ein Präsident und sein Stellvertreter direkt vom Volk gewählt. Die Legistlative bildet ein Einkammersystem (Asamblea Nacional) mit 128 Abgeordneten. Ecuador hat eine der modernsten Verfassungen der Welt, denn diese wurde 2008 neu zusammengestellt und per Volksentscheid angenommen. Seit 2007 ist Rafael Correa Delgado Präsident. Er wird voraussichtlich noch bis 2013 im Amt bleiben. Er gehört der von ihm mitgegründeten Partei „Alianza Pais“ an. Seit 1996 sind auch Indigene in der Politik durch die Partei „Pachakutik“ vertreten.




Wirtschaft

Seit dem Jahr 2000 ist die offizielle Landeswährung der US-Dollar. Bedingt durch  den Verfall der vorherigen Währung Sucre, sollte durch die Dollarisierung eine gewisse wirtschaftliche Stabilität erreicht werden. Die Einführung war jedoch alles andere als gut geplant und löste einen Schock in der Bevölkerung, sowie eine erhebliche Preisanhebung in sämtlichen Sektoren aus. Ecuadors Wirtschaft ist stark exportorientiert. Erdöl, Bananen, Blumen, Kakao, Kaffee und Holz werden vor allem in die USA, nach Venezuela, Peru, Chile, Panama und Kolumbien ausgeführt. Das Land ist der fünftgrößte Rohölförderer Südamerikas, besitzt aber sehr wenige Raffinerien und muss deshalb viel Treibstoff importieren. Die verarbeitende Industrie im Land beschränkt sich eher auf den Eigenbedarf und die Fabrikbesitzer sind ausländische Firmen.



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Gesundheit und Bildung

Sowohl im Gesundheits-, als auch im Bildungssystem gibt es stark ausgeprägte Unterschiede zwischen öffentlichen und privaten Trägern, sowie zwischen Städten und ländlichen Gegenden. Beide Sektoren sind für einen Großteil der Bevölkerung nicht zugänglich, da die Kosten einfach zu hoch sind. Präsident Rafael Correa hat neue Gesetze und Reformen eingeführt, welche kostenfreien Zugang zu diesen Systemen und Sozialversicherung für alle Bürger ermöglichen sollen. Es gibt eine öffentliche Krankenkasse, die durch Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile finanziert wird, jedoch eher auf Basisniveau versorgt. Die öffentlichen Krankenhäuser und Kliniken sind zwar kostenlos, aber für Röntgenaufnahmen, Medikamente und sogar sämtliches Operationsmaterial muss man bezahlen. Ein Recht auf eine Art Arbeitslosenversicherung hat nur, wer mit einem festen Vertrag angestellt ist. Auf den Großteil der Bevölkerung trifft dies nicht zu und die Auszahlungen sind viel zu gering um davon leben zu können. Somit liegen die Aufgaben des Sozialsystems weitgehend bei den Familien selbst.

Die Anmeldungen in Schulen haben sich bereits durch die neuen Gesetze und staatlichen Unterstützungen erhöht. In Ecuador beträgt die Schulpflicht 9 Jahre, was jedem Kind eine Grundbildung garantieren soll. Kontrolliert wird dieses Gesetz jedoch nicht konsequent. Auf Grund der vielfältigen Mehrkosten an Schulmaterialien, Schuluniformen, usw. besuchen nur ca. 52% der Bevölkerung weiterführende Schulen.




Sicherheit

Ecuador gilt als eines der sichersten Länder Südamerikas. Zweifellos müssen bestimmte Sicherheitshinweise beachtet werden, wie in allen anderen Ländern auch. Die Großstädte Quito und Guayaquil sind die Orte, an welchen am meisten Vorsicht geboten ist. Kameras, Pass und Schmuck sollte man nicht offen zur Schau stellen, wenn man durch die Stadt spaziert und nach Einbruch der Dunkelheit ist es immer besser, sich mit Taxen zu bewegen.

Im Anden-Berghochland gibt es einige aktive Vulkane, welche ganz unterschiedliche Ausbruchszyklen haben. Die Vulkane werden sorgfältig vom ecuadorianischen geografischen Institut überwacht, um gegebenenfalls Maßnahmen einleiten zu können. Aktuelle Informationen über die Sicherheitslage in Ecuador finden sich auf der Homepage des Auswärtigen Amtes».




Probleme des Landes

Obwohl das Einkommen pro Kopf auf eine gute Entwicklung hinweist und auch der Mindestlohn recht hoch erscheint, muss alles in Relation zu den tatsächlichen Kosten gesehen werden. Das Gesamteinkommen verteilt sich auf einen sehr geringen Prozentsatz der Bevölkerung. Deshalb klafft eine riesige Lücke von 219 USD zwischen dem gesetzlichen Mindesteinkommen und den tatsächlichen Lebenshaltungskosten. Das ist besonders hart, wenn die Familie nur mit einem Elternteil lebt oder nur ein Elternteil Arbeit hat. Durch eine der vielen kleinen Tätigkeiten, die eher als Unterbeschäftigung einzustufen sind, halten sich viele über Wasser, aber sobald eine Krankheit oder ein Todesfall eintritt, rutscht die ganze Familie in totale Armut ab. Je nach Erhebung und Art der Statistik leben 40 bis 65% der Bevölkerung in Armut. Viele versuchen in den Städten Arbeit zu bekommen und verlassen darum ihre gewohnte Umgebung auf dem Land. Dabei wird jedoch übersehen, welche Arbeitsmöglichkeiten sich in der Stadt für sie bieten. Oft sind es Gelegenheitsarbeiten oder informelle Tätigkeiten und die Landflüchtlinge leben in den armen Vierteln am Stadtrand.

Ein großes Problem ist die Kinderarbeit. Es ist keine Seltenheit, sechsjährige Kinder mitten in der Nacht im Touristenviertel der Stadt anzutreffen, die betteln oder Kaugummis verkaufen. Einerseits brauchen die Eltern jede finanzielle Unterstützung um die Familie ernähren zu können, andererseits schicken sie ihre Kinder arbeiten, weil sie wissen, dass diese mehr Geld verdienen können beim Betteln, als Erwachsene. Zur Schule gehen diese Kinder nicht.

Ein Umweltbewusstsein ist auf Grund der vielen tiefgreifenden Probleme oft schwach oder gar nicht entwickelt. Und so ist die Gesundheit der Bevölkerung und die wunderschöne Natur des Landes bedroht. Die Abholzung der Wälder im gesamten Land stellt ein großes Problem dar. Die Erdölvorkommen und andere Bodenschätze befinden sich vor allem im Dschungel. Daraufhin begann der Bau von asphaltierten Straßen und  Pipelines in die Region. Leider kommt es oft zum Auslaufen des Öls und so werden Schutzgebiete des Regenwaldes verschmutzt. Die Gründe dafür sind zu alte Leitungen, aber auch absichtliches Anzapfen der Leitungen. Indigene Gemeinden, die versuchen sich gegen die Konzerne zu wehren, werden auf unterschiedliche Weise bestochen und gegeneinander aufgewiegelt.




Ecuador KidsviSozial in Ecuador

viSozial arbeitet in Ecuador in der Landeshauptstadt Quito im Projekt Para Dar Esperanza», im Nebelwald auf der Westseite des Pichinchas im Projekt Guajalito» und im kleinen Andendorf Quilotoa und der näheren Umgebung».

Para Dar Esperanza» ist ein Kinder- und Jugendzentrum, das die Kinder nachmittags nach der Schule besuchen. Mit diesem Projekt unterstützen wir die Bildung der Kinder und verhindern, dass sie von ihren Eltern zum Arbeiten geschickt werden oder ihre Freizeit auf der Straße verbringen. Stattdessen bieten wir ihnen eine sinnvolle Beschäftigung in ihrer Freizeit, welche ihnen im weiteren Leben als Basis dient und den sozialen Aufstieg ermöglicht. Die Probleme der Menschen werden dadurch an der Wurzel bekämpft.

In der Region Quilotoa» helfen wir den Kindern, eine Grundausbildung zu bekommen. Hier erhalten wir Hilfe durch viele engagierte Paten. So bekämpfen wir gemeinsam den Analphabetismus und zeigen eine interessantere Zukunft. Außerdem werden Grundbedürfnisse, wie wenigstens eine Mahlzeit pro Tag, gedeckt. Durch die Möglichkeit im Dorf selbst oder der Umgebung zur Schule zu gehen, bleibt die Dorfgemeinschaft erhalten, die sich gegenseitig unter die Arme greift und es wird der Landflucht entgegengewirkt.

Um die Natur des Landes zu erhalten, setzt sich viSozial in Ecuador gegen die Abholzung der Wälder ein. Wir unterstützen ein Aufforstungsprojekt im Reservat Guajalito», in dem in der Vergangenheit große Flächen zur Gewinnung von Nutzholz und Weideland gerodet wurden. Das Projekt unterteilt sich in Aufforstung und Bildung der Gemeinden der Umgebung. Weideflächen oder abgeholzte Gebiete werden erneut mit einheimischen Bäumen der Region bepflanzt und das Umweltbewusstsein der Gemeinden wird gestärkt, um zukünftige Abholzung zu verhindern.

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viSozial e.V.
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