Aufforstung Guajalito
Name |
Waldschutzgebiet Río Guajalito |
|---|---|
Ort |
Río Guajalito, Chiriboga |
Gründung |
2005 |
viSozial untersützt |
seit 2006 |
Ziel |
Aufforstung und Erhalt des Nebelwaldes |
Programme |
Aufforstung, Seminare für Gemeinden der Umgebung, Bildungsausflüge für Kinder |
Arbeitsbereiche |
Umwelt, Bildung, Gemeindeentwicklung |
Begünstigte |
ca. 143 Kinder und Jugendliche |
FinanzierungviSozial |
Spenden |
Die Wälder von Guajalito liegen in einem besonderen Gebiet. Von Norden reicht eine Vegetationszone genannt „El Chocó“ von Kolumbien bis in den Norden Ecuadors. Diese Vegetationszone ist besonders von hohen Niederschlägen gekennzeichnet und besitzt einen außergewöhnlichen Artenreichtum. Aus Richtung Süden erstrecken sich die Trockenwälder bzw. Halbtrockenwälder, die auch Nazca-Vegetation genannt werden, ins Reservat. Diese Vegetationsform mit wenig Niederschlag trifft in Guajalito auf die aus dem Norden kommende Vegetationsform mit sehr viel Niederschlag und so entsteht etwas ganz Neues und es gibt Raum für neuen Artenreichtum in Flora und Fauna.
Bisher wurden 18 Reptilienarten, 28 Amphibien, 230 Arten von Vögeln, darunter auch einige bedrohte Arten, und 20 Arten von Säugetieren in Guajalito registriert. Unter den Säugetieren sind besonders der Brillenbär, der Puma, der Ozelot, der Bergtapir und Nutrias vom Aussterben bedroht. Außerdem wurden Brüllaffen beobachtet, die hier eigentlich gar nicht vorkommen, und wohl aufgrund des großen Drucks auf ihre angestammte Gebiete in diese Region geflüchtet sind.
Die Anzahl an Pflanzen ist sehr hoch in Guajalito, es gibt circa 45 verschiedene Bambusarten, 33 verschiedene Baumarten, die von den Bewohnern der Region aus den umliegenden Wäldern für den Verkauf abgeholzt werden, eine unglaubliche Anzahl von ca. 180 verschiedenen Farnen, mehrere hundert Orchideenarten, ca. 150 Heilpflanzen, um nur ein paar Beispiele aufzuzählen. Insgesamt sind mehr als 760 verschiedene Pflanzen in Guajalito beheimatet. Eine genaue Zahl lässt sich hier jedoch nicht nennen, da die Forschungen noch nicht abgeschlossen sind.
Beschreibung des Projektes
Das Waldschutzgebiet Río Guajalito liegt an der Pazifikseite des westlichen Andenhauptkammes. Von der Hauptstadt Quito aus sind es mit dem Auto ungefähr zweieinhalb Stunden über eine Schotterpiste bis zum Projekt. Das Gebiet liegt auf einer Höhe zwischen 1.800m und 2.380m und umfasst ca. 860 ha tropischen Nebelwaldes.
Die Hauptidee des Projektes ist die Wiederaufforstung des Bergnebelwaldes und der Erhalt der Bestände. Flächen, welche abgeholzt wurden um die Bäume als Nutzholz zu verkaufen oder als Kuhweiden zu verwenden, werden mit schnellwachsenden Arten aus der unmittelbaren Umgebung bepflanzt. Sie werden von den Bewohnern der Region am Waldrand und in Lichtungen gesammelt, in Plastiktüten gepackt und neben einem kleinen Bachlauf deponiert. Über sie wird ein Netz gespannt, so dass die Sonne nicht zu stark auf sie scheint. Aus dem Bach werden sie regelmäßig gegossen, falls es nicht genug regnen sollte. Nach 3-4 Monaten sind die Bäumchen groß genug (ca. 50 cm), um alleine überleben zu können. Zu Beginn der Regenzeit werden sie dann ausgesetzt. Auf diese Weise werden die Gemeinden der Umgebung in den Umweltschutz einbezogen.
Die starke Abholzung ist ein weltweites Problem. Aus verschiedenen Gründen wird Wald zerstört und ein wichtiges und einzigartiges Ökosystem vernichtet. Löcher in alten Erdöl-Pipelines bedrohen die Umwelt und Minenabwässer verschmutzen ganze Flüsse. Von staatlicher Seite gibt es in Ecuador Bemühungen, Schutzgebiete einzurichten und verschiedene Nationalparks und Reservate bestehen im Land. Häufig werden diese Reservate aber für die Erdölausbeutung lizensiert. Geschützt ist nur das Gebiet über der Grasnabe, der Staat hat alle Rechte an unterirdischen Bodenschätzen. Um den Wald zu schützen, müssen ständig Parkwächter vor Ort leben und ein Auge auf ihre Umgebung haben, was von staatlicher Seite leider nur für wenige Gebiete gewährleistet wird.
Mit deiner Hilfe können wir…
… Umwelterziehung durch Bildungsausflüge für 40 Kinder ermöglichen – 1000 EUR
… neue Schutzgebietflächen ankaufen – 230 bis 1000 Euro pro Hektar
… die Überwachung des Schutzgebietes unterstützen – 5 EUR pro Tag
Meilensteine
2009: 20 Hektar aufgeforstet, das sind mehr als 28 große Fußballplätz
2006: Bildungsausflug für 45 Fünft- & Sechstklässler der Schule Julio Cabascango in Quilotoa
2005: Bildungsausflug für 35 Kinder aus einem Waisenhaus in Quito
2005: 10.000 Bäume auf 8 Hektar aufgeforstet
2004: 3000 Bäume auf 4 Hektar
Wie hilft viSozial
- Bezahlung der Pflanzen, Materialien und Arbeitskraft zur Wiederaufforstung
- Bezahlung der Seminare zur Schulung der Gemeinden
- Unterstützung bei Erhaltung des Hauptweges
- Durchführung von Bildungsausflügen mit armen Kindern
- Unterstützung in allen Bereichen des Projektes durch Vermittlung von Volontären
Ziele
Das Waldschutzgebiet Río Guajalito soll vergrößert und weiter aufgeforstet und besser geschützt werden. Konkret werden wir 2 Hektar mit etwa 2000 einheimischen Bäumen aufforsten und einen Hektar mit ca. 3400 Kaffeepflanzen und 100 Bäumen bepflanzen. Der Hauptweg soll in einen selbstgeführten Pfad verwandelt werden. Zusätzlich sollen die Gemeinden der Gegend um Guajalito in Seminaren für Tourismus geschult werden, um ihnen eine Alternative zur Abholzung und Viehzucht aufzuzeigen.






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