Peru


Bevölkerung

29,5 Mio.

Arbeitslosigkeit

9 %

Analphabeten

7 %

Säuglingssterblichkeit

29 von 1000

Lebenserwartung

71 Jahre

Pro Kopf Einkommen

6328 USD

Bev. mit weniger als 2 USD am Tag

19 %

Mindestlohn

150 EUR pro Monat



Geographie

Peru liegt im Westen Südamerikas, am Südpazifik, zwischen Chile und Ecuador. Mit einer Fläche von über 1 Millionen km² ist Peru mehr als dreimal so groß wie Deutschland. Das Land wird in drei große geographische Regionen unterteilt: im Westen, an der Küste des Pazifiks, befindet sich ein Wüstenstreifen mit mehreren Oasen. Im Zentrum liegen die Anden, deren Gipfel mehr als 6000 Meter in den Himmel ragen, und das Hochplateau Altiplano. Im Osten befindet sich der peruanische Regenwald mit dem Amazonasbecken. Das Klima ist je nach Region unterschiedlich, von trockenem Klima und Wüste im Westen bis zu tropischem Klima im Osten.

Peru ist reich an natürlichen Ressourcen wie Kupfer, Silber, Gold, Öl, Holz, Fisch und Eisen. Das Land beeindruckt durch seine außergewöhnliche Vielfalt von Landschaften und Einzigartigkeiten, wie zum Beispiel den Titicacasee, der höchste schiffbare See der Welt.




Bevölkerung

Peru zählt ca. 29,5 Mio. Einwohner, wovon mehr als  8 Mio. in der Hauptstadt Lima leben. Peru ist ein Land verschiedenster Ethnien und Kulturen. Ungefähr 47% der Peruaner sind indigener Abstammung, 37% Mestizen, 15% europäischen Ursprungs und 3% stammen von schwarzen Sklaven, japanischen oder chinesischen Einwanderern ab. Als Teil seines kulturellen Reichtums gibt es in Peru eine Menge von einheimischen Sprachen, die nebeneinander existieren. Die zwei Amtssprachen sind Spanisch (80%) und das Quechua (16%). Es werden aber auch noch andere Sprachen wie Aymara (Puno) und verschiedene Dialekte im Amazonasgebiet gesprochen. Nach Schätzungen sind 92% der Peruaner katholisch. Dennoch herrscht eine Vielfalt im Glauben und die Religion wird außerdem noch durch Kulte und Mystik der alten einheimischen Kulturen beeinflusst.




Politik

Seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1821 lösten sich eine Reihe autoritärer, demokratischer und militärischer Regierungen ab. Nach einer Zeit des Terrors durch maoistische Guerillabewegungen und polizeistaatliche Verhältnisse wurde 2001 in freien Wahlen Alejandro Toledo zum Präsidenten gewählt. Peru ist eine demokratische Republik, in der der Präsident und die Kongressmitglieder bei freien Wahlen alle 5 Jahre gewählt werden. Der aktuelle Präsident Perus ist Dr. Alan Garcia Perez (2006 – 2011). In den vergangenen Jahren haben sich die Menschenrechtslage und die Demokratisierung in Peru erheblich verbessert. Heute befindet sich das Land im Aufschwung, dennoch bestehen in der Realität trotz einiger außenwirtschaftlicher Erfolge schwerwiegende politische, soziale und wirtschaftliche Probleme.




Wirtschaft

Obwohl Peru ein an Naturressourcen reiches Land ist, hat es seinen Weg zu einer wirtschaftlichen Weiterentwicklung noch nicht gefunden. Peru besitzt in den Anden reichliche Vorkommen an Bodenschätzen und ertragreiche Fischgründe vor der Küste. Als Folge davon ist Perus Wirtschaft stark abhängig von den Weltmarktpreisen für Rohstoffe. Der Fischfang gilt als der Hauptsektor wirtschaftlicher Produktion, insbesondere auch die internationale Produktion von Fischmehl als Viehfutter. Peru produziert viele landwirtschaftliche Güter wie Kaffee, Baumwolle, Zuckerrohr, Reis, Kartoffeln, Mais, Kakao, Geflügel, Rindfleisch etc. Der zweite große Sektor liegt im Abbau von Erzen und anderen Bodenschätzen, wie zum Beispiel Erdöl und Erdgas. Die Verarbeitung von Metallen und Mineralien und die Fertigung von Textilien, Stahl und Metallwerkzeugen sind ebenfalls wichtige Bereiche. Exportiert werden vor allem Kupfer, Gold, Zink, Rohölprodukte und Kaffee, an die USA, China, Großbritannien, Chile und Japan. Nach einer der größten Rezessionen als Ergebnis einer inadäquaten neoliberalen Politik der vorherigen Regierung, wird in Peru jetzt wieder ein positives Wirtschaftswachstum erreicht.



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Gesundheit und Bildung

Auch Defizite in der öffentlichen Gesundheitsversorgung gehören zu den Problemen des Landes. Die medizinische Versorgung ist nur in teuren Privatkliniken mit Europa zu vergleichen und ist vielfach technisch, apparativ und hygienisch auf einem niedrigen Niveau. Die Versuche der peruanischen Bevölkerung eine kostenlose medizinische Versorgung zu gewährleisten, erreichen die ärmeren, ländlichen Einwohner nicht. Nur wenige Menschen sind in der glücklichen Lage, einen festen Job mit Arbeitsvertrag und somit eine Versicherung zu haben. Die Mehrheit der Peruaner geht einer informellen Beschäftigung nach und so müssen Familien für ihre Arztbesuche und Medikamente privat aufkommen.

Das Bildungssystem Perus gliedert sich in Primär- und Sekundarschulwesen sowie den Universitätsbereich. Die „educación primaria“ (Grundschule) beginnt mit dem 5. Lebensjahr und dauert sechs Jahre. Schulpflicht besteht bis zur „educación secundaria“ (bis zur 9. Klasse). Obwohl der Unterricht in staatlichen Schulen kostenlos ist, müssen die Eltern dennoch für die Lehrmittel und Schuluniform ihrer Kinder aufkommen, was für viele Familien einen unerschwinglichen Luxus darstellt. Im Schul- und Hochschulbereich besteht eine deutliche Zweiteilung. Private Schulen, welche von wenigen Studenten aus wohlhabenden Familien besucht werden, vermitteln ein hohes Ausbildungsniveau, während staatliche Schulen keine vergleichbare Qualität bieten können.




Sicherheit

Was die Kriminalität betrifft, liegt Peru im lateinamerikanischen Mittelfeld. Da Armut in Peru weit verbreitet ist, kommt es häufig zu Straßenkriminalität (z.B. Taschendiebstahl, Raubüberfälle). Zu besonderer Vorsicht ist abends, auf Märkten und in Busstationen geraten. Doch wer ein paar grundsätzliche Sicherheitsmaßnahmen trifft und wachsam ist, kann die Wahrscheinlichkeit solcher Vorfälle deutlich verringern. Es ist immer besser, Geld in Banken zu wechseln oder gleich Soles vom Geldautomaten abzuheben. Besonders in Arequipa und Lima kann es zu Blitzentführungen im Taxi kommen. Daher ist bei der Auswahl der Taxis größte Vorsicht geboten und man sollte nur offizielle und wenn möglich telefonisch vorbestellte Taxen benutzen. In Puno und vor allem auf dem ruhigen Capachica kommt es seltener zu Vorfällen. Dennoch sollte man immer nur wenig Geld und Wertsachen mitnehmen und nachts nicht nach Hause laufen sondern ein Taxi nehmen. Aktuelle Informationen über die Sicherheitslage in Peru finden sich auf der Homepage des Auswärtigen Amtes».




Probleme des Landes

Tatsächlich geht es den meisten Peruanern heute wirtschaftlich besser als vor einigen Jahren. Jedoch ist der Alltag noch immer von chronischer Armut, Unterbeschäftigung und hoher Arbeitslosigkeit geprägt. Dies wirkte sich besonders negativ auf bestimmte traditionelle Sektoren aus, wie beispielsweise auf die Landwirtschaft. Hierdurch kam es zu einer verstärkten internen Migration in die größten Städte. Zudem streikt die Arbeiterschaft oft für höhere Löhne und es kommt häufig zu politisch motivierten Protesten. Abseits der wichtigsten Verkehrsrouten sind die meisten Straßen nicht asphaltiert und in der Regenzeit häufig unpassierbar. Ein weiteres Problem ist die defizitäre Infrastruktur in den Bereichen der Energie- und Wasserversorgung, sowie der Telekommunikation. All dies behindert den Handel und die wirtschaftliche Weiterentwicklung des Landes.

Nach wie vor können große Teile der Bevölkerung, vor allem in den ländlichen Gebieten, nicht von der bescheidenen wirtschaftlichen Entwicklung profitieren. Mehr als die Hälfte der arbeitenden Bevölkerung verdient zu wenig und arbeitet für ein geringes Einkommen im informellen Sektor, meist unter schlechten Arbeitsbedingungen. Ein weiteres Problem von Peru ist der Drogenanbau. Neben Kolumbien und Bolivien ist Peru einer der größten Kokaproduzenten der Welt. Kokablätter werden in Peru entweder roh gekaut oder zu Tee verkocht, können aber auch zu Kokain weiterverarbeitet werden. Der Anbau von Kokasträuchern ist für viele Bauern eine gute Einkommensquelle und die einzige Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Die medizinische Versorgung ist besonders für Kinder und Frauen, die auf dem Land leben, katastrophal. Die Menschen in diesen Regionen haben oft kein Vertrauen in das ärztliche Personal, weil gerade die indigene Bevölkerungsschicht benachteiligt oder schlecht behandelt wird. Teilweise werden illegale Gebühren verlangt und jenen, die zu arm sind diese zu bezahlen, wird die ärztliche Behandlung verweigert. Auch die Mangel- bzw. Unterernährung ist ein weit verbreitetes, durch die große Armut bedingtes, Problem. Denn eine ausgewogene Ernährung ist vielen Familien finanziell oft nicht möglich. Im Bereich der Schulbildung führt die Armut in der Bevölkerung dazu, dass (laut UNICEF) ca. 51% der Kinder arbeiten müssen und 13% der Kinder nicht einmal die fünfte Klasse erreichen. Die Regierung will künftig besonders das Primärschulwesen in den ländlichen Regionen verbessern. Ziel der nächsten Jahre ist es, die Analphabetenquote auf unter 4 % zu senken.




viSozial in PeruviSozial in Peru

Aus all diesen Gründen hat sich viSozial in Peru dazu entschieden, ganz unterschiedliche Projekte in Arequipa» und Capachica» finanziell und aktiv durch inhaltliche Mitarbeit, Freiwilligenarbeit und Patenschaftsprogramme zu unterstützen. In den Kindergärten und Schulen in Arequipa» versuchen wir auch den Kindern der ärmsten Familien eine ausreichende Betreuung, Ernährung und Schulbildung zur Verfügung zu stellen. Denn nur so haben die Menschen eine Chance, der Armut zu entkommen. Weitere Projekte befinden sich auf Capachica», einer kleinen Halbinsel im Nordosten des Titicacasees. Durch die Höhe von knapp 3.800m und das sehr kalte Klima sind die Lebensbedingungen dort extrem hart. viSozial unterstützt auf Capachica zwei Grundschulen und einen Kindergarten», um das Bildungsniveau, das in dieser Region sehr gering ist, zu verbessern. Um die Landflucht zu stoppen, arbeitet viSozial daran, die Lebensbedingungen der Menschen in den Orten Hilata, Llachòn, Chifrón und Santa María zu verbessern.

6 Kommentare» zu „Peru“

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