viSozial in Deutschland: Musik für Medizin
Felicitas engagierte sich 3 Monate als Freiwilligenarbeiterin in Arequipa, Peru. Auch zurück in Deutschland ließen sie die Kinder aus den Projekten nicht los. Besonders die medizinische Versorgung in der Schule San Juan Apostol beschäftige Felicitas und so überlegte sie, gemeinsam mit ihrer Mutter Sieglinde (Ärztin), was sie für das Projekt tun könnten. Im Folgenden lest ihr den Bericht zweier Frauen, die sich auch von Deutschland aus für viSozial e.V. einsetzen.
„Am 26.10.08 veranstalteten wir in der Marienkirche in Kaiserslautern ein Benefizkonzert unter dem Motto Musik für Medizin. Nachdem Felicitas von März bis Juni 2008 in Arequipa war, bestand der große Wunsch, etwas für die medizinische Versorgung der Schulkinder zu tun. So organisierten wir ein Konzert mit dem Blächbläserensemble Brasscats, die schon mehrmals den Deutschen Orchesterpreis im Amateurbereich gewonnen haben sowie Niklas Metzger, ein junger Sopransänger - ebenfalls Preisträger bei Jugend musiziert. Als Schirmherrn konnten wir Professor Dr. Hassemer von der Beriebswirtschaftlichen Fakultät der TU Kaiserslautern gewinnen.
Hier könnt ihr den Konzertbericht weiter lesen
Fantasievolle Weihnacht in Peru
Heute habe ich wieder einmal den Kinder der Schule San Juan Apostól einen Besuch abgestattet. Aber diesmal mit einem ganz besonderer Vorhaben. Ich wollte mit ihnen eine Weihnachtsgeschichte verfassen. Da ich mir nicht sicher war, was die Kinder alles über Weihnachten wissen, gab ich ihnen 5 Wörter vor: Weihnachtsabend, Weihnachtslichter, Panetón (peruanisches Weihnachtsgebäck), Geschenke und Rentier. Nun sollten sie ihre Fantasie spielen lassen.
Sie fingen wild an zu schreiben. Einige fragten mich, was denn ein Rentier sei. Nachdem ich alle Begriffe erklärt hatte und alles soweit klar war, war höchste Konzentration gefragt. Dabei entstanden sehr fantasievolle, schöne aber auch traurige und verwirrende Geschichten und nicht immer wurden alle der fünf vorgegebenen Wörter verwendet. Aber lest doch selbst einmal. Ich habe vier Geschichten für euch übersetzt:
Es war einmal ein sehr armer Junge, der jedes Jahr Weihnachten auf der Straße verbrachte, da er keine Familie hatte. Er träumte immer davon einmal in einem Haus zu leben. Eines Tages fand ihn eine Familie auf der Straße und lud ihn ein bei sich zu leben. Bald war auch schon Weihnachten und er konnte endlich Panetón essen. Außerdem bekam er Geschenke und in der gleichen Nacht kam auch noch der Weihnachtsmann mit seinen Rentieren vorbei. Am nächsten Morgen beim Frühstück sagte der Junge zu seiner neuen Familie: ” Weihnachten ist nicht nur dafür da Geschenke zu bekommen, sondern es geht darum, dass alle glücklich sind.” - Lucas
Lest hier noch weitere Weihnachtsgeschichten
Umweltbewusstsein für Arequipa
An unserem heutigen Sozialtag ist unser Büro mit den Kindern der 5. Klasse der Schule San Juan Apostol in einen Ökologiepark gefahren, um sie ein bisschen für ihre Umwelt zu sensibilisieren. Als wir um kurz nach neun in der Schule ankamen, sprangen die Kinder gleich von ihren Stühlen auf und liefen uns entgegen. Sie freuten sich riesig auf diesen Vormittag.
Wir fuhren mit zwei Bussen und 35 Kindern zum Park. Auf dem Weg dorthin wurde kräftig gesungen. Bei unserer Ankunft begrüßten uns die Mitarbeitern des Parkes, Elio und Gonzalo, herzlich. Zunächst gingen wir zu den Tiergehegen, wo uns Gonzalo über die verschiedenen Kamelarten Perus aufklärte. Natürlich durften wir die Tiere auch streicheln. Das Fell der Alpakas war so schön weich, dass jeder einmal anfassen wollte.
Danach bat uns Elio in die Aula des Parkes, wo er die Kinder über die Umweltprobleme Arequipas aufklärte. Wir lernten, dass die Abgase der Autos dafür verantwortlich sind, dass der Schnee auf den Gipfeln der Vulkane Misti und Chachani schmilzt und dass sich das Klima in Arequipa in den letzten Jahren ständig erwärmt hat. In kleinen Gruppen erarbeiteten wir mit den Kindern die Ursachen für die Umweltverschmutzung und einige Lösungsvorschläge. Danach waren wir uns alle einig, dass wir sparsam mit Wasser umgehen und keine Bäume fällen sollten, weil Bäume lebensnotwendig für uns sind.
Nach dieser anstrengenden Denkarbeit hatten sich die Kinder eine Erfrischung verdient. Draußen im Garten aßen wir Orangen und Bananen und erfrischten uns mit etwas Saft, bevor es weiter ging zum aktiven Teil unserer Umweltaufklärung. Wir bildeten mit den Schülern kleine Kreise und jeder bekam eine Rolle in einem kleinen Ökosystem. Nun wurde ein Wollknäuel von Person zu Person geworfen und jeder musste erklären, weshalb er auf die anderen angewiesen ist und nicht ohne sie weiterleben könnte. Die Kinder verstanden die Funktion des Ökosystems sehr gut und keiner von ihnen fand es akzeptabel, dass ein kleiner Fisch sterben soll, nur weil eine Fabrik seinen Müll in den Fluss kippt.
Zu guter Letzt erklärte uns Elio noch, wie sie mit ihrem Park für saubere Luft in Arequipa sorgen wollen. Dazu zeigte er uns alle Bäume, die sie in ihrem Park pflanzen und erklärte ihre Funktion. Etwas erschöpft aber glücklich über unseren erfolgreichen Vormittag, verabschiedeten wir uns von Elio und Gonzalo und fuhren - umweltbewusst wie wir nun waren - mit einem Bus zurück ins Büro. Wir hoffen nun, dass die Kleinen das Gelernte auch in Zukunft umsetzen werden, für ein sauberes Arequipa und eine saubere Welt!


