Ein guter Start des Patenschaftprogramms in Santiago de Okola (Bolivien)
Am Montag den 15.12.2008 machten Rita und ich aus auf den Weg nach Santiago de Okola. Im Gepäck: Informationsmaterial über ein Patenschaftsprogramm für die Schule in Okola, welches wir gerne mit dem Dorf umsetzten würden. Mit Spenden des viSozial. e.V. wurde die Schule bereits gefördert, z.B. durch die Anschaffung von Lehrmaterial und der Unterstützung bei dem Kauf eines Kopiergerätes. Doch dieses Geld reicht nicht, um notwendige größere, oder konstante Unterstützungen für die Schüler leisten zu können. Durch den Aufbau eines viSozial e.V. Patenschaftsprogramms für die Schule Okola wollen wir hier Abhilfe schafen…
Lest mehr über unseren Besuch in Okola
Weihnachten im Projekt Para dar Esperanza
An diesem Mittwoch Nachmittag sind Susann und Rene in das Projekt von viSocial in Quito Para dar Esperanza gefahren. Eine abenteuerlichen Fahrt die Hänge des Vulkans Pichincha hinauf in die Wohnsiedlung am Hang inklusive. Hier liegt die Fundacion und als wir ankamen umringten gleich 20 Kinder das Auto. Wieder mit einigen Kisten voll Spenden und Geschenken, die ausgiebig bestaunt wurden bevor sie in das Innere des Hauses gebracht wurden zum sortieren. Währenddessen haben die Betreuerinnen, die Voluntäre und wir die Kinder mit Spielen und Tänzen bei Laune gehalten und vom Warten abgelenkt.
Dann gab es erteinmal etwas zu essen bevor endlich Papa Noël herauskam und die Geschenke ankündigte. Erstaunlich ruhig ging die Verteilung der Geschenke vonstatten und nachdem es für alle noch ein Stück Kuchen gab wurden sie von den draussen wartenden Eltern und Geschwistern abgeholt.
Hier gibts Fotos
Wie funktioniert ein peruanischer Kindergarten?
Als ich mir Gedanken über ein Thema für meinen Artikel machte, dachte ich mir: “Warum nicht einfach mal für einen halben Tag in einem Kindergarten mit anpacken und später über meine Eindrücke schreiben?” Gedacht, getan. Mittwoch Morgen wurde ich im Zentrum Arequipas von der Kindergärtnerin Lusia des Kindergartens Santa Rosita de Lima abgeholt, weil sie meinte alleine würde ich ihren Kindergarten in Miguel Grau, einem Stadtteil Arequipas, nicht mehr finden. Außerdem wäre die Gegend für mich viel zu gefährlich. Nun gut, auf so einen Rat hört man besser. Um neun Uhr fuhren wir in einem Colectivo (kleiner Bus mit lauter Cumbia-Musik und mitgrölenden Fahrern) ca. eine halbe Stunde lang bis wir an dem Kindergarten ankamen. Neben dem Kindergarten befindet sich noch eine Vorschule und eine Suppenküche für Senioren, die dort täglich mit warmem Essen versorgt werden.
Als ich in den Kindergarten kam, wurde ich mit einem herzlichen “HOOOOLAAAA!!!” von 16 kleinen Kindern begrüßt, die zwischen 8 Monaten und 4 Jahren alt sind. Ich kam gerade rechtzeitig zum Refresco, einer Zwischenmalzeit zwischen Frühstück und Mittagessen. Es gab Milchreis, sogar für mich;-)
Gleich am Anfang fiel mir ein kleines Mädchen auf. Sie ist mit 8 Monaten zurzeit die Jüngste. Die Kindergärtnerinnen erzählten mir, dass sie eine Erkältung hat, da sich ihre 18-jährige Mutter nicht ausreichend um sie kümmert. Als ich sie mir genauer ansah, bemerkte ich, dass sie kaum noch durch die Nase atmen konnte und ihre Augen voll mit Schlaf waren. Sie sah sehr dreckig aus und hatte vefilzte Haare. Also ging´s erstmal ab zum Haarewaschen. Dazu wurde Wasser aufgekocht, mit kaltem gemischt und in einen Krug geschüttet. Die Kinder mussten sich über eine Schüssel beugen und bekamen eine Plastiktüte um den Hals, damit die Kleidung nicht nass wird. Insgesamt 5 Kindern haben wir so die Haare gewaschen.
Das kleine Mädchen wurde danach mit einer Mütze auf dem Kopf in ihrem Wagen in die Sonne geschoben. Als ich fragte, was das Kind denn in der Sonne macht, bekam ich als Antwort: “trocknen.” Aha.
Nachdem alle wieder glänzten, wurden sie in 2 Gruppen aufgeteilt. Die Größeren bekamen nun von der Erzieherin die Aufgabe eine Ananas, die sie zuvor zeichnete, auszumalen. Die andere Gruppe spielte querbet mit allem, was in dem kleinen Raum zu finden war.
Um mir mal eine Kinderpause zu gönnen, ging ich in die daneben liegende Küche, wo zwei Frauen schon fleißig am Bohnenpellen waren. Ich half ihnen ein bisschen und lernte nebenbei Quechua, was ich natürlich sofort wieder vergaß. Die Köchin erzählte mir, dass sie jeden Tag für ca 30-50 Senioren kochen würde. Das fand ich sehr lobenswert. Heute gab es Eintopf in einem gigantischen Hexenkessel. Ein paar Senioren warteten schon hungrig auf den Bänken.
Zurück bei meinen Kindern wurde gerade gebetet, da sie nun auch ihr Mittagessen bekamen. Da ich auch Hunger bekam, machte ich mich auf den Rückweg. Natürlich wurde ich wieder von Lusia zum Bus begleitet. Es war ein sehr schöner aber auch anstrengender Vormittag und ich bewundere die beiden Kindergärtnerinnen für ihre Geduld. Die Kinder sind bei Lusia und ihrer Kollegin wirklich in sehr guten Händen.
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